Eine Runde Nähkästchen-Gequassel: Das Beste, was mir hätte passieren können!

30. Juni 2015

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, von Zeit zu Zeit plaudere ich ja hier auch schomma ausm Nähkästchen. Klar, mein Blog ist ohnehin schon manchmal viel persönlicher als manch andere Blogs, aber ich erkläre das gerne immer so: Mein Blog ist wie ein Haus. Ich lasse meine Leser gerne durch mein ganzes Erdgeschoss spazieren und ins erste Obergeschoss darf auch gerne geguckt werden. Aber ich habe auch noch einen Keller und ein Dachgeschoss und da geht ne Post ab, von der hier keiner etwas mitbekommt. Soll heißen: Ich trenne das schon sehr sorgfältig und in 4 Komma irgendwas Jahren Bloggerei gab es vielleicht 1-2 persönlichere Posts, die ich mir rückblickend vielleicht gerne geknickt hätte. Aber das ist ein okayer Schnitt und ich hab draus gelernt.

Aber heute isset mal wieder soweit. Ich lade Euch in mein Dachgeschoss ein, weil ich momentan etwas SO Tolles erlebe, dass ich denke, dass ich hier davon erzählen sollte. Weil es vielleicht dem Einen oder Anderen helfen kann. Hätte ich über "sowas" mal eher einen "Erfahrungsbericht" gelesen, dann hätte MIR das nämlich SEHR geholfen. Also:

Ich habe mir einen Coach gesucht. 

So. Ihr denkt jetzt vielleicht "Hä? Watt braucht die denn n Coach?!". Kann ich Euch sagen. Weil ich immer gerne behaupte, dass ich mehr Ideen als Verstand habe. Das sage ich immer so halb im Spaß, aber eigentlich ist das gar nicht lustig. Ganz im Gegenteil. Seit Jahren schleppe ich so viele Ideen, Pläne und Visionen in meinem Oberstübchen und all meinen Jutebeuteln mit mir rum, dass mich die theoretischen Möglichkeiten einfach erschlagen haben. Ich predige hier ja immer gerne "Einfach machen!", aber eine Antwort auf "Aber was mache ich, wenn ich 1000 Sachen machen will?" hätte ich auch nicht gehabt. Klar, man könnte antworten "Fang einfach irgendwo an!". Aber was ist, wenn man nicht weiß welches Irgendwo schlau und richtig wäre? Was, wenn man befürchtet, sich durch einen Schritt einen anderen zu verbauen? Was, wenn man sich einfach nur von seinem eigenen "Machen-Wollen" erschlagen fühlt?


Joa. Und so ging es mir. Ich hatte einfach keine Ahnung. Nur Ideen, Pläne und Bock. Und da habe ich Jahr und Tag wie eine fette Henne drauf rumgehockt und blöde vor mich hin gebrütet. Bis ich keinen Nerv mehr auf mein ewiges "Theoretisch könnte ich ja mal..." hatte und beschloss, alles inne Tonne zu kloppen. Dann bin ich rumgelaufen und habe erzählt, dass mir das ja gar nix ausmacht. Dass es mir auch ohne dass ich mir meine eigenen Träume (ihhh...klingt kitschig!) erfülle, gut geht. Zwei Monate lang habe ich das erzählt. Und dann habe ich gemerkt, dass das einfach gelogen ist. Dass ich mir selbst etwas vormache.

An dem Punkt habe ich im Blogowski-Netzwerk mal ein wenig weiter aufgemacht. Wir haben dort ein sehr vertrautes Miteinander und so habe ich einfach mal erzählt, dass ich über mich selber echt traurig bin. Dass ich enttäuscht von mir bin. Weil ich so Vieles nicht gewuppt bekomme. 

Und dann bekam ich einen Tipp von Daniela von bloggerabc. Ich solle mich doch mal an Christian Müller wenden. 

Christian Müller arbeitet unter Anderem als Coach. Lebenskarriere heißt seine Seite, aber auch auf seiner Seite sozial-pr bietet er die unterschiedlichsten Beratungskonzepte für die unterschiedlichsten Bedarfe an.


Joa. Und dann hab ich mich eine Woche lang nicht getraut, ihm zu schreiben. 

