Urlaub - eine fremde Spezies!

26. September 2014

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich sachet ja immer wieder: Urlaub ist in meinem Leben eine ziemlich fremde Spezies.


Das hat mehrere Gründe: Zum Einen habe ich jahrelang im Schichtdienst gearbeitet und somit 2-3x in der Woche mein eigenes Zuhause für rund 25 Stunden gegen meinen Arbeitsplatz eingetauscht. Daraus resultierte, dass es für mich zu einer Art Luxus wurde, mal 1 oder 2 Wochen am Stück in meiner eigenen Wohnung wohnen zu können. Außerdem habe ich zwei Katzenköppe und hatte immer das Gefühl, dass ich ihnen auch mal ein wenig Dauerpräsenz schuldig war, wenn ich denn mal frei hatte. Zum Anderen wollte ich nie alleine in den Urlaub fahren und in meinem Pärchen-Freundeskreis sind die Urlaubspläne immer schon so gut gestrickt, dass man als Single wirklich nicht gut "dazwischengrätschen" kann.

Tja. Als Folge habe ich mir dann einfach jahrelang eingeredet: Urlaub?! Mit Wegfahren und so?! Brauch ich nicht!

Aber ich glaube, das war gelogen.

Zwar jückel ich ab und an mal nach Garmisch, aber das zählt nicht, weil zweite Heimat und so. Oder ich fahre mal für ein paar Stunden nach Amsterdam oder an die holländische Nordsee, schlafe abends auf dem Rückweg dann fast hinterm Steuer ein und bin am nächsten Tag noch kaputter als vorher. Zählt also auch nicht. Dann war ich in den letzten Jahren mal im Rahmen von Konferenzen in Berlin und Hamburg. Aber das ist NOCH anstrengender als die Nummer mit den Holland-kürzer-als-Kurztrips. Zählt also erst recht nicht.


Deshalb ist das kommende Wochenende für mich etwas ganz Besonderes. Ich fahre nämlich mit Fee nach Holland - und zwar OHNE am Abend wieder zurück in den Pott zu düsen.

Für zwei (wuhuuu!) Nächte haben wir ein Hotel direkt am Meer gebucht. Abends werde ich mit dem Rauschen des Meeres einschlafen und morgens wird mein erster Blick auf Strand und Wellen fallen. Dann werde ich aus dem Bett springen, mir eine warme Kuscheljacke und Wollsocken anziehen und mich auf den Balkon setzen. Und einfach nur aufs Meer gucken. Und wahrscheinlich werde ich Pipi inne Augen haben, weil glücklich und so.

Für die Meisten ist das vielleicht nichts Besonderes, aber ich platze wirklich fast vor Vorfreude, denn seit einigen Wochen knöttere ich alle zwei Tage "Boah, ich glaube HEUTE kippe ich WIRKLICH um!". Mein Akku ist alle. Richtig alle. Mit allem, was dazugehört: Nerven blank, Rücken aua, Nächte unruhig, Laune doof. Und an so einem Punkt schnalle dann sogar ich: Ich muss mal raus. Und nicht nur für ein paar Stunden.

Wir werden in Egmond aan Zee residieren. Vor Jaaaahren war ich mal über Weihnachten direkt umme Ecke in Alkmaar und habe damals einen kurzen Ausflug nach Egmond gemacht. Zu dieser Zeit hatte ich noch keine schnieke Kamera und so finden sich von diesem Urlaubchen nur noch zwei Bilder in meinem Bestand, aber auf denen ist alles drauf, was zählt: das Meer und der Leuchtturm.


Mehr brauche ich in den nächsten Tagen nicht. Naja. Vielleicht noch ne Massage. Und ein bisschen Sonne. Und...nein, nichts und. Ich will ja nicht unverschämt werden. Wenn Meer, Sonne und Massage stimmen, esse ich auch gerne trocken Brot.

Was macht Ihr, wenn Ihr eine Auszeit braucht? Fahrt Ihr durchaus auch mal alleine weg (also für mehr als 1-2 Tage) und ich stelle mich nur an, wenn ich "Mimimimimi, alleine will ich aber niiiich!" sage?! Welche Auftanktipps - von Haldenausflügen mal abgesehen - habt Ihr auf Lager? Ich glaube, ich muss da langfristig mittelfristig mal etwas ändern…

Merke I: Habe gestern mit der Mini-Serie "Five Days" begonnen. Find ich toppstens!

Merke II: In den kommenden Woche erzähle ich ENDLICH
was es mit dem #halloherbst14-Gewinnspiel GENAU auf sich hat: Preise, Teilnahmeschluss und Co.!


Empfehlungssause #3: Tolle Serien, die noch nicht unbedingt jeder kennt!

25. September 2014

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, heute gibbet den dritten und letzten Seriensausen-Teil. Unter den Blogposts und vor allem auch auf Facebook haben so viele von Euch sooo viele tolle Tipps rausgehauen und es war Einiges dabei, wovon ich noch nieeee gehört hatte! Wie super ist das denn?! "Hallo Leben, ich muss 200 Runden aussetzen, ich muss Serien gucken!"

Und weil von Euch so viele Empfehlungen kamen, stelle ich sie am Ende des Posts mal im Überblick zusammen. Vielleicht will sich da ja auch noch jemand etwas rauspicken. Aber jetzt erst mal meine letzten 4 Empfehlungen:

1. Orange is the new black
OITNB (die Abkürzung erinnert mich immer an NKOTB) war für mich gaaaanz heiße Ware. Ich kam nämlich nicht dran. Und deshalb hat mir Stephie, die früher auf "Roboti liebt" gebloggt hat, alle Folgen auf mehreren USB-Sticks mit der Post aus Österreich geschickt. Was war ich selig, wenn ein neuer Stick eintraf! Also, die Rede ist von einer Gefängnisserie. Und ich liebe alles (!), was in einem Gefängnis gedreht wird. Allein schon deshalb war ich vom ersten Moment an Feuer und Flamme. Mit großen, krassen Storylines hat diese Serie nicht viel am Hut, zumindest habe ich heute - ein Jahr später - in dieser Hinsicht nix Großartiges (mehr) aufm Schirm. Aber die Charaktere reißen alles raus. Ich mag einfach Serien, in denen die Darsteller alle einen an der Skurrilitätswaffel haben. Und das trifft hier aufs Wunderbarste zu. Und dann der Gefängnisbonus...wie gesagt...damit kriegt man mich immer. (Aber Hand aufs Herz: Wahrscheinlich handelt es sich hierbei eher um - Achtung, Achtung, Klischee-Keule! - eine Frauenserie. Aber das darf ruhig auch mal sein.)



2. The Killing
Die Amis haben mal wieder geklaut: diesmal die dänische Krimiserie "Kommissarin Lund". Jede Folge  entspricht etwa 24 Stunden und verfolgt die Aufklärung eines Mordes an einem jungen Mädchen. Wie immer bei Krimis wäre jedes weitere Wort eins zu viel, deshalb sage ich sonst einfach nix, außer: Diese Serie ist düster, drückend und schwer. Keine typische Krimikost, sondern eher ein vielfältiges Psychogram, denn die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven (Kommissarin, Verdächtige und Familie des Opfers) erzählt. Daraus ergibt sich ein guter Spannungsbogen und der schnöde Krimigeschmack bleibt aus. Ein toll gemachtes Remake, das allerdings nicht für "Gute-Laune-Stimmung" sorgt.



3. United States of Tara
Und weil ich nicht nur düstere oder grenzwertig unflätige Serien empfehlen möchte, hier mal was aus der lockereren Fraktion: United States of Tara heißt auf deutsch ganz platt "Taras Welten" und handelt von einer Mutter mit multipler Persönlichkeitsstörung. Diese Erkrankung macht ihr Umfeld und sie selbst (ach was?!) natürlich reichlich bekloppt. Tara wird von Toni Colette sooo grandios gespielt, dass sie dafür sogar mit einem Golden Globe und einem Emmy bedacht wurde. Nun gilt wie immer bei mir: Reine Comedyserien mag ich nicht und diese Serie kriegt mich letztlich nicht nur, weil Toni Colette so ein Knaller ist, sondern eben auch, weil es sich um eine sogenannte Dramedy handelt. Behauptet zumindest Wikipedia. Finde ich aber sehr treffend. Keine der bisher vorgstellten Serien würde ich übrigens meiner Mutter ans Herz legen. Diese hier schon!



