28. August 2014

Ein Video, ein Video! Und ein güldener Schutzengel!

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich möchte ja ständig Videos drehen. Sitze ich im Auto und höre ein gutes Lied, flutscht mir ein ganzes Video, Szene für Szene, durchs Schädelchen und am liebsten würde ich sofort Hinz und Kunz mobilisieren und einen Drehtermin festlegen. Aber die Sache hat einen Haken: Ich finde meine Bumsbirne in Videos einfach fürchterlich doof. Auch wenn ich mittlerweile eine dicke Fotohaut entwickelt habe, gilt das noch lange nicht für Filmaufnahmen. Mittlerweile bin ich über heimatPOTTEntial ja ein paar Mal im TV gewesen und ganz ehrlich: Ich habe mir die Sendungen jeweils eiiiinmal kurz und mit zusammengekniffenen Augen angesehen und danach nie wieder. Weil ich meine gefilmte Bumsbirne einfach doof finde.


Aber Videos finde ich - als altes MTV-Kind - trotzdem toll. Aber vielleicht ist das ein bisschen wie zu Karneval. Verkleiden finde ich nämlich absolut super! Ideen spinnen, herumexperimentieren, alles zusammensuchen, basteln, schminken und so. Aber wenn es dann heißt: "So, ab auffe Straße! Feiern!", dann verliere ich schlagartig die Lust. Sprich: In der Vorstellung YAY, in der Umsetzung NAY.

Nun habe ich aber vor ein paar Wochen trotzdem ein Video gedreht. Und wie bei allem, was man zum ersten Mal macht, galt: "Boah, gar nicht so einfach!". Tagelang habe ich in imovie herumgefrickelt, geschnitten, gefiltert, gedingst, gebumst (ähhhh...), Musik zur Untermalung gesucht und meine Bumsbirne mit zusammengekniffenen Augen ertragen. Meine Mutter sagt immer: "Hömma, es gibt FilmSTARS, die ihre eigenen Filme nie anschauen, weil sie sich selbst nicht sehen können". Joa. Kann sein. Aber nu bin ich ja kein Filmstar. Deshalb hinkt der Vergleich n bisskn.

Nun denn, also Augen fast (!) zu und durch...und zwar aus gutem Anlass!

Als Blogger mit ganz okayen Klickzahlen bekommt man ja jeden Tag irgendwelche Kooperationsanfragen in den Postkasten gespült. Meist handelt es sich dabei um großen Mist wie Onlinepokergedöns oder "Wir wollen unseren langweiligen Content auf Deiner Seite posten und Du bekommst dafür einen feuchten Händedruck und sagenhafte 5 Euro". In solchen Fällen gilt: lächeln und winken und NEIN sagen.

Aber ganz manchmal gibbet auch wirklich tolle Anfragen. Und in diesem besonderen Fall habe ich mich sogar hinterm Video-Ofen hervorlocken lassen:

Ihr kennt doch die Provinzial? Die Versicherung mit dem güldenen Schutzengel im Gepäck?! Klar, kennt Ihr. So. Nun hat sich die Provinzial was Tolles ausgedacht - und zwar einen Kreativ-Wettbewerb für Jugendliche, bei dem der Schutzengel-Award gewonnen werden kann.



Schüler zwischen 14 und 18 Jahren können sich als Schulklasse oder Clique mit einem kreativen Beitrag bewerben und eine Reise nach Berlin, Hamburg oder Kölle gewinnen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, denn ob Song, Kunst, Fotos, Tanz, Theater oderoderoder...alles geht und wird von einer reizenden Jury auf der Suche nach der schönsten / besten / tollsten Einsendung in Augenschein genommen.

Und in dieser reizenden Jury sitze - unter anderem - ICH!


HA! 

Als Sozialpädagogin mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit und mit Freude an kreativen Machenschaften hab ich da natürlich doppelt und dreifach Spaß inne Backen und bin nicht nur begeistert, dass ich meinen Senf dazu abgeben darf, sondern auch schlicht und einfach von der Sache an sich. Und deeeeshalb hab ich dann sogar selbst ein Video gedreht, denn als Jurymitglied sollte man sich den potentiellen Teilnehmern natürlich anständig vorstellen.

So. Und jetzt zeige ich es Euch. Also das Video. Und am liebsten würde ich jetzt 3-76 Sachen aufzählen, die daran nicht perfekt sind, aber ich sachet mal so: Versuch macht kluch, kein Meister vom Himmel blabla und ich muss dringend noch herausfinden wie man untermalende Musik zart ausfadet. So ein plötzlicher Bruch kommt nämlich n bisskn panne. Also habt Nachsicht, bidde!



