Home is where the Schrebergarten is

31. Juli 2013

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, heute ist doof. Heute ist sooo doof, dass ich gar nicht bloggen wollte, denn manchmal hält man besser den Mund...oder auf gut Pottdeutsch: Manchmal macht man besser den Kopp zu.

Aber ich habe gerade eine Mail bekommen. Von Lena aus Bochum. Und jetzt sitze ich hier mit kullernden Freudentränchen und denke...ach watt...von wegen Kopp zu...wenn man sich sooo freut wie ich mich gerade, dann kann man das auch sagen. Auch oder vor allem dann, wenn einem der Tag fieselig an den Haaren am Herzchen zieht. 

Hallo liebe Juli,

ich lese deinen Blog schon eine kleine Weile und freue mich jedes Mal, wenn ich einen neuen Post entdecke! Es ist einfach schön, was du schreibst, wie du fotografierst und was du so alles erlebst und machst. Und das Beste: ich wohne auch im Pott und fühle mich einfach zu Hause, wenn ich mir deine Fotos und Texte anschaue! 
Dafür wollte ich einfach mal DANKE sagen!

Mit deiner "Ode an die Freude" hast du bei mir auch mitten in den Herzensschmodder getroffen und als ich dann noch diese Postkarte zufällig in unserer Stadt entdeckt habe, war klar: du musst diese Karte bekommen. Da ich allerdings deine Adresse nicht heraus finden konnte, gibt's die Postkarte jetzt erst mal hier virtuell:


Ganz viele liebe Grüße
von Lena aus Bochum

Liebe fremde Lena, vielen herzlichen Dank für Deine lieben Zeilen und die tolle Karte! Ich habe Dir gerade eine kleine "Postkarten"-Antwort in den Hof gekritzelt:


Ganz liebe Grüße
von Juli aus Essen


Merke: Pro Herzensschmodder und kleine Freuden,
die an doofen Tagen keinen kleinen, sondern einen großen Unterschied machen!


Von den Momenten zwischen Momenten

30. Juli 2013

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, die Bilder, die ich Euch heute zeige, sind in den letzten Wochen in den stilleren Momenten entstanden. In Momenten, in denen ich nicht losgezogen bin, um den Sommer auf Tretbootpartys oder Haldentouren zu suchen, sondern in Momenten, in denen er mich einfach gefunden hat. In den Momenten zwischen Momenten sozusagen. Sanft und leise.


Das sind Momente und Bilder, die mich für einen Augenblick vorsichtiger atmen lassen...einfach um sie besser fühlen zu können. 


Und während ich mir vorhin in der Küche ein Bütterkn geschmiert und überlegt habe, mit welchen Worten ich Euch heute meine Bilder ans Herz legen könnte, fiel mir ein Gedicht ein, das mir jemand mal vor vielen, vielen Jahren aufgeschrieben hat. Die ersten Zeilen ploppten mir gerade einfach in Herz und Hirn...und dann stand ich da...mit meinem Pittermesser...atmete vorsichtiger und versuchte, mich zu erinnern. Ein Moment zwischen den Momenten. Einer, der ein bisschen weh tut...aber das ist gut so.


Von Zeit zu Zeit...da sollte man ruhig weinen
So laut und hemmungslos wie einst als Kind
Bis all die großen und die kleinen Beulen
Von selber aufgegangen sind.

Da sollte man an gar nichts anderes denken
Auch daran, was die Leute sagen, nicht
Und sich ins Weinen einfach mal versenken
Und tun, als wär es eine Pflicht.

Und wie ein Fluss über die Ufer treten,
In dem das Eis von über hundert Jahren taut
Und seine Tränen so wie Unkraut jäten
Das sich im Augenwinkel angebaut.

Und jemand haben müsste man
Der Worte wie lauter kleine Pflaster hat
Der uns mit Liebe füttert wie mit Torte
Und uns besänftigt wie ein warmes Bad.

In dessen Trost wir fallen wie in Netze
Die unter Zirkuskuppeln aufgehängt
Und der mit einem Lasso nie gehörter Sätze
Uns alle Tränen aus den Augen fängt.





















Merke: Den Sommer mit all seinen großen und kleinen Momenten genießen.
Und mit den Momenten dazwischen!


Eine Ode: Freude schafft Freude!

28. Juli 2013

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, heute gibbet eine Ode an die Freude...und zwar aus gutem Grund...oder eher aus guten Gründen!

