Mich hat das Fernsehen angeschrieben. Also ein Fernsehredakteur...genauer gesagt. Jetzt könnte ich total cool tun und sagen: "Jaja...das Fernsehen...ist ja auch nur irgendein Medium und buhbuh-böser Kommerz!" und so. Ich könnte aber auch einfach ehrlich sein und kreischen:
DAS FERNSEHEN!!!
Da ->
Hallo,
ich arbeite gerade in diesem Moment an einem aktuellen Fernsehbeitrag für Sat 1 (soll heute auch laufen), weil jetzt wieder ganz viele Menschen ins Ruhrgebiet ziehen. Warum?
Da würde ich gerne ein Interview mit Ihnen zu machen.
Wäre aber dann kurzfristig und heute!
Ich bin unter 0163 - soundso zu erreichen.
Spontane Gedankenabfolge:
1. Hahaha...verarsch ma wen anders!
2. Hm...Signatur sieht schon ziemlich seriös aus.
3. Ähhh...
4. HEUTE?
5. Wie...KURZFRISTIG?
6. Wie spät ist es denn? Oh...13 Uhr durch.
7. Huch...die Mail ist von 9:30h.
8. Oh. OH!
9. Ähhh...
Und dann rufe ich die Soundso-Nummer an.
Herr Soundso will wissen wo im Pott ich denn sitze. Tja. Einen Stop in Essen kriege er heute leider nicht mehr hin.
Pöhhh.
Die Welt ist schlecht. Tja. Dann werde ich heute wohl kein POTT-Experte-TV-Star. Und das, obwohl ich aktuell noch nicht mal einen einzigen Pickel habe und mich nicht mehr wie ein Barock-Besen bewege! Die Welt ist ein grausamer, grausamer Ort.
Pöhhh.
Die Welt ist schlecht. Tja. Dann werde ich heute wohl kein POTT-Experte-TV-Star. Und das, obwohl ich aktuell noch nicht mal einen einzigen Pickel habe und mich nicht mehr wie ein Barock-Besen bewege! Die Welt ist ein grausamer, grausamer Ort.
(Nie wieder werde ich mein doofes Mac Book herunterfahren, damit mein Mailprogramm nie wieder nach dem Neustart geschlossen ist und mir nie wieder nicht bekundet, dass eine Mail mit Ruhm- und Reichtumsoptionen eingegangen ist. Pööööh!)
Gerne hätte ich SAT1 und der Welt nämlich erzählt, dass ich mich am Dienstag mit Petrus unterhalten habe. Aber dann enthülle ich diese exklusive Sensation eben hier und jetzt!
(DAS FERNSEHEN!!!)
Also...ich habe meinen Worten Taten folgen lassen und bin nach Gelsenkirchen gefahren. (Wo sonst sollte man sich auch mit Petrus unterhalten, wenn nicht in Gelsenkirchen?!) Auf dem Weg dorthin fiel mir jedenfalls auf, dass ich hier tatsächlich noch nie auch nur eine Silbe über Gelsenkirchen geschrieben habe. Das geht nun wirklich nicht und deshalb wird das heute geändert, denn ich habe endlich der Halde Rheinelbe und ihrer Himmelstreppe meine Aufwartung gemacht...
Und das war so:
Ich parke mein Auto neben einem Wassertank, der mich eindeutig an eine Christbaumkugel erinnert. Vielleicht wird diese Assoziation auch durch die non-sommerlichen Temperaturen provoziert...anbei: Ich trage an diesem Tag tatsächlich Mantel und Schal.
Am Fuß der Halde passiere ich eine Gruppe extrem durchtrainierter Läufer...gekleidet in hautengen, aerodynamischen Outfits. Ich trage Schirm, Schal und Kamera und fühle mich plötzlich sehr unsportlich. Also gucke ich so gut ich kann in alle anderen Richtungen und entdecke einen Skulpturenpark. Den lasse ich allerdings im wahrsten Sinne des Wortes links liegen...schließlich kann ich mich nicht um alles kümmern.
