Neues von Frollein Beule

30. Juni 2011

Am Morgen nach dem Besuch in der Krankenhausambulanz wache ich mit Schmerzen im Arm auf. Können Teufelsbeulen wandern? Nein. Wohl nicht. Aber Tetanusimpfungen können im Nachgang so weh tun, als ob der Teufel zugestochen hätte. Tzä. Als wäre nicht schon alles schlimm genug...

Man hatte im Krankenhaus zwar fröhliche Elefantitis-Witze gerissen und großzügig mitleidige Blicke verschenkt, aber ich bekam - von der Teufelsspritze abgesehen - bis auf die Ratschläge "Fenistil, kühlen und hochlegen" keine heilungsfördernden Maßnahmen mit auf den Weg.

Dieses Ratschlagbündel habe ich folgsam umgesetzt. Mit dem Ergebnis, dass die Mutantenbeulen einer weiteren Mutation, welche leider nicht mit dem Wörtchen "rückläufig" zu konnotieren wäre, unterlagen.

Tag 1 nach der Misshandlung
Tag 2 nach der Misshandlung
Nach 24 Stunden Fenistil-Kühlen-Hochgelagere Rat eines befreundeten Krankenpflegers eingeholt. Inzwischen ist Auftreten und Laufen nur noch bedingt möglich. Knöchel ist weggeschwollen. Haut fühlt sich taub und fremd an.

"Nomma zackig ins Krankenhaus", sagt Krankenpfleger. Also nomma zackig ins Krankenhaus.

Dort sitzt die Rezeptionistin vom Vortag. "Warum sind Sie denn nicht früher gekommen?", will diese mit abfälligem Vorwurf in der Stimme von mir wissen. Sie verdreht die Augen. Ich bin irritiert und frage freundlich "Warum sagen Sie das so?". "Weil wir hier Sprechstunden haben. Und die sind jetzt vorbei."

Aha. Ich bin verwirrt. Ambulanz. Aus dem Lateinischen. Ambulare. Spazieren gehen. In einer Ambulanz kommt man vorbei spaziert, wenn man Aua hat. Nö. Wohl nicht. Auch eine Ambulanz hat Sprechzeiten und das hätte ich gefälligst wissen sollen. Setzen darf ich mich trotzdem. Dann kommt ein Arzt, ruft meinen Namen auf und ich denke "Wow, das geht ja flott. Und zu was? Zu Recht! Mir fault ja hier schließlich auch ein Bein weg." Nö. Wohl nicht. Der Arzt faltet die Hände vorm Bauch zusammen und spricht wie der Erklärbär in Böse. Mit einem Sprechtempo für Gehör- oder Gehirnbehinderte macht er mich darauf aufmerksam, dass ich nun kein Notfall mehr bin, sondern eine Wiedervorstellung. Und somit müsste ich mit mehreren Stunden Wartezeit rechnen. Die Info finde ich weniger absonderlich als sein Gehabe und sein Tonfall. So stelle ich mir einen Amokläufer kurz vorm Amoklaufen vor! Na gut, mein Bein sieht doppelt so schlimm aus wie bei meiner "Erstvorstellung" am Vortag...aber laßt einfach! Wenn es abfault oder so, könnt Ihr ja hinterher sagen "Tja, Pech, wär sie mal nicht gestern schon gekommen!" Wie ist das denn, wenn jemand einen Herzinfarkt hat? Wird der auch stundenlang nicht behandelt, wenn er mit den ersten Symptomen schon am Vortag vorstellig geworden ist?

Schon gut, schon gut.

Da auch dem Herren, der übrigens ein großartiger Krankentransporteur und eine phantastische Gehhilfe abgibt, der Amokarzt zu unheimlich daherkommt und wir nicht 500 Stunden warten wollen, humpeln wir im Gleichschritt zum Auto zurück.

Der Krankenpflegerfreund rät telefonisch zur Uniklinik. Also zur Uniklinik. Das Parkhaus dort ist 500km von der Hautambulanz entfernt. Aber ich hab ja die tollste Gehhilfe in Persona an meiner Seite, so dass wir irgendwann auch mal das Ziel erreichen.

Ich ernte wohlverdientes Mitleid, freundliche Worte und große Augen. Und die Info, die ich schon am Tag zuvor erhalten hatte: Fenistil, kühlen und hochlagern. Bein würd schon nicht abfaulen. Na dann. Viel Lärm um nix also. Ab nach Hause und erstmal was essen.

