Ketchup und Mayo unterm Förderturm

27. September 2012

Der Mensch hat Hunger. Jeden Tag. Also stellt sich jeden Tag die Frage: Was koche ich? Oder aber auch: Wo lasse ich für mich kochen?

Kochen ist natürlich sehr relativ. In jeder Pomfe steht ein "Koch". Aber um Pomfen geht es heute nicht. Auch nicht um Restaurants, Bistros, Cafés, Bars, Kantinen oder andere reguläre Futterstationen, die man mal mehr, mal weniger häufig frequentiert.

Aber wann geht man schomma inne Wirtschaft?!

Omma und Oppa gehen vielleicht inne Wirtschaft. Lecker Kassler essen oder so. Aber man selbst, also die nicht omma- und oppaige Gesellschaft, geht da nicht hin. Und das kann ein Fehler sein.

Kürzlich hat der Blogowski-Stammtisch getagt. Und zwar in ner Wirtschaft. Aber nicht etwa in irgendeiner. Nein! Wir sind zu Speis und Trank ins Fünfmädelhaus in Essen Stoppenberg eingefallen...direkt bei Zollverein umme Ecke.

Corinna, Fee und Ellen pirschen sich heran.
Auf den Sitzbänken liegen reizende Grubentuchkuschelkissen. Och. Watt gemütlich!
Mayo und Ketchup wohnen unterm Förderturm
und schlaue Pott-Lektüre hat hier nix aufm Klo verloren.
Der Bergman thront hoheitlich auf einem Schrein... 
...und am Samstag lädt er zum Büffet. So gehört sich datt.
Im Fünfmädelhaus gibbet nicht nur Futter,
sondern  auch Ruhrpott-"Desain" für zum Anprobieren...und für zum Kaufen.
Tolle Servietten! Hätte ich am liebsten gemopst!
Sexy Kumpel anne Wand...aber selbst der kann uns nicht ablenken von...
...diesem sensationellen KOHLEBROT. Ich bin hingerissen!
Wir sind natürlich ALLE hingerissen...wie es sich für amtliche Pottherzen gehört.
Apropos amtlich: Wir hatten auch eine echte Prinzessin am Tisch.
Aus Geburtstagskindern werden nämlich manchmal im Handumdrehen Prinzessinnen.
Pottprinzessinen. Altes Bergwerkgeheimnis!
Und während der ganze Stammtisch lacht...
...konzentriert sich die Prinzessin aufs Wesentlichste:
Happahappa und Lekkilekki a la Ruhrpottlasagne oder Kumpel Anton oder Lachs auf Halde.
Auch sehr wesentlich (und großartig!): Ediths Hausordnung
Die Prinzessin hat mit der Hausordnung natürlich nix am Kopp.
Aber am Nachbartisch hat se dafür Fans.
Aber wie immer im Leben is irgendwann Schluss mit lustig: Zapfenstreich!
Aber von diesen DREI sympathischen Fünfmädelhaus-Damen
hamwa uns sogar gerne vor die Tür setzen lassen.
Vor der Tür haben wir dann noch einen Singkreis gebildet und das Steigerlied gesungen.
(Nein, hamwa NICH! Warum eigentlich nich?!) 


Merke I: Ab inne Wirtschaft. Kohlebrot essen und Ediths Hausordnung befolgen!

Merke II: Das Fünfmädelhaus hat sogar einen Kegelbahnstollen in Petto, 
den wir allerdings nur auf einem Bild bewundert haben.
(Und einen Biergarten hamse auch noch zu bieten.)


Merke III: Hinter der Ruhrpottlasange verstecken sich Käsespätzle.
Hamwa nich verstanden. Waren aber wohl erwähnenswert superlecker.

Merke IV: Reservierung empfohlen!

Merke V: Michaelas blogowskische Stammtisch-Ansichten finden sich hier.

Mein Stechschritt, Marilyn Monroe und eine Hommage

23. September 2012

Ich bin ja nun kein Kunstexperte. Man könnte mich sogar viel mehr einen Banausen schimpfen. Ich habe nämlich keine Ahnung von nix, aber natürlich trotzdem zu allem eine Meinung. So kann ich vor der höchstwahrscheinlich tollsten Kunst stehen und in bester Michael Mittermeier Manier "PLÖD. PLÖD. PLÖDPLÖD. PLÖÖÖÖÖD!" tröten. Dass ich mich trotzdem als kunstinteressiert wahrnehme, steht dazu zumindest für mich in keinerlei Widerspruch. 

Auch fehlt mir die wohl nötige Ruhe, um mich in so manches Gemälde *hüstel* hineinfallen zu lassen. Ich kann noch nicht mal 15 Minuten in der Badewanne liegen! Wie soll ich da 15 Minuten auf ein Bild gucken können? So starkse ich also in anmutigem Stechschritt durch Museen und zeige mit mentalem Zeigefinger auf ein Exponat nach dem anderen: "Schön. Plöd. Schön. Schön plöd! Plödplöd! Schööön!". Finde ich etwas schööön, bleibe ich auch mal 30 Sekunden stehen. Aber schöner als schööön wird es dann auch nicht und ich gehe weiter. Soll heißen: Durch Museen kann ich noch schlechter schlendern als durch Einkaufsmalls. Call me Frollein Stechschritt.

Wenn mir also mal bei einem Museum wirklich das Herz aufgeht, dann ist das schon etwas Besonderes in meiner kleinen kunstinteressierten Banausenwelt. Und wenn ein- und dasselbe Museum das innerhalb weniger Monate mit zwei aufeinander folgenden Ausstellungen schafft, dann kommt das einer Sensation schon recht nahe. (Wenn ich das jetzt so schreibe, dann klingt das, als ob ich ständig total pseudointellekutell in Museen unterwegs wäre. Lustig. Lasse ich so stehen.)

Es folgt ein bebilderter Sensationsbericht über die gestrige Eröffnung der Ausstellung "Marilyn Monroe" in der Galerie für populäre Kunst der Oberhausener Ludwiggalerie. Diese Ausstellung mutet durch das ungebrochene Ikonentum der Monroe tatsächlich wie eine Diven-Hommage an. Und das ist gut so.


Gezeigt werden Fotografien von George Barris, Allan Grant, Milton H. Greene, Tom Kelley, Leif-Eric Nygard und von Bert Stern mit seinem legendären Shooting "The last sitting".





 















Während ich mit Serpil und Sevinc durch die Ausstellungsräume der Ludwiggalerie gewandert bin, habe ich übrigens durchweg an meine Mama denken müssen. Als ich noch klein war, hat sie mich nämlich zwei TV-Lektionen gelehrt: Marilyn Monroe ist eine Legende. Und Audrey Hepburn auch. Somit umwehte die Monroe-Ausstellung für mich ganz dezent genau dieser Mythos, der Legenden zu Legenden macht. Tja. Mamas haben manchmal einfach Recht.

Womit die Ludwiggalerie im Rahmen ihrer vorherigen Ausstellung mein Pottherzchen erwärmt hat, erfährt man übrigens hier. Und selbstverständlich hoffe ich schon jetzt auf einen Triple!

Merke I: Der Bildbauer (ja, BAUER, nicht HAUER!) Olaf Stöhr 
eröffnet in Kooperation mit der Ludwiggalerie am 30. September seine Ausstellung 
Da ich ein großer Collagenfreund bin, werde ich mir das nicht entgehen lassen!


Merke II: Nach einem Besuch in der Ludwiggalerie bietet sich noch ein Spaziergängchen über die Slinky Bridge im Kaisergarten an...wenn man im Stechschritt geht, könnte einem Dank der visuellen Sogwirkung allerdings etwas kodderig werden.


Merke III: Ich und die Marilyn! Aber Elivs...der ist wirlich tot.


Merke IV: Bert Sterns Homepage hat Gänsehaut-Garantie! Toll gemacht und SCHÖN!


Der Emscher Landschaftspark - für schlau und für schön

20. September 2012

Während ich hier mit meinem Omma-Krüppelrücken in bester Heizkissenmanier sitze, macht sich draußen der Herbst breiter und breiter. Das ist mir durchaus genehm. Der Herbst ist mein Freund. Aber - ich sachet einfach wie et is - ich bin mit dem Sommer schlichtweg noch nicht durch. Auch wenn ich vorhin schweren Herzens Flipper und Sandy die Luft aus den Leibern gepresst und somit dem Sommer "Guten Tag und guten Weg!" gewünscht habe, muss noch ein kleiner Rückblick erlaubt sein. Und deshalb drehe ich die Bloguhr ein wenig zurück und verkünde: Wir schreiben den 24.7.2012 und machen dem Gelsenkirchener Nordsternpark unsere Aufwartung. Is nämlich schön da!


Der Nordsternpark gehört zum Emscher Landschaftspark

Den Satz muss man sich mal auf der Zunge und im Hirnchen zergehen lassen. Wenn man nämlich keine Ahnung hat - so wie ich bis vor Kurzem - dann kann man diesen Tatbestand durchaus ganz schön komisch finden. Wie kann ein Park denn zu einem anderen Park gehören? Schließlich heißt es ja "Emscher Landschaftspark" und nicht "Emscher LandschaftsparkS"...was immerhin eine Ansammlung von Parks suggerieren würde. 

Tja. Der Emscher Landschaftspark ist aber trotz des fehlenden Plural-S viel mehr als nur ein Park. Er fungiert als regionales Kooperationsprojekt unter der Trägerschaft des Regionalverband Ruhr und hat sich zum Ziel gesetzt, diverse Freiflächen miteinander zu verbinden. 


Aha. Und warum?

Weil die pottsche Montanindustrie unsere Revierlandschaft in der Vergangenheit ganz schon verhackstückt hat. Und da hat man sich wohl gedacht: Pfff...Hackstückchen hin oder her...watt zusammen gehört, gehört zusammen. Also hat der Pott nun einen cheffigen Papa-Park, der alle möglichen Grünflächen, Gärten, Halden, Landmarken und Institutionen auf über 450 Quadratkilometer im Geiste zusammenfügt. Und wer nun ganz genau wissen will, welche Parks, Städte und Co. bei diesem Ringelpiez mitspielen, der gucke hier.

So. Das war jetzt für schlau. Jetzt gibbet Fotos. Für schön.

Brücke...für schön!
Pottköppe...für geht so schön.
Unter der Brücke: Der Rhein-Herne-Kanal...nicht etwa die Emscher!
Ein Wasserspielplatz. Nicht etwa der Rhein-Herne-Kanal.
Die Doppelbogenbrücke ist zwar das Wahrzeichen des Nordsternparks, aber sie fristet ein namenloses Dasein. Das ist natürlich sehr tragisch.
Auch sehr tragisch: Der Pott zeigt sich mal wieder grau in grau.
Der Förderturm stiehlt der grauen Natur aufs Dreisteste meine gesamte Aufmerksamkeit.
Für eine tolle Pottaussicht ist kein Weg zu weit und keine Treppe zu lang.
Und da steht er rum: Der umstittene Herkules von Gelsenkirchen.
Steht auch rum: Das Tetraeder.

Förtderturm in Groß.
Förderturm in Klein.
Sonnenuntergangs- UND Zechenporno in EINEM. Ich bin hin und weg!
Tja. Ich fummel mit der Sonne rum. Porno eben...
Sonne hat dann irgendwann keinen Bock mehr...
...und macht sich vom Acker.
Zurück bleibt: Ruhrpottromantik wie sie im Buche steht.
Gelsenkirchener Barock Idyll!
Ein dezenter Wegweiser...
...führt zu einem Diddel-Äquivalent in Stahl.
Och...da gucke ich mir lieber ein Fitzelchen Mond an....
...und Ende Gelände.

Ende Gelände? Stimmt nicht so wirklich. Nein, stimmt eigentlich überhaupt nicht. Der Nordsternpark hat nämlich noch viel mehr im Angebot: Eine Graffitiwand, einen Bergbaustollen, zwei Restaurants, ein Volleyballfeld, den Ziegenmichelhof, ein Amphitheater, einen Fahnenwald undundund. Aber wie so oft: Ich kann mich ja schließlich nicht um alles kümmern. Leider.

Merke I: Der Emscher Landschaftspark ist ein Papa-Park ohne Plural-S. 
Könnte man so in Grundschulen lehren. Finde ich.

Merke II: Noch bis zum 5. Oktober läuft die Foto Slam Ausschreibung des Emscher Landschaftsparks.
Gesucht wird das beste Picknickfoto unter freiem Himmel irgendwo im (klar!) Emscher Landschaftspark.
Als Gewinn sind 2x 1000€ ausgeschrieben. Es dürfen übrigens nur StudentInnen teilnehmen.
Frechheit. Finde ich.

Merke III: Die Führungen durch den Bergbaustollen auf dem Nordsterngelände
sind nach telefonischer Absprache kostenfrei.

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