Was tut man nicht alles für eine Ruhrpott-Cola?! (Ballar, ballar, ballar...)

24. Februar 2013

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, kommen wir direkt zur Sache: Auf mir lastet ein Fluch uuund ich war auf Mallorca.

Der Fluch besagt, dass es immer genau an den Tagen schneit, an denen ICH laut Nachbarschaftsterrorplan für den Schneedienst eingeteilt bin: Es schneit...ich muss anne Schüppe. Offensichtlich ein Grundgesetz. Ich bin langzeitbeleidigt und lese mittlerweile den Plan schon gar nicht mehr. Wenn es schneit, bin ich dran. Frechheit.

So. Und wie kommt man binnen 7 Stunden von Malle anne Schüppe ohne Schiff oder Flugzeug? Man verlegt Malle ins Ruhrgebiet. Genauer: nach Bochum. Logisch.


Malloca im Ruhrpott? In der Tat! Mit CPM (Currywurstpommesmayo), Ruhrpott-Cola und weißen Schnicksentretern an der Wand. 

Apropos Wand...

Titten raus, Michael Kern,...
...Knuffi und Puffi...
...und lachende Pommestaschen?!
Darauf erst mal ne anständige Ruhrpott-Cola!
Zum Glück hatte es mich nicht ganz allein nach Malle in die Bochumer Frittenranch verschlagen! Gemeinsam mit der berühmt-berüchtigten Blogowski-Reisegruppe...


...habe ich zu investigativen Stammtischzwecken die leckeren Fritten gekreuzt. (Anmerkung: Pommes ohne Mayo sind keine Pommes. Nein, Ketchup gilt NICHT!)


Und wie überall auf der Welt braucht ein richtiges Mallorca seinen König. Eine der leichtesten Übungen in der Frittenranch, denn dort nennt sich der Inhaber tatsächlich Bukki Mallorca! Und Bukki Mallorca serviert nicht nur lekkilekki Fritten und Curryfrikkas...NEIN...Bukki Mallorca bringt auch Glitzerjeans, Püppi-Handtäschchen und "OhdeKollonje" unters geneigte Volk.


Nun war meine werte Blogowski-Reisefamilie leider nicht allzu geneigt. Aber halb so wild...denn im Nachbarsaal fand tatsächlich eine bierernste, gut besuchte Verkaufsveranstaltung statt...samt Blitzlichtgewitter. Beweise?! Hier.

Da half nur eins...schön an der Ruhrpott-Cola festhalten und aufs Essen konzentrieren...oder auf Günther Jauch. So ein Essen ohne Fernseher ist ja schließlich auch nix Wahres...


Also, keine Zeit oder keine Kohle, um am Ballermann zu flanieren?! Dann ab zum Bukki...und mit etwas Glück gibbet nicht nur ne CPM, sondern auch noch ein Ruhrpott-Schnäppsken, ne Glitzerjeans und was zu lachen. Wenn DAS kein Angebot ist?!

Merke I: Prost!

Merke II: Am besten haben mir die Badezimmerfliesen gefallen. Kein Witz!
Das muss an einer frühkindlichen 70er-Jahre-Prägung liegen...


Merke III: Man kann diesen Post auch noch mal lesen 
und DABEI Bukki Mallorcas "Ballar, ballar, ballar" hören.
Ja, das meine ich ernst.

Meine ruhrPOTThummeln und der Consol

18. Februar 2013

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich habe etwas herausgefunden: Wenn man einen richtig schönen Tach hat, dann kann man sich abends einfach mal eine Tasse kochend heiße Hühnerbrühe über die Hand kippen. Dann is "richtig schön" sofort vorbei. Extrem gewieft.

Extrem gewieft war auch, am Sonntagmittag ganz spontan per Facebook nach Euren sonnigen Ausflugstipps für meine ruhrPOTThummeln im Hintern zu fragen. Zackzack trudelten viele tolle Vorschläge ein und ich stellte eine höchst komplizierte Zeitfenster-Rechnung auf ->

(Viele ruhrPOTThummeln + 2 Stunden Zeit) x blauer Himmel = Zeche Consol in Gelsenkirchen!

Also, lieber Oliver Scher...hab Dank für den Tipp. Zwar war ich dort schomma aufn kurzen Sprung, aber was ist schon ein kurzer Sprung, wenn man einen echten Zechenfetisch hat?

Eben.