Ich parke mein Auto neben einem Wassertank, der mich eindeutig an eine Christbaumkugel erinnert. Vielleicht wird diese Assoziation auch durch die non-sommerlichen Temperaturen provoziert...anbei: Ich trage an diesem Tag tatsächlich Mantel und Schal.
Am Fuß der Halde passiere ich eine Gruppe extrem durchtrainierter Läufer...gekleidet in hautengen, aerodynamischen Outfits. Ich trage Schirm, Schal und Kamera und fühle mich plötzlich sehr unsportlich. Also gucke ich so gut ich kann in alle anderen Richtungen und entdecke einen Skulpturenpark. Den lasse ich allerdings im wahrsten Sinne des Wortes links liegen...schließlich kann ich mich nicht um alles kümmern.
Schon auf den ersten Metern frage ich mich, wann ich auf dem Weg nach oben wohl meinen individuellen Schlapp-Mach-Punkt erreichen werde und visualisiere mich bereits keuchend auf dem tristen Kiesweg kauernd...
Ein paar Strommasten später säumen den Weg einige Gedenktafeln: "Am Morgen warf sich schreiend ab vom toten Förderturm ein Falkenpaar und floh...".
Während ich diese heiteren Zeilen entziffere, naht von hinten ein mutmaßlicher Fußballverein in luftigen Trikots. Zum Glück entdecke ich rechtzeitig eine römisch-griechische-oder-so Säule und zeige mich spontan von meiner besten archäologischen Seite. (Neben Sportlern fühle ich mich immer DERART unsportlich, dass ich mich grundsätzlich und beinah zwanghaft in eine "Aber dafür kann/mache ich..."-Pose werfen muss, um von meinem Fitness-Defizit einigermaßen gekonnt abzulenken.)
"Einigermaßen gekonnt" ist in diesem Fall leider gar nichts. Vielmehr sehe ich wie eine ziemlich beschränkte Pole-Dancerin aus und ich befürchte, dass das dem Fußballverein kaum entgangen sein wird.
Sobald die Trikot-Typen um die nächste Ecke gejoggt sind, setze ich mich wieder gemütlich in Bewegung und lande hier:
Dass man an solchen Stellen auf keinen Fall den falschen Weg wählen darf, weiß ich als alter Horror-Terror-Psycho-Filme-Junkie natürlich. Also stehe ich da und spiele eine kleine Ewigkeit lang das "Rechts oder links oder rechts oder links oder rechts oder links?"-Spielchen, von dem man auch irgendwann bekloppt werden kann. Also entscheide ich mich lieber für links und werde kurz darauf sogar mit einem Geheimgang belohnt!
Todesmutig schlage ich mich durch den Brennnesselwald und erspähe am Ende der geheimen Schlucht ein bisskn violettes Gestrüpp, das ausnahmsweise nicht so abgerockt aussieht wie seine floralen Geschwister.
Nun muss man sich das so vorstellen: Ich stehe vor diesem lila Ding, spiele hochkonzentriert an den Kamera-Einstellungen herum, stecke meine Nase in den Blütenknubbel, werde fast eins mit der Natur... dann drehe ich mich um...
...und mich trifft fast der Schlag! Denn da thront plötzlich die 10 Meter hohe Betonklotz-Skulptur direkt vor meine Nase. Und so eine mächtige Landmarke hat definitiv etwas ziemlich Bedrohliches, wenn man nicht mit ihrem Erscheinen rechnet. Und überhaupt...wieso ging das so schnell...und dann auch noch ohne Schlapp-Mach-Punkt?!
Ich bin ehrlich erschrocken und entsetzt. Und begeistert! Denn besser hätte mich wohl keine Landmarke umhauen können...mit Special-Schreck-Effect sozusagen. Und dann mache ich das, was man auf einer Halde so macht: Rumlaufen, staunen, Kopf in den Wind halten, in die Ferne gucken und den POTT gebührend lieb haben!