Und auch wenn es so aussieht, als ob ich da einfach nur vor einer Efeuwand rumgestanden hätte, lautet die Wahrheit wie folgt: Ich stand vor vieeelen Efeuwänden (doofes Licht, Bauarbeiterlärm, Autokrach), stand vor Zäunen, Mauern und in Ellens Garten. Hockte auf Wohnzimmersofas rum, posierte in Straßenschluchten oder vor Fördertürmen. Und deshalb DANKE an Heidi, Fee und Ellen, die dieses ganze Wirrwarr mit mir mitgemacht haben. (Eigentlich wollte ich noch ein Outtakes-Video erstellen, denn selbstverständlich habe ich bei den Aufnahmen unterm Strich viel mehr Blödsinn als grade Sätze zustande gebracht. Und Blödsinn ist mit ein wenig Abstand ja schon ganz schön lustig...).

Jeeedenfalls: Kennt Ihr Schüler? Seid Ihr Lehrer? Hampelt Ihr irgendwo mit Jugendgruppen rum? Dann erzählt Ihnen doch mal vom Schutzengel-Award! Vielleicht haben sie ja Lust, kreativ zu werden und mitzumachen?! Fänd ich gut. Sehr, sehr gut!

Merke: Nix. Darf auch mal sein.

25. August 2014

Hasskappen-Fakten #2

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, erinnert Ihr Euch an meine Hasskappen-Fakten von vor ein paar Monaten? Groß habe ich mal wieder rumgetönt, dass ich ne Serie draus machen würde. Und dann? Dann hab ich die Hasskappe anne Garderobe gehängt und die Serie in Essig gelegt.

So. Aber wie sagt man so schön? Aus gegebenem Anlass und so?! Meine Damen und Herren, heute geht es endlich in die nächste Runde! Und los geht's:


1. Ich lebe ja seit geraumer Zeit in der Dentalhölle. Zähne müssen raus, Implantate rein, Löcher wollen gestopft und Teile des Kiefers ausgeschabt werden. Wie immer gewöhnt man sich an alles. Aber nicht daran, zu Lukas, dem altbekannten Lokomotivführer, zu mutieren.

Also. Als mir im Januar Zahn Nummer 3 gezogen wurde, hamse dabei ein Loch in meine Nebenhöhle gerissen. Ich zitiere mich kurz selbst: "Während andere locker durch die Hose atmen, atme ich mittlerweile locker durch den Kiefer. Und wenn ich Tomatensaft trinken würde, könnte ich tatsächlich so tun, als ob ich Nasenbluten hätte. Aber nur auf einer Seite. Zum Glück. Zu viel Talent wirkt auf andere ja auch schnell abschreckend."


So. Nun hatte man mir einen Gelantineschwamm da rein gepackt, der sich binnen 10 Tagen von selbst eliminieren und bestenfalls das Loch schließen sollte. Bestenfalls ist aber nicht eingetreten. Da ist jetzt, ein halbes Jahr später, immer noch ein Loch. Dass es da ab und an mal schnottentechnische Probleme gibt, stört mich eigentlich nicht. Putzte halt die Nase und heiter weiter. Aber dass ich durch das Loch beim Ausatmen phasenweise immer wieder pfeifen MUSS, DAS macht mich wirklich bekloppt. Stellt Euch einfach mal vor, Ihr liegt schön inne Heia und wollt schlafen und dann fährt Euch in einer Tour ne Lok durch den Kopp. DAS IST NICHT SCHÖN! Da hilft auch kein Naseputzen oder so. Da hilft nix. Und während man bei schnarchenden Bettnachbarn einfach auffe Couch wechseln kann, kann man bei einer Lokomotivennase rein gar nix tun. Man ist in seinem eigenen Mutantentum eingekerkert und es gibt kein Entkommen.

Ja, ich könnte durchaus mal zum HNO gehen. Aber der wird mir ja keine "Ein Loch ist im Eimer, Karl Otto, Karl Otto"-Stopf-Tablette verschreiben. Der wird sagen: "Oh, das ist aber ein doofes Loch. Da müssen wir operieren!" Und da die Nebenhöhle mitten im Gesicht wohnt, muss dann mein Gesicht aufgeschnitten werden. Und das würde letztlich viel dööfer aussehen als mich das Gepfeife unterm Strich nervt. Also spiele ich weiter Lukas und verweigere mich dem "Schlimmer-geht-immer"-Grundgesetz, das mit einem HNO-Besuch aller Wahrscheinlichkeit nach über mich hereinbrechen würde.

