Eine Widmung mit viel OHOHOHOHOOOOOOO

28. Juni 2012

Vor einigen Wochen habe ich hier der aktuellen Ausstellung in der Oberhausener Ludwiggalerie meine Liebe erklärt. Diese mehr als gelungene Ausstellung trägt den urdeutschen Titel At home...Wohnen im Ruhrgebiet - gesehen durch die Kunst. Und weil es sich schließlich nicht gehört, jemandem seine Liebe zu erklären und sich dann mir nichts dir nichts ausm Staub zu machen, widme ich den heutigen Blogpost nun der Ludwiggalerie. Und das aus sehr gutem Grund...denn ich habe mich in den letzten Tagen kreuz und quer im Pott herumgetrieben, um der "At Home" Ausstellung galant zuwinken zu können, wenn ich sage:

heimatPOTTential proudly presents: 
"In the semi-final"
Wohnen im Ruhrgebiet - gesehen durch den Fußball
























Merke I: FINALE...OHOOOO...FINALE...OHOHOHOHOOOOO!

Merke II: Die AT HOME Ausstellung sollte man nicht verpassen. 
(AT HOME...OHOOOO...AT HOME...OHOHOHOHOOOOO!)

Warum das LehmbruckMuseum ne coole Sau ist

27. Juni 2012

Es gibt Museen, die glänzen mit ihrem Namen, mit dicken Budgets und massiver Werbung. Und es gibt Museen, die glänzen mit Herz, Hirn und Zeitgeist. Zur zweiten Kategorie zählt eindeutig das Duisburger LehmbruckMuseum, das mich schon seit einer ganzen Weile aus der Ferne begeistert.


(Soso. Aus der Ferne...aha...was redet die da schon wieder?!)

Ja genau...aus der Ferne! Denn dem LehmbruckMuseum gelingt es durch seine originelle und zeitgemäß crossmediale Präsenz derart gut, auf sympathischste Art und Weise auf sich aufmerksam zu machen, dass sich mir zunehmend folgender Gedanke aufdrängte: Wer noch keinen Fuß in dieses Museum gesetzt hat, ist nicht besonders schlau und hat eindeutig etwas verpasst.

So. Am vergangenen Donnerstag war es dann endlich soweit: Ich habe aufgehört, etwas zu verpassen und bin schlauer geworden.

Das LehmbruckMuseum hatte zu seiner allwöchentlichen plastikBAR geladen. plastikBAR...was soll das denn bitte sein?!

"Hinter dem Namen "plastikBAR" verbirgt sich das etwas andere Donnerstag-Abend-Programm des LehmbruckMuseums, das zum Beispiel Konzerte, Vorträge, Workshops, Diskussionen oder einfach den (Kunst-)Genuss beinhalten kann"...so erklärt die Homepage

In dieser Woche fordert die plastikBAR zum Aktzeichnen vor Ort auf. Im März konnte man an der BAR mit Spinnen und Stabheuschrecken auf Tuchfühlung gehen...

Quelle: LehmbruckMuseum
...und im Dezember gab es bei einer Absinth-Verkostung sogar ein mentales Têt-à-têt mit der holden grünen Fee. Und unter dem Leitspruch Kunst für Affen geht es dann im August auf Tour in den Duisburger Zoo.

Das sind nur einige der guten Ideen (Nackerte, Monster, Alkohol, Feen und Affen...find ich ALLES toll!), mit denen die Lehmbruck-Mannschaft regelmäßig nach Feierabend aufwartet, um dem Pott-Volk einen abwechslungsreichen und spannenden Zugang zur Kunst im Allgemeinen und zum eigenen Museum im Besonderen zu ermöglichen.

So. Das ist ja alles schon ganz schön super. Aber was für eine wirklich coole Sau das LehmbruckMuseum tatsächlich ist, das hat sich mir erst am vergangenen Donnerstag erschlossen, denn da stand die plastikBAR unter dem Motto des I HEART RUHR YORK Gästebuchs, das bereits im Rahmen der Duisburger Akzente mit viel Bums für Begeisterung gesorgt hatte.


Ich fasse kurz zusammen: Duisburger Akzente...im ehemaligen Berufskolleg...viele Zimmer...viel *hust* Menopausen-Kunst...und eben ein Gästebuch des Künsterkollektivs I HEART RUHR YORK, das in Gestalt eines ganzen Raums alle Besucher dazu aufforderte, sich zu verewigen...und zwar kreuz und quer...über alles drüber...ob Fenster, Fußboden, Waschbecken oder Tafel. Und das sah dann nach zwei Wochen so aus:

Copyright: Marvin Böhm
Und weil es zu schade gewesen wäre, diese bunte Bombe einfach inne Tonne zu kloppen, haben wir uns Tisch, Stuhl, Bodenplatten, Kartenständer und Co. einfach untern Arm geklemmt und sind damit ins LehmbruckMuseum marschiert. Na gut...ganz so wars nicht...aber so ähnlich. Und deshalb wurde das Pott-Volk letzten Donnerstag erneut aufgefordert, kreativ zu werden und das zweite I HEART RUHR YORK Gästebuch mit Farbe und Freude neu zu gestalten...und zwar inmitten der Ausstellung des ersten Gästebuchs.






So. Und wenn sich die Mannschaft eines schnieken Museums nun etwas ins Haus holt, das - wie schon bei den Akzenten zu sehen - einen ganzen Raum vor lauter Farbchaos beinah platt machen kann, dann gehört dazu schon ein Schüppchen Mut! Da würde so manch anderes Museum nur einmal kurz mit der Augenbraue zucken und mit einem Satz á la "Wir holen uns doch nicht die Hottentotten ins Haus!" aufm elitären Absatz kehrt machen.

Nicht aber das LehmbruckMuseum! Da stellte sich am Donnerstag sogar die stellvertretende Direktorin höchstpersönlich an den Grill und servierte zur guten Stimmung eine Ladung Würstchen und Grillgemüse, während drinnen Electric ID mit ihrem Liveset den Skulpturen der lehmbruckschen Sammlung knackige Elektrobeats um die Ohren pfefferte.



Das neue Gästebuch fand sich im Innenhof des LehmbruckMuseums in Form eines Containers, der - mit Pappe ausgekleidet - auf bunte Kreationen der Gäste wartete...und die ließen sich natürlich nicht groß bitten...





Auch ich habe mit Farbe, Konfetti und Seifenblasen meinen kreativen Schabernack getrieben...







Um mir die Hände zu entkonfettisieren, steuerte ich Toilette im Inneren des Museums an und lief mit meinem vollgematschen Farbkittel und meinen bunten Patschehändchen einmal quer durchs Erdgeschoss. Mit dem Schalk im Nacken und einer dicken Portion Vorsicht obendrauf habe ich dann auf dem Weg mein Unwesen getrieben. Das muss man sich mal vorstellen...in anderen Museen darf man noch nicht mal ein Schlückchen trinken...und ich hample da als Farbbombe auf zwei Beinen zwischen den Exponaten hin und her! So ein Museum kann man nur ganz schön toll finden! 




Was mich insgesamt besonders begeistert hat, war das gemischte Publikum und seine Art und Weise, den Abend miteinander zu gestalten. Ob jung, alt, Schickimicki, Mutti, Styler, Öki oder Hipster (um mal ein paar fiese Schubladen zu öffnen...bah pfui!)...alle hatten Spaß inne Backen und zeigten: Machen ist König! Und das will in einer Stadt wie Duisburg, die an allen Ecken und Enden im kulturellen und kreativen Tun gegen das schnöde Behördentum zu kämpfen hat, schon was heißen!





Son bisskn ging mir ehrlich gesagt auch mein olles Sozialpädagoginnenherzchen auf, denn an dem Abend trafen nicht nur junge Alltagskunst und seriöse Kunst, sondern auch unterschiedliche Generationen aufeinander...wie das obige Bild aufs Beste zeigt. Einen sogar noch tolleren Beweis liefert das folgende Video:


Liebes LehmbruckMuseum...toll, dass Du nicht nur ne coole Sau bist, sondern auch das Herz aufm rechten Fleck hast! Da komme ich wirklich gerne bald wieder und gucke mich bei Euch mal genauer um...


Merke I: Im LehmbruckMuseum geht noch viel mehr! Intergenerative Angebote, Augenschmaus statt Mittagessen, Ferienprogramme und offene Samstage für Kinder, das Netzwerk "Jugend trifft Kunst", philosophische Workshops...und natürlich noch Wechselausstellungen und die reguläre Sammlung.  

Merke II: Das LehmbruckMuseum macht auf Facebook, Pinterest und Twitter 
eine wirklich ausgezeichnete Figur!

Merke III: Ganz viele tolle Bilder von der 
I HEART RUHR YORK plastikBAR hat der gute Marvin gemacht.

Merke IV: Und n Video mit Bild und Ton PLUS

Merke V: Wer bei I HEART RUHR YORK mitmischen will, ist uns wirklich maximal willkommen! Einfach Bescheid geben! Wir freuen uns...

Merke VI: Ganz schön viele Merke...aber eins geht noch:

Merke VI: Der Gästebuch-Container steht noch bis Mitte Juli im Lehmbruck-Hof.
Hin da!



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