Irgendwann taucht der Fußballverein wieder auf und blockiert in all seiner Sportlichkeit doch tatsächlich den Treppenaufgang. Frechheit.
Also werfe ich mich in diverse "Ich wollte da eh noch nicht hoch"-Posen und erkunde noch ein wenig die Halden-Terassen-Aussicht...
Als die Trikot-Typen endlich von dannen ziehen, tänzel ich leichtfüßig (natürlich!) die Stufen nach oben...
...und sehe so viel POTT auf einmal, dass mir die Kinnlade runterklappt!
In der Ferne entdecke ich den Oberhausener Gasometer, den RWE-Turm, die Zeche Zollverein, die Schurenbachhalde, das Tetraeder, die Halde Hoheward undundund. Und das, obwohl die Sicht kaum wolkenverhangener sein könnte...

Und dann macht es KLICK. Wenn DAS nicht der richtige Moment ist, um mit Petrus mal ein ernstes Wörtchen zu reden...dann weiß ichet au nich! Schließlich bin ich eine Himmelstreppe emporgestiegen! Näher dran an Petrus geht also höchstwahrscheinlich nicht.
Und dann steh ich zwischen diesen 18 Tonnen schweren Betonblöcken n bisskn blöd rum...und warte....auf eine Antwort, auf ein Zeichen...auf irgendwas...
...und warte...und warte...und gehe nach Hause. Petrus hat nämlich nicht geantwortet...der Hurensohn.
...und sehe so viel POTT auf einmal, dass mir die Kinnlade runterklappt!
In der Ferne entdecke ich den Oberhausener Gasometer, den RWE-Turm, die Zeche Zollverein, die Schurenbachhalde, das Tetraeder, die Halde Hoheward undundund. Und das, obwohl die Sicht kaum wolkenverhangener sein könnte...

Und dann macht es KLICK. Wenn DAS nicht der richtige Moment ist, um mit Petrus mal ein ernstes Wörtchen zu reden...dann weiß ichet au nich! Schließlich bin ich eine Himmelstreppe emporgestiegen! Näher dran an Petrus geht also höchstwahrscheinlich nicht.
Und dann steh ich zwischen diesen 18 Tonnen schweren Betonblöcken n bisskn blöd rum...und warte....auf eine Antwort, auf ein Zeichen...auf irgendwas...
...und warte...und warte...und gehe nach Hause. Petrus hat nämlich nicht geantwortet...der Hurensohn.
Merke I: Die Halde Rheinelbe ist übrigens eine brennende Halde.
Im Inneren wurden bis zu 400 Grad Celsius gemessen.
Das liegt an den Kohleresten, Sauerstoff und Wärmestau.
Merke II: Der POTT-sympathisierende SAT1-Beitrag,
in dem ich NICHT auftauche, findet sich hier.
Merke III: Ich bin süchtig. Nach Chocolate Chip Knupser-Brezeln.
Salz PLUS Schokolade. Oh. Mein. Gott.

















Habs doch gesagt, das mit der Aussicht auffe Halde Rheinelbe ;o)Schöner Beitrag, hab viel schmunzeln müssen, am meisten über die unerwartet auftauchende Landmarke.
AntwortenLöschenLiebe Grüße, Carmen
Ich hab mich in Berlin mal genauso über den Fernsehturm erschrocken. Gruselig kann sowas sein...richtig gruselig!
LöschenTauuuuuuuuuuuuuuseeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeend!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
AntwortenLöschenGratulatione - JW
:)
LöschenYEAH!
Ich muss immer grinsen, immer.
AntwortenLöschenDanke!
Das freut mich! So sollet sein :)
LöschenKlasse, mal wieder!
AntwortenLöschenLeider verrät der Link zu SAT1 h e u t e nicht mehr, in welcher spannenden Sendung der POTTauftritt hätte geseint äähh gekonnt ääääh gewesen ääähh gekommt gewesen wäre. ;-)
Schöne Grüße aus Über-Ruhr, K.