Und wer ist Schuld? Der Dentalschlachter. Und der Dentalgott. (Letzterer ist übrigens ein weitaus böserer Arsch als der Herpesgott. Und der ist schon sehr, sehr, sehr böse! Falls die beiden sich eines Tages mal zusammenrotten sollten, dann wird sicherlich die Welt untergehen.)

2. Supermärkte. Supermärkte sind komische Dinger. Da erinnert so mancher Besuch an Monopoly, denn auf jedem Meter erwartet einen ggf. ein anderes Ereignis. Und man wird Geld los, aber das liegt natürlich in der Natur der Sache. Nicht in der Natur der Sache liegt allerdings eine Fischtheke, die sich direkt hinter dem Eingang befindet. Da kommste rein und kippst fast ausse Latschen. WEIL ES STINKT! Und das sage ich, obwohl ich Fisch mag! Außerdem macht es mich sowieso bekloppt, wenn nicht die Obst- und Gemüseabteilung den Anfang macht. Das ist so wie mit der HÖRZU: Der Mittwoch ist immer blau, der Donnerstag immer rosa und der Freitag immer lila. Und so weiter. Da ist doch auch nicht auf einmal der Montag blau! Als Konsument muss man doch bitte auf IRGENDWAS vertrauen können. Also: Mittwoch blau und Obst und Gemüse nach dem Eingang, bitte.


So. Angenommen alles hat seine Ordnung. Man betritt den Supermarkt, steht vor der Obst- und Gemüseabteilung und will sich ein Einkaufskörbchen nehmen. Aber da ist kein Einkaufskörbchen! Wenn man kurz nachdenkt, kommt auch darauf, wo sie wohl sein könnten. An den Kassen natürlich. Das fänd ich nur so mittelnervig, WENN nicht alle Supermärkte ihre Gänge extra so anlegen würden, dass man vom Obst und Gemüse blooooß nicht direkt anne Kasse durchmarschieren kann. Neiiiiin, man muss erst mal durch den ganzen Schuppen laufen. Und dann wieder zurück. Schließlich muss alles seine Ordnung haben und Obst und Gemüse sollen schön ZUERST in das eroberte Einkaufskörbchen.


Warum ich mir keinen Einkaufswagen nehme? Weil ich IMMER den erwische, der ein krummes Rad hat und mich mit beknackten Geräuschen belästigt. Außerdem will ich eh nie mehr kaufen als ich tragen kann. Schließlich muss ich mit dem Krempel ja zu Hause auch noch 2 Etagen hoch. Und mehrmals gehen ist natürlich ausgeschlossen.

Was ich aber eigentlich sagen will: Wenn ICH so ein Supermarktboss wäre, dann gäbe es ein Gesetz! Das äußerst klangvolle Auszubildende-gucken-gestaffelt-im-15-Minuten-Takt-nach-dem-Einkaufskörbchenstatus-am-Eingang-Gesetz. Und wenn da kaum welche oder gar keine mehr zur Verfügung stehen, rennen sie mal schön selber durch den ganzen Laden und stellen da wieder welche hin! Das gleiche Gesetz würde ich übrigens als Gastroboss erlassen. Gestaffelte Überprüfungszeiten mit Blick auf das Vorhandensein von Klopapier und Trockentüchern. Aufm Klo sitzen und nix zum Abputzen zu haben, ist nämlich eine grausame Angelegenheit, die man seinen Gästen NICHT zumuten sollte.

3. Tankstellen. Eigentlich finde ich Tankstellen okay. Da riecht es nach Benzin und das mag ich. Als Kind habe ich mal in der Waschküche meiner Mutter am Benzinkanister genippt und dann musste mir der Magen ausgepumpt werden. Man könnte also sagen, dass ich Benzin quasi mit der Muttermilch eingesogen habe. Aber an manchen Tankstellen stehen junge Burschen rum. Man fährt mit dem Auto anne Zapfsäule und wird sofort angestarrt. Mit einem "OH, EIN KUNDE!"-Blick. Und während man noch nach dem Portmonee (ekelhafte Schreibweise) kramt, pirscht sich dieser junge Bursche schon ans Auto heran, um sich direkt neben dem Tankdeckel zu positionieren.