Bagel mit Erdnussbutter/Marmelade und mit Frischkäse/Lachs


Merke: Es gibt kein Mittelchen gegen bremsenteuflische Beulenpest und Klumpfüße. Die Welt ist zuweilen ein grausamer Ort.


Leierkasten: Dear Reader

29. Juni 2011

Indie-Trio aus Johannesburg

Auf Dear Reader bin ich vor etwa zwei Jahren durch jemanden gestoßen, der mich von Zeit zu Zeit mit den besten Mix-CDs der Welt bedacht hat. Auf der letzten CD, die ich von ihm bekam, bevor sich der Kontakt wohl zeitgleich mit der Playlist verlor, fand ich den Song Bend, der mich mit seinen Lyrics packte. 

Zeilen a la 

"but i don't want too much i just want more than you've got
so the lack is not with either, we are merely a different size" 

und

"if you do not bend you will eventually break"

haben dafür gesorgt, dass ich die Worte immer wieder bei Google eintippte, um Interpret und Titel auszukundschaften - für lange Zeit leider erfolglos. Erst vor Kurzem stolperte ich dann zufällig bei Balcony TV über den Song und somit auch endlich über die gesuchten Namen. Ein paar Klicks später war ich verliebt. In Great white bear.



Der Teufel is back

28. Juni 2011

Auch mit Beulenpest und Klumpfuß muss dem Traumwetter gehuldigt werden, wenn laut wetter.com auf meine zwei Urlaubswochen nur zwei Sommerwettertage kommen. Und wenn man sonst schon nix zu lachen hat, dann bastelt man lustiges Schnittchenproviant.


Mit lachenden Bütterken kann nix mehr schief gehen...möchte man meinen. Meint man aber falsch. Im Folgenden ein Tagesstaccato:

- Auf zum Duisburger Wolfssee. Soll toll sein. Sagt Revierführerbüchlein. Wolfsee-Bad hat zwar geöffnet, Ömmaken im Kassenhäuschen sagt aber, dass ausdrückliches Badeverbot herrscht. Blaualgenalarm.

- Weiter zum Masurensee umme Ecke. Da gibt es einen Sandstrandabschnitt. Voller als voll. Indiskutabel. Wir ziehen eine vollgemüllte, extrem abschüssige Wiese vor.

- Kurzer Abstecher ins Wasser, große Freude mit Enten und so, dann auf der schiefen Müllwiese allen Dusibuger Achmets und Schakelines gelauscht. Ständig die Angst im Nacken, dass sie sich auf das Bisschen Wiese direkt neben uns quetschen könnten.


- Nach etwa einer Stunde a la "Ey Alta, isch kack gleich ab ey. Die Sonne is heut Hurensohn!" und Co. haben wir die Flucht ergriffen.

- Zurück nach Essen. Baldeneysee. Seaside. Dort gibbet nen Kanuverleih. Aufs Wasser paddeln, dann dort treiben lassen und Ruhe genießen. Soweit der Plan.

- Kurzes Intermezzo mit einem Doofmann und seiner noch döferen Freundin, denen wir angeblich den Parkplatz geklaut hätten. Lächerlich! Da waren zwei nebeneinander frei. Nehmt doch den anderen! Pff. Außerdem hatten die einen äußerst unattraktiven Hund.

- Im Seaside steht ein Männlein mit vielen Kanus rum. Ausleihen könnte er uns aber keins der ca. 500 Stück. Er hätte die Verträge nicht dabei. Ähhh...hä???

- Seaside ohne Kanufahren wollen wa nich. Da isset wie auf der Kö nur ohne Kö.

- Zurück zum Auto. Kurz überlegt, das Auto vom Doofpärchen lästerlich zu markieren. Sein gelassen.

- Rüber nach Essen-Werden. Geparkt am Seerand. Leere Traumwohnung mit bodentiefen Fenstern und Wasserblick entdeckt. Geseufzt.

-  500 Stunden am See entlang gelaufen, um den Tretbootanbieter zu finden, der dort im letzten Jahr millionenprozentig irgendwo mit Schild an einem Zaun als solcher zu erkennen war.

- Teufelsseuche an Bein und Fuß durch Wanderschaft und Hitze mutiert. Schmerzen und großes Elend.

- Pause zum Jammern auf einer Bank.

