Verschwörungen unter Wanzen, Schnurrbärten und Zähnen

26. Februar 2012

Das vergangene Wochenende hat keinen Anlass zu großen Begeisterungsstürmen geboten. Ich saß von Freitag auf Samstag und von Sonntag auf Montag für jeweils 25 Stunden im Dienst fest. In die paar Stunden dazwischen hab ich Schlaf, die Beatplantation und Schlaf gequetscht. Genau genommen: Viel Schlaf und wenig Beatplantation...das war nämlich mal so gar nicht meine Veranstaltung.

Tolle Deko, super Orga, sympathische Veranstalter, Wahnsinnsprogramm...aber im fröhlichen Drogi-Happy-Hippie-Esoterik-Länd bin ich irgendwie absolut nicht zu Hause. Da fühl ich mich schlicht und einfach deplaziert und schwanke impulstechnisch hin und her zwischen "Drogenberatung rufen", "Notarzt alarmieren" und "meinen Ellebogen in fremde Schädel dongen". Aber da man Impulsen manchmal besser nicht nachgibt, bin ich einfach nach Hause gefahren. Heiabutzi.

Jedenfalls war mir nahe gelegt worden, bloß keine Fotos von bewusstseinserweiterten Beatplantationköppen zu machen. Das hätten die nämlich nicht so gerne. Ach was.








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Eigentlicher Anlass für den Beatplantationbesuch war der mitternächtliche Auftritt von Epikur Hotel gewesen. Der Titel des 40minütigen One-Man-Stückes verhieß mit "Die Verschwörung der Wanzen" schon mal Gutes. Aber dass das Stückchen dann zu diesem Abend wie Arsch auf Eimer passen würde, hatte ich nicht kommen sehen. Es handelte sich nämlich um einen paranoiden Monolog über Drogen, Überwachung und Menschen, die sich in insektoide Reflexmaschinen verwandeln...so heißt es treffend auf der Homepage der Künstlergruppe.

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Während Raymond Dudzinski sich auf der Bühne seiner Drogi-Paranoia hingab, kauerte VOR der Bühne ein weibliches Wesen, das man durchaus als lebendiges, den Monolog untermauerndes Bühnenbild AUF der Bühne hätte einbinden können. Alta Vatta! Können sich die Leute ihre komischen Pillen oder Pilze nicht zu Hause reinpfeiffen?! Obwohl Raymond eine ausgezeichnete Vorstellung bot und nicht an Ketchup oder Ausdruck geizte, machte ihm dieses kleine Häufchen im Publikum einfach untoppbare Konkurrenz.

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Nach der gelungenen Wanzenverschwörung stand die Heimflucht an. Schlafen. Ab zur Arbeit. Und ab an die Rührschüssel. Nachdem mir in der letzten Woche ein Traum von einem Quark-Kirsch-Schoko-Kuchengott gelungen war, wollte ich heute an diesen Erfolg anknüpfen. Ha. Ha.


Im November hatte ich zum Wok-Pfännchen-Dinner eingeladen. 


Wok-Pfännchen können das, was Raclette-Pfännchen können: Leute zum Brutscheln und endlos Essen um einen Tisch versammeln. Geladen waren Serpil und Sevinc, die mich mit einem reizenden Gastgeschenk beehrten.



Eine selbstgemachte Schnurrbart-Backmischung! Backmischung. BACKMISCHUNG! Was soll da schon schief gehen?!...dachte ich mir. Eine sichere Sache...selbst für meinen schwatten Backdaumen. Ich wiederhole: Ha. Ha.





Glasinhalt in eine Schüssel, 1 Ei, 125g weiche Butter, rühren, klecksweise auf ein ungefettetes Blech und nach 9-11min im Ofen: feddich. Für Doofe sozusagen. 

Am Ende sahen die Schnurri-Cookies dann so aus:


Und NEIN...ich habe die eigentlich runden Cookies NICHT zu diesem gebrochenen Brechwerk gemacht. Zumindest nicht absichtlich. Dass die Schnurrbart-Anleitung von einem ungefetteten Backblech sprach, hatte mich zwar gewundert...aber als Backbirni wollte ich den Teufel tun und mich nicht exakt an die Anweisungen halten. Tja. Ich hab das Backwerk dann mit nem Messer von den Blechen geschrappt. Pöh.