Und dann Daniela immer wieder so: "DOCH! MACH DAS! DER IST NETT!"...und ich immer wieder so: "Boah, ich trau mich nicht!".

Und dann hab ich mich doch getraut.

Das war der beste und wohl auch wichtigste Schritt meiner letzten Jahre. Klingt pathetisch, ist aber trotzdem so. Und Euch erzähle ich heute davon, weil ich glaube, dass es einfach viele Leute gibt, die Pläne und Ideen horten. Die auf ihren Träumen hocken wie auf einem ollen Schemel. Die nicht in die Pötte kommen, obwohl sie gerne würden. Und genau diesen Leuten will ich sagen: Sucht Euch Unterstützung! Lasst Euch coachen! Das ist SO GEIL! (Verzeiht die Wortwahl, aber so isset halt!)


Nun mag man vielleicht denken "Joa, datt kostet aber Geld, das ich nicht habe!". Ganz im Ernst: Kratzt es zusammen! Kauft kein Eis mehr, geht nicht ins Kino, futtert nur noch Nudeln ohne Soße, ganz egal. Das, was so ein Coaching mit einem machen kann, ist so viel toller als jedes Eis, jeder Kinobesuch, jedes Festmal und was weiß ich noch alles.

Ich sitze hier seit 2-3 Wochen und BRENNE! Ich will nicht mehr schlafen. Ich will nur noch MACHEN! Weil es plötzlich funktioniert. Weil da jetzt jemand ist, der sich mit mir reindenkt. Weil jemand mein Kopfchaos strukturiert. Weil mir jemand den Input gibt, der mir die ganze Zeit gefehlt hat. Weil da jemand einfach schlauer ist als ich und ich lernen, lernen, lernen kann. Und das ist unfassbar wertvoll!


Nun klingt das alles vielleicht nicht greifbar. Also mache ich es greifbarer:

Christian bat mich zu Anfang unseres Kontakts, ihm meine komplette Situation zu beschreiben. Mein Chaos, meine Ideen, Ziele und Wünsche. Meinen Weg und meine Macken. Einfach das ganze Paket. Und so saß ich stundenlang an einer monströsen Mail und habe gedacht, dass ich ihn damit bestimmt erschlage. 

Joa. Hat ihn nicht erschlagen. Selbst jetzt, Wochen später, greift er noch Details aus dieser Mail auf, von denen ich schon gar nicht mehr weiß, dass ich sie da rein geschrieben habe. Wir haben gemeinsam Prioritätenlisten erstellt, haben strukturiert und Schwerpunkte bestimmt. Wir haben Ziele formuliert. Und Etappenziele. Und den oder die "Endgegner". Und dann musste ich "nur noch" machen. Und "machen" kann ich, wenn mir einer sagt, wie ich das am schlausten anstelle. Und genau das tut Christian.

Nun wohnt Christian in Stuttgart. Das Coaching läuft per Skype ab und mit jedem Skype-Termin bekomme ich neue Aufgaben, die wir gemeinsam formulieren. Ich bekomme Drumherum-Tipps (z.B. mehr schlafen, weil Brennen zwar toll, aber Ausbrennen doof ist!) und ich bekomme Deadlines. Und ich LIEBE Deadlines! Das ist mein Ernst. Da ist nix mit "Mach ich die Tage mal!". Da ist nur noch "Jo. Mache ich. HEUTE!". Und abends gehe ich ins Bett und habe ALLES eingehalten. Auch wenn das manchmal bis 5 Uhr in der Früh dauert und ich schon die nervigen Vögel singen höre.


Warum ich ALLES einhalte?! Ja verdammt nomma, weil da jemand ist, der sich für MICH voll Mühe gibt! Der sich um meine Belange Gedanken macht! Der mir HILFT! Der für alle meine Fragen ansprechbar ist. Der noch nie "Weiß ich nicht" oder "Nicht so wichtig" oder "Mach das einfach IRGENDWIE" geantwortet hat. Und wenn sich jemand für mich und meine Ziele SO reinhängt, dann werde ich doch den Teufel tun und pennen gehen, wenn noch irgendetwas auf der To-Do-Liste steht! 