- Der Teufel is back! Eine Bremse schnappt sich mein linkes Bein. Nein, kein Witz.
Schon wieder: Teufel, der

- Aufspringen, schimpfen wie Rohrspatz, nach Teufel schlagen, Hass. Zwei neue Stiche. 500 Stunden zum Auto zurück laufen. Schimpfend, schlagend, hassend. Teufel läßt sich nicht so schnell abhängen. Gewieft wie er ist.

- Im Auto teilt die Temperaturanzeige eine Außentemperatur von 38 Grad Celsius mit. Autointern läßt sich dieser Wert sicher verdoppeln. Ich kann den Teufel lachen hören.

- Teufelswunden sehen bedrohlich aus. Bevor das Bein abfaulen kann, doch mal lieber zum Krankenhaus gefahren. Tag ist eh im Popo: Kein Wolfsee, dann Proll...äh...Masurensee, dann Kanuverleih ohne Veträge, dann Tretbootverleih ohne Tretbootverleih. Dann Teufel.

- Im Krankenhaus kriege ich dann noch eine Tetanusspritze. Als ob nicht alles schon schlimm genug wäre.

- Abends dann aus Frust gevöllert. Essen geht immer. Wenigstens etwas.

Grüne Suppe mit Ricotta-Ravioli und Parmesangarnitur
nebst Salätchen mit Erdnuss-Chili-Dressing


Merke: Lachende Schnittchen können gegen den Teufel nichts ausrichten.


Der Teufel vom Geheimsee

27. Juni 2011

Seit Tagen habe ich nun dem heutigen Traumwetter entgegen gegeifert, um zum ersten Mal in diesem Jahr an "meinen Geheimsee" fahren zu können. Gelegen in einem Naturschutzgebiet ist das Schätzchen nämlich eigentlich nicht zum Baden gedacht. Daraus folgt konsequenter Weise, dass man dort auch nicht auf Muttis mit vielen Mandys und Justins trifft, die sich aufführen wie in der Vorweihnachtszeit bei Toys'r'us. Auch jugendliche Pascals und Charlynes bleiben mit etwaigen Ghettoblaster-Auren fern. Allenfalls kommt mal ein Frührentner, vielleicht ein Hermann, vorbei und wirft seinem Arcon ein Stöckchen ins klare Nass.


Belegte Brötchen, Handtücher und den Herren ins Auto gepackt und zack war das Ziel erreicht. Runter mit den Klamotten, rein ins Wasser, rauf auf die Handtücher. Alles nach Plan. Traumhaft. Und dann kam der Teufel vorbei.

Teufel, der

Wir sahen uns nach etwa einer halbstündigen Misshandlung gezwungen, die Flucht zu ergreifen. Zunächst waren wir gewillt, uns einfach in eine andere Sandbucht zu verlagern, doch als dann plötzlich wie aus dem Nichts Mandy und Justin von Mama und Papa ans Wasser geschleift wurden, ergaben wir uns dem Schicksal und traten - samt schwer geschwollener Gliedmaßen - den Rückzug an. Nun war das aber ein Traumwettertag. Da geht man ja nicht einfach so nach Hause und sagt sich "Och...egal, Karl!" Nein, da muss eine Alternative gefunden werden! Nach Zwischenetappen bei dm (Kühlgel für die Wunden) und Deichmann (Flip Flops für den Herren) landeten wir schlussendlich - trotz diverser wirrer Wegbeschreibungen von Einheimischen, die uns offensichtlich nicht durchweg gut gesinnt waren - in Haltern am See.



Der Rest des Tages artete dann irgendwie in ein Fressgelage aus. Aber wer Teufelswunden trägt, muss sein Seelenheil ja schließlich auch wieder herstellen.


1 Klassiker: Spaghetti-Eis
2 Knüller: Sternchen-Brötchen
3 Killer: Shrimps-Salat nebst scharfem Spiegelei-Käse-Burger
4 Killefitt: Schokolade aus dem Eisfach



Merke: Es gibt Sternchen-Brötchen! Sternchen-Brötchen!!! Toll.