So. Ab morgen hab ich für ein paar Tage frei und mache einen vollnarkotisierten Ausflug zum Dentalschlachter. Wer ganz tolle, wunderbare, schöne, glückliche Erfahrungen mit Zahnimplantaten gemacht hat, möge sich bitte melden und mir Trost, Mut und Mitleid spenden. Oder Geld. Wer gegenteilige Erfahrungen gemacht haben sollte, möge sich bitte nicht mitteilen. Zumindest nicht mir. Danke.
 
(Nöl, jammer, Selbstmitleid, jammer, nöl, jammerJAMMER, nöl, Selbstmitleid, jammer...)


Merke I: Teewurst + Apfelscheibchen = Love 

Merke II: Dentalschlachter + Juli = Hölle

Merke III: Epikur Hotel - Beatplantation = Toll

Merke IV: Küppersmühle + Bauzaun = Kunst

08/15-freie Zone: Wochenendtipps!

23. Februar 2012

Guten Tag. Ich habe einen Plan. Er lautet wie folgt: mich künftig als semi-unprofessionelle Programmansagerin im Zeichen pottscher Wochenenden versuchen. Angestrebtes Gütesiegel: 08/15-freie Zone! So.

Freitag 
  • Auf  Zollverein findet das 48. PACT-Atelier statt: Junge Künstler aller Sparten geben hier um 19 Uhr einen Einblick in ihre Programme. Und wenn man schon mal umme Ecke ist, kann man sich auch direkt eine der grandiosen Mutanten-Waffeln im Kokerei-Café einverleiben.
  • Im Folkwang Museum wird ab 19 Uhr die Fotografie-Ausstellung "Der Mensch und seine Objekte" eröffnet.
  • Ab 19:30 Uhr gibt es beim Fight Club vom Rottstraße5Theater in Bochum ordentlich auf Augen und Ohren.
  • Die gute Balkan Beate hat von Tuten und Blasen sehr wohl eine Ahnung und tanzt deshalb ab 23 Uhr im Essener Goethebunker.
  • Wer mit Beate nix am Hut hat, schwingt vielleicht lieber in der Bochumer Evebar zu Global Tunes and Shake-A-Delics das Tanzbein.
Samstag
  • Ob mit Kater im Gepäck oder nicht: Der Samstag lässt sich in Essen wunderbar beim Katzenjammer und Katerfrühstück im Le Chat Noir einläuten.
  • Wer Lust hat, sich durch das abendliche Ruhrgebiet kutschieren zu lassen, der bucht die Emscherleuchten-Tour und startet ab 17:30 Uhr in Mülheim an der Ruhr. 
  • Das Duisbuger Restaurant Ziegenpeter verabschiedet ab 17:30 Uhr den Winter mit Feuerwerk und Lagerfeuer samt Spanferkel, Stockbrot, Folienkartoffel und Musik. Rheinblick inklusive!
  • In Bochum wird Figaros Hochzeit aufgeführt - inszeniert und moderiert von Harald Schmidt! Los geht es um 19:30 Uhr.
  • In Oberhausen steht das Druckluft ganz im Zeichen der Beatplantation und um Mitternacht zeigt das Ensemble Hotel Epikur dort "Die Verschwörung der Wanzen".
Sonntag
  • Am Vormittag lockt die noch relativ neue kochBar-essBar mit einem tollen Familien-Frühstück: Pfannkuchen, Waffeln, Rührei...lekkilekki!
  • Im Duisburger Theater erhält man bei einer Matinee ab 11 Uhr einen kleinen Einblick in das Programm der im März stattfindenden Duisburger Akzente.
  • Happy Yoga im Essener Rüttenscheidt bietet heute im Rahmen des World Yoga Day ab 11 Uhr zwei Schnupperkurse an. Für umme!
  • Wenn es dunkel wird, kann man im Grugapark 20.000 Lämpchen beim Glow-in-the-Dark-Spektakel begucken.
  • Gemütlich wird es abends in Duisburg mit Pizza und Tatort im Goldengrün



In diesem Sinne: Lasset die Spiele beginnen...und das Wochenende!



Urban Urtyp, Einars Schwan und Emmas Kiste

20. Februar 2012

Das vergangene Wochenende hatte ne Menge in Petto...und das ganz ohne Helau-Gedöns. Anstatt Bützchen, Kamelle und Trunkenbolde standen der Ruhr York City Club und ein grandioses Konzert in der Bochumer Christuskirche auf dem Programm. 