So. Nun habe ich iiiirgendwann mal gedacht "Och, netter Service!" und die Frage "Darf ich Ihnen beim Tanken behilflich sein?!" mit "Joa." beantwortet. Und dann stehe ich kurz darauf anne Kasse und soll dafür bezahlen. Also für das Behilflichsein (und für das Benzin). Ich war ehrlich entsetzt. Warum hat der Kasper denn nicht "Abba datt kostet Dich watt!" gesagt?!

Seitdem gucke ich wie Gollum, sobald sich der Zapfsäulenbubi auch nur meinem Auto ansatzweise nähern will.

Wasn das bitte für eine eigenartige Behilflichkeit?! Wenn die anbieten würden, mein Auto zu entmüllen oder Scheibenwischwasser nachzufüllen, dann wäre die Sachlage VIELLEICHT eine andere. Aber eine Zapfsäule bediene ich doch gut und gerne selbst.


Nun können die Jungs ja wahrscheinlich gar nix dafür. Datt gehört bei denen zum Job dazu und vielleicht findense datt selber doof. Aber ich möchte trotzdem nicht auf eine Tankstelle auffahren und dann mit Bambistimmchen gefragt werden, ob man mir beim Tanken helfen dürfte. Da komme ich mir nämlich immer schlecht vor, wenn ich NEIN sage. Weil, wenn jeder NEIN sagt, dann kommen sich die Bubis wahrscheinlich noch blöder vor als eh schon. Und um dazu nicht beizutragen, gucke ich wie Gollum. Ist nicht die beste Lösung, aber zumindest ein Ansatz.


4. Heute habe ich irgendwo folgenden Satz gelesen: "Der wahre Charakter eines Menschen zeigt sich erst, wenn eine zweite Kasse aufgemacht wird." Vielleicht stimmt das sogar. Aber ich halte mit Folgendem dagegen: Der wahre Charakter eines Menschen zeigt sich erst, wenn er hinterm Steuer sitzt.

Ich habe da nämlich mal wieder eine Langzeitstudie gemacht: Wenn es mir nicht gut geht, alles schief läuft, die Laus über die Leber gelatscht ist und die Welt mal wieder ein böser, böser Ort ist, dann sitze ich hinterm Steuer und mutiere zur Furie. Es kommen Ausdrücke aus meinem Mund, über die ich mich manchmal selbst erschrecke. Dann will ich alles und jeden verkloppen, außer Landes verweisen oder einkerkern lassen, denn in meinem Hirnchen ist ein Grundgesetz verankert: "Wer zu viel Zeit hat, kann auch laufen! Oder zumindest bitte rechts fahren!"


Ich bin also ein Raser (...aber ansonsten ganz nett). Und als Raser flippe ich regelmäßig aus, wenn Leute vor GRÜNEN Ampeln abbremsen. Und ich rede jetzt nicht von irgendwelchen Oppas mit Hut, die sowieso ständig bremsen. Was das angeht, würde ich eindeutig für die Einführung einer regelmäßigen Augenarztbesuchspflicht und dem ebenso regelmäßigen Ablegen von Senioren-Führerscheinprüfungen plädieren. Ganz vielleicht wäre ich sogar bereit, dies steuerlich zu unterstützen. Aber nun gut. Wir reden ja nicht von diesen Oppas, sondern von den anderen Verkehrsteilnehmern. Was ist mit denen los? Denken die "Oh, eine grüne Ampel! Das möchte ich aber nicht!" und treten dann auf die Bremse?! Ich denke da wirklich oft drüber nach. Manchmal frage ich mich, ob es sich dabei um Leute handelt, die einfach nicht nach Hause oder zur Arbeit wollen. Bremsen als Verzögerungstaktik oder so. Jedenfalls macht mich das bekloppt. Und wenn sie dann DOCH NOCH über die grün-orangene Ampel kriechen, ICH aber ein rotes Lämpchen serviert bekomme, dann fallen mir eben diese erschreckenden Ausdrücke ausm Mund. Denn eigentlich hätten wir beide LOCKER bei Grün drüber fahren können!


(Früher, also GANZ früher, habe ich übrigens mal geglaubt, dass in den Ampeln Kameras installiert wären und dass irgendwo in irgendwelchen Ampelverkehrszentren Ampelangestellte sitzen würden, die die Leute nach Sympathie über die Ampeln fahren lassen. Wenn meine Mutter dann an einer roten Ampel zum Stehen kommen musste, hab ich mich ernsthaft gefragt, ob wir vielleicht einfach nicht gut oder nett genug aussahen. Aber das nur am Rande.)