Leierkasten: Mikroboy

25. Juni 2011

Mikroboy - das sind Michael, Kai Steffen und Tobias. Die drei Herrschaften sind mir zuerst auf tv.noir begegnet. Kurze Zeit später habe ich Dennis kennen gelernt, der mit den Mikroboys schon seit Ewigkeiten befreundet ist und mich dann auf eins ihrer Konzerte mitgenommen hat. So stand ich dann im Kölner Underground ganz vorne vor der Bühne und war selbst überrascht, dass ich so viele ihrer Lieder tatsächlich mitsingen konnte, obwohl ich sie immer nur über youtube gehört hatte. Als Zugabe gab es dann den Song, der mich von Anfang an am meisten berührt hatte...und schließlich stand ich bei Bis zum Ende mit Pipi inne Augen im Publikum, anstatt einmal mehr gänsehäutig vor meinem Laptop zu sitzen, weil es einfach so schön ist, dass jemand für seinen ältesten Freund so tolle Worte gefunden hat!


  ...und damals hast du mir geschwor'n:

Gar nicht viel eigentlich 
nur dass du mir versprichst,
dass du immer so bleibst
für ein Leben lang.
Ganz egal was passiert, 
was sich um uns bewegt
ganz konstant auf meinem Weg
.

Gar nicht viel eigentlich,
nur dass wir immer da sind,
dass du an mich glaubst 
und mich fernhältst vom Wahnsinn, 
der mich in stillen Momenten umgibt
und glauben lässt, ich werd nicht geliebt.

2010 haben Mikroboy dann an Raabs Bundesvision Songcontest teilgenommen...und sind auf dem letzten Platz gelandet - was ich bis heute für ein absolutes Unding halte!!! Meiner Meinung nach waren sie mit Abstand das Beste, was der Abend zu bieten hatte. Aber wenn man einen Wettbewerb verliert, den Unheilig (uääh!) gewinnt, dann hat man vielleicht doch auch gar nicht so wirklich etwas falsch gemacht.

Das Video zum Song mag ich übrigens sehr! Da kommen so viele "Sachen" drin vor, die ich toll finde: Masken, Schwarzlichtmalerei, Pappinstrumente, Männer mit Bärten, Leutekino und vor allem: Kai Steffens Batman-T-Shirt. Das hätte ich überdurchschnittlich gern in meinem Besitz.




Denn nur wer weiß wohin er will und was er kann,
der kann auch schaffen, was die Welt von ihm verlangt
 
Das neue Mikroboy-Album "Eine Frage der Zeit" ist seit dem 24.06.2011 zu haben. Darauf befindet sich der Song Herzen aus Holz, welcher sich aktuell leider noch nicht musikalisch verlinken läßt. In den letzten Wochen habe ich den Track sicher schon gute 100x im Auto gehört und bin mit einer Mischung aus "Stein im Magen" und "Gänsehaut" von A nach B gefahren. Denn genau diese Mischung ist das, was Mikroboy am besten können. Und das ist was Gutes!

Alles Gute bringt der Zufall
und alles Schlechte bingst du selbst.
Doch du bist alt genug zu wissen,
dass der gesunde Mittelweg
leider nur selten was bewegt.
Noch einmal traurig winken
und dann im Mittelmaß ertrinken.
In endlos tiefen Seen
gefüllt mir schlechten Ideen.
Zwischen Wut und falschem Stolz.
Zwischen Herzen aus Holz
Zwischen Dreckigen Geschirr.
Auf verblichenem Papier
schreibst du auf, was du noch weisst
bevor es dich nach unten reisst. 


An dieser Stelle also ein ganz besonders herzliches Empfehlungskrönchen für Herzen aus Holz, das neue Album, die alten Alben und die Mikroboys per se.

Killefitt: Conter und Gan

23. Juni 2011

Seit meinem letzten Amsterdam-Urlaub bin ich der wahrscheinlich mit Abstand größte Fan von


Die Dame fabriziert den tollsten Killefitt weit und breit. Besonders angetan hat es mir ihre Kreaturen-Serie.

  1. Cyril ist eine verschmitzte Eichhörnchen-Füchsin mit einem Faible für Marmelade.
  2. Rudie ist ein Katzen hassender Waschbär.
  3. Rill ist Cyrils und Rudies Erstgeborener. Er leidet an ADHS. 
Frau Wilsons Kreaturen-Kollektion umfasst aktuell 26 Schätzchen. Nicht mit dabei sind Tina und Terry. Die wohnen seit meinem Amsterdam-Trip nämlich bei mir. Während Tina ein echtes Schlitzohr sein soll, macht Terry eher einen auf großen Schisser. Sagt Frau Wilson.


Ich sage: Tina und Terry heissen gar nicht Tina und Terry. Sie heißen Conter und Gan. Trotz ihrer Stummelärmchen und Stummelbeinchen sind die beiden akzeptable Hütchenspieler und geduldige Katzendompteure.