Aber die erste Wochenendamtshandlung galt Marcs Mama, die zum waffeligen Geburtstagskaffeekränzchen geladen hatte. Und da mein oller Stolz nicht damit umgehen konnte, dass ich neben Marc (und seiner Kiwi-Apfel-Kuchen-Köstlichkeit vom letzten Wochenende) als die absolute Backlusche vorm Herrn dastehe, habe ich mich am Samstagmorgen nicht lumpen lassen und meinem schwarzen Backdaumen mal ordentlich die Leviten gelesen. Im Anschluss war er so freundlich, sich zur Kreation einer wahren Kuchenschönheit namens Schokoladen-Kirsch-Kuchen zu genehmen. HA! Als Backbirni hab ich mich glatt vor mir selbst verneigt.  


Gestiefelt und gespornt ging es - selbstverständlich erst nach Erledigung aller hauswirtschaftlichen Pflichten - ab nach Duisburg an die Kaffeetafel, wo sich meine Kuchenschönheit zu hausgemachten Waffeln nebst Kirschen und Sahne gesellen durfte und von allen Seiten gebührend gelobt wurde. Letzteres war natürlich vor allem einer positiven Konditionierung geschuldet...aber auch der reinen Wahrheit.



Des Nachts ging es dann ins Grammatikoff zum Ruhr York City Club, wo sich nebst Ay Ay Toni, Elektra Ursula und Herr Epunkt am Plattenbuffet auch Electric ID mit einem grandiosen Live-Set die Ehre gaben. 

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Mein persönliches Highlight war allerdings vielmehr analoger Natur, denn die gute Duygu schoss mit einer Seifenblasenpistole auf das behände Tanzvolk! Eine SEIFENBLASENPISTOLE...die sogar LEUCHTET! Da schlackerste aber mit den Ohren (wie meine Mutter sagen würde).



Der Sonntag startete dann nicht mit schlackernden Ohren, sondern mit auffallend fröhlichen Croissantgesichtern. (Dies empfiehlt sich besonders dann, wenn man sonst grad nix zu lachen hat...was ja durchaus vorkommen kann...)


Und in der Tat...am Abend war es dann auch soweit: Nix zu lachen hatte ich, als ich Marc und mich mal eben glatt eine ganze Stunde zu spät zum Konzert von Me and my drummer und Einar Stray nach Bochum in die Christuskirche kutschierte. Dem war so, weil die netten Herren der Coolibri-Online-Redaktion den Konzertbeginn fälschlicher Weise mit 20 anstatt mit 19 Uhr benannt hatten. Böse Welt mal wieder! Somit betraten wir die Kirche knapp vor dem letzten Me and my Drummer Song...über den ich mich dann mit fettem Flunsch auch nicht so recht freuen konnte.




Aber nun gut...hilft ja alles nix...also in der Umbaupause den Flunsch Flunsch sein lassen und erst mal die Location bewandert...so ein Kirchenkonzert besticht schließlich nicht bloß durch eine wahrlich tolle Akustik.



Das Doppelkonzert fand als Teil der Urban Urtyp Reihe statt. Urban Urtyp? Was ist das denn?...fragt man sich. Und die Antwort bringt die Homepage besser auf den Punkt als ich es mit eigenen Worten zusammenfassen könnte:

Konzerte aus dem Zentrum der Stadt. Jeden Monat eins, jedes mal 10 Euro, jedes mal anders.
Jede Stadt hat einen Sound, nur welchen? Stadt ist das, was in den Nebenstraßen spielt und nicht im Mainstream der Musik. Das, was nur in einer Stadt entsteht, die Nebenstraßen hat und Tonspuren, die sie durchziehen. Fremde Sprachen im eigenen Land, Kebabträume im Kiosk kaputt, Nachbarn die sich zu laut lieben. Wir begreifen die Stadt als Szene und die Szene als Stadt.
Darum ist urban urtyp Jazz und Post, Elektro und Sprache, Klassik und Minimalism, Ambient und Pop und mehr.
Stil, der sich keinem Stil verschreibt. Der nicht erwarten lässt, dass ein Programm erwartbar sei und gegen Risiko versichert. Vorhersehung ist nur für Gott, für uns ist das, was überraschend kommt. Wir spielen mit den Möglichkeiten dieser Stadt, mit unserer eigenen Neugier.