5. Nachlässige Rechtschreibung. Nachlässige Rechtschreibung ist im Schriftverkehr wie Mundgeruch! (Legastheniker seien von meiner Abneigung ausgenommen. Die können nix dafür. Als meine kaputten Zähne noch drin waren, hatte ich manchmal Mundgeruch. Konnte ich auch nix für.) So. Ich rede nicht von Flüchtigkeitsfehlern. Ich rede von "Mir doch egal. Hauptsache Du verstehst so grob was ich meine!"-Fehlern. Ja, vielleicht verstehe ich grob was Du meinst, aber was nutzt mir das Verstehen, wenn ich plötzlich Augenkrebs habe? Ich rede von "Ich hab keinen Bock, mir die Rechtschreibregel zu merken! Geht doch auch so!" Nein. Geht es NICHT. Sowas ist nämlich unhöflich. Im Straßenverkehr muss man sich ja auch "rechts vor links" merken, weil man sonst alle anderen bescheuert macht! Und nun isset doch so: Die Welt ist ein komplizierter Ort. Im Miteinander gibbet für so gut wie nix Regeln und man muss immer alles unter die Moral-Nächstenliebe-Anstands-Respekt-Schablone legen, wenn man kein egomanisches Arschloch sein will. Und das ist manchmal ja gar nicht so einfach. Weil Interpretationsspielräume und so. Also kann man doch FROH sein, dass es mit Blick auf die Rechtschreibung einfache Regeln gibt. Warum also macht man sich nicht die Mühe, sich ein paar (oder besser noch: ALLE!) zu merken?!


Seit bei Zeit mit T und seid beim Verb mit D. Zeit endet mit T und das dazugehörige seit dann bitte auch. Dass schreibt man mit Doppel-S, wenn man es nicht durch dieses, jenes oder welches ersetzen kann. Und wer nämlich mit h schreibt, ist dämlich. Wenn das zwischenmenschliche Miteinander so einfach wäre wie die gute, alte Rechtschreibung, dann wäre uns allen geholfen.

So. Und jetzt gucke ich mir mal ne schlaue Seite zum Thema Kommasetzung an. Was die angeht, darf ich mich näHmlich nicht zu weit ausm Fenster lehnen, denn da bin ich selber oft relativ dämlich. Sagt zumindest meine Mutter. Und Hochmut kommt bekanntlich immer noch vor dem Fall.

Wie immer: So ne Hasskappe trägt sich am besten in Gesellschaft! Deshalb frage ich auch heute: Wann platzt Euch denn der Kragen? Wann habt Ihr Euch das letzte Mal - und wenn nur innerlich - so richtig schön aufgeregt? Was steht auf Eurer Hasskappen-Liste ganz oben? Lasst es mich wissen. Motzkopp-Love forever!

Merke I: Endlich lernen wie man die Zeichensetzung handhabt,
wenn ein Satz mit wörtlicher Rede endet.

Merke II: Done. Und direkt 5 Fehler im Blogpost ausgemerzt. Tja.

Merke III: Jetzt sehen die Satzenden doof aus.
Vielleicht kapiere ich die Regel einfach nicht richtig.

20. August 2014

Wenn es regnet, mach Konfettiregen draus!

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, eine ganze Zeitlang hab ich immer gesagt: "Meine Augen haben ne eingebaute Kamera - nur leider ohne Auslöser". Soll heißen: Ich sitze im Auto oder laufe durch die Pampa und in meinem Gehirn macht es ständig "klick, klick, klick", weil ich alles mögliche als Fotomotiv scanne und es dann auch noch in das für Instagram übliche quadratische Format bringe.


Mit der Zeit hat das genervt. Einfach mal spazieren gehen, ohne automatischen Motivscanner im Schädelchen? Unmöglich! Und weil mein Hirnchen nun mal keine Fotos drucken kann, hab ich dann meistens (also fast ununterbrochen) meine Kamera oder mein Handy am Anschlag.

So. Diese kleine Zwangsstörung hat sich aber in den letzten Monaten klammheimlich davon geschlichen. Und was soll ich sagen? Das fand ich auch irgendwie doof. Und deshalb befinde ich mich jetzt wieder im Training. Erste Etappe: ein Spaziergang am Baldeneysee mit ganz viel "klick, klick, klick". Und mit Konfetti. Schließlich muss man n bisskn nachhelfen, wenn das Wetterchen so - mit Verlaub - "behindert" ist...