Christian hat sich sogar einen Wecker im Handy gestellt, um jeden Tag um 18 Uhr nachzuhaken, ob ich ein tägliches To-Do, das ich immer gern verschludere, schon erledigt habe. Und wenn ich es noch nicht bis 18 Uhr gemacht habe, weil so viel Anderes auf der Liste stand, dann mache ich es um 18 Uhr SOFORT! Weil ich nicht "Öhm, nö!" antworten will.

So. Ohne Christian würde ich immer noch auf all meinen Videoschnipseln hocken. Ohne Christian gäbe es da oben nicht diese neue "Mit mir arbeiten"-Seite. Ohne Christian würde ich aktuell nicht an unterschiedlichen Konzepten feilen und mich nicht dumm und dusslig darüber freuen, dass so Vieles endlich greibarer wird. 

Ich mag gar nicht groß erzählen, um was für Ideen und Endgegner und alles dazwischen es sich hier in meinem Fall ganz genau handelt. Das ist auch nicht so wichtig. Wichtig ist, dass man sein Potential nutzt. Dass man sich selbst die Chance gibt. Und dazu gehört wohl einfach auch, dass man sich an den Punkten helfen lässt, an denen es hakt. Sonst vergeudet man sich und seine Möglichkeiten. Und das wäre dumm. Und wer will schon dumm sein, ne?!


Natürlich muss jeder für sich gucken welcher Coach aus welchen Gründen zu Einem passt. Für mich ist Christian der Richtige, weil er sich in den Bereichen Social Media, Mobile Video, Unternehmensberatung und Positionierung, aber auch im Bereich "persönliche Veränderungen" auskennt. Er hat selbst mit ganz viel Bums, Ehrgeiz und einem eigenen Coach an seinem eigenen Weg und seiner eigenen Entwicklung gearbeitet. Soll heißen: Er erzählt keinen vom Pferd. Außerdem isser Sozialpädagoge. Und ich auch. Und zwar sind wir beide DIE Sorte von Sozialpädagogen, die andere "typische" Sozialpädagogen gerne mal doof finden. Passt also. Passt alles. Und ich könnte nicht dankbarer sein.

Jetzt fragt Ihr Euch vielleicht: Was hat'n die vor?! Will die aus heimatPOTTential voll die Kommerzbude basteln?! Nein. Will ich NICHT! So gut müsstet Ihr mich inzwischen kennen. Ich bin schon sehr gerne die leicht verrückte Bumsbirne, die den Spaß anne Freud über alles Andere stellt.


Ich will meinen Blog und mich nicht kommerzialisieren und Euch hier auch nicht ständig irgendeinen bezahlten Mist umme Ohren hauen. Aber ich möchte zusätzlich zu meinem Spökes hier gerne in anderen Bereichen aktiver sein oder aktiv werden. Ich möchte bestimmte Projekte umsetzen und einfach ein fettes Plus zu meinem Blog schaffen. Weil ich einfach diese Ideen habe. Und Bock. Und weil ich traurig bin, wenn ich das einfach vergammeln lasse.

Also...keine Sorge: Hier bleibt alles beim Alten, nur mit einem Mehr an Videos werdet Ihr leben müssen. Daran hab ich jetzt nämlich echt einen Narren gefressen!

In diesem Sinne: Falls Euch irgendein Schuh drückt, von dem Ihr denkt, dass er sicherlich weniger drücken würde, wenn da mal jemand Schlaueres mitanpacken würde, dann sucht Euch Unterstützung! Denn wenn Ihr WIRKLICH Bock und den Richtigen gefunden habt, geht Ihr ab wie Schmitz' Katze. Oder - wie der Eso-Onkel sagen würde: Da werden Energien in Euch freigesetzt, von denen hättet Ihr im Leben nicht geträumt!

So. Ich geh jetzt weiter brennen. Back to To-Do-Liste, my Love!

Merke I: Burn, motherfucker, burn!
(Verzeihung!)

Merke II: Danke Daniela!

Merke III: Danke Christian! Mehr als das.


Das heimatPOTTential-Beweis-Video: Im Pott is schön!

25. Juni 2015

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, heute gibbet wieder ein Video. Nein, nicht irgendein Video. Heute gibt es DAS Video. DAS Video, an dem ich jetzt 2 Jahre gefrickelt habe bis ich so viele kleine Szenen beisammen hatte, dass ich sagen konnte: "So. Jetzt is gut."