Abba vorab: Liebsten Dank für Eure vielen lieben, tollen, herzlichen und lustigen Kommentare und Mails zu Fees und meinem WDR-Heimatvideochen! Eure Reaktionen hier und auch auf Facebook haben mich umgehauen und wir freuen uns riesig, dass Euch der Spot genauso gut gefällt wie uns. Eine Runde Heimatliebe an alle!

So. Und nu weiter im Text in der Ode:


1. Strophe:
Ich möchte Euch von einer Nachbarin aus dem Haus neben meinem erzählen. Seit ich hier wohne sitzt sie an Schönwettertagen zusammen mit ihrem Mann auf ihrem Balkönchen, genießt die Sonne, liest Bücher, kritzelt in Rätselheften herum oder döst ein wenig. Der Mann ist eine echte Frohnatur mit Sonnenscheingesicht. Mal lacht er mich, mal meine Katzen, mal uns alle zusammen an. Wir lachen, schnurren und winken dann zurück. Ich hab die beiden richtig gern. Einfach so, obwohl wir noch nie mehr als ein "Hallo!" miteinander gesprochen haben.

In diesem Sommer sitzt die Nachbarin allerdings ohne Sonnenscheinmann auf dem Balkon. Sie hat stark abgenommen und selbst wenn sie ihr Gesicht in die Sonne hält, sieht es nicht mehr wohlig oder entspannt aus. Auf dem Balkönchen hat die Traurigkeit Einzug erhalten. Und das geht mir unbekannter Weise nahe.


Also habe ich der Nachbarin ein dickes Rätselheft gekauft, einen Brief geschrieben und beides still und leise auf ihrer Fußmatte platziert. Einen Tag später hatte dann plötzlich ich Fußmattenpost: Ein Sektchen, eine klappbare Kleiderbürste gegen die Vorherrschaft der Katzenhaare, Katzenfutter und ein kleiner Brief mit einer kleinen Tränenspur zwischen "Grüße" und "von". Ich glaube, ich schreibe ihr bald zurück...


2. Strophe:
Nachdem mir der Gedanke gekommen war, meiner Nachbarin eine Freude zu machen, ging mir durch den Kopf, dass es ja irgendwie auch n bisskn bekloppt ist, einer Fremden eine Freude machen zu wollen, aber nicht der eigenen Omi! Meine Omi ist nämlich schon 99 Jahre alt, wohnt nicht gerade umme Ecke in Hessen und ist immer ganz traurig, dass ich sie so selten fast (!) nie besuchen komme. 

Also habe ich mich an einem Sonntag ins Auto gesetzt und auf halber Strecke angerufen: "Omi, ich bin auf dem Weg zu Dir! Freust Du Dich?!"

Und wie sie sich gefreut hat!



3. Strophe:
Als ich vor einigen Wochen zur The Hive Konferenz in Berlin war, hat mir die liebe Lu von Luloveshandmade 15 Euro geliehen, weil ich kein Cäsch inne Täsch hatte. Diese 15 Euro sollte ich ihr überweisen. Nachdem ich das ein Weilchen verschnarcht hatte, dachte ich: "Pah! Kriegt die Lu noch ein schönes Zinsen-Päckchen oben druff!" 


Ich hatte mir überlegt, ihr den Sommer zu schicken...mit Girlanden, Strohhalmen, Seifenblasen, Wassereis, Lollies undundund. Und dank KIK, TEDI und Co. kostet son Gedöns ja auch nicht die Welt und schnell hatte ich ein buntes Sammelsurium zusammen.

Und dann bekam ich eine Mail von Fee, in der sie von ihrer anstehenden Horrorwoche erzählte! Nach Sanitätern verlangte sie! Sanitäter hatte ich leider nicht im Angebot, aber - ZACK - stand sie auch auf der Freude-mach-Päckchen-Liste. Stichwort: Aufmunterung.


Naja. Und wenn man schomma dabei ist?! Schenken ist ja eh viel toller als beschenkt zu werden. Also bastelte ich Päckchen Nummer 3 für Heidi, weil sie so eine tolle und coolsäuige Mama ist und es mich immer wieder beeindruckt wie super ihre drei Jungs sind. Der vierte Knirps ist schon auf dem Weg und Heidi managt Job, Familie, Haushalt, Schwangerschaft und Leben mit Links. Eigentlich hätte sie kein Päckchen, sondern eine Krone verdient.


Und dann ist da die Nike, die ich irgendwie so gut wie nie sehe, aber verdammt gern habe. Über das, was bei Nike aktuell so Ambach ist, mag ich gar nicht schreiben, aber auch ihr wollte ich einfach gerne eine Freude machen. Päckchen Nummero 4.


Uuuund dann gab es noch eine Postkarte an Stephanie in Schweden...einfach weil sie den gleichen Heimatfimmel hat wie ich. Heimat schafft Freunde...und manchmal eben auch Freude.




Und Freude schafft Freude! Denn über Lus, Fees, Heidis, Nikes und Stephanies Reaktionen hab am Ende ich mich wieder ganz doll gefreut. Und jaaaaa...ich sage ihn jetzt...diesen furchtbar grusel-kitschigen Satz: Denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück! Uaaaahhh...aber wahr ist er trotzdem.

Hier vier Foto-Antworten, die Lu, Fee, Heidi und Nike mir verbunden mit ganz lieben Worten per Facebook oder Instagram nach Erhalt der Päckchen geschickt haben:


Also: Macht anderen mal eine Freude...ob Fremden, Familienmitgliedern oder Freunden. Einfach weilet so schön ist.

Frage: Wem habt Ihr zuletzt eine Freude gemacht? Und wie und warum?
Oder wer hat es längst verdient, dass ihm/ihr eine Freude bereitet wird?
Erzählt doch mal!

Merke: Und miiiir hatte in der gleichen Woche
auch jemand eine große Freude gemacht...
...und zwar Bernd Röttgers,
der mir die weltbesten Zechenfetisch-Flipflops schickte!


DANKE, BERND!

Der WDR, die liebe Heimat, die gute Fee und ich

25. Juli 2013

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, heute gibbet watt Neues von der "Juli hampelt im TV rum"-Front! Nachdem ich diese Hampelei beim letzten Mal galant rechtfertigen konnte mit "Hallo?! Der ZDF-LÄNDERSPIEGEL?! Voll seriös und so!", sage ich heute "Hallo?! Wenn der WDR wegen eines kleinen Spots für seine HEIMAT-Kampagne anfragt?!"

Da verpflichtet doch allein schon der Kampagnenname! Also hab ich mich mal wieder gefreut wie Bolle...und zusagt.


Das Tollste an der ganzen Kiste: Ich durfte mir selbst aussuchen an welchen Orten gedreht wurde, denn genau darum ging es: Ich sollte einfach MEIN Stückchen Heimat zeigen...wo und wie ich wollte. Und ziemlich schnell war klar: Ohne Förderturm und Halde kommt mir da nix in den Kasten! Aber dass ich auch noch meine liebste (Ruhrpott-)Freundin in Crime Fee mit vor die Kamera schleppen durfte, setzte dem Ganzen dann endgültig das Glücks-Krönchen auf!


Also haben wir das gemacht, was wir immer machen: Mit lustigem Gedöns (Windrädern, Grubenlampen, Seifenblasen und Co.) zappelig anmutig durch die Pott-Gegend stapfen hoppeln.

Hier also das Video von unserem Heimat-Tag in Gelsenkirchen...mit Zechenfetisch und Haldenliebe...mit Schwitzikowski bei fast 30 Grad...mit der tollsten Kleewiese weit und breit...mit leider keiner Toilette...und mit ganz schön viel Aufregung im Bauch! Ich bin richtig gespannt wie es Euch gefällt, denn zwischen TV-Gedöns und Foto-Spässkes liegen aufregungstechnisch wirklich Welten. So...jetzt abba: KLICK!


Und falls Ihr wissen wollt, wie das Ganze hinter der Kamera aussah, dann hab ich natüüüürlich noch ein paar Fotos in Petto! Die meisten davon hat die liebe Fee gemacht...mit einer Engelsgeduld und einem guten Auge für schöne Momente:

















Merke I: Zechenfetisch + Haldewitzka = 

Merke II: Liebe Fee, 1000 Dank, dass Du mitgemacht hast!
Du hast 3-4 Bastelnachmittage bei mir gut...
...und DAS will was heissen!

Merke III: Herzlichen Dank auch an das WDR-Team,
das so viele schöne Ruhrpott-Momente mit uns eingefangen hat!


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
heimatPOTTential . All rights reserved. © Maira Gall.