Das Gute an Pfützen sind ja Pfützen. Ja, das meine ich genau so! Pfützen sind toll. Auch ohne Gummistiefel und wilde Wasserspritzer. In Pfützen spiegeln sich der Himmel, die Bäume oder man selbst. Man könnte also getrost lebensweisheitlich sagen: "Nervt Dich der Regen, dann such Dir ne Pfütze". Vielleicht wird dann nicht ALLES gut, aber der Moment wird zumindest besser. Und das ist doch auch schomma watt...


Der kleine Weg am Essener Baldeneysee links vom Haus Scheppen ist übrigens IMMER eine gute Wahl. Zumindest für schöne Fotos. Dort habe ich vor 2-3 Jahren mal eins meiner liebsten All-time-favourite-Fotos gemacht, das bei mir im Wohnzimmer überm Sofa hängt. Ich habe es "Der alte Mann und der Rabe" getauft, weil...weil eben. Da ist halt n alter Mann und ein Rabe drauf. Einfache Kiste.


Auch wenn ich ein großer Herbstfan bin, freut es mich, dass an der Stelle aktuell aber noch reichlich Blätter an den Bäumen hängen. Schließlich müssen die sich ja für die anstehende Runde #halloherbst14 (...macht Ihr wieder mit?! Los, sagt JA!) erst noch gülden verfärben und sanft gen Boden segeln, damit ich meinen Herbstfetisch auch angemessen ausleben kann...



Ach so, aus der Reihe "Doof bleibt doof": Ich bin extra zum Baldeneysee gefahren, um dort mit meiner Spiegelreflexkamera ein Bild für die heutige Ausgabe von Fees und meinem Projekt "Foto der Woche" zu machen. Aber meine Speicherkarte hatte ich schön zu Hause gelassen. Deshalb besteht dieser Post tatsächlich nur aus Handybildern. Naja. Darf auch mal sein. Vor allem dann, wenn so reizende Kollegen wie der schwatte Schwan etwaige Qualitätseinbuße mit grazilen Verrenkungen locker wett zu machen wissen...


Aber nachdem der Kollege geschnallt hatte, dass in meiner Tüte kein Brot, sondern Konfetti raschelt, hat er mich middm Hintern auch schon nicht mehr angeguckt.

So. Konfetti. Im See. Biologisch sehr abbaubar. Natürlich. (Alles für die Kunst, also bitte nicht schimpfen oder verhaften!)


Während ich mit ein paar anderen Ommas und Oppas den kleinen Weg entlangschluffte, ist mir mal wieder bewusst geworden, warum ich es dort so mag: Da ist ganz viel Hell und ganz viel Dunkel. Mit anderen Worten: tolles Licht. Außerdem ist dort der Bikertreff und es gibt Currywurst und Pommes. Currywurstpommesorte sind immer gute Orte. 


Aber irgendwas ist ja gewohnter Maßen immer und in diesem Falle musste ich mit Betrüben feststellen, dass man Spiderman keine würdige Grabstelle zugewiesen hat. Ganz davon abgesehen, dass Spidermans Grabstelle die Vermutung nahe legt, dass Spiderman tot ist. Auch kein schöner Gedanke. (Aber Hauptsache Batman lebt noch!)


Als ich später Berit eins der folgenden Blattfotos gezeigt habe, bekam ich "Ach Du SCHEISSE! SOOO sehen die Blätter schon aus?" zu hören. Ich so: "Ja!". (Sonst gäbe es ja kein Foto davon, ne? ) Und Berit dann so: "Scheiße, dann ist wirklich schon Herbst."

Schweigen.

Aber dann hab ich es doch noch zugegeben: "Naja, das Blatt hing an einem heruntergefallenen Ast...". Also: Ehe Ihr jetzt einen Herbstschock davon tragt: Keine Panik, alles noch im grünen Bereich! (Auch wenn mein neuer Wintermantel und ich das gerne anders hätten...)


Ommas und Oppas gucken übrigens höchst irritiert, wenn man Konfetti in Pfützen wirft. Aber erstaunlicher Weise hat NIEMAND gemeckert!