Ich wollte ein Video über das Ruhrgebiet machen (...ach was?!), um meine Heimat so zu zeigen wie ich sie sehe: grün, bunt, abwechslungsreich und vor allem als eine Gegend, in der man verdammt viel unternehmen und Spaß haben kann, wenn man sich mal vor die Haustür trollt und sein eigenes Alltagsdreieck (Arbeit - Supermarkt - Sofa) verlässt.


Irgendwann saß ich vor lauter Heimatliebe und Video-Jeeperei dann mit so viel Clipmaterial hier, dass es wohl locker für 5 Videos gereicht hätte. Die Aufnahmen sind in 17 Städten entstanden, auch wenn es nur 11 Städte letztlich ins Filmchen geschafft haben. Mit der Zeit habe ich mir mein ipad, mit dem ich filme, echt ganz schön geschrottet, weil es bei dem Versuch, mich selbst zu filmen, ziemlich oft von irgendwelchen Brüstungen oder meinem Autodach gefallen ist. (Mittlerweile habe ich einen Stativhalter...man lernt ja dazu, ne?!). Aber an vielen Tagen haben mich auch Freunde begleitet, Stunde um Stunde mein "Halt mal!", "Nee, anders!", "Läuft schon?", "Reicht!", "MACH AUS!" oder "Nur noch EIIIIN-MAL, echt jetzt!" ertragen und somit sehr viel dazu beigetragen, dass ich so viele kleine Clips überhaupt zusammensammeln konnte. Deshalb an dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Julius, Andreas und Berit!

Als das Video fertig war, habe ich den Link meiner Mutter geschickt. Und Mutter so: "Aha. Und wofür ist das jetzt?!" - über die Frage bin ich immer noch nicht so recht hinweg. Wofür soll das schon sein?! Für einen famosen internationalen, interkulturellen und interdisziplinären Filmwettbewerb natürlich! Nein, Quatsch. Das Video ist für all diejenigen, die noch immer nicht kapiert haben, dass das Ruhrgebiet ein wirklich liebenswertes Fleckchen ist. Für all diejenigen, die mit einem Unterton des Bedauerns "Oh, Du wohnst im RUHRGEBIET?!" fragen. Für all diejenigen, die glauben, dass man hier in den Fängen von Smok, Schmuddel und Asitum lebt. 

Es handelt sich also um ein Gegenbeweisvideo und ich würde mich RIESIG freuen, wenn Ihr es über Eure Kanäle teilt, um mit Blick auf genau diese Birnis Unwissenden ein anständiges "Im Pott is schön!"-Zeichen zu setzen. HA!

KLICKT IM VIDEO AUF DEM RÄDCHEN (UNTEN RECHTS) AUF HD 1080...DANN IST DIE QUALITÄT VIEL SCHÖNER!



Im Pott gibbet Schwanentretboote, eine begehbare Achterbahn und einen tanzenden Strommast. Es gibt eine Uni mit Wahnsinnsausblick, Fördertürme zum Anfassen und Enten, die auf den Schoß kommen. Es gibt viel mehr Grün (Natur) und Blau (Flüsse und Seen) als man einsaugen kann und es gibt Seilbahnen (na gut, eine Seilbahn, Singular, nicht übertreiben!), Zechenfetisch-Schaukeln und die abgefahrensten Brücken. Und mit dem Tertaeder haben wir sogar unseren eigenen Eifelturm. Im Ruhrgebiet kann man wunderschöne Erdbeeren pflücken und auf der Ruhr entlang paddeln. Unsere Schlote und Schornsteine sind cool und NICHT schäbbig, weil sie einen tollen Kontrast bilden, der sagt: "Wir können Industrie UND Natur!". Wir haben eine riesige Bandbreite an unterschiedlichsten kulturellen Veranstaltungen, mehr Parks und Wälder als man mal eben durchwandern könnte und unsere Haldewitzka-Ruhrpottromantik-Sonnenuntergänge sind ja wohl mal legendär! 

So. Das war mein Wort zum Montag...ach watt, mein Wort zum ganzen Jahr. Oder für die Ewigkeit. Ja, genau, das war mein Wort für die Ewigkeit!