Kommse na Bottrop, krisse aufn Kopp dropp!

22. Juni 2011


"Da guckste in die Röhre, was?" 
(O-Ton Die ??? und der Super-Papagei) 
mal anders: 

Das Bottroper Parkhotel bietet auf dem Gelände einer renaturierten Kläranlage - dem Bernepark - fünf in Mini-Suiten umgewandelte Kanalrohre zur Übernachtung an. Nachdem wir in Röhre No.4 eingecheckt und die ersten Ohrenkneifer ohne jede Gnade geplättet hatten, ging es direkt Richtung Sonnenuntergang auf den Eifelturm des Ruhrgebiets

"Brauche großen Balkon, damit ich zum Volk sprechen kann!"
Brillenzwillinge im Sonnenuntergangsmodus

Nachdem während des Haldenaufstiegs bereits jede Romantik von akuter Lungenschwäche zugunsten wilder Abkürzungskraxeleien in die Flucht geschlagen worden war, hielt der Abstieg Glühwürmchen, Seitenstiche und die Erfahrung bereit, dass diese tatsächlich nachlassen, wenn man mal die Klappe hält. Toll. Unten angekommen neuer Kontostand: Seitenstiche im Minus, Blasen an diversen Zehen im Plus. Socken hätten sich in den Turnschuhen gut gemacht. Unter Gejammer dann Auto zunächst nicht wiedergefunden. Straße rauf und runter und so. Großes Elend. Die Nacht endete schließlich zwischen Ohrenkneiferleichen. Ich guckte schlaflos in die Röhre, während der Herr neben mir schlummerte - bis im Morgengrauen mindestens 15 Gärtner mit allen Rasenmähern der Welt um unsere Beton-Suite herum dem Wörtchen Rasenpflege alle Ehre machen wollten. Einer Maximalempfehlung für die Kombi "Potteifelturm und Röhre" tun aber selbst Ohrenkneifer, Schlaflosigkeit oder Rasenmäherhöllen keinerlei Abbruch!

Und die Tatsache, dass man für den ganzen Spaß tatsächlich nur das zahlt, was er einem wert ist, bekommt das goldene Ausflugskröchen. Ich bin Fan - auch ohne Schlaf.


Merke: Seitenstiche verflüchtigen sich, wenn man mal die Klappe hält.


Leierkasten: Raphael Saardiq

11. Juni 2011

Seit langem verfolge ich regelmäßig den Blog for me, for you der Amerikanerin Kate Miss. Sie postet dort in der Rubrik weekly music Songs und Videos, die sie mit anderen teilen möchte. Vor einigen Wochen verlinkte sie mehrere Videos von Raphael Saardig. Meiner an dem Abend unterdurchschnittlichen Laune geschuldet, klickte ich mich relativ lustlos durch die Links. Ehe ich mich versah, tänzelte ich jedoch plötzlich schwungvoll unter die Dusche, jumpte danach im Schlafanzug immer wieder zum Laptop, um den "Nochmal"-Button zu strapazieren und schlief schlussendlich mit einem großartigen (albernes Wort...aber es passt:) Groove-Gefühl ein. Somit begann der nächste Morgen folgerichtig hiermit:


Nun hatte ich im Eifer des Grooves den Song bereits bei facebook gepostet und niemand schien sich zu begeistern. Und genau deshalb - jetzt erst recht! - schreibe ich an dieser Stelle diese saardiqsche Lobeshymne. 

(Und letztens musste ich mir - als ich zu dem Song beherzt soulig mit den Fingern schnippste - sagen lassen, dass Schnippsen ja total 80ies wäre. Pff. Jetzt erst recht!)

Killefit: Blond - Amsterdam

7. Juni 2011

Seit vielen Jährchen hege und pflege ich eine große Liebe zu Femque und Janneke von