Das, was nach der Umbaupause auf Me and my Drummer folgte, war für mich in der Tat nicht erwartbar gewesen...denn mit einer Musik, die mich schlicht und ergreifend SO SEHR umhaute, dass ich in der ersten Dreiviertelstunde in totaler Bewegungslosigkeit nicht ein einziges Mal "Pipi, kalt, Durst, Hunger, Kamera, aua Rücken" oder so dachte, hatte ich nicht im Geringsten gerechnet...zumal ich die Tickets eigentlich nur wegen der Vorband gekauft hatte.
Einar Stray ist der 21jährige Frontmann der gleichnamigen norwegischen Band. Dass der Herr erst 21 Lenze zählt, habe ich soeben erst auf seiner Homepage herausgefunden. Meine Kinnlade ist immer noch nicht wieder hochgeklappt. Nicht dass ich das, was die Band gestern Abend geboten hat, nicht ohnehin schon UNFASSBAR GUT fand...aber dass das Kerlchen noch SO jung ist, schlägt meinem Respekt-Fass echt den Boden aus! 
Ich verzichte auf klägliche Beschreibungsversuche. Wer ein Herz für besondere Musikperlen hat, der findet vielleicht Gefallen an dem wirklich schlechten Video, das ich gestern Abend gefilmt habe. Da gibt es nicht groß was zu gucken...aber umso mehr zu hören.




Ich habe eine Weile gebraucht, um von der Empore aus zu erkennen, dass auf Einar Strays Keyboard ein Origami-Schwan stand. Einmal erkannt, entfaltete das Dingchen eine hypnotische Wirkung und es freute mich, als ich feststellte, dass der Sänger den Schwan, wenn er das Keyboard kippeln ließ, tatsächlich jedes Mal wieder in eine aufrechte Position brachte. Schwan gut, alles gut. Das Tier ziert übrigens auch das hübsche Cover des Debut-Albums der Band...


In heimisches Gefilden hat Frau Emma Plemmplemma derweil weder mit Keyboards noch mit Schwänen watt am Kopp. Da heißt es dann: Kiste gut, alles gut. Denn endlich hat Emma eine Kiste gefunden, in die ihr zarter Hintern auch reinpasst (...dem war schließlich nicht immer so!).

Selbstverständlich trug ich diese weltbewegende Neuigkeit sofort per Mail in die Nacht hinaus. Eine der Antworten auf meine frohe Kunde lautete wie folgt: "Ist das eine Fotomontage? Die Katze hat einen sehr kleinen Kopf. Grüße, Papa."
Frechheit!
Merke I: Es gibt keine kleinen Köpfe. Es gibt nur kleine Kisten!
Merke II: Unbedingt ein Konzert aus der Urban Urtyp Reihe anschauen! Direkt vor der Bühne liegen riesige Sitzsäcke, so dass man sich sogar gepflegt in die ersten Reihen fläzen kann. Wie schön ist das denn bitte?!
Merke III: Eine schöne Review zu Einar Strays erstem Album findet sich hier.

Provinz. Oder: Von sowas kommt sowas.

13. Februar 2012

Nachdem ein Besuch der Bochumer Galerien Chrom und [the spam] vor zwei Wochen aufgrund der Öffnungszeiten grausam vereitelt worden war, planten wir unseren Wiederholungsversuch sorgsam und von langer Hand, um uns nicht noch einmal die Nase an der Scheibe platt drücken zu müssen. Und so brachen wir dann am Samstag unter gründlichster Beachtung der Geschäftszeiten zum "Kunst gucken" auf...


...und standen tatsächlich erneut vor verschlossenen Türen. Phööö! Die Chrom Galerie blieb wegen Krankheit geschlossen und der [the spam] Laden ließ den geneigten Besucher in gänzlicher Ungewissheit in der Kälte stehen.

Tolle Wurst. Flunsch gezogen, rumgemault...tja...hilft alles nix. Aber wie sagt man so schön?

Von sowas kommt sowas.

Und weil sowas manchmal ein Glücksgriff ist, sind wir ein paar Meter weiter im Provinz Café gelandet und fühlten uns bei lecker Milchkaffee und Kakao direkt versöhnt.


Genauso wie es Menschen gibt, die man auf den ersten Blick mag, gibt es Läden, die man in dem Moment in sein Herz schließt, in dem man sie betritt. Weil die Person hinter der Theke sympathisch ist. Weil das Mobiliar den Nagel auf den persönlichen Geschmackskopf trifft. Weil die Karte genau das hergibt, wonach einem grad der Sinn steht. Weil man nicht von unangenehmer Musik penetriert wird. Weil der Kakao schmeckt und wärmt. Weil der Sessel bequem und der Ausblick ein ehrlicher ist. Weil die Wände neugierig machen. Weil auf den Tischen brauner Zucker steht und weil das ein untrügliches Grundsatzindiz für gute Orte ist. Weil. Weil eben. Weil es eben einfach passt.