Auf dem Heimweg kam ich dann an einem Straßenspiegel vorbei. Vollbremsung und erst mal rumgepost. Nun stand mein Auto auf der einen Seite der Fahrbahn und ich auf der anderen. Für Gegenverkehr also etwas ungünstig. Und während ich da so rumhampelte, fuhr ein Auto auf mich zu. Ich so: unschuldiger Bambiblick. Das Auto hielt neben mir und ich konnte einen sehr betagten Herren hinterm Steuer erkennen. Und in dem Moment, in dem ich mit Kloppe, Schimpfe und Gemecker rechnete ("Määäädchen, watt stehste denn hier mittn auffe Straße rum? So geht datt abba nich! Wenn datt jeder machen würde...?!"), ploppte ein breites Grinsen im Oppagesicht auf und er rief: "Schön! Hasse Spaß? Find ich gut! Weiter so!".

Konfetti hin, Pfützen her...DAS war mit Abstand der schönste Moment des Tages!


Also: Geht raus und habt Spaß!  

Merke: Eine Ersatzspeicherkarte im Auto deponieren!

18. August 2014

Ganz viel Krachmacherwasser und ganz viel Gejammer

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, die weltbewegendste Nachricht vorab: Ich habe mir einen neuen Wintermantel gekauft! Und während Jan und Mann darüber jammern, dass das Wetter grad so herbstlich vor sich hin ollt, sitze ich hier und denke: "Hallo? Kann es bitte wenigstens noch einen Tacken schlechter sein, damit ich wie ein stolzer Pfau in meinem Mantel durch die Gegend patrouillieren kann?!". In der Nacht von Freitag auf Samstag habe ich in meinem neuen Wollgefährten sogar einfach so im Wohnzimmer rumgesessen. Ganz alleine. Weil für schön und so. Na gut, irgendwann bin ich dann ins Bett gegangen. Ohne Mantel. Nicht dass Ihr denkt, dass ich sowas ne ganze Nacht durchziehe. Selbst meine Beklopptheit kennt Grenzen!

In Garmisch soll es derzeit aber noch kälter sein als im Ruhrgebiet. Und wenn ich jetzt dort wäre, würde ich mit meinem Neuerwerb sicherlich durch eine Klamm tapern. Dort isset nämlich immer angemessen nasskalt. (Vielleicht heisst sie deshalb auch "Klamm"?! Naja, wahrscheinlich nicht.)

Ihr wisst nicht was ne Klamm ist?! Eine Klamm ist eine enge Schlucht im Gebirge. Die Felswände haben teilweise einen starken Überhang und daraus resultiert, dass...äh...ich sachet mit Wikipedia: dass die Breite des Tals in der Höhe teilweise geringer ist als am ganz vom Fluss oder Bach ausgefüllten Talgrund.

So. Den Satz schnalle ich selber nicht so richtig. Deshalb nomma in gut Pottdeutsch: Da fließt und strömt ganz viel - teilweise reißendes - Wasser durch und datt sieht gut aus. Mehr als gut: beeindruckend.


Aber fangen wa ma vorne an: Vor der Garmischer Partnachklamm kann man nicht parken. Das bedeutet, dass man da hinlaufen muss. Sagenhafte 2,5 Kilometer weit. Also wenn man auf dem nächstgelegen Parkplatz parkt. Vom Ruhrgebiet aus wäre es natürlich ein bisschen weiter.

So. Nun sieht die Sachlage folgendermaßen aus: Wenn ich schon durch so ein Naturdenkmal wandere, dann will ich da noch nicht auch noch HINWANDERN müssen. Das ist eindeutig zu viel verlangt. Und deshalb habe ich mich kutschieren lassen...


Normalerweise bin ich alles, aber kein Fan von Pferden, die man vor Kutschen klemmt oder auf Weihnachtsmärkten und Co. stupide im Kreis laufen lässt. Aber in der Not frisst der Teufel Fliegen und ich fahre mit ner Droschke. Und als ich da aufm Kutschbock hockte, habe ich mit großer Zufriedenheit feststellen dürfen, dass sich der Kutscher höchst fürsorglich um das Fernbleiben fieser Bremsenteufel bemühte. Wann immer so ein Kackviech auf den Rücken der beiden Pferde Platz nahm, schubste er sie sanft mit der Peitsche weg. Schön für die Pferde, aber nicht so schön für mich, denn wenn die Kackviecher nicht die Pferde aussaugen, dann landen sie wo? Bei mir! Und wie sehe ich alter Bremsenstich-Allergiker dann aus? So:


Mein Blog ist übrigens ein Bremsenstich-Expertenblog. Wenn man "Bremsenstich" googlet, dann landet man nämlich sofort bei mir. (Falls Ihr glaubt, dass man über die Suche nach dem Wort "Ruhrgebiet" zackig bei mir landet, habt Ihr Euch geschnitten. Zu mir gelangt man auf der Suche nach "Kackwurst" und "Bremsenstich". Hier gibbet nämlich so ne Funktion, mit der ich die Suchanfragen akribisch überwachen kann. Und ich sachet Euch: Für nix steht mein Blog so hoch im Kurs wie für die olle Kackwurst, die ich mal gebacken habe, und die eigentlich ein Schlangenkuchen werden sollte. Tja.)


So. Aber zurück zur Klamm. Die Kutsche parkt und ich möchte mit der Seilbahn an das obere Ende des Weges fahren, um dann BERGAB durch die Klamm zu wandern. Bergab laufen finde ich nämlich ganz okay. Aber der Seilbahn-Onkel sacht: "Is nich!", denn am Vortag hatte es SO stark geregnet, dass die Klammwege SO rutschig wären, dass man sie an diesem Tag nur BERGAUF begehen dürfte. PHÖ! 

Ich jammer ein bisschen, lasse mich von meinem verwandtschaftlichen Begleitungstrupp auslachen und dann betreten wir die Klamm...


...und ZACK halte ich die Klappe, denn ich bin hin und weg! Für die nächsten 702 Meter klemme ich mich hinter meine Kamera und mache locker ein paar Hundert Fotos. Davon zeige ich Euch nun läppische 4. Nicht etwa, um Euch nicht zu langweilen, sondern weil das Wasser meine Kamera so sehr in Mitleidenschaft gezogen hat, dass die meisten Fotos einfach nix geworden sind.


Nun kann man sich anhand der Bilder nur so mittelgut vorstellen, dass strömendes Wasser ja auch ordentlich Krach macht. Aber schönen Krach...


So. Ganz viel gestaunt, alles wirklich sehr, sehr toll gefunden und kein bisschen gejammert (müde, Pipi, kalt, nass, anstrengend, wie lange noch?!). Aber wenn feddich is, is feddich und dann könnte da doch bitte wieder so ne Droschke stehen und mich zum Auto zurückbringen. Da stand aber keine Droschke am Ende der Klamm. Da war zu meinem größten Unverständnis noch nicht mal ne Seilbahnstation! Da waren einfach nur Wege. Und die gingen weiter bergauf.


Und weil ich da ja schlecht sitzen bleiben konnte, hab ich mich altes Brauereipferd da hochgehievt, obwohl es mir wirklich nicht einleuchten wollte, warum wir so viel bergauf laufen müssen, wenn wir doch eigentlich wieder runter wollen. Ist doch alles andere als logisch, ne?! ("Das ist bestimmt der FALSCHE Weg! Das ergibt doch GAR KEINEN Sinn!")


Nun hatte der Verwandtschaftstrupp aber irgendetwas von einer Brücke gelesen, die sich in Höhe von 68 Metern ÜBER der Klamm befinden sollte. Und da wollte der Trupp hin. Jammer, jammer, jammer...und wer fand den Ausblick von der Brücke dann schlussendlich am tollsten? Ich natürlich. Manchmal muss man sich zu seinem Glück wohl einfach zwingen lassen...


Und dann gab es endlich watt zu essen. Schließlich jieperte ich zu diesem Zeitpunkt schon seit 2 Tagen nach einer Leberknödelsuppe und wurde somit in der Graseck-Almwirtschaft "Hanneslabauer" für meine Qualen angemessen entlohnt.


Bis zur Seilbahn waren es danach zum Glück nur noch ein paar Meter. Diese Seilbahn ist übrigens eine besondere Seilbahn, denn es handelt sich dabei um die älteste Kleinkabinenbahn der ganzen weiten Welt!


Also ab ins Tal damit und dann? Dann stand da keine Droschke und ich musste die 2,5 Kilometer zum Auto laufen. Läbbn is hart, aber eigentlich bin ich nur n bisskn doof (und faul) und habe in Wahrheit wirklich immer richtig Spaß inne Bäckchen, wenn ich meinen Kumpel, die Kamera, mit dabei habe und tolle Fotos machen kann.

Ich fasse zusammen: Die Partnachklamm ist der Hammer, Leberknödelsuppen sind lecker und mein neuer Mantel ist schön. Damit wäre für heute alles gesagt.

Merke: So ne Klamm vereist im Winter.
DAS muss auch sagenhaft aussehen!

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