Wann immer ich in Amsterdam bin, muss ich bei ihnen vorbeischauen und eine Kleinigkeit kaufen. Vor mittlerweile bestimmt 10 Jahren saßen die beiden in einem kleinen Hutzellädchen an einer der hübschen Grachten im Stadtzentrum und während man sich in ihrem Laden umsah, hockten sie hinter dem Verkaufstresen und bemalten ihre Waren. So hatte man das schöne Gefühl, lauter liebevoll hergestellte Einzelstückchen ergattern zu können. Irgendwann zogen sie mit ihrem Geschäft ein paar Straßen weiter und ließen dabei ein klein wenig von der Intimität ihres Hutzellädchen zurück. Wieder einige Jahre später entdeckte ich zig blond-Produkte in einem Bonner Kaufhaus. Skandal...dachte ich, auch wenn ich mich freute, dass Femques und Jannekes Firma offensichtlich boomte. Aber das Einzelstück-Gefühl kehrte nach dieser Entdeckung nie wieder zurück. Inzwischen gibt es eine entzückende blond-Homepage mit zwitschernden Vögelchen und ratternden Nähmaschinen...aber auch hier suche ich den einst so geliebten Handarbeits-Faktor natürlich vergebens. Was man jedoch nichtsdestotrotz findet ist unglaublich viel Liebe zum Detail, lebenslustige Farben und reichlich bunten Frohsinn.

If the shoe fits...

Save the last dance for me

  Mirror, mirror on the wall
who's the prettiest of them all?

Leider ist das Amsterdamer Geschäft einmal mehr umgezogen und befindet sich nun nicht mehr direkt im Zentrum der Stadt. Aber 20 Minütchen mit der Bahn nimmt man für eine alte Liebe gern in Kauf.

Dass blond-Produkte jedoch inzwischen vom Puff-Stinker-Club Douglas vertrieben werden...darüber komme ich nicht so recht hinweg. Denn diese perfekt manikürten Parfum-Püppi-Händchen mit Glitzi hier und Schleifchen da sind für mich das absolute Gegenteil von dem, was ich mit meinen schönen Uralteindrücken von blond verbinden möchte. Tzä.

Leierkasten: Irma

6. Juni 2011

Irma ist eine mittlerweile 22jährige Kamerunerin aus Frankreich. Mittlerweile? Ja. Ihre ersten Videos habe ich vor zwei Jahren über ihren youtube-channel gefunden. Zu dem Zeitpunkt war das eine oder andere Video schon ein Jährchen alt und ich war immer wieder geplättet, dass dieses singende Persönchen zum Zeitpunkt der Aufnahme erst 19 gewesen sein soll! Sie wirkt so zart und doch gleichzeitig unwahrscheinlich (Achtung, tolles Wort:) unprätentiös. Der Song Letter to the Lord ist der erste, den ich von ihr kennen gelernt habe. 


Unter dem Titel Letter to the Lord ist im Februar 2011 auch ihr erstes Album auf den französischen Markt gekommen. Auf dem Album kommen ihre Songs, die ich bislang nur im Akustikkleidchen gekannt hatte, überraschend poppig daher. Aber nichtsdestotrotz...Irma hat bei mir einfach einen Darfschein! Selbst ihre riesigen Wollmützen, die sie meist trägt, kann ich an ihr nicht wirklich doof finden.

Wenn ich so eine Stimme hätte (erinnert mich stellenweise sehr an Astrid North von den Cultured Pearls), würde ich wahrscheinlich auch mein eigener Chor sein wollen:



(Hach...ich liebe Split-Screen-Videos!)

Besonders viel Freude habe ich übrigens an den tollen Coverversionen, die sie teils solo und teils im Duett mit anderen (mir) unbekannten Künstlern performt. 

Allen vorweg ist da wohl No diggity zu nennen. 
Das poste ich jetzt auch noch und dann ist gut.


Bergisches Städtedreieck

5. Juni 2011

Wuppertal - Remscheid - Solingen bilden das sogenannte Städtedreieck im Bergischen Land. Und weil man in Solingen so schön mit einem omma-esken Sesselliftchen auf das Grafenschloß Schloß Burg hochjuckeln kann, um dort n lecker Käffchen mit Apfelstudel nebst Vanilleeis zu genießen, hat sich unsere kleine Ausflugsgesellschaft gefühlter Senioren auf den Weg gemacht.



Dann ab nach Wuppertal (wenn man schon mal in der Ecke ist), um dort das nächste Fahrgeschäft in luftiger Höhe zu besteigen: die berühmte Schwebebahn! Danach noch mehr Eis und weiter zur nächsten Etappe.



Die Holsteiner Treppe hatte es mir auf Fotos, die ich im Internet entdeckt hatte, schon lange angetan. Die 112 Stufen wurden 2006 im Rahmen eines Kunstprojekts gestaltet. Unter dem Titel Scala hat der Düsseldorfer Künstler Horst Gläsker die Treppe mit Farben und Worten in neun Lebensabschnitte unterteilt.


Merke: Ausflüge sind watt Feines!


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