Und weil im Zuge der Filmerei auch ganz viel Quatsch passiert ist, schmeiße ich direkt auch noch ein ganzes Outtake-Filmchen hinterher. "Do what you love" und so...und ich LIEBE Outtakes. Die sind vielleicht nicht so SCHÖN wie das eigentliche Video, aber dafür viel lustiger. Also bidde schön:

HIER AUCH WIEDER AM RÄDCHEN AUF HD 1080 KLICKEN!



So. 2 Jahre Arbeit und jetzt einfach auf "Veröffentlichen" klicken...voll das komische Gefühl. Aber ich freu mich. Sehr sogar. Und ich hoffe echt, dass Ihr an dem Video...oder besser: an den beiden Videos...auch n bisskn Spaß haben werdet, denn das ist natürlich die Hauptsache. In diesem Sinne: Im Pott is schön und Glück auf!

Merke: Morgen startet in Essen ein dreiwöchiger Offspace für zeitgenössische Kunst.
Das Ding trägt den Titel "Es wird sogar schön". Grandioser Name! 

Die Sehnsucht & die Hoffnung

24. Juni 2015

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich bin ja ein Fan von schönen Wörtern. Obwohl...so ist das nicht richtig. Ich bin generell ein Fan von Wörtern. Schimpfwörter zum Beispiel finde ich auch total toll. Oder lustige Wörter, die kaum noch jemand verwendet. Wackelpöter zum Beispiel. Naja...und von allen anderen Wörtern bin ich auch irgendwie Fan. So ist das halt, wenn man ein Laberkopp ist. Jedenfalls hat Bochum zwei besonders schöne Wörter zu bieten. Und ich habe sie "besucht".

Das kommt übrigens ziemlich gut, wenn man an einem Sonntagmorgen gefragt wird "Und? Was machst Du heute so?" und man mit "Ich besuche die Sehnsucht!" antworten kann.


Wenn man die Sehnsucht besucht, muss man natürlich angemessen sehnsüchtig und ein bisschen wehmütig in die Ferne gucken. Aber das versteht sich ja quasi von selbst. (Dass das Foto etwas unscharf ist, versteht sich allerdings nicht unbedingt von selbst...)

Jedenfalls war das mit der Sehnsucht gar nicht so einfach. Ich hatte ihre Fährte auf Instagram aufgenommen und von Julius, der ein entsprechendes Foto gepostet hatte, erfahren, dass sie (also die Sehnsucht) an den Schmechtingwiesen wohnt. Also bin ich da hingefahren. Und habe sie nicht gefunden. Also habe ich Leute gefragt "Wisst Ihr wo hier die Sehnsucht wohnt?!". Nein, natürlich habe ich das SO nicht gefragt. Die wären ja alle sofort weggelaufen. Ich habe das geschickter formuliert, aber eine Antwort hatte trotzdem keiner.

Aber wie das so ist: Noch während ich "Ich find die einfach nihiiiiicht!" nöle...sehe ich sie. Aber uns trennt ein kleiner Bachlauf. Ein sehr usseliger, matschiger, fieseliger Bachlauf. Und ich habe kurze Beine. Drüberspringen ist da keine Option. Also Schuhe aus und durchgelatscht. Bisskn ekelig, aber was tut man nicht alles für die Sehnsucht, ne?!


Während ich da dann auf dem Boden rumkrebste, um die Sehnsucht und mich per Selbstauslöser (un)angemessen unscharf zu portraitieren, tauchte auf einmal ein Kerl auf, der sich in einen nahegelegen Busch stellte und mit seinem Geschlechtsteil wedelte. Ja, das ist mein Ernst! Da habe ich ein Date mit der Sehnsucht und es kommt ein fremder Penis vorbei?! Fand ich natürlich NICHT gut! Aber der haute und haute einfach nicht ab. Also hab ich meine Kamera genommen und so getan, als ob ich ihn fotografieren wollte. Hat gezogen. Weg war er. Ha! ("Wählen Sie Ihre Waffe!" - "Kamera!")


Nun ja. Aber mal ehrlich: Die Sehnsucht ist ein recht lahmer Genosse. Hab da ne Weile rumgesessen, aber mit der war echt nix los. Also bin ich wieder abgehauen. Aber weil ich den Penismann zwangsweise hatte beobachten müssen, wußte ich jetzt immerhin, dass man gar nicht durch den Bachlauf latschen muss, um wieder auf den Gehweg zurückzugelangen. Ein paar Meter weiter verläuft das Wasser nämlich per Kanal unterirdisch weiter und man kann einfach ebenerdig marschieren, ohne sich vollzumatschen. Also falls Ihr der Sehnsucht mal Hallo sagen wollt, seid direkt so schlau und lasst das mit der Matsche.