 

Dass wir da in keinem 08/15 Caféchen gelandet waren, machten Wände und Auslagen sehr schnell deutlich. Wir saßen offensichtlich mitten in einer Ausstellung. In einem Café. In einer Galerie. In einem Galerie-Café! Und zwar in einem brandneuen...wie uns die nette Thekendame Sonja Münten auf Nachfrage erzählte. Am 11.11.11 eröffnete die Galerie und seit dem 28.1.12 rundet das integrierte Café nun das Konzept ab und schafft somit einen gelungenen Spagat zwischen sonst eher "steifem Galeriebesuch" und "gemütlichem Kaffeeklatsch". So werden die Editionen, die an den Wänden hängen, für den Besucher unmittelbar erlebbar.


Aktuell läuft die zweite Editionen-Ausstellung: Die Dürener Künstlerin Alex Müller stellt unter dem Titel "Alles im Eldorado" ihre Werke in der Provinz noch bis zum 10. März aus...so zum Beispiel auch eine Tapete mit Tuschezeichnungen oder eine Silberbesteck-Installation. Doch auch die Werke von Künstlern vorheriger Ausstellungen bleiben dem Café - sofern sie nicht ein Käufer nach Hause trägt - teilweise erhalten, so dass sich die Wände mit der Zeit immer wieder in anderen Zusammenstellungen zeigen werden.

Die Wandelbarkeit des Raums wird dem Café im Zuge der wechselnden Ausstellungen regelmäßig ein neues Gesicht verleihen können - wie mir Stephan Strsembski erklärte. Wenn Stephan, der Inhaber der Provinz, von seinem Galerie-Café spricht, wird deutlich, warum der Laden eine derart liebevolle Ausstrahlung hat. Da ist jemand mit viel Herz und Verstand bei der Sache! Der studierte Kunsthistoriker und Kurator verrät Details und Hintergründe zu den einzelnen Kunstwerken und strahlt dabei eine ungeschlaumeierte Freude aus, dass man gar nicht anders kann: Man freut sich mit ihm und man freut sich über den spannenden Input, der sich nicht aufdrängt, sondern herzlich anbietet.


Allerdings war es Sonja, die mir die Geschichte zur Schubkarren-Installation, die im Fenster der Galerie steht, erzählt hat.


Als man auf den Künstler Andreas Fischer zuging, um ihm für eine Edition für die Provinz zu gewinnen, gewann der Gute den Eindruck, mit einer Kleinauflage in Druck gehen zu müssen. Also baute er sich kurzerhand aus einer Schubkarre eine Druckmaschine. Das gelang allerdings dermaßen gut, dass kurzerhand beschlossen wurde, die Drucker-Schubkarre in das Ausstellungsprogramm aufzunehmen. Der Druck der Karre fand sich zufälligerweise genau unter unseren Füßen wieder...


Der Name Provinz wird auf der Homepage des Galerie-Cafés übrigens einleuchtend begründet:

Der Name PROVINZ steht für eine bewusste Verortung von Kunstvermittlung abseits der großen Kunstzentren im Herzen des ehemals schwerindustriell geprägten Ruhrgebiets. Die echten oder vermeintlichen Kunstmetropolen, ob New York und Paris gestern oder Schanghai und Berlin heute, büßen im Zuge der Globalisierung und Virtualisierung des Kunstgeschehens an Reiz ein, während abseitige Produktionsorte mitunter Stärken ausspielen können.

Wer sich selbst ein Bild von diesem besonderen Bochumer Fleckchen machen möchte, hat dazu übermorgen - also am 15.2. - eine tolle Gelegenheit: 

Das Theater Rottstraße 5 
gibt im Provinz-Raum 
ab 20 Uhr 
seine Premiere 
des Stücks "Zukunst 2022"


(Dieser dezente Hinweis kann gerne als Maximalempfehlung verstanden werden.)

Und wem dieser Termin nicht passt, der sollte aber trotzdem demnächst irgendwann auf ein Käffchen und ein Pastrami-Sandwich vorbeispazieren und die Einladung, die dieses schöne Gesamtkonzept zum Wohlfühlen ausspricht, einfach mal annehmen.

Merke I: Im Provinz-Café nach Lady Gaga und Hase suchen!

Merke II: Man kann sich auch in Flyer verlieben:


Merke III: Sowas kommt von sowas. Gut so!


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