Ein spontaner "Böse-Welt-Schwank"

28. Mai 2015

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich habe einen Lauf. Letztens habe ich auf mein frisch gewaschenes, schneeweißes Sofa einen Liter Cola gekippt. Tags drauf habe ich nach dem Aufstehen dann Batman in meinem heimischen Wohnzimmer angetroffen und war weder geduscht noch passend gekleidet.


Also bin ich duschen gegangen. Als ich aus der Dusche kam, habe ich nach dem Handtuch gegriffen, das im Waschbecken lag. Dieses Handtuch war in der Zwischenzeit allerdings von Batman Badman als alternative Katzentoilette missbraucht worden, so dass ich mein Gesicht mit Katzenpipi abrubbelte. Danach habe ich alle Termine abgesagt, um mir stundenlang das Gesicht zu waschen. Mit Katzen darf man übrigens nicht schimpfen. (Mit Batman auch nicht.) Sie sind ja sooo sensibel. (Meine Haut auch.)

Einen Tag später bin ich nach Bottrop gefahren. Genauer: Nach Bottrop-Kirchhellen. Das ist eine Strecke von 50 Minuten. Dort wollte ich auf einem Feld faustgroße Erdbeeren pflücken, weil mir auf Twitter jemand gezwitschert hatte, dass man das dort könnte. Ich visionierte wunderbare Erdbeerfeld-Fotos. Rote Erdbeeren und rot lackierte Nägel, blauer Himmel, grünes Grünzeug und strahlende Sonne. Aber der Himmel machte einen auf wässerige Blumenkohlsuppe. Also visionierte ich mich spontan mit meinem Batmanschirm auf dem angepeilten Feld. "Och, is auch lustig", dachte ich. Aber die Dame, die im Hofladen neben dem Feld an der Kasse stand, informierte mich darüber, dass man die Erdbeeren leider erst zum Ende des Monats eigenhändig pflücken dürfte. Also bin ich 50 Minuten für eine Schale Erdbeeren durch die Gegend gekurvt, die ich auch durchaus im Supermarkt umme Ecke hätte kaufen können.


Dann bin ich irgendwann wieder zu Hause und sehe durch das Treppenhausfenster, dass der Nachbar, mit dem ich freundlich gesagt sehr wenig sympathisiere, im Innenhof steht und grillt. "Pffff" denke ich und gehe weiter. Als ich meine Wohnungstür aufschließe, verwandelt sich dieses "Pffff" in einen mondänen Hassanfall, denn SEIN Qualm STEHT in MEINER Wohnung! Ich fächele mir den Weg in die Küche frei und knalle die gekippte Balkontür zu. Dafür reiße ich alle anderen Fenster nach vorne raus auf. Irgendwie muss ich den Scheißqualm ja aus meiner Wohnung bekommen. Dann räume ich die Spülmaschine aus. (Spülmaschinen lassen sich viel schneller ausräumen, wenn man wütend ist. Nur so nebenbei.) Dann gehe ich ins Wohnzimmer zurück, um die Qualmsachlage zu inspizieren. Qualm ist noch da. Aber es hat sich eine Spinne dazu gesellt, die offensichtlich durch das sperrangelweit geöffnete Fenster hereinspaziert ist. Wie unverfroren! Und natürlich handelt es sich nicht um IRGENDEINE Spinne. Nein, es ist die MUTTER aller Spinnen! Mich befällt eine akute Ekelgänsehaut, die dafür sorgt, dass ich mich nicht mehr bewegen kann. Also starre ich die Spinnenmutter an. Das ist wichtig, denn wenn man wegguckt, könnte sie sich ja verstecken, um dann nachts wieder rauszukommen, um mir - während ich schlafe - in den Mund zu krabbeln. Sowas machen Spinnen. Weiß man ja.

Also klar: Die Spinne muss weg. Mein Staubsauger ist kaputt und anfassen werde ich das Drecksviech schon mal gar nicht. Auch nicht mit 100 Lagen Toilettenpapier. Folgerichtig renne ich in die Küche, schnappe mir ein großes Glas und eine Postkarte und renne zurück zur Gefahrenstelle. Mittlerweile haben auch die Katzen die Spinne bemerkt. Wir starren nun zu dritt.

Dann mache ich das Unvermeidbare. Das Ding mit der Spinne und dem Glas und der Postkarte. Dabei sterbe ich fast. Weil ich mich so ekele. Aber die Spinne stirbt dabei auch fast, weil ich ihr ein Bein abhacke. Das wollte ich nicht. Spinnen mit amputierten Beinen finde ich nämlich NOCH ekeliger. Dann renne ich mit dem Spinnenglas zurück zur Küche, reiße die Balkontür auf und lasse dabei zwangsläufig wieder den elendigen Nachbarqualm in meine Wohnung. Wenn ich nicht so ein Spinnenschisser wäre, würde ich das Teil gerne einfach vom Balkon auf den Nachbarkopf plumpsen lassen. Aber hinterher spinnt sich die Spinne in Millisekundenschnelle an meinem Pulliärmel oder so fest und klettert dann an mir rum. Das geht natürlich nicht. Also positioniere ich das Glas auf dem Balkontisch. Mit der Postkarte nach oben. Dann springe ich zurück in die Küche, schnappe mir einen Kochlöffel und stelle mich an die Balkontürschwelle. Es handelt sich um eine Doppeltür und so stehe ich hinter der linken Glastür und versuche, mit dem rechten Arm und der Kochlöffelarmverlängerung die Postkarte vom Glas zu schupsen. Klappt auch. Tür wieder zu. Ekelgänsehaut ungebrochen.

Dann schmeiße ich einen Rotbarsch inne Pfanne und gehe ich zurück ins Wohnzimmer, um die Fenster zu schließen, damit ja nicht noch irgendwelche Verwandte von der Spinnenmutter einmarschieren, um nach ihr zu fahnden. Dann will ich kuuuurz bei Facebook reingucken. Aber weil die Zeit im Internet ja bekanntlich viel schneller rennt, vergesse ich den Rotbarsch. Der fällt mir wieder ein, als ich eine frische Qualmschwade bemerke. Also renne ich wieder in die Küche, schmeiße den Fisch in den Müll und kann noch nicht mal lüften, weil da draußen ja irgendwo das Spinnenmonster rumrennt. Arghhhhh!

Einige Tage später renne ich in Dortmund rum, um mir ein paar Bands beim Way Back When Festival anzugucken. Das ist ein schönes Festival. Und die Männer sind auch schön. Naja. Zumindest einige. Und was passiert?! Mir fallen meine Zähne raus. (Nein, nicht alle. Aber zwei. Und zwar meine Doppelkrone oben/vorne links.) Toll. Schöne Männer und keine Zähne.


Dental-Asi is also back! Nun habe ich mich ja schon daran gewöhnt, dass das immer mal wieder passiert. Andere besuchen regelmäßig das Fitnessstudio und ich halt die Dentalhölle. Kann ich drüber lachen. Man härtet mit den Jahren ja ab und lernt dazu. Und deshalb weiß ich, dass man auf rausgefallene Doppelkronen voll gut aufpassen muss, damit sie nicht auch noch entzwei brechen.

Es musste also eine angemessene Aufbewahrungslösung gefunden werden, denn einfach so inne Tasche stecken kann man so Dinger ja nicht. Neue kosten schließlich Zeit, Geld und Nerven. Also ab zum dm.

"Guten Tach, kriege ich bei Ihnen ein Pillendöschen?"
"Ähhh…"
"Oder irgendetwas Anderes, wo ich meine Zähne reintun kann?!"
"Ähhh…"

Mir wurde dann eine Seifendose gezeigt.

Eine Seifendose wollte ich aber nicht kaufen. Die ist im Nachgang nutzlos und somit in Relation viel zu teuer. Also bin ich rumgelaufen und habe nach einer Alternative gesucht. Etwas, worin die Krone gut aufgehoben ist und was im Nachgang noch Verwendung finden würde. Und so habe ich eine Dose Katzenleckerchen gekauft. Katzenleckerchen gehen zu Hause immer weg und das Döschen ist stabil. Voll schlau also.

Sah aber ziemlich lustig aus. So Zähne in ner Katzenleckerchendose. Also hab ich Heidi davon ein Foto geschickt und "Bilderrätsel!" dazu geschrieben.


Heidi so: "Ihhhh! Wessen Zähne sind das?! Deine? NEEE! Doooch?!"
Ich so: "Jaaaa. Das sind meine Zähne."
Und Heidi so (todernst): "Ach Du Scheiße! Aber wie haste'n das gemacht? Und wieso liegen die im Katzenfutter? Du hast das Katzenfutter aufgemacht, Dich gebückt und die sind einfach rausgefallen und in die Dose rein? Oder wie ist das passiert?! Wie kann das sein?!"

Ich hab die Nachricht zum Abtippen grad noch 3x abgehört und kann echt nicht aufhören zu lachen. Sonst ist Heidi eigentlich ganz schlau. Ganz im Ernst: Genau DAS sind so Momente, in denen ich mich über den Mist, der mir so passiert, wirklich köstlich amüsieren kann. Allein diese Sprachnachricht war den Verlust meiner Zähne sehr wert!

Jedenfalls bin ich dann mit der Katzenfutterdose zum Dentalschlachter gedackelt und hab "So, mach wieder heile!" gesagt.

Aber Dentalschlachter so: "Nö. Passt nicht."
Ich so: "Hä? Wie jetzt?!"
Dentalschlachter so: "Ja, passt nicht mehr."
Und ich so: "Hahahaha…"

Joa. Und jetzt lauf ich weiter ohne Zähne rum. Gibt aber Schlimmeres. Gesicht mit Katzenpipihandtüchern abtrocknen. Zum Beispiel.

Merke: Kein Mensch unter 70 braucht Seifendosen.

Endlich feddich: das neue heimatPOTTential-Design!

27. Mai 2015

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich bin auuuufgereeeegt! Und der Grund dafür dürfte kaum zu übersehen sein: Ich habe meinem Blog nach Jaaaahren endlich mal wieder ein neues Kleidchen angezogen! Dieses Kleidchen hat mich echt ganz schön bekloppt gemacht, denn wenn man kein HTML-Genie ist und sich trotzdem gerne ein möglichst individuelles Bloglayout basteln möchte, dann kann das schomma gefühlte 100 Jahre dauern bis alles halbwegs sitzt und nix mehr an irgendwelchen Stellen kneift. Nun sind 100 Jahre natürlich leicht übertrieben, aber 1,5 Jahre habe ich hier wirklich hinter den Kulissen rumgefrickelt und rumgehampelt. Vom Frickeln gibbet kein Foto, aber vom Hampeln…


Wann immer sich Berit in letzter Zeit bei mir mit "Und?! Watt machste grad so?!" gemeldet hat, gab es nur eine Antwort: "Ich sitze am Blogdesign". Daraus resultierte, dass Berit sich ihre Frage irgendwann schon selbst mit "Ach, watt frag ich überhaupt?!" beantwortet hat.

Ich schreibe diesen Post hier übrigens als letzte Amtshandlung ehe ich heimatPOTTential in das neue Outfit stopfe und ganz ehrlich: Mir geht der Popo ordentlich auf Grundeis! Zum Einen, weil ich HTML-Birni total Schiss habe, dass ich mir knapp 500 Posts und 4 Jahre Onlinegeschreibsel zerschießen könnte und zum Anderen, weil ich echt Schiss habe, dass Hinz und Kunz sagen werden: "Och, also vorher war besser!", denn häufig findet man ja alles, was neu und ungewohnt ist, gerne erst mal doof. Deshalb: Haut mir bitte nix aaaallzu Vernichtendes umme Ohren, wenn Euch das neue Design vielleicht nicht ganz soooo gut gefällt. Da stecken echt 1,5 Jahre mit Heulerei, Kopp auffe Tischplatte, Hilferufe in Richtung schlauerer Menschen, 10.000 Zwischenentwürfen, unendlich viel Gefrickel, Rückenschmerzen aus der Hölle und ganz viel Herzblut drin. Und wenn jetzt alle sagen "Ähhh, doof!", dann muss ich wahrscheinlich einfach ein bisschen versterben. 

Ich wollte es schlichter haben. Und übersichtlicher. Und klarer. Und zeitgemäßer. Und funktionaler. Und überhaupt. Schon so lange habe ich mich mit dem alten Design verdammt unwohl gefühlt, aber wenn man einmal anfängt, es "besser" machen zu wollen, dann weiß man manchmal gar nicht mehr wo "besser" eigentlich aufhört. Und deshalb höre ich jetzt einfach auf. Irgendwann muss auch mal gut sein. 


Zwei, drei Kleinigkeiten sind noch nicht ganz tippitoppi, aber das wird noch. Und falls Euch irgendwelche totaaaal komischen Klopper auffallen, sagt mir bitte gerne Bescheid, damit ich da ggf. etwas dran ändern kann, ja?

Erinnern sich eigentlich noch Einige von Euch an mein aaaaaaaaallererstes Layout?! Alter Vatter, war datt schäbbich! Und so angegilbt! Aber ich wusste es einfach nicht besser - vom Können mal ganz zu schweigen...


Irgendwann hab ich dann mal zufällig gehört, dass in irgendeinem Podcast über meinen Blog geredet wurde. Damals hieß es sinngemäß: "Joa, die schreibt ja ganz schön, aber der Blog sieht ja mal scheiße aus!". Und damit hatten sie nicht mal Unrecht. Also musste ein neues Outfit her.


Und dann folgten - während das Polaroid-Layout online war - die Jahre der geheimen Zwischenentwürfe. Hier nur mal 2,5 davon als Frickel-Beispiele. (Eigentlich hatte ich nämlich alles in Schwarz/Weiß  halten wollen, so dass ich jetzt selbst irgendwie nicht so recht weiß wie ich zu dem aktuell bunten Header gekommen bin.)


Tja. Und dann hatte ich irgendwann den Papp auf, hab alles inne Tonne gekloppt, mir eine schlichte Designvorlage gekauft und dann daaaaran wieeeder ein paar Monate rumgeschraubt. Bis heute. (Und jaaa, es wäre vieeeel cooler gewesen, wenn ich jetzt endlich mal zu Wordpress gewechselt wäre. Ich weiß. Hab ich mich aber nicht getraut. Doof. Ich weiß.)

So. Aber jetzt erzähle ich Euch was hier auf heimatPOTTential ab sofort alles neu ist...also vom neuen Kleidchen mal abgesehen:
  1. Ich habe die Über mich-Seite ein wenig aufgepeppt und das komische Begrüßungsvideo eliminiert.
  2. Die Presse, TV & Co-Seite ist überarbeitet und endlich auf dem aktuellsten Stand.
  3. Ganz neu ist das POTTfolio. Dort habe ich extern nach unterschiedlichen Kategorien einige meiner Lieblingsbilder zusammengestellt.
  4. Auch das Register (ehemals "Stichwortverzeichnis" oder "Was bisher geschah") ist jetzt aufm Damm und ich habe allen Posts neue Labels verpasst, damit man hier insgesamt etwas besser durchsteigt. Die Labels findet Ihr nun ordentlich sortiert in der Sidebar unter "Themen". Höchst intelligenter Weise habe ich da versäumt, auf die Groß- und Kleinschreibung zu achten. Steht also jetzt auf der To-Do-Liste.
  5. Für Interessenten in Punkto Werbung und Kooperationen gibt es nun eine entsprechende Unterseite mit allen möglichen Informationen.
  6. Fragen, die mir besonders häufig gestellt werden, habe ich brav unter FAQ beantwortet.
  7. Die Blogowskis sind immer noch die Alten, aber ich habe unser Mitgliederverzeichnis aufgeräumt und die Infos für diejenigen, die gerne bei uns einsteigen wollen, vervollständigt.
  8. Neu am Start ist die Unterseite Pott im Netz - Watt man kennen sollte. Da hab ich ewig dran gehockt, um ein Sammelsurium zu erstellen, das einen anständigen Überblick über gute, schöne, lustige, wichtige oder informative Webseiten gibt, die für das Ruhrgebiet online von Relevanz sind oder sein könnten.
  9. Die Links zum Impressum und zum Datenschutz findet Ihr gaaanz unten auf der Seite.
  10. Außerdem habe ich heimatPOTTential endlich eine angemessene und hochoffizielle Definition verpasst:


Falls Ihr Euch das neue Design grad per Handy oder ipad anschaut, weise ich an dieser Stelle noch schnell darauf hin, dass der "Scroll-Pfiff" in Sachen Header nur am Computer funktioniert. Da spielen die kleineren Geräte leider nicht mit. Und falls Ihr wissen wollt, was ich damit meine, müsst Ihr einfach später noch mal am PC gucken kommen.

Sooooo. Mittlerweile (7 Stunden später) habe ich das neue Design aufgespielt und es hat tatsächlich aaaalles geklappt. (Glaub ich zumindest!) Hab ich mich also mal wieder völlig unnötig bekloppt gemacht. Aber zum Glück! Lediglich die Fotos innerhalb der Blogposts verfügen noch nicht alle über die korrekte Breite und/oder Position. Die letzten 100 Posts habe ich allerdings schon korrigiert. Den Rest (377…hahaha!) mache ich wann anders. Also wundert Euch nicht, wenn manch ältere Artikel vielleicht noch ein bisskn komisch aussehen. Das rücke ich noch gerade und übe mich derweil im Mut zur Non-Perfektion.

Ich würde mich wirklich freuen, wenn Ihr mich wissen lasst, ob Euch das neue Kleidchen gefällt. Schließlich hab ich ja nix davon, wenn ich meinen Blog nur ganz allein optisch ganz okay finde. Ihr sollt hier ja auch gerne hingucken! Aaaalso: Watt sacht Ihr? Is okay so? (Bitte sagt jaaaa!)

Merke: Ein RIESIGFETTES DANKESCHÖN geht an Heidi und Philipp, ohne die ich
 hier zwischenzeitlich wirklich mächtig doof im HTML-Wald gestanden hätte.
Ihr seid ganz, ganz tolle, liebe Genies für mich!


Ein kleines Meer im Ruhrgebiet

21. Mai 2015

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, das Meer und die Berge sind ja irgendwie heilsam. Nu haben wir im Pott aber kein Meer und keine Berge, sondern nur Seen und Halden, auch wenn es mir spontan widerstrebt, dem Wort "Halden" ein "nur" voranzustellen. Nun denn. Man muss also mit dem arbeiten, was man hat, und an Seen und Halden ist ja auch rein gar nix verkehrt. Jetzt bin ich schon so ziemlich alle Halden rauf und runter geturnt, aber die pottschen Seen hab ich noch lange nicht durch. Und deshalb habe ich jetzt den Ümminger See in Bochum inspiziert.

Also. Der Ümminger See war mir selbst bis vor Kurzem noch gar kein Begriff. Ich kannte in Bochum lediglich den Kemnader See. Und den finde ich irgendwie doof, wenn man mal von der Tatsache absieht, dass man dort mit Schwanentretbooten rumtuckern kann. Jedenfalls saß ich letztens mit Julius im Auto und wir mussten Zeit bis zu unserer Abendverabredung totschlagen. Also hab ich ihn gefragt, ob es nicht irgendetwas in Bochum gäbe, wo er schon immer mal hinwollte. Zu einem See oder so. Und Julius antwortete: "Och joa, zum Ümminger See wollte ich immer mal." Also sind wir da hingefahren. 


Nun wurde das Gelände an diesem Tag zwar von massig alkoholisierten Vatertag-Feierwütigen-Grill-und-Ghettoblaster-Köppen belagert, aber es gelang uns TROTZDEM, die Menschenmassen auszublenden und die Schönheit der Örtlichkeit angemessen herauszufiltern. Das liegt nun nicht an etwaigen Begabungen unsererseits, sondern schlichtweg an der Tatsache, dass der Ümminger See so schön angelegt ist. Und daran, dass die meisten Leute nur im vorderen Bereich herumlungerten, weil sie offensichtlich keinen Bock hatten, Grill und Co. weiter nach hinten zu schleppen. Naja...und am Vorhandensein äußerst entzückender Vogelbabys lag es natürlich auch.


Nun habe ich tatsächlich nicht ein einziges anständiges Foto vom See gemacht. Das ist natürlich etwas doof, wenn man behauptet, dass der Ümminger See ach soviel schöner als sein Kemnader Kollege ist. Tja. Aber das Drumherum hab ich en masse fotografiert. Einfach weil es wirklich abwechslungsreich gestaltet ist. Brücken, Schilf, Bäume, japanischer Knöterich und so. 


Vor allem "und so", denn von Naturgedöns habe ich in natürlich nach wie vor keine Ahnung. Dass es sich bei dem obigen Foto um diesen Knöterich handelt, weiß ich auch nur, weil ich das Bild auf Instagram gepostet habe und eine kompetente Person ihn als solchen namentlich benannt hat. Alle anderen Kommentare beziehen sich indes mehr oder weniger darauf, dass ich auf dem Foto aussehe, als ob man mich beim Pinkeln erwischt hätte...also wenn ich ein Kerl wäre. Den Gedanken verdrängen wir am besten ganz schnell...mit Vogelbabys, natürlich! 


Ich würde diese Vogelbabys ja gerne konkreter benennen, aber ich weiß nicht wie sie heißen. Enten sind das jedenfalls nicht. Und wenn man "so ähnlich wie Enten" oder "große Enten" googlet, kommt da auch nix Anständiges bei rum. (Tja. Dafür kann ich "Ice, Ice Baby" auswendig und mit den Ohren wackeln. Man kann schließlich nicht alles wissen oder können.)


Bötchen fahren kann man auf dem Ümminger See übrigens nicht. Aber dafür kann man auch als Fauli oder mit kleinen Kindern total gut einmal drumherum laufen, denn der See misst nur 10,43 Hektar. Der Baldeysee wartet im Vergleich mit 264 Hektar auf...und dafür muss man natürlich viel länger laufen. 


Warum ich da so doof sitze/gucke, weiß ich auch nicht. Vielleicht hab ich einen Fischreiher gesehen. Die gibt's da nämlich auch. Und eine Rollschuhbahn soll es auch geben. Die haben wir aber nicht gesichtet.

Die Nichtentenbabys haben übrigens wirklich komische Beine und Füße, aber die Füße nennt man Paddel, oder?!


Wie dem auch sei...der Rest, der an den Beinen dran ist, ist jedenfalls weitaus ansehnlicher. Und so schön flauschig! Hach, so eins für zu Hause, bitte?! Nur für ein paar Tage?!


So. Das waren 29 Vogelbabys und ein bisschen See. Reicht für heute.

An dieser Stelle sollte dieser Post eigentlich enden. Tut er aber nicht. Ich bin da nämlich noch mal hingefahren, weil ich es echt zu beknackt fand, hier von einem See zu schwärmen, den ich dann aber auf keinem Foto halbwegs anständig zeige. Also. Der See ist schön. Beweise:


So. Das ist ja nun alles wirklich schön. Aber mal ganz ehrlich: Man darf sich von dieser Schönheit nicht allzu sehr einlullen lassen, weil auf jedem Meter Wiese und Gehweg Vogelkacke liegt. Und da tritt man ständig rein, wenn man in den Sonnenuntergang starrt. Das muss man also schon irgendwie gut koordinieren. Wirklich schlimm fand ich das aber nicht, denn wo Kacke, da Vogelbabyyyyys! Also zumindest zur Zeit am Ümminger See.


Und wenn sich die Eltern der strubbeligen Dröpse dann noch soooo galant in der Szenerie präsentieren, bin ich eh wieder befriedet...


So. Das waren jetzt 36 Vogelbabys und ganz viel See. Mal gucken welches Gewässer ich als nächstes inspiziere. Habt Ihr sachdienliche Hinweise?!

Merke: Japanischer Knöterich ist essbar.
Hab ich aber nicht getestet.

Hach! Pizza-Zöpfe. Oder: Wie ich den Backteufel ganz gewieft ausgetrickst habe

20. Mai 2015

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, alles, was aus meinem Ofen kommt und mit Teig zu tun hat, ist ja bekanntlich des Teufels und somit dem Untergang geweiht. Die bisher einzige Ausnahme stellen meine Flammkuchen und meine Currywurstschnecken dar. Nun bin ich ja nicht Super-Küchen-Woman und produziere den dafür notwenigen Teig selbst, sondern kaufe einfach irgendwelche Fertigteigprodukte. Sicher ist schließlich sicher. Und weil das mit den Flammkuchen und Currywurstschnecken so ausgesprochen hervorragend klappt, bin ich letztens übermütig geworden. Ich wollte etwas TOLLERES kreieren. Etwas SCHÖNES. Etwas zum HACH sagen. Und der Fertigteiggott war mir tatsächlich hold.


Nun hatte ich natürlich überhaupt nicht damit gerechnet, dass mein Übermut belohnt werden würde. Und deshalb hab ich von den einzelnen Arbeitsschritten auch nur Handyfotos gemacht, weil ich dachte: Pfff...wird am Ende eh nix. Aber dann hatte ich plötzlich das verehrungswürdigste Etwas kreiert, das jemals meinen Ofen verlassen hat...und stand dann nur mit pisseligen Fotos da. PHÖ! 


Also: Dieses verehrungswürdige Etwas ist ein Ziegenkäse-Zopf. Nicht aber irgendeiiiin Ziegenkäse-Zopf. Nein, nein! Es ist ein Ziegenkäse-karamellisierte-Balsamico-Birnen-Schinkenspeck-Zwiebel-Baslikum-Thymian-Zopf. Und damit wären auch alle benötigten Zutaten gelistet, falls Ihr sie auf Euren Einkaufszettel kritzeln wollt.

Nun zu den einzelnen Arbeitsschritten:

1. Das Zopfgeheimnis liegt in der Form des Teigs. Es handelt sich wie gesagt um popeligen Fertigpizzateig. Den legt man auf die Arbeitsfläche und dann schneidet man ihn zu einem länglichen Oval. Dann ritzt man im immer gleichen Abstand Linien hinein. Zur Mitte hin spart man etwas Platz für den Belag aus.
2. Den Belag schichtet man schön ordentlich. Kann jeder machen wie er mag und eigentlich auch womit er mag. (Die Birnen habe ich geschält, in braunem Zucker angeschwitzt und dann mit weißem Balsamico abgelöscht.)
3. Dann klappt man zunächst die Enden auf beiden Seiten ein, denn über diese Enden wird dann drübergeflochten. Kann ich nicht besser erklären, aber das Bild sollte den Vorgang ausreichend veranschaulichen.
4. Joa. Und dann flechtet man immer schön abwechselnd bis der Zopf ein Zopf ist.

Ich habe seine Durchlaucht bei 210 Grad Umluft in den Ofen geschoben und mich dann ohne Quatsch davor gesetzt, um den Punkt, an dem ich das Schätzchen rausholen muss, ja nicht zu verpassen. Ich habe ihn auch nicht verpasst, aber dafür hab ich nicht auf die Uhr geguckt. Ihr müsst also selber gucken wie lange Ihr den Zopf backen lassen wollt oder könnt.

So. Jedenfalls fand ich den Zopf dann SO schön, dass ich ihn völlig sinnbefreit mit Blümchen verziert und fotografiert habe. Ich glaube, ich wollte ihn einfach irgendwie krönen. Honig hätte es sicherlich auch getan.


Zwei Tage später habe ich dann zwei weitere Zöpfe gebacken und dabei die erste Füllung etwas abgewandelt. Ehrlich gesagt ist diese modifizierte Version echt NOCH leckerer:

Zutaten Variante 1:
Feta, karamellisierte Balsamicobirne, grüne Weintrauben, Honig, Thymian, Balsamico.

Zutaten Variante 2:
Chorizo, getrocknete Tomate, rote Zwiebeln, Oliven, Parmesan, Basilikum.


In meiner Fressgelage-Runde wurde sich dann tatsächlich um das letzte Stückchen gestritten. (Ach so, ich habe die Zöpfe wie Baguette aufgeschnitten...also in kleine Scheibchen.) Dies ist somit als Lekkilekki-Gütesiegel zu verstehen!

Also, bald beginnt die Grill- und Picknicksaison. Und Ihr wisst nun, was Ihr zu tun habt.

Merke: Fertigteig sticht Backteufel!

Lokalpatriotin für stern.de [Video]

18. Mai 2015

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, die Zeit rennt und ich renne ihr mal wieder hinterher. Seit letztem Donnerstag ist das kleine Filmchen, das die lieben Leute von stern.de mit mir gedreht haben, nämlich bereits online und ich habe es Euch noch gar nicht serviert. Und das ändere ich jetzt. 


Aber vorher erzähle ich Euch noch schnell was es mit der ganzen Aktion überhaupt auf sich hat. Alsooo: stern.de sucht Lokalpatrioten. Und deshalb trägt die ganze Chose auch passender Weise genau diesen Namen. Es wird quer durch Deutschland nach l(i)lebenswerten Plätzen fahndet und mitmachen kann jeder, der sein Heimatherz aufm rechten Fleck sitzen hat.


Ihr schickt ein Foto ein. Von Eurer Lieblingskneipe, von der Bank mit der tollsten Aussicht in Eurer Gegend, von Eurem Bäcker, der die besten Brötchen im Angebot hat, von Eurem liebsten Marktschreier, mit dem Ihr immer ein Quätschchen haltet. Oder, oder, oder. Euer Foto muss mit einer persönlichen Begründung einher gehen und erscheint dann auf einer Deutschlandkarte, damit sich jeder, der Interesse an "spannenden" Tipps hat, daran laben kann. Und so sieht das Ganze dann aus:


Und unter allen Teilnehmern werden alle 2 und 5 Wochen unterschiedliche Preise verlost. Genauere Infos findet Ihr HIER.

So. Ich freue mich riesig, dass ich für diese riiiichtig tolle Aktion Pate stehen durfte. Und ich freue mich noch mehr, dass ich in dem Filmchen beim Tauchen gar nicht wie eine verzweifelte Schildkröte oder wie ein schwerstbehinderter Käfer wirke. Lediglich für dieses schreckliche Vorschaubild mit meiner Birnivisage zur Rechten würde ich ziemlich gerne jemanden ermorden. Dieses Bild prangte am Donnerstag übrigens auch in riesengroß auf der Stern-Startseite. (Mittlerweile wurde das gruselige Vorschaubild freundlichster Weise ausgetauscht, aber glaubt mir einfach: schön war anders.) Sagen wir mal so...ich habe es mit Humor genommen und mich ein bisschen über Fees Kommentar dazu amüsiert:


Also...ich habe kein Land geputscht, sondern den Pott gepusht. Und ich bin eeeecht gespannt was Ihr zu dem Filmchen sagt:



Was man in dem Video nicht sieht, ist die deliziöse und äußerst vornehme Currywurst, die ich im Bernepark noch gegessen habe. Dort gibbet in einem alten Maschinenhaus nämlich auch ein Restaurant, in dem man wirklich lecker essen kann. Die Gerichte tragen schön bekloppte Namen wie zum Beispiel "Heißer Klärwerkerschlamm" (Linsensuppe) oder eben "Unser'n Kowalski seine Kalbscurrywurst"...


Versteht dies als höchst seriösen Tipp! 

So. Und jetzt fänd ich es super, wenn Ihr EURE Tipps in die stern-Karte eintragt. Der Ruhrpott ist dort nämlich in Sachen Tipps echt noch nicht gut bestückt. Und das gehört ja wohl geändert, ODER?! Also fühlt Euch maximal angestiftet!

Merke I: Lokalpatriotismus ist guter Patriotismus!

Merke II: Meinen Bericht zum Tauchabenteuer findet Ihr HIER!

Die ehrenwerte Currywurstschnecke

11. Mai 2015

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich erfinde ja gerne "Sachen". Leckere Sachen. Sachen, für die es kein Kochdiplom oder so, sondern nur eine Idee braucht. Sachen, die kiki sind. Das Leben ist schließlich schon schwer genug, ne?! 

Hier also in allerdeutlichster Kausalität: Ich habe die Currywurstschnecke erfunden, weil das Leben schon schwer genug ist. Und natürlich ist die Currywurstschnecke lecker. Das haben "Sachen" mit Currywurst nun mal so an sich.


Nachdem ich die Idee nun schon seit Wochen horte, bin ich jetzt endlich zur Tat geschritten und habe ehrlich gesagt gar nicht damit gerechnet, dass sie SO gut funktionieren würde. Aber ich habe es mir auch leicht gemacht. Wieso auch nicht?! Weder der Teig, noch die Currywurstsoße sind selbstgemacht. Es handelt sich also um ein astreines Fertigprodukt-Produkt. Aber das ist in Sachen "kiki" ja durchaus angebracht. Allerdings gilt wie immer: Wer zu viel Zeit hat, kann das auch alles selbst herstellen und unter Umständen - sofern vorhanden - sogar das private Hausschwein schlachten. Für alle Anderen folgt nun meine kiki Anleitung. 

Also erst mal einkaufen. Und zwar das hier:


Und dann geht man folgendermaßen vor:

  • Die Bratwurst wird - wer hätte es gedacht?! - angebraten. 
  • Währenddessen schnibbelt man die getrockneten Tomaten (in Öl ausm Glas) in etwa 2-Cent-kleine Fitzelchen. 
  • Der fertige Pizzateig wird ausgelegt und dann in ca. 5cm breite Streifen geschnitten. 
  • Diese Streifen rollt man zu ner langen, nicht allzu dünnen Schlange. 
  • Dann gibt man die Pottsoße in eine Schale. Das ist wichtig, weil gleich die Tomatenfitzel da schön nacheinander reingetunkt werden.
  • Bratwurst feddich?! Klein schneiden!
  • Dann packt man sich ein Ende der Teigschlange und presst ein Bratwurststückchen dagegen. 
  • Ein Tomatenfitzel wird in die Pottsoße getaucht und neben das Bratwurststückchen gequetscht.
  • Und um diese Anfangskombination dreht man nun in der immer gleichen Abfolge die ganze Schnecke.
  • Es empfiehlt sich, das Prozedere direkt auf Backpapier durchzuführen, da sich die Schnecken nach Fertigstellung andernfalls nur sehr mühsam von der Arbeitsplatte auf das Backblech transportieren lassen werden.
  • Ab in den Ofen und so lange backen bis man "Och, reicht!" denkt.
  • Oregano drüber. Wer mag kann auch zu Chiliflocken oder Currypulver greifen.
  • Feddich!

Dann kann man anderen Menschen mit den Currywurstschnecken getrost eine Freude machen. Und falls man mehr Pizzateig als Bratwurst hat, kann man natürlich auch noch ein bisschen freestylen und mit sagenhafter Pizzagebäckvielfalt auftrumpfen.


Das habe ich getan und den ganzen Krempel nach Bochum gekarrt. Dort bin ich einmal in der Woche zum offiziellen Fressgelage mit Freunden verabredet. Von vier Anwesenden waren zwei Vegetarier. Tja. Pech.


Meine nächste Vision sieht übrigens vor, den Teig vor dem Rollen noch mit Senf zu füllen. Könnte sein, dass das dann zu viel des Guten ist, aber Versuch macht ja immer noch kluch. Und dann werde ich eines Tages mit "Die neue Currywurstküche" zum Kochbuchstar. Und mein Currywurstflammkuchen steht da dann natürlich auch drin. Fehlen nur noch 30-50 weitere Rezeptideen. Irgendwelche inspirierenden Vorschläge?!

Merke: Currywurst geht immer. Immer!

Abenteuertauchen im Gasometer. Oder: Call me Käfer!

7. Mai 2015

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, letztens hat mich einer gefragt, ob ich größer als meine Ängste wäre. Und ich habe "Ja!" gesagt. Weil ich finde, dass das stimmt. Ich habe Flugangst und fliege trotzdem. Ich möchte angesichts von Spinnen in meiner Wohnung tot umfallen und beseitige sie trotzdem äußerst zuvorkommend mit der Glas-Postkarten-Technik. Ich treibe mich im Sommer immer wieder an Seen rum, auch wenn mich meine Bremsenallergie potentiell ins Krankenhaus befördert. Wie heißt es so schön: Everything you want is on the other side of fear. Und deshalb habe ich einfach mal "Ja!" gesagt, als ich von stern.de gefragt wurde, ob ich mit ihnen im Gasometer des Duisburger Landschaftsparks tauchen gehen würde.


Damit keine Missverständnisse aufkommen: Die Leute von stern.de sind nicht morgens plötzlich aufgewacht und haben sich gedacht "Och, lassen wa die heimatPOTTential-Tante domma tauchen gehen!". Es geht viel mehr um ein neues Videoprojekt, bei dem Leute tolle Tipps für ihre Region raushauen sollen. Also habe ich im Zuge der Anfrage ein paar Tipps zurückgemailt. Unter Anderem eben den Landschaftspark Nord...verbunden mit der Idee, dort auf einen der Hochöfen zu kraxeln. Nebenbei (!) hatte ich erwähnt, dass das sowieso ein ganz tolles Gelände sei. Stichworte: Hochseilparcours, Fackelwanderung, Kletterwand und Tauchgasometer.

Tja. Und dann kam - schwuppdiwupp Tomatensupp - die Frage, ob ich mir nicht auch vorstellen könnte, dort tauchen zu gehen...im größten Indoor-Tauchbecken Europas. In 21 Millionen Liter Wasser.

Äh. ÄHHHH?!

Aber da ich ja ach so viel größer als meine Ängste bin, hab ich einen auf dicke Hose gemacht und zugesagt - obwohl ich seit jeher sage: "Tauchen?! Boah, neee! Da hab ich Schiss." 

Nun springt man natürlich nicht einfach so in dieses 13 Meter tiefe Gasometerwasser. Man bekommt  im Vorfeld eine anständige Einführung in alles Mögliche und muss einen Wisch mit sehr viel Kleingedrucktem unterschreiben. Also habe ich unterschrieben, dass ich zur Kenntnis genommen habe, dass ich bei dieser Abenteuertaucherei auch durchaus versterben könnte und habe Heidi per Whatsapp daran erinnert, dass sie sich im Falle meines Todes um meine Katzen und um das Verschwinden all meiner Laptops und Festplatten zu kümmern habe. Heidi hat "Geht klar!" und irgendetwas von wegen speziellem Katzenfutter gesagt und dann habe ich mich in so einen Neopren-Hampelmann-Anzug gequetscht und mich ziemlich bescheuert gefühlt.


Nun fühlt man sich ja öfter mal ziemlich bescheuert. Aber in der Regel wird man dann dabei ja nicht gefilmt. Ich bin ja eh n bisskn eitel ("Meine Haaaare! Der Poooonyyyy!") und finde mich in Videos höchstens nur so mittel, aber "so mittel" war in diesem Rahmen nun wirklich noch nicht mal im Ansatz machbar. Also hab ich mir "Watt solls?!" gedacht und drüber gelacht. Schließlich lauerte da ja der potentielle Tod...wer wird sich da schon in den Anzug machen, nur weil noch ne Kamera dabei ist?! Mit anderen Worten: Ich hatte einfach andere Sorgen.


Naja. So ganz stimmt das nicht. Zu Beginn hatte ich gar keine Sorgen. Ich war völlig tiefenentspannt und hab mich gefühlt, als ob gleich irgendetwas total Banales anstünde. Eis essen zum Beispiel. Oder einfach auf einem Stuhl rumsitzen. Oder vor ne Wand gucken. Oder so. Und die ganze Zeit hab ich gedacht: "Warte mal! Da stand doch was von wegen Tod! Du machst hier gleich was Krasses! Du solltest viel aufgeregter sein!". Aber irgendwie war ich über mein Neoprenschildkröten-Outfit viel zu belustigt, als dass ich hätte in Panik geraten können. Außerdem fand ich die ganze Location viel zu toll...


Also ab ins Wasser. Huch! Kalt! Und: Huch! Da ist ja Luft in meinem Schildkrötenpanzer! 

Und weil da Luft in meinem Panzer war, konnte ich irgendwie nicht auf der Plattform im Wasser stehen, sondern bin in einer Tour nach hinten weggekippt. Von der Schildkröte astrein mutiert zu einem dicken Käfer, der hilflos aufm Rücken liegt. Ich sage es noch mal: Und die ganze Zeit schön die Kamera am Start. Aber da es unmöglich noch viel peinlicher werden konnte, hab ich sie dann einfach ignoriert. War eh zu spät. 


Der Coach erklärte mir alles. Doppelt. Im Wasser und vorher auch. Luft, Mundstück, Druckausgleich, Handzeichen, Dings und Bums. Und ich hab mich immer noch gefühlt, als ob ich gleich einfach nur ein Eis essen gehen würde. Aber dann musste ich mit dem Kopp unter Wasser.

War ja irgendwie zu erwarten. Aber ich fand das doof. Schlicht und einfach doof. Das mit dem Atmen klappte zwar astrein, aber mir war einfach voll kalt am Kopp. Doof. Kaltes Wasser inne Ohren. Auch doof. So blöd es klingt, so wahr ist es: Ich fand das einfach ungemütlich. (Spezial-Info: Weil sich die Wassertemperatur entsprechend der Jahreszeiten verhält und zwischen 7 und 26 Grad kalt bzw. warm sein kann, ist der Gasometer nicht nur als Pool, sondern auch als Freiwasser anerkannt!)

Aber watt willste machen, wenne schomma mit Taucherausrüstung den behinderten Käfer mimst und die Leute von stern.de daneben stehen?! Außerdem hatte der Coach nette Augen. Mit denen konnte er sogar unter Wasser lächeln. Also gut. Weitermachen!


Nun besteht das Ziel dieses Abenteuertauchgangs darin, dass man den Grund des Gasometers in Augenschein nimmt. Da liegt nämlich spannendes Zeugs rum. Ein Schiffswrack zum Beispiel. Damit man watt zu gucken hat. Aber dafür muss man halt erst mal runter. 13 Meter tief. Und das ist tief.

Nun bin ich ja n bisskn ehrgeizig. Aber mir war so kalt am Kopp. (Rest war okay.) Und das war alles so uuungemütlich. Und immer wieder das doofe Wasser inne Ohren. Und deshalb hab ich bei knappen 4 Metern ein ums andere Mal geschwächelt. Das hat mich ein bisschen geärgert. Aber auch wirklich nur ein bisschen, denn gleichzeitig fand ich mich schon cool genug, weil ich es überhaupt versucht habe. Und das, obwohl ich nach dem ersten Mal "Kopp unter Wasser" direkt "Boah, ich glaub, das is nix für mich!" gesagt hatte. 


Nun tendiere ich abschließend dazu, sagen zu wollen, dass Tauchen auch generell eher nix für mich ist. Wenn allerdings die Option bestünde, mal im Warmliegebecken zu tauchen, würde ich meine Meinung vielleicht doch noch ändern.

Aber davon ab: Wenn Euch ein kalter Kopp nix ausmacht oder Ihr vielleicht sogar schon (erste) Taucherfahrungen aufm Erlebniskonto habt, dann ist der Tauchgang im Duisburger Gasometer ein echter Knaller. Allein die Location ist der Oberburner! Man steigt ganz nach oben und hat einen Wahnsinnsblick über den Landschaftspark. Und das Innere des Gasometers kann auch was. Und die Leute sind nett. Echt nett! Und man stirbt auch nicht. Also wahrscheinlich nicht.


Und was ich sonst noch so mit den netten Herrschaften von stern.de veranstaltet habe, erzähle ich Euch, wenn das Video fertig ist. Und ich schäme mich jetzt schon ein bisschen. Aber ich nehme mir fest vor, einfach nur zu lachen, wenn ich meine Schildkröten-Käfer-Nummer dann in Augenschein nehmen muss darf muss darf werde.

Merke: Alle Infos rum das Tauchrevier Gasometer findet Ihr HIER!

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