4. The 100
The 100 ist meine aktuellste Neuentdeckung. Die 12 Folgen der ersten Staffel habe ich in 2 Tagen weggeatmet und warte nun gespannt auf die nächste Staffel. Diese Serie ist in meinen Augen eine Mischung aus LOST und Battlestar Galactica. Wer nun denkt "Ihhh, Raumschiffkram! Blöd!", dem sei gesagt, dass dieser Raumschiffkram nur am Rande eine Rolle spielt. Also: Ein Atomkrieg hat die gesamte Erde geplättet. Die letzten Überlebenden hocken auf einer Raumstation rum und warten auf bessere Zeiten. Genauer: Man wartet darauf, dass die Erde wieder bewohnbar wird, wenn sie die ganze Radioaktivität irgendwann wieder ausgeschwitzt hat. Nun wird aber der Sauerstoff auf der galaktischen Arche immer knapper und so wird sich etwas "ganz Schlaues" ausgedacht: Verstößt man auf der Arche gegen ein Gesetz, wird man ins Weltall geschmissen. Null Toleranz. Nur bei Kindern und Jugendlichen zeigt man sich nachsichtig und sperrt sie bis zu ihrem 18. Lebensjahr in einen Gefängnistrakt, um sie mit dem Erreichen der Volljährigkeit dann letztlich doch noch ins Weltall zu werfen. Diese Jugendlichen sind somit quasi ohnehin Todgeweihte und dürfen deshalb als Versuchskaninchen herhalten. Ab auf die Erde mit ihnen, um zu gucken, ob sie dort überleben können. Wenn ja, will der Rest der Raumschiffmeute nachrücken. All das findet in der ersten Folge statt und bildet sozusagen die Ausgangssituation. Im Folgenden dreht sich alles um den neuen Lebensraum "Erde" und dort werden die 100 Versuchskaninchen mit LOST-ähnlichen Zuständen konfrontiert, denn NATÜRLICH sind sie auf der Erde gar nicht allein und es passiert ganz viel mysteriöser Kram. (ACHTUNG: Ich habe NICHT behauptet, dass The 100 genau so gut wie LOST wäre! Aber ich fand die Serie so gut, dass ich mich immerhin auf die zweite Staffel freue.) 



So. Und jetzt eine servicefreundliche Auflistung EURER Empfehlungen. Unsortiert, unverlinkt und einfach runtergeschrieben. Einige davon habe ich bereits gesehen, einige kenne ich vom Namen her, aber viele sagen mir (noch) gar nichts:

  • The Shield
  • The Big C
  • Over there
  • Five Days
  • Whitechapel
  • Banshee
  • The Hour
  • Suits
  • Life
  • Firefly
  • Merlin
  • Angels in America
  • Real Humans
  • American Horror Story
  • The Newsroom
  • Chuck
  • The ChatherineTate Show
  • Big School
  • Ray Donavan
  • Orphan Black
  • Ripper Street
  • Peaky Blinders
  • Top of the Lake
  • Vikings
  • Harper's Island
  • The Americans
  • Masters of Sex
  • 5 Days to Midnight
  • Das verschwundene Zimmer
  • Men at Work
  • The Leftovers
  • Life on Mars
  • Ashes to Ashes
  • Men stroke Women
  • Legends
  • Once upon a Time
  • Outlander
  • Under the Dome
  • Der letzte Bulle (für Ruhrpottfreunde!)
  • Veronica Mars
  • Flash Forward
  • The Assets
  • Carivale
  • Brothers and Sisters
  • Damages
  • Da Vinci's Demons
  • Sleepy Hollow
  • Hannibal
  • Zero Hour
  • Being Erica

Folgende Serien wurden besonders häufig genannt:

  • True Detecitves
  • Sons of Anarchy
  • Die Brücke
  • Fargo
  • The Wire
  • Revenge
  • House of Cards
  • Borgen
  • Der Tatortreiniger
  • The West Wing
  • Bates Motel

Ich habe noch längst nicht alle Trailer angeschaut, aber angefixt haben mich bis jetzt Five Days, Top of the Lake (beides Mini-Serien), die Brücke und Real Humans.

Heute startet in den USA übrigens eine neue Serie, die mich auch schon freundlich anlacht: How to get away with Murder (von den Machern von Scandal und Grey's Anatomy):



Und auf The Affair bin ich auch n bisskn gespannt. Startet am 12. Oktober:



Und für alle, die Scandal genauso lieben wie ich: Heute startet in den USA die neue Staffel und eeeendlich klärt sich die Frage: "Where on earth is Olivia Pope?". In diesem Sinne: Viel Spaß im Serien-Kosmos...ganz egal was Ihr guckt! 

Merke: Trotzdem mal wieder ein Buch lesen, Juli!

Empfehlungssause #2: Tolle Serien, die noch nicht unbedingt jeder kennt!

24. September 2014

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, heute geht es heiter weiter mit meiner kleinen, illustren Seriensause! Wer den ersten Teil verpasst hat: HIER entlang!

So. Jetzt aber nich lang schnacken und so...es geht los:

1. Shameless
Ich habe es gestern schon gesagt: Ich mag keine lustigen Serien. Aber wenn sich Komik mit Tragik paart, bin ich wieder am Start. Also...ich lege Euch Shameless in der US-Version ans Junkie-Herz, denn die Amis haben hier mal wieder geklaut und sich das gleichnamige britische Original als Vorlage geschnappt. Aber das haben se gut gemacht. Es geht um die Gallaghers: Vatter Frank hat 6 Kinder. Und Vatter Frank hat nicht nur ein Alkohol-, sondern irgendwie ein Alles-Problem. Er kriegt weniger als nix auf die Kette, würde alle seine Kinder für ne Pulle Bier verkaufen und klaut ihnen jeden Penny unterm Hintern weg, denn in dieser Familie sehen die Kinder zu, dass sie irgendwie (!) das Geld verdienen. Vielleicht mag man diese Serie zunächst für Klamauk halten, aber je tiefer man reinrutscht, desto stärker nimmt man die Tragweite der Tragik wahr. Und man liebt die Charaktere...einfach weil sie durch die Bank weg so eigen, so bekloppt, so herzlich und verzweifelt sind.



2. Black Mirror
Black Mirror ist wahrscheinlich die abgefahrenste Serie, die ich je gesehen habe. Sie besteht nur aus zwei Staffeln zu je 3 Folgen und ich habe jede einzelne wie eine sündhaft teure Praline (oder so) verzehrt, anstatt sie alle in einem Rutsch wegzugucken. Pro Abend nur eine Folge, um meine Freude daran ein wenig in die Länge zu ziehen. Jede Folge wartet mit einem völlig anderen Cast, einer völlig anderen Story und sogar mit einer völlig anderen Realität auf. Es handelt sich also eher um Kurzgeschichten, die jedoch eins gemeinsam haben: Sie zeichnen ein Bild einer möglichen Realität im Kontext medialer Entwicklungen. Versteht jetzt kein Mensch, wenn ich das so sage, oder? Man könnte auch sagen, dass es hier um "sowas könnte von sowas kommen" geht. Achtung: Diese Serie ist krass. Manche Folgen mehr, manche Folgen weniger. Aber schon die erste Folge greift inhaltlich in eine wirklich harte Schublade und wer eher auf "Larifari und schöne Welt" steht, der ist an dieser Stelle mit Black Mirror sicherlich NICHT gut beraten. (Mich hat übrigens am meisten die letzte Folge geflasht. Da hab ich wirklich mit offenem Mund vorm Bildschirm gehockt!)



3. Misfits
Wenn man sich die erste Folge von Misfits anschaut, ist man wahrscheinlich alles andere als begeistert. Wenn man aber aus Langeweile (oder so) trotzdem weiter guckt, ist man nach 3-4 Folgen wirklich schwer verliebt, FALLS man auf bösen Zynismus, harte Dialoge, abstruse Stories und ein bisskn Mystery steht. Normalerweise bin ich absolut kein Vertreter der snobby "Ohhh, das muuuss man aber uuuunbedingt im Originalton gucken!"-Liga. Aber in diesem Fall gilt: Doch. Muss man! Zwar wird hier teilweise in sehr extremem Cockney-Dialekt gesprochen, aber nach 2-3 Folgen hat man meiner Meinung ein Ohr dafür und kommt klar. Aber worum geht's eigentlich?! Also: 5 jugendliche Straftäter werden zu Sozialstunden verdonnert und während ihrer ersten Schicht trifft sie der Blitz. Danach verfügen sie über übernatürliche Kräfte, schnallen erst mal nix und machen nur Mist. Klingt auch wieder nach Klamauk? Auch wieder falsch! Denn Misfits ist tatsächlich eine Drama-Serie, die in meinen Augen vor allem von den Charakteren und ihrem ruppigen Miteinander lebt. Und einer der Darsteller spielt jetzt bei Game of Thrones mit. Tut nix zur Sache, aber ich hab mich da voll drüber gefreut. Hinweis #1: Nach der zweiten Staffel baut diese Serie radikal ab. Aber das ist ja leider häufig so. Hinweis #2: Große Soundtrackliebe! Allein die Openermusik...hach! Noch nie habe so gerne einen Vorspann geguckt. Hinweis #3: Wem "Girls" zu "unflätig" ist, der sollte es mit Misfits gar nicht erst versuchen.



4. The Following
Diese Serie ist im Thriller-Segment anzusiedeln und legt ihren Fokus somit vor allem auf Spannung und Schockmomente. Aber auch die Entwicklung der einzelnen Charaktere und die diversen Erzählstränge sind wirklich gut gemacht. In der Rolle des FBI-Agenten Ryan Hardy hat Kevin Bacon den Serienkiller Joe Carrol am Haken. Und umgekehrt. Denn Joe Carrol gelingt es trotz seiner Gefängnisunterbringung, einen Kult aufzubauen, der in seinem Namen weiter mordet und Herrn Hardy nicht zur Ruhe kommen lässt. Das Ganze nimmt vor allem in der zweiten Staffel extreme Ausmaße an. Mich hat insgesamt am meisten Kevin Bacon beeindruckt: Den vollkommen verhärmten Agenten mimt er mit Bravour! Bislang existieren 2 Staffeln zu je 15 Folgen und eine dritte Staffel is yet to come.



So. Und weil ich noch mehr "Muss man gesehen habe"-Serien auf Lager habe, verlängere ich meine zweiteilige Empfehlungssause einfach und lege morgen noch mal nach. Also: bis morgen, liebe Serienfreunde!

Merke I: Heute Abend startet der WDR mit meiner gestrigen Empfehlung "The Returned" in Doppelfolgen!

Merke II: Wie glücklich ein mitternächtliches Aufbackbrötchen mit Avocado und Ei machen kann!


Empfehlungssause: Tolle Serien, die noch nicht unbedingt jeder kennt!

23. September 2014

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, der September ist ein guter Monat, denn im September hat mein Leiden ein Ende. Mein "Alle meine Lieblingsserien sind in einer gefühlt 100 Jahre langen Sommerpause"-Leiden.

Früher bin ich abends extra früher zu Bett gegangen, damit ich möglichst lange lesen konnte. Dünne Bücher kamen mir nur selten ins Haus, weil ich es immer schrecklich fand, meine neuen Freunde (a.k.a. literarische Protagonisten) wieder ziehen zu lassen, sobald ich das jeweilige Buch ausgelesen hatte. Mit dicken Büchern bleiben die neuen Freunde einfach etwas länger. Und das war mir wichtig.

Und dann bin ich eines Tages zum Serienjunkie mutiert. Den Anfang machte damals "24". Mit schweißnassen Händen hockte ich vorm Bildschirm und zog locker 10 Folgen am Stück weg, weil es einfach zuuu spannend war. Dann freundete ich mich mit Alley McBeal an, die ich beim Durchzappen auf VOX eigentlich immer total beknackt gefunden hatte (Der Tomahawk-Tanz um den imaginären Säugling?! Hallo?!). Aber vor locker 10 Jahren saß ich dann um die Weihnachtszeit mit fiesem Liebeskummer zu Hause, hatte weder einen TV- noch einen Internetanschluss und kam mit "vor die Wand gucken" einfach nicht aus meinem Loch raus. Also brachte mir ein Freund zig Alley McBeal VHS-Kassetten vorbei, denn auch wenn ich keinen Fernsehanschluss hatte, war ich immerhin im Besitz eines TVs uuund (wuhuuu!) eines Videorekorders. Das muss die Zeit gewesen sein, in der Seriendarsteller meine Bücherliebe mehr und mehr aus meinem Leben vertrieben haben.

Tja. Einmal Serienjunkie, immer Serienjunkie. Und da man im Alltag ja schlecht den ganzen Tag vor der Glotze hocken kann, mussten die Abendstunden herhalten, um Lost, Prison Break, Alias, Heroes, The L-Word, Battlestar Galactica und sonst was zu gucken. Es blieb schlicht keine Zeit mehr für Bücher. Auch nicht für ganz dünne.


Noch jahrelang schleppte ich trotzdem regelmäßig ganze Bücherberge nach Hause. Schließlich wird sowas ja zur Gewohnheit mit den Jahren. Aber mit noch mehr Jahren merkt man dann irgendwann doch, dass es sich dabei um rausgeschmissenes Geld handelt, weil man Abend um Abend ja eh nur auf den Bildschirm und nicht in die neuen Bücher starrt.

Wenn mich jemand zum ersten Mal in meiner Wohnung besucht, wird meist mit anerkennendem Unterton "Oh, toll, so viele Bücher! Leute die lesen, sind gute Leute!" oder so was in der Art angemerkt.


Wenn ich dann aber sage, dass ich seit Jahren keinen Roman mehr gelesen habe, weil Serien und so, dann folgt auf die Anerkennung meist nur ein dumpfes "Oh" und ich bin fast etwas beschämt.

Nun denn. Worauf ich hinaus will, ist Folgendes: Aktuelle Bücher kann ich Euch keine empfehlen. Aaaaber Serien. Da bin ich mittlerweile Experte. Und weil mein "Alle meine Lieblingsserien sind in einer gefühlt 100 Jahre langen Sommerpause"-Leiden in Kürze ein Ende haben wird, lasse ich heute und morgen einige meiner liebsten Serien der letzten Jahre für Euch im Rahmen einer fetten Empfehlungssause hochleben.

Die Klassiker wie Downton Abbey, Mad Men, Dexter, Game of Thrones, Homeland, The Walking Dead oder Boardwalk Empire kennt man ja als Serienfreund in der Regel. Deshalb komme ich Euch jetzt versuchsweise mit Empfehlungen, die eben noch nicht jeder unbedingt kennt. Und los geht's:

1. Hit & Miss
Diese Kurzserie - bestehend aus nur 6 Folgen - ist recht starker Tobak. Aber ich mag starken Tobak. Im Zentrum steht Chloe Sevigny in der Rolle der noch nicht operierten transsexuellen Auftragskillerin Mia. Als Mia erfährt, dass sie einen elfjährigen Sohn hat, der nach dem Tod seiner Mutter mit seinen drei Halbgeschwistern ganz alleine dasteht, übernimmt sie das Sorgerecht und zieht zu den Kindern auf einen Bauernhof. Dort wird sie mit Ablehnung und Abscheu ob ihrer Sexualität konfrontiert. Stellenweise war ich wirklich fassungslos wie nah, wie echt, wie brutal und nackt die gesamte Thematik umgesetzt ist. Sowohl inhaltlich als auch schauspielerisch mit Blick auf Chloe Sevigny eine mutige und starke Serie. Nur eben leider sehr kurz.



2. The Returned
Diese französische Serie besticht - meine Güte, mir fällt keine andere Formulierung ein - vor allem durch ihre atmosphärische Dichte: In einem kleinen Bergdorf in Frankreich tauchen nach und nach verstorbene Personen wieder auf und bemühen sich, in ihren ehemaligen Alltag zurückzufinden. Es handelt sich hierbei aber keinesfalls um eine platte Zombie-Geschichte mit Blut, Horror und Co. Vielmehr stehen die emotionalen Kontexte im Vordergrund. Beklemmend und leise werden die einzelnen Geschichten gezeichnet, ohne dass der typische Hau-drauf-Mystery-Hammer geschwungen wird. Vor diesem Hintergrund gilt The Returned eher als Drama-Serie und konnte in dieser Kategorie auch einen Emmy absahnen.



3. Girls
Ich bin kein Freund von lustigen Serien. Und Girls IST lustig. Aber Girls ist auch schräg und tragisch und schrecklich und voller Herz und echtem Leben. Lena Dunham, die auch als Schöpferin und Produzentin hinter dieser Serie steht, spielt die völlig verschrobene Hannah. Als Mittzwanzigerin turnt sie durch ihr Katastrophenleben in New York, träumt von einer Karriere als Schriftstellerin und fällt alle 3 Meter mit allem was sie tut auffe Schnüss. Eigentlich möchte ich viel lieber eine Liebeserklärung an Frau Dunham schreiben, anstatt hier irgendetwas zum Inhalt der Serie zu brabbeln. Mit wie viel Mut sie diese Rolle spielt, haut mich einfach um. Man will sich ständig die Hände vors Gesicht halten, weil man mit ihr leidet und sich auch ein bisschen sehr für sie schämt. Aber noch viel mehr will man sie knutschen, weil sie sich nonstop so herrlich ehrlich mit allem Schwabbel und Pannetum so unvorteilhaft in Szene setzt, dass man einfach nur dankbar ist. Für das Ungeschönte, für den Selbstzynismus und für jedes einzelne "Na und?! Dann schwabbelt da halt was!". Ach so, natürlichen spielen da auch noch andere Leutchen mit. Die sind auch okay. Aber Lena...Lena ist ne Heldin! Und ganz im Ernst: Der Trailer gibt nicht mal im Ansatz wieder WIE TOLL diese Serie ist.



4. Scandal
Meine Güte, wer ist eigentlich für so schlechte, nichts sagende Trailer verantwortlich?! Wenn ich jetzt nämlich sage, dass ich Scandal LIEBE, und Ihr Euch dann den Trailer anschaut, denkt Ihr: "Lahm! Die hat se doch nicht mehr alle!". Also: Kerry Washington (unglaublich schöne Frau!) spielt Olivia Pope und "Olivia Pope fixes things". Glaubt man dem Trailer hält man diese Serie für schnöden Krimi-Kram, in dem einfach nur irgendwelche Fälle gelöst werden. Das ist aber völliger Quatsch. Frollein Pope löst nicht IRGENDWELCHE Fälle, sondern arbeitet mehr oder weniger unfreiwillig mit dem Weißen Haus zusammen und muss ständig den ganzen Mist, den die Regierung verbockt, wieder grade rücken. Aber auch darum geht es eigentlich nicht wirklich. Diese Serie lebt von der Affäre zwischen Frollein Pope und Mister President und von familiären Verstrickungen. Das klingt vielleicht platt, IST ES ABER NICHT! Im Zuge der ersten Staffel war ich angefixt und mit der zweiten Staffel war ich Feuer und Flamme. Die einzelnen Charaktere sind durchweg unglaublich gut gezeichnet, die Langzeithandlung hat tolle Wendungen auf Lager, das Verschwörungspotential stimmt auf den Punkt und man will ständig schreien "Boah, Du doofer Presi-Kopp, klopp datt Weiße Haus inne Tonne, nimm die Frau und hau ab!". Wirklich, diese Serie kann so viel mehr als der Trailer suggeriert...



So. Den nächsten Rutsch gibbet morgen. Ich verbleibe mit freundlichen Junkie-Grüßen und freue mich über EURE Serien-Tipps. Und nein: Breaking Bad will ich nicht gucken. Und ja: Ich hab es wirklich, wirklich, wiiiirklich versucht. Mehrfach.

Merke: Bei EDEKA gibbet aktuell Brathähnchen-Kartoffelsalat im Kühlregal. Sehr, sehr geil.

Unterwegs in der Hölle. Oder: "Ich HASSE diesen Tag!"

17. September 2014

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, gestern war ich in der Hölle unterwegs. Und weil das wirklich starker Tobak war, bitte ich jetzt all diejenigen mit sanften oder empfindlichen Gemütern, einfach wieder wegzuklicken. Denn schön ist anders. Und lecker erst recht.

Ich hab nun wirklich ein Weilchen überlegt, ob ich über diesen Höllenausflug überhaupt schreiben soll. Man kann ja manchmal durchaus auch einfach mal schweigen. Aber man kann auch durchaus mal "So ne Scheiße!" sagen. Das ist dann halt das wahre Leben...so ganz ohne Tüdelü und Heititei, ohne Sonnenuntergänge oder schön angerichtete Abendbrotteller. Und ab und an darf das ruhig mal raus. Finde ich.

(Mama, lies das NICHT!)

Also. Gestern. Nach zwei Wochen mit dem Stressteufel im Nacken wollte ich es gestern ruhig angehen lassen. Mir etwas Gutes tun. Die Sonne genießen. Durchatmen. All sowas eben.


Und so habe ich mich gegen Mittag auf einen Spaziergang begeben. Kleidchen an, Kamera über die Schulter und ab anne Ruhr. Dort wollte ich einfach ein bisschen rumsitzen und vielleicht ein Foto für Fees und meine Foto-der-Woche-Aktion eintüten. Mehr nicht.

Ich steige aus dem Auto, freue mich in all meiner Herbstfetischhaftigkeit über das Laub im Allgemeinen und Besonderen und laufe los.


Auf dem Weg zur Ruhr entdecke ich so Dinger. Keine Ahnung wie sie heißen, aber sie sind riesig. Mindestens zwei Meter hoch.


Natürlich will ich sie fotografieren. Und zwar so, dass ich unter ihnen stehe, damit man erkennt wieeee groß sie sind. Ich kämpfe mich mit nackten Beinen durchs Dickicht. Für ein schönes Foto ist mir wenig zu doof. Das Dickicht zerschrammt mir distelig die Beine. Macht nix. Weiter. Das Dickicht reisst mir mein Kleid auf. Macht was. Sofortiger Rückzug und Flunsch.

Ich hocke mich an die Ruhr, strecke die Beine aus, halte mein Gesicht in die Sonne, mache einen auf Idylle, will mich nach hinten lehnen...


...und ramme mir an einem Stückchen Holz einen Splitter in die Handfläche. Was macht man als kompetenter Splitter-Entferner so ohne Pinzette und Kamillebad?! Dran rumlutschen. Klar. Hilft aber nicht. Splitter bleibt drin.

Pfff. "So ein Splitter versaut mir doch nicht meinen Ausflug!" denke ich und bleibe einfach sitzen. Dann kommen ca. 27 Bremsen vorbei und rufen "Ha! Wir aber!"

Als verifizierter Bremsenallergiker nehme ich die Beine in die (Splitter-)Hand und renne los. Am Dickicht vorbei und zurück auf den Gehweg. Dann will ich Berit eine Voice-Nachricht per Whatsapp schicken, um mich über die Bremsenattacke zu beschweren. Geht aber nicht. Weil mein Handy nicht in der Tasche ist. Ich renne zurück zum Ruhrufer. Nix Handy. Panik. Ich renne zurück zum Auto. Nix Handy. Noch mehr Panik. Ich renne zurück zum Dickicht. Und tatsächlich: mittendrin liegt mein Handy. Beine noch mehr zerschrammt, Kleid noch mehr zerfleddert. Aber nun gut.

Handy gerettet und zurück auf dem Gehweg. Zwischen dem Gehweg und der Ruhr befindet sich ein kleines Mäuerchen. Ich beschließe, dass es lustig wäre, mich per Selbstauslöser auf dem Mäuerchen zu fotografieren. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen, vor dem mir das Szenario peinlich sein müsste. Also deponiere ich meine Kamera im angemessenem Winkel auf dem Boden, starte den Selbstauslöser und will in Sekundenschnelle leichtfüßig auf das Mäuerchen hüpfen.

Das geht aber nicht. Das Mäuerchen ist nämlich doch eher eine Mauer und ich ähnele eher einem gestrandeten Wal, als ich mit dem Bauch...ach, egal. Stellt Euch einfach einen gestrandeten Wal auf einer Mauer vor. Dieser Moment war mir vor mir selbst schon peinlich genug, aber schlimmer geht ja bekanntlich immer. Das zerfledderte Kleid ist nicht besonders lang. Und während ich da so rumstrande, guckt mein Hintern raus. Das merke ich, weil plötzlich von hinten jemand "Hahahaha, kumma, ey! Die zeigt uns ihren Arsch!" grölt.

Ich spiele kurz mit dem Gedanken an einen Spontantod, lasse mich von der Mauer gleiten plumpsen, tue so, als ob ich die türkischen Jugendlichen zwischen den Bäumen weiter hinten gaaaar nicht bemerkt hätte, schnappe mir meine Kamera, mache einen auf "Hö?! War was?!" und schlendere betont lässig weiter.

In den folgenden 5 Minuten passiert nichts. Zumindest nichts Schlimmes. Ich mache Fotos.


Dann entdecke ich einen komischen Baum. Dieser Baum sieht aus wie ein Zelt. Und weil Zeltbäume spannend sind, muss ich das natürlich näher untersuchen. Ich suche den Eingang...


...und betrete das Zelt. Kamera schön vor der Nase, Foto hier, Foto da...und dann rutsche ich aus. Schon in der ersten Sekunde weiß ich es. Dieses Rutschgefühl am Schuh kann nur eins bedeuten und im Fall denke ich noch "Nein, nein, neiiiiiiin!".

So. Nun muss ich gut überlegen wie ich die Sachlage beschreibe, ohne zu ekelig zu werden.

Also. Stellt Euch vor der Teufel hätte sein Geschäft verrichtet. Und stellt Euch vor, dass der Teufel sehr, sehr, seeeeehr groß ist. So ein großer Teufel macht kein kleines Geschäft! So ein Teufel hat auch keine normale Toilette für seine Fäkalien. Er hat natürlich ein überdimensionales Baumzelt. Und wer latscht da rein? Ich. Natürlich.

Ich schwöre es Euch: Kuhfladen sind NICHTS gegen Teufelshaufen! Und JAAA, ich habe ein Foto davon gemacht. Aber das sprengt wirklich alle Grenzen des guten Geschmacks UND des schrägen Humors. Deshalb tue ich Euch das jetzt NICHT an.

Jedenfalls sitze ich da für einen Moment neben dieser stinkenden Monstrosität und weiß nicht, ob ich sauer (weil reingetreten) oder erleichtert (weil daneben gefallen) sein soll. Ich entscheide mich letztlich ob des bestialischen Gestanks eindeutig für Sauersein, rapple mich auf und fange an, meinen Schuh am Boden abzuwetzen. Während ich also wie ein Pferd mit meinem einen Huf scharre und die Luft anhalte, um nicht in Ohnmacht zu fallen, höre ich jemanden hinter mir. Und dann steht da auf einmal so ein Pannemann, holt sein Geschlechtsteil raus und macht Pipi. 1,5 Meter FRONTAL NEBEN MIR!

Eloquent wie ich bin sage ich "AAAAALTER! Warte doch wenigstens kurz bis ich weg bin!" Das interessiert den Pimmelmann aber mal so gar nicht. Er sagt "Ach so, klar!" und pinkelt weiter.

Ich bin fassungslos und gehe. Und spiele weiter Hufscharren. Bis eine Bank kommt. Ich setze mich, schnappe mir mein Handy und erstatte Berit Bericht. Dann scharre ich neben der Bank weiter mit meinem Stinkehuf und möchte am liebsten vor dem Gestank weglaufen. Geht aber nicht. Also setze ich mich völlig gefrustet wieder hin und denke nach. Der Teufelshaufen hat sich nämlich in mein Schuhprofil gefressen. Und so kann ich ja schlecht in mein Auto steigen. Von der olfaktorischen Vergiftungsgefahr mal ganz abgesehen.

Tja. So sitze ich da rum. Und dann kommt plötzlich der Pimmelmann um die Ecke. Ich gucke gezielt in die andere Richtung und hoffe, dass all meine Poren irgendetwas zwischen Verachtung und Missachtung aussenden. Hat nicht geklappt, denn tatsächlich setzt der Bekloppte sich jetzt auch noch neben mich. Ich schwanke noch zwischen "sofort aufstehen und gehen" und "pfff...ich war zuerst hier!", als plötzlich eine Frau auf der Bildfläche erscheint. Pannemann fängt an zu brüllen. Sie solle ihm das Handy geben. Und das Feuerzeug. Und zwar trotz aller Schimpfwörter, die er ihr an den Kopf wirft.

Ich entscheide mich nun doch für "sofort aufstehen und gehen" und entferne mich bis zum nächsten Wiesenstück, um wieder...Ihr wisst schon...die Nummer mit dem Huf.

Frau haut ab, Mann rennt hinterher, Bank wieder frei. Also setze ich mich wieder hin. Keine 30 Sekunden später ist die Frau wieder da, kommt auf die Bank zugerast und setzt sich neben mich. Und zwar DIREKT neben mich. Ihr Arm berührt meinen Arm. Das möchte ich nicht, also springe ich auf und will mich vom Acker machen, als mich der Mann, der sich mit einem Schlag wieder materialisiert hat, anbrüllt: "Ey, ey Duuuu!"

Ich lasse mich nicht beirren und gehe weiter. "Hasse Feuer? Eyyyyy, hasse FEUER?!"

Ich gehe weiter. Und muss mich dann auch noch F...e nennen lassen.

Ich wäge kurz ab und entscheide, dass ich mich einfach um meinen Huf kümmern und den Asi Asi sein lassen sollte. Von Berit hatte ich mittlerweile den Tipp bekommen, dass ich barfuß nach Hause fahren und den Ekelschuh am besten in eine Tüte packen sollte. Falls ich eine Tüte im Auto hätte.

Habe ich. Also setze ich mich auf dem Parkplatz mit der Tüte und dem Schuh zwischen mein und das daneben stehende Auto. Und kratze die Teufelsspuren mit einem Stöckchen und Todesverachtung aus meiner Sohle. Das dauert.

Irgendwann kommt ein Vater mit seiner Tochter vorbei. Sie wollen mit dem Auto neben meinem wegfahren und müssen deshalb an mir vorbeigehen. Ich ziehe den Kopf ein, gucke mit meinem Aa-Stöckchen verlegen zu Boden und hasse diesen Tag.

Da sagt das Mädchen "Papa, die Frau stinkt!"

Arghhhhhh! ICH HAAAASSE DIESEN TAG!

Also werfe ich den elendigen Schuh in die Tüte, springe in mein Auto und fahre nach Hause. Barfuß laufe ich zur Haustür...


...und da fährt ein Auto mit Jungspunden an mir vorbei. Der Beifahrer hängt seinen Arm voooll lässig aus dem Fenster und ruft: "Nur Penner rennen barfuß rum!"