Ach so...und für den Fall, dass Ihr spontan Bock auf Sehnsuchtsmusik habt, die nicht vor Kitsch trieft, habe ich einen Tipp für Euch. Die tolle Dame habe ich auf dem Dortmunder Way Back When Festival live in ner Kirche gesehen und war voll geflasht. Und jetzt höre ich das folgende Lied seit Tagen in Dauerschleife. Aber Achtung: Es baut sich langsam auf. Also nur mal kurz reinhören und direkt super finden is nich! Das ist ein Lied, das man sich ein bisschen erarbeiten muss. Finde ich. Aber das macht es umso wertvoller!


So. Und weil das mit der Sehnsucht wie gesagt nur so mittel lief, hab ich dann die Hoffnung besucht. Hoffnung hat schließlich noch keinem geschadtet!


Die Hoffnung wohnt an der Uni Bochum. Ganz in der Nähe vom Audimax, um halbwegs genau zu sein. Genauer kann ich das leider nicht beschreiben, außer, dass ich noch ne Treppe runtergegangen bin. Joa. Und was macht man, wenn man genug Hoffnung getankt hat?! Weiter tanken. Und zwar Sonne. Und das geht da ein paar Meter weiter zufällig ganz hervorragend! Ich habe ja in Stuttgart studiert...insofern kannte ich den Bochumer Unicampus gar nicht und war schwer geflasht vom grandiosen Sonnendeck-Panorma an der Mensa:


Da kann man sich einfach auf eine breite Brüstung fläzen und ins Grün gucken. Hätte da noch ein Eiswagen gestanden, wäre ich restlos glücklich gewesen. Aber DIESE Hoffnung wurde mir leider nicht erfüllt. Nun ja. Aber immerhin ist die Brüstung aus so nem Material, das Wärme speichert. Also Sonnenstrahlenwärme. Davon kriegt man einen warmen Popo. Wie in ner Steinsauna. Fand ich voll gut!

So. Mehr wollte ich auch gar nicht sagen. Wackelpöter, Sehnsucht, Hoffnung, Sonnendeck und Steinsaunapopo. Das sollte aber auch reichen.

(Noch ein kleiner Gruß an Sebastian Hartmann, seines Zeichens Street Art Experte: "Hallo Herr Hartmann, diesen Post widme ich Dir! Beste Grüße nach Hamburg!)

Merke: Falls Ihr im Ruhrgebiet noch andere "Tolle-Worte-Orte" kennen solltet,
lasst mir mal einen Tipp da! Ich würd mich voll freuen!

Harte Kost: Worst of heimatPOTTential!

22. Juni 2015

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich warne Euch vor: Heute serviere ich harte Kost und falls Ihr einen Stock im Popo habt, klickt jetzt einfach weg und kommt die Tage wieder. 

Also: Letztens kam bei den Blogowskis die Idee auf, dass ich doch mal ein Best-of-bekloppteste-heimatPOTTential-Fotos bringen könnte, weil in den Untiefen meines Blogs echt so manche Klopper schlummern, die ich heute - in meinem fünften (krass!) Blogjahr - in der Form echt so nicht mehr bringen würde, weil Ästhetik und so.


Aber wenn ich ganz ehrlich bin: Das war schon eine schöne Zeit, als mir eine etwaige Ästhetik auf heimatPOTTential total pupsegal war und ich hier einfach so ziemlich jeden Quatsch rausgehauen habe, der mir eingefallen ist. Mir war damals nämlich so ziemlich ALLES egal. Mir war egal, ob die Bildqualität schlecht war und ob die Fotos alle eine unterschiedliche oder viel zu kleine Größe hatten, mir war egal, ob ich mich zum Affen mache, mir war egal, wenn ich auf nem Foto total bescheuert aussah und mir war vor allem egal, was irgendjemand denken könnte. Und diese total behämmertschöne Unbekümmertheit hätte ich manchmal doch ganz gerne wieder ein wenig zurück.  Sowas geht mit den Jahren nämlich irgendwie flöten. Ich weiß gar nicht wann genau ich angefangen habe, das alles hier "ernster" zu nehmen. Wahrscheinlich als ich andere Blogs und deren Ästhetik-Messlatte entdeckte und plötzlich dachte, dass ich da doch unbedingt irgendwie mithalten müsste. Aber eigentlich isset frei nach Schnauze, ohne irgendwelche Messlatten und mit beknackten Fotos doch n kleiiiinbisskn lustiger gewesen.