Als ich auf dem Kulturgebiet Consol auflaufe, scheint die Sonne. Und der Mond.
 Welch ein Himmelsaufgebot...und das um DIESE Zeit!
Apropos Zeit: Der Frühling lässt seine ersten Vorboten aus den Löchern krabbeln.
Und aus dem Boden sprießen sie auch. 
Sehr kleidsam...auch für Fördertürme.
Aber bei schönem Wetter sieht eh alles schöner aus. Sogar Astkroppzeuchs.
Naja...Matschewiesen vielleicht nicht unbedingt.
Tja.
Aber ein anständiger Förderturm entschädigt für Vieles.
Ganz zu schweigen von ZWEI Fördertürmen!
Oder lasset auch DREI sein.

Aber das Consol-Gelände hat noch weitaus mehr in Petto als zwei unter Denkmalschutz stehende Schachttürme aus früheren Bergbauzeiten. Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscherpark hat man die 27 Hektar große Consol-Fläche völlig auf den Kopp gestellt: So existiert das Gelände heute als eine Art Quartiersplatz für Jung und Alt. 

Aha. Soll heißen?!

Ein Investigations-Stakkato: Ich beobachte ein Boule-Turnier, zwei Herren kämpfen mit viel zu wenig Wind und ihren Drachen (hier nicht gemeint: etwaige Ehefrauen), Vater und Sohn lassen ein Propellerdings steigen, zwei kopfbetuchte türkische Großmütter drehen ihre Kreise, auf dem Skatepark macht das Jungvolk sportlichen Krach, aus dem Musikprobenzentrum im Schacht 4 tönen Pianoklänge, Jogger rennen dem ersten Frühlingshauch hinterher und überall bringen Hunde Bällchen und Stöckchen. Das Consol-Theater hat seine Pforten für die Kindervorstellung geöffnet und im Foyer duftet es nach frischen Waffeln.

Soll heißen: Hier ist ein echter Lebensraum entstanden...mit allerfeinstem heimatPOTTential!


Beweise? Bitte sehr:


Und weil viel viel hilft, schummle ich hier jetzt noch ganz undezent ein Beweismittel aus dem letzten Sommer rein...


Genau diese Wiese habe ich in meinem Jahresrückblick zur schönsten Pottwiese des Ruhrgebiets gekürt und genau aus diesem Grunde freue ich mich schon jetzt auf den Sommer, denn in diesem Jahr wird an Ort und Stelle gepicknickt...mit Sack und Pack und Jan und Mann...und mit zwei stattlichen Fördertürmen im Rücken. Hach...

Merke I: An jedem ersten Sonntag im Monat kann man im südlichen Maschinenhaus eine Ausstellung zur Geschichte des Bergwerks Consol besichtigen. Für umme!

Merke II: Wenn man im richtigen Moment kommt und nett fragt,
schafft man es vielleicht sogar auf (!) den Förderturm von Schacht 4...

...und ich so: YEAH!


Mit Vollbremsung ins Zechenglück

15. Februar 2013

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, manchmal passieren so viele blöde Dinge auf einmal, dass man sich nur noch einmummeln und an bessere Zeiten denken will. Und in diese besseren Zeiten nehme ich Euch heute mit...auf einen Ausflug in den Mai letzten Jahres, als ich mir das Gelände rund um die Zeche Bonifacius in Essen-Kray vorgeknöpft habe.


Das alte Fördergerüst über Schacht 1 habe ich dank Zechenfetisch-Sensor tatsächlich rein zufällig im Vorbeifahren entdeckt. (Mit so einem Zechenfetisch lebt man übrigens gefährlich, denn solche Zufälle erfordern häufig scharfe Links- oder Rechtskurven oder abruptes Bremsen ohne Sinn und Verstand.)


So. Nun ist das Bonifacius-Gelände aber ein ganz besonderes Schätzeken. Da bremst man nicht eben mal kurz, macht 2-3 Fetisch-Fotos und geht dann heiter weiter seines Weges. Nein! Auf diesem Gelände gibt es SO viel zu entdecken, dass man sich nicht zeitnah wieder vom Acker machen kann.

Direkt neben dem Förderturm thront ein wunderschönes, altes Gebäude...
...die alte Lohnhalle!
Nix wie rein da!
Keine Ahnung von nix...also erst mal das schöne Entrée bestaunt.
Tolle Bergbau-Details...wo bin ich denn hier gelandet?
Ich sichte einen kleinen Tresen und hole Auskunft ein.
Die Alte Lohnhalle ist ein Hotel! Mit 17 Zimmern und 36 Betten verbindet das Haus Industriekultur und Gastlichkeit uuund bietet Seminar- und Veranstaltungsräume. Mit etwas Glück bekommt man ein Zimmer mit Förderturm-Blick...dem alten Stahl zum Greifen nah!


Aber das Hotel hat noch mehr auf Lager! Nämlich ein Über Tage Restaurant. Ich bin schon ob des Namens direkt bezaubert...


Die Speisekarte spricht zum Beispiel von "Schicht am Mundloch" oder lockt mit dem guten, alten Pfefferpotthast im Förderkorb. Ich bin begeistert. Auch die individuellen Öffnungszeiten sprechen mich an: So hat das Restaurant nur von Dienstag bis Samstag in der Zeit von 18-22 Uhr geöffnet...UND nach Vereinbarung bei einer Reservierung ab 10 Personen. Da könnte man sich zu einem besonderen Abendessen mit Freunden und oder Familie also auch einfach mal ganz exklusiv einbuchen. Super!

Wenn es mal nicht ganz so exklusiv, aber gerne ein wenig verrückt-gutbürgerlich sein darf, empfiehlt sich das Wolperding...und das liegt der Alten Lohnhalle direkt gegenüber!


Das Wolperding hat einen formidablen Lecker-Hähnchen-Ruf, verführt aber auch mit Pommescurrywurstrotweiß oder mit Waffeln samt heißer Kirschen. Und im Biergarten speist man dann vorbildlich mit Förderturm-Blick. Sehr genehm!

Also...ich resümiere: Ein wunderschöner Förderturm, ein Hotel, ein Über Tage Restaurant sowie ein Restaurant mit Ruhrpott-Biergarten. Hervorragend! Aber der eigentliche Knaller kommt erst noch...


Auf dem Bonifacius-Gelände entdecke ich olle Sportwurst nämlich ein Fitnesstudio, das mich fast aus den Klotschen haut...

In den Mauern der ehemaligen Bonifacius-Waschkaue erkunde ich
das Essener Fitness Camp...das pottigste Fitnesstudio der Welt!
Überall hängen Kauenkörbe mit Püngelhaken...
...und andere Relikte aus einer Zeit, in der hier der Schweiß
noch nicht zu Fitness-Zwecken floss.
Ich bin geplättet und muss pausieren.
Und daaaann passiert das Allertollste überhaupt:
Der Inhaber Marko Höffken empfängt mich im Gastronomiebereich EFC Kaue...
...und gibt mir eine spontane Führung durch die Katakomben!
Sowas kriegt man zu sehen, wenn der Zechenfetisch zu spontanen Vollbremsungen führt!
Wie toll ist das denn bitte?!
Ich fühle mich wie ein kleines Kind, das einen Geheimgang entdeckt hat...
...und mache viel zu schlechte Fotos. 

Herr Höffken freut sich, dass ich mich so freue und steckt mir noch eine Telefonnummer zu. Diese Telefonnummer könnte der Schlüssel sein zu einem anderen Herren, der mir auf dem Gelände die verschlossenen Ecken und Winkel zeigen könnte, die man eigentlich gar nicht mehr zu Gesicht bekommt. Hach!

Warum ich davon erst 9 Monate später berichte? Weil mir doch tatsächlich die Speicherkarte abhanden gekommen war. Aber manchmal kommt das, was man verloren glaubt, tatsächlich zurück. Huch! Wie poetisch... Watt wech is, is wech?! Nee, nich immer.

Apropos wech...

In diesem Sinne: Schönet Wochenende!

Merke I: Herr Höffken hat mir zum Abschied sogar noch einen Kauenkorb geschenkt.
Dieser schmückt seitdem mein Badezimmer
und ich freue mich tatsächlich jeden Tag darüber!

Merke II: Beim EFC ist es RICHTIG nett! Da wird nicht nur trainiert,
sondern auch gegrillt, ein lecker Bierchen getrunken
und der gute Pott-Ton in geselliger Runde gepflegt. Höchst sympathisch!

Merke III: Auf dem Bonifacius-Gelände befindet sich auch noch eine Wein-Zeche. Leider hatte sie an meinem Observationstag geschlossen. Man sagt, dort fänden tolle Weinproben statt...



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