Ich überlege kurz, meine Ekeltüte ins Autoinnere zu werfen. Statt dessen atme ich aber einfach tief durch.

In der Wohnung hole ich den Schuh aus der Tüte, schnappe mir ein Schwämmchen und schrubbe im Handwaschbecken wild drauflos. Ich halte die Luft an. Bis ich fast umfalle. Und dann schnappe ich aus Versehen oder aus Not nach Luft und binnen der nächsten Sekunde - Moment, kurz wieder überlegen wie ich das formulieren soll - naja, ich mache das, was man macht, wenn einem ganz, ganz, gaaaanz furchtbar übel ist. Über den Schuh drüber.

(Mama, ich hab doch gesagt, Du sollst das nicht lesen!)

Dann renne ich ins Wohnzimmer, schnappe mir mein Handy und spreche Berit das Elend bei Whatsapp drauf. Die Nachricht endet mit "Jetzt steht dieser Schuh voll K....e und K...e in meinem Badezimmer und ich weiß nicht was ich machen soll! Und die ganze Wohnung riecht nach Sch...e. Oh Gott, ist das schrecklich!"

Berit findet es zum Glück (Zitat!) sehr sympathisch, dass ich über meinen eigenen Schuh gedingst habe. Also gehe ich alter Sympathiker zurück ins Badezimmer, halte wieder die Luft an und pule mit 10.000 Wattestäbchen die letzten Ekelreste aus dem Profil.

Danach stinkt die ganze Wohnung noch schlimmer. Ich reiße alle Fenster auf und bemitleide mich. Aber da der Tag eh schon im Eimer ist, kann ich auch gleich noch die Küche putzen. In der Küche trete ich in Katzenkotze und schmeiße, weil ich mich beim Ausrutschen an der Heizung festhalten will, das Glas mit der glatten Petersilie, das auf der Heizung steht, runter. Das Glas zerspringt in fast so viele Teile wie ich zuvor Wattestäbchen vermüllt habe. Ich weiß nicht was schlimmer ist: Katze in Glasscherbenküche oder ich barfuß in Katzenkotzeglasscherben oder die Tatsache, dass die Petersilie schon etwas zu lange in dem Wasserglas wohnte und die Siffe, die nun an der Wand klebt, mindestens so fies stinkt wie der Ekelschuhgeruch.

Ich klemme mir die Katze unter den Arm und positioniere uns auf dem Balkon. Dort genieße ich dann die Sonne. Hätte ich mir das mit dem Ausflug zur Ruhr eigentlich auch sparen können.

Danach sind noch 7 weitere doofe Sachen passiert. Aber die erzähle ich jetzt nicht. Jetzt muss ich nämlich zum Dentalschlachter. Auch schön. Und der Splitter sitzt immer noch in meiner Hand.

Merke I: Immer mit Ersatzschuhen spazieren gehen.

Merke II: Überdimensionale Baumzelte meiden.

Merke III: Berits Blog feiert heute Geburtstag! Schaut mal bei ihrer tollen Verlosung vorbei!

Der Blogpotential-Startschuss

15. September 2014

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, heute isset soweit: Ich stelle Euch mein neues Projekt vor! Wie ne dicke Henne hab ich ganz schön lange auf der Idee rumgehockt, hab gebrütet, überlegt, gezweifelt und rumgesponnen. Hab zwischendurch immer wieder "Neneneneneeee!" gedacht und von Freunden immer wieder "Doch, doch, doch, doch, dooooch!" zu hören bekommen. Und letztlich hat dann die Tatsache, dass ich hier immer wieder "Einfach machen!" predige, gesiegt. Denn wer ständig "Einfach machen!" säuselt, sollte genau das tun: einfach machen.

Deshalb gehe ich heute mit BLOGPOTENTIAL an den Start!


Nomen est mal wieder total Omen. Es handelt sich also um Workshops für Blogger - wobei der Plural aktuell noch etwas übertrieben ist, denn erst mal gibbet nur EINEN Workshop. Und für den Fall, dass dieser eine Workshop fluppen sollte, kündige ich entsprechenden Nachwuchs an. Aber erst mal gucken, klein anfangen und langsam mit den jungen Blogpferden. Ideen hab ich zwar so viele, dass ich galant platzen könnte, aber ich will die Klappe lieber noch nicht zu weit aufreißen. Erst mal abwarten und auf "Versuch macht kluch" setzen.

Ich würde mir wünschen, dass mein Workshop eher wie ein kleines "Event" funktioniert. Nicht "nur rumsitzen und zuhören", sondern "mitmachen, gemeinsam Spaß haben und ein bisschen Action" soll im Zentrum stehen. Deshalb hab ich mir ein paar kleine Überraschungen einfallen lassen und einen kleinen Bonus oben drauf gepackt. Was das genau bedeuten soll und wie sich das mit Fakten, Fakten, Fakten und Know How verbindet, könnt Ihr auf Blogpotential erfahren. Dort erwartet Euch nicht nur die Workshopbeschreibung en Detail, sondern auch eine kleine Videobotschaft, in der ich versuche, Euch ein bisskn mit meiner Vorfreude anzustecken.


Neben der Vorfreude hatte ich in den letzten Wochen aber auch reichlich Arbeit und "Boah, ey!" im Gepäck. "Einfach machen" war nämlich stellenweise gar nicht so einfach (...Frechheit eigentlich!). Ein Logo musste her, das "Was, Wie & Wo" musste anständig ausgetüftelt und die Technik in den Griff bekommen werden. Und ganz ehrlich: Da gab es ganz schön viele "Kopp-auf-Tischplatte"-Momente.


Deshalb möchte ich an dieser Stelle unbedingt auch DANKE sagen. Danke an Heidi und Phillip, deren Wochenenden ich an der Technikfront beschlagnahmen durfte und die teilweise bis mitten in der Nacht mit mir am Computer gesessen und den "Datt geeeeeht nicht!"-Teufel für mich in die Flucht geschlagen haben. Danke an Michel, der sich um das Design gekümmert und mein ständiges "Ja. So. Aber anders." ertragen hat und sich immer wieder "Und daaaan bräuchte ich noch…" anhören musste. (Zitat Michel: "Du weißt aber schon, dass Du einem auch ganz schön auf die Nerven gehen kannst, oder?!") Danke an Fee, die auf meinem Workshop als ehrenwerter Special Guest einen Vortrag halten wird. Und Danke an Berit und Patrick, die sich über Wochen mein "Boah, ey" reinziehen "durften" und mir mit Rat und Tat (Berit hat zum Beispiel das Videochen mit mir gedreht) zur Seite gestanden haben. Danke an ganz viele Leute, die mir zwischendurch immer wieder Mut gemacht haben, wenn der sich mal wieder in die hinterletzten Ecken verkrümelt hatte. 

Diese Fotos habe ich alle auf Instgram gemopst!

So. Genug gefaselt. Jetzt schalte ich BLOGPOTENTIAL frei und muss aufpassen, dass ich keinen Herzklabatser kriege. Ich hoffe, Einige von Euch haben Spaß an der Sache und vielleicht sogar Lust, sich anzumelden. Und ich sach jetzt einfach mal: Ich glaube datt wird schön. Richtig, richtig schön. 

Merke: Einfach machen und den Popo vom Grundeis kratzen.

Merke II: Sollte irgendetwas auf BLOGPOTENTIAL nicht funktionieren,
würde ich mich freuen, wenn Ihr mir Bescheid sagt!

Geteilte Aufregung ist halbe Aufregung

12. September 2014

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, seit Mooonaten unke ich ja nun schon groß rum und erzähle von irgendwelchen Projekten, an denen ich rumfummle. Zwischendurch habe ich immer wieder auf den fiesen Stressteufel geschimpft und Mimimimimi gemacht. Aber JETZT bin ich auf der Zielgeraden, hab Hummeln im Hintern, bin aufgeregt wie Oberbolle und werde am kommenden Montag eeeendlich eins dieser Projekte auffe große Online-Bühne hieven.

Der Popo geht mir dezent auf Grundeis, aber ich hab auch reichlich Spaß inne Backen. Und gaaaanz eigentlich wollte ich am Montag hier einfach nur n bisskn Budenzauber veranstalten und "So, kumma!" sagen. Aber Berit war entsetzt und meinte: "Watt?! Du willst das NICHT teasern?!". Und ich so: "Ähhhh...NE!". Und Berit so: "Och. DOCH!"

Tja. Also hab ich ne Runde drüber nachgedacht und beschlossen: Geteilte Aufregung ist halbe Aufregung und so unterteile ich meine Aufregung jetzt ganz geschickt in heute und Montag.

Also: Am Montag kommt da was. Und es heißt BLOGPOTENTIAL. Und ich hoffe, dass einige von Euch da Spaß dran haben werden. Anders wär nämlich doof.


Drückt mir die Daumen, dass ich die letzten Meter in den nächsten Tagen anständig gewuppt kriege, denn der Teufel sitzt nicht nur mit der Stresskeule in meinem Nacken, er wohnt bekanntlich auch im Detail. In diesem Sinne: bis Montag und ein schönes Wochenende, verehrte Herrschaften! Seien Sie wieder dabei, wenn es heißt: Datt Geheimnis wird gelüftet!

Merke: Nein, ich habe in "BLOGPOTENTIAL" kein T vergessen. Das soll so!

Weil es wichtig ist. Weil es richtig ist.

10. September 2014

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, heute mal was ganz anderes. Weil es wichtig ist. Weil es richtig ist.

Mit 16 habe ich mit meiner Mutter im Kino den Film Philadelphia gesehen. Rotz und Wasser habe ich danach im Kino-Bistro geheult, weil es mich einfach umgehauen hat wie DUMM Menschen sein können. Wie engstirnig, kleinbirnig und unter aller Menschenwürde Diskrimierung ist. In diesem Falle homophobe Diskriminierung.

Als ich die West Side Story gesehen habe, muss ich etwa 12 gewesen sein. Meine Eltern waren zum Essen ausgegangen und ich lag heulend auf dem Küchentisch, weil ich den Gedanken nicht fassen konnte, dass zwei Menschen sich nicht lieben dürften, nur weil sie unterschiedlicher Abstammung sind. (Warum ich mich zum Heulen wirklich AUF den Küchentisch gelegt habe, entzieht sich leider meiner rückblickenden Kenntnis. Vielleicht um die Dramatik angemessen umzusetzen.)

Und wie alt ich war, als ich den 60er-Jahre-Klassiker Rat mal wer zum Essen kommt mit Sidney Portier gesehen habe, weiß ich gar nicht mehr. Aber ich bin definitiv noch zur Schule gegangen. Und hab geheult, weil die Eltern einer schnieken, reichen, weißen Lady ihren neuen Mann, einen Farbigen, der dem Titel gemäß zum Essen kam, nicht akzeptieren wollten.

Inzwischen bin älter. Viel älter. Aber engstirnige, diskriminierende Bumsbirnigkeit treibt mir immer noch mit vollster Wucht die Tränen in die Augen und ich möchte allen, die sich über irgendwelche Lebens- oder Liebensweisen erheben, um abfällig drauf herabzuschauen, mit vollster Wucht eine scheuern. (Jaja, Gewalt ist keine Lösung...)


Erst letztens hat mir meine Freundin Heidi erzählt, dass sie immer mal wieder aufgrund ihres Aussehens (ihre Mutter ist Philipina) von Fremden aus dem Nichts heraus mit Blicken, Worten und Gesten abgestraft, degradiert und diskriminiert wird. Natürlich weiß ich, dass "so etwas" in unserer Gesellschaft immer wieder passiert. Überall und jeden Tag. Aber als sie mir davon erzählt hat, hat es einfach doppelt und dreifach weh getan, weil ich ihre Herkunft überhaupt nicht wahrnehme. Sie ist einfach der Mensch, der sie ist. Ich sehe nur sie. Nicht ihre Haut. Nicht ihre Abstammung. Weil das in meinen Augen nicht mehr bedeutet als die Form ihrer Fingernägel oder die Farbe ihrer Wimpern. Als sie von diesen Erlebnissen erzählte, fiel mir buchstäblich alles aus dem Gesicht. Nicht unbedingt, weil es an sich wirklich beschissen ist, sondern weil sie es so daher sagte. Weil es für sie alltäglich ist. Weil sie es kennt. Und einfach damit umgeht. Weil ihr nichts anderes übrig bleibt.

Warum erzähle ich Euch heute davon? Weil der Kettcar-Frontmann Marcus Wiebusch jetzt zu seinem im April erschienenen Song "Der Tag wird kommen" ein Video nachgeschoben hat, das mir einfach unheimlich unter die Haut geht. Und weil ich finde, dass Ihr es hören und sehen müsst. Und weil Ihr es posten, teilen, verbreiten müsst. Weil es wichtig ist. Weil es richtig ist.

Schaut hin. Und hört zu. Hört richtig zu! Auch wenn das vielleicht nicht Eure Musik ist. Es ist mehr als nur Musik. Es ist eine Botschaft, für die die Zeit mehr als reif ist.




All Ihr homophoben Vollidioten, all Ihr dummen Hater
All Ihr Forums-Vollschreiber, all Ihr Schreibtischtäter
All Ihr miesen Kleingeister mit Wachstumsschmerzen
All Ihr Bibel-Zitierer mit Eurem Hass im Herzen
All Ihr Funktionäre mit dem gemeinsamen Nenner
All Ihr harten Herdentiere, all ihr "echten Männer"
Kommt zusammen und bildet eine Front
Und dann seht zu was kommt

Der Tag wird kommen, an dem wir alle unsere Gläser heben
Durch die Decke schweben, mit 'nem Toast den hochleben lassen
Auf den Ersten, der's packt, den Mutigsten von allen
Der Erste, der's schafft
Es wird der Tag sein, an dem wir die Liebe, die Freiheit und das Leben feiern
Jeder liebt den, den er will, und der Rest bleibt still
Ein Tag, als hätte man gewonnen
Dieser Tag wird kommen


Merke: Mein Autocorrect kennt das Wort "homophob" noch nicht mal.

"Hasse Scheiße am Schuh, hasse Scheiße am Schuh" in der Haldewitzka-Edition

9. September 2014

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, Tage, an denen man die Hausmülltonne mit einem Klick auf die Autoschlüsselautomatik öffnen will, sind nicht die besten Tage. Und wenn dann auch noch alle Nachbarn ihre Rasenmäher, Sägen und vermaledeiten Laubgebläsedinger rausholen, ist man im Kopfschmerzland endgültig geliefert. Und wenn der Nachbar von oben dann noch den ganzen Tag seine bescheuerte, unfassbar laute Badezimmerlüftung röhren lässt, will ich morden. Dann fahre ich zum Supermarkt, um Alufolie zu kaufen. Weil eben. Wieder zu Hause stelle ich fest: Ich habe alles gekauft. Alles. Bis auf Alufolie.

Und als wäre all das noch nicht schlimm genug, beginnen an solchen Tagen natürlich auch noch alle Sätze mit "Ich muss, ich muss, ich muss". Und die Sätze die nicht mit "Ich muss, ich muss, ich muss" beginnen, fangen mit "Ich sollte aber" an. Der Stressteufel verbeisst sich im Nacken, die Katzen pissen ins Bett und jeder Meter fühlt sich wie ein Kilometer an. Man ackert und ackert und am Ende des elenden Tages ging es unterm Strich nicht mal einen beknackten Meter, sondern höchstens einen armseligen Millimeter voran. Kennt Ihr diese Tage? Dann willkommen im Club. Aber falls Ihr diese Tage kennt UND ein valides Gegenmittel parat habt, dann reden wir hier eindeutig nicht vom gleichen Club! Denn in MEINEM Club gibbet da kein Beikommen. Da gilt: Hasse Scheiße am Schuh, hasse Scheiße am Schuh.

Und mit genau diesem Schuh bin ich dann gestern Abend zur Halde Rheinelbe getapert. Hier ein Beweisvideochen:



Tja. Aber manchmal ist selbst mit dem guten, alten "Halde gut, alles gut"-Kniff nix mehr zu retten. Stellt Euch das so vor: Ich sitze da also schön auffer Halde, lege die Füße hoch, genieße den Sonnenuntergang, atme durch, lobe mir die feine Pottidylle...


...da kommen doch tatsächlich drei besoffene Pannemänner um die Ecke, grölen grenzdebil rum, hören auf ihren Handys blecherne Gabba(!)-Musik und bedienen sich ununterbrochen dem höchst eloquenten "Boah, LABER!"-Proleten-Sprachauswurf.

Ich hätte meinen Kopf auch einfach gegen die steinerne Himmelstreppenskulptur donnern können. Hätte in etwa genauso gut getan.


Also habe ich meinen Feierabendschwanz eingezogen und bin nach Hause gegangen. Tja.


Auf dem Heimweg bin ich übrigens noch mal zum Supermarkt gefahren. Und was habe ich da NICHT gekauft? Alufolie. War klar.

Aber zum Glück gibt es auch "gute Haldentage". Und die sehen dann so aus...


Das Schlimmste, was einem an solch "guten Heldentagen" widerfahren kann, ist ein nur mittelprächtiger Sonnenuntergang. So erging es uns am letzten Freitag auf Tiger and Turtle in Duisburg. Aber ein holder Blumenbote hat das locker wett gemacht. Die schicke Blumenvase ist übrigens auf Berits wertem Inspirationsmist gewachsen. Ich hab mich mit meiner Kamera und der bezaubernden Maske nur frech dazwischen geworfen...


Jajaaa, ich weiß. Das Ruhrpottromantik-Bild sieht nicht gerade nach einem nur mittelprächtigen Sonnenuntergang aus. Aber glaubt mir! Wir haben nur einmal kurz nach links geguckt und - ZACK - war er weg und es blieb ein nur noch leicht orangefarbener Himmelsschmodder zurück. Diesig und doof geht so.


An dem Abend habe ich übrigens zum ersten Mal meine neue Armbanduhr ausgeführt. Ein Geschenk chinesischer Herkunft von Berit. Und am nächsten Tag trug ich diese Uhr dann voller Stolz beim Verwandtschaftsbesuch in Hessen. Der Blick meines Vaters fiel darauf und er sagte: "Schöne Uhr". Und ich so: "Ich weiß". Und dann er so: "War ironisch". Tzä!


Aber mein Vater kommentierte auch vor einigen Wochen meine neue weiße Bluse, auf der kleine Katzen abgedruckt sind, mit den Worten "Was ist denn da drauf? Fahrräder? Pferde? Kühe? Ach nee! MÄUSE!". Er ist also eindeutig kein Katzenexperte. Aber zurück zur begehbaren Achterbahn...


Immer wieder werde ich nach meinem Lieblingsplatz im Ruhrgebiet gefragt. Und immer wieder hadere ich. Der kleine Weg am Baldeneysee beim Haus Scheppen? Die Halde Hoheward, auf der man sich fühlt wie am Meer nur ohne Meer? Oder eben der Magic Mountain mit seiner begehbaren Achterbahn?! Ich weiß es einfach nicht und spiele in solchen Momenten meist einfach nur Ipp-Zipp-Zapp. Aber wie dem auch sei: Tiger und Turtle liegt gaaaanz weit vorne. So viel ist sicher!

So. Und jetzt wende ich mich wieder meinem Stressteufel zu. So ein blöder Blödmann...

Merke: Mülltonnen von Hand öffnen oder noch ein paar Jahre auf technische Raffinessen warten!

Der traditionelle #halloherbst14-Aufruf samt Kürbis, Süßkartoffel, Monster uuuuuuund Preisausschreibung

3. September 2014

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich sage es ja schon ein paar Tagen: Et is Herbst! 

"Neiiin, neiiiin! Ich bin noch nicht soweit!" tönt es dann aus allen Ecken, aber ich sachet Euch: ET IS HERBST! Was aussieht wie Herbst und sich anfühlt wie Herbst, ist Herbst. Das kann man doch nicht mit ner eigenen Befindlichkeit wegdiskutieren!

Nun denn. Für die letzten Zweifler ein paar stichhaltige Beweise:


Schmuddeliges Kapuzenwetter, güldenes Laub unter den Füßen, allerdickste Kuscheljacken an heißem Kürbissüppchen sowie blättrige Pfützenfotos. Beweisführung hoheitlich abgeschlossen. 

Da mag nun jammern wer will, ICH liebeliebeliebe den Herbst und freu mich wie Bolle auf die anstehende Laubfärbung, wilde Kürbisspäße und dicke Wollsocken. Und auch in diesem Jahr werde ich auf allen paar Metern wie ein altes Ömmaken in Baumkronen spinksen und mit "Hach, wie GOLD!" jedem, aber auch JEDEM, meine Entzückung ins Ohr säuseln. Weil ich einfach nicht anders kann. Womit wir mal wieder bei meinem liebsten aller liebsten Fetisch wären: dem Herbstfetisch!

Und weil ich daran sehr gerne "erkranke", rufe ich auch in diesem Jahr alle pot(t)entiellen Leidensgenossen und -genossinnen zum feudalen, gemeinschaftlichen Fetischtum auf. Mit anderen Worten: The time has come to push the button for #halloherbst14 ♡.

Im letzten Jahr hat meine #halloherbst13-Aktion 5310 grandiose Instagramfotos ins www gespült und auch zahlreiche Facebook- sowie Blogposts wurden entsprechend getagged. Ich kam aus dem Freuen und Staunen über Wochen echt nicht mehr raus und deshalb nöl ich jetzt auch nicht groß rum ("Öhhhh, wo war oder ist der Sommer?!), sondern reibe meine Händchen und rufe laut und deutlich:


(Am Ende dieses Posts findet Ihr eine reizende Preisausschreibung! Nicht dass die irgendwer überliest!)

Zu Ehren des werten Startschusses habe ich dem Backofen mit Süßkartoffel und Kürbis meine herbstliche Aufwartung gemacht. Und weil das so unglaublich #lekkilekki war, kredenze ich Euch jetzt mein erstes Herbstmahl des Jahres. Allerdings - oh Schande, oh Schmach! - habe ich es gewagt, dieser Festivität nur mit meinem Handy und nicht mit der Spiegelreflexkamera beizuwohnen. Manchmal sticht "Egal Karl" den Foodpornfotokrampf! Also nehmt Platz, wetzt die Messer und zückt den Einkaufszettel...ich präsentiere:



So. Hiermit sei die Herbstfetischfeierei eröffnet! Ich würde mich riesig freuen, wenn ich Euch auch in diesem Jahr in meinem feudalen Fetischclübchen begrüßen dürfte! Ob Blogartikel, Tweets, Instagrambilder oder Facebookposts...her damit! Im November werde ich dann mit einem stattlichen Best-of umme Ecke kommen. Letztes Jahr war es schon schwierig genug, die "schönsten" Bilder auszuwählen, aber dieses Jahr hänge ich meine eigene Entscheidungsmesslatte NOCH höher! Zusätzlich zum Best-of wird es nämlich Siegertreppchen geben:

Die DREI schönsten, lustigsten und/oder kreativsten #halloherbst14-Beiträge bekommen einen Preis! Und zwar jeweils in der Kategorie Blog und Instagram. Also 6 Gewinner und 6 Preise. Aber von diesen Preisen erzähle ich Euch erst beim nächsten Mal. Spannungskurve und so. Ihr kennt das.

Merke: Auch wenn für morgen 25 Grad angesagt sind, haben wir Herbst.
Weihnachten fällt ja auch nicht aus, nur weil es nicht schneit, ne?!

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
heimatPOTTential . All rights reserved. © Maira Gall.