So. Und weil ich mit meinem entzündeten Fuß hier grad eh ziemlich gelackmeiert in meiner Wohnung festsitze, habe ich die Zeit genutzt, um aus meinem Archiv mal ein paar Klopper rauszukramen. Zu meinem eigenen, aber auch zu Eurem Amüsement. Und ganz ehrlich: Ich weiß ja, dass ich bekloppt bin, aber bei der Durchsicht meines Archivs aus den Jahren 2011, 2012 und 2013 wurde mir erst so richtig bewusst WIE SEHR. Das war mir in DEM Ausmaß ECHT nicht klar. Aber das ist okay. Lieber bekloppt als Stock im Popo - no offense! Also, los geht's:


In Punkto Food, Rezepte und lecker Essen hab ich in meinen ersten Blogjahren so viele behämmerte Fotos rausgehauen, dass es jedem Ästhetikfass den Boden ausschlägt. Und dann fand ich irgendwann Veras Blog und mir ist alles aus dem Gesicht gefallen. "Ach, SO geht das!" hab ich gedacht. Obwohl, nee, davon zu wissen wie DAS geht, war ich meilenweit entfernt. Ich bekam lediglich eine Ahnung davon wie DAS auszusehen hat. Tja. So unterwarf ich mich meinem eigenen Diktat des "Walk of Foodfame"...in der Hoffnung, eines Tages obergrandiose Foodposts raushauen zu können. Ich hoffe und walke noch immer, aber diese völlig abstrusen Kochposts von "damals" finde ich eigentlich schon ziemlich gut...vor allem wenn man bedenkt, dass ich das durchaus auch irgendwie ernst gemeint habe. Ich dachte echt, dass das so geht. Unfassbar eigentlich.


Fangen wir mit echten Highlights an: Ich habe mir im Internet per Mettwurst-Konfigurator Mettwurst bestellt. Das allein ist ja schon lustig genug. Aber die Fotos, die ich dann mit meinem Mettwurst-Mahl gemacht habe, sind SO schrecklich, dass Berit und ich sie sogar beim letzten Blogpotential-Workshop als Anti-Beispiel gezeigt haben. Aber trotzdem handelt es sich dabei bis heute um einen meiner liebsten heimatPOTTential-Posts, weil die ganze Story einfach so grenzwertig bekloppt ist. • Bekloppt war auch die Sache mit dem Dschungelcamp-Party-Schlangenkuchen, der so hässlich war, dass ich ihn "Kackwurst" taufte, was bis heute dazu führt, dass der Googlegott alle möglichen Menschen, die im Internet das Wörtchen "Kackwurst" googlen (und derer gibt es VIELE!), direkt zu mir führt. Laut Statistik ist das wirklich der zweitmeist geklickte Suchbegriff, über den Leute auf meinem Blog landen! Ich bin also ein kleiner Kackwurstkuchenstar! Ach so, die rechte Version zeigt den Kuchen übrigens nach meinem unsäglichen Versuch, ihn zu glasieren, um irgendwas zu retten. Hat aber offensichtlich nicht geklappt.


Das Geschirrhandtuch ist zerknittert?! Voll egal! Hauptsache da ist ein Förderturm drauf! • Der Speck aufm Auflauf ist kohlrabenschwatt? Na und? Der Rest drunter war lecker und im Hintergrund steht doch ein schöner, grüner Baum. • Und Zutaten ansehnlich aufschreiben?! Ach watt, ich fotografiere den ganzen Krempel einfach ab. Und dass Kaneel niederländisch für Zimt bedeutet, kann man wohl gefälligst selber googlen.


Lecker Schnittchen?! Tssss, lieber lustige Schnittchen und einen schönen vergilbten Filter drüber hauen, damit es auch ja möglichst unappetitlich aussieht. • Unappetitliche Fingernägel?! Geil. Erst mal direkt in die Kamera halten. • Und schon wieder so ne Zutatenliste? Immmmmer diese nervigen Listen! Aber in Kombination mit Dosenbockwürstchen schon erträglicher.


Mettwürstchen-Deko auf dem Potthucke-Auflauf muss natürlich eine POTT-Formation abgeben • und auch die beinamputierten Zechenfetisch-Plätzchen gehören selbstverständlich gezeigt - als Sozialpädagogin habe ich schließlich einen integrativen Auftrag! • Joa. Apfelschälen fand ich offensichtlich toll und Kartoffelschälen blöd. Das sind schon sehr wesentliche Basisinfos in einem Foodpost.


Eine hässliche Comic-App? Yeah, erst mal die schäbbigen Fotos noch mehr verschandeln und mir selber "Is doch lustig" einreden. • Tja. Und dann die Sache mit "Post aus meiner Küche"...den Rum hatte ich nicht ohne Grund in der Hand und hässliche Schürzen fand ich wirklich einfach cool, aber warum ich mir eine Plätzchenausstechform in Form eines Hirschgeweihs übern Kopf halte, weiß ich selbst beim besten Willen nicht. Jedenfalls war das die Zeit, in der mir endgültig klar wurde, dass Backen in meiner Welt der Teufel ist. • Aber wenn das Essen lecker war, hab ich zum Beweis einfach reingebissen. Völlig naheliegend! (Und merkt Euch mal den gelb-blauen Fleck auf meinem Arm. Darauf komme ich später noch mal zu sprechen.) • Damals auch sehr naheliegend (leider): Jedes zweite Foto mit nem HDR-Filter totkrisseln. Das reisst dann auch selbst das schöne Ruhrtal im Hintergrund nicht mehr raus.



Ich fand nicht nur hässliche Schürzen cool, sondern auch meine pinken Ikea-Schläppchen. Die tauchen in so vielen Posts auf, dass man meinen könnte, dass ich dafür bezahlt wurde. Jedenfalls fand der WDR die Schläppchen-Schürzen-Nummer ausreichend belustigend, um darin mit mir eine "hier und heute"-Folge als Foodblogger (hahaha...!) zu drehen. Und ich hab das auch noch mitgemacht...inkluvise Katzenkratzbaum als Kamerastativ. In der Küche. NEBEN dem Essen. Im Fernsehen!


Tja. Triple-Tja! An den Moment mit der Kampfmontur erinnere ich mich noch genau. Da war ich im Rahmen meines adventsPOTTential-Marathons geistig wirklich schwer umnachtet. • Aber an die Sache mit den weißen Stiefeln und dem dezenten Oberteil erinnere ich mich nur noch vage. Was war denn da bitte genau mit mir los? Und warum sitze ich da so behämmert? Ich habe damals den ziemlich ausgeflippten Laden Neon Elektrisch vorgestellt, aber das rechtfertigt das alles trotzdem nicht. Und es rechtfertigt auch nicht die Tatsache, dass ich das Oberteil am Ende sogar noch GEKAUFT habe! (Und ich habe es heute noch. Schließlich könnte man jederzeit auf eine Bad Taste Party eingeladen werden, ne?!) • Jaaaaa...und das Foto zur Rechten?! Was soll ich dazu sagen?! Schlimm genug, dass ich so aussah und so in der Öffentlichkeit rumgerannt bin, aber dass ich dieses Foto sogar hier gezeigt habe...sagen wir mal wohlwollend: mutig! Und weil ich so über das, was ich damals dazu geschrieben habe, lachen musste, hier ein Screenshot:



Bleiben wir mal im Panne-Sektor. Das ist eindeutig meine Master-Disziplin zwischen 2011 und 2013. In dieser Kategorie habe ich so viele "Oh mein Gott, nicht wirklich, oder?!"-Fotos gefunden, dass ich es selbst kaum glauben kann und die Auswahl hier stark eingrenzen musste. Aber das allererste, das ich Euch jetzt zeige, ist mit Abstand mein liebstes. Da habe ich nämlich in der Küche versucht, "A Chorus Line" nachzuspielen. Was man eben so tut, wenn man ein Rezept verbloggen will. Kennt man ja. Los, sagt, dass Ihr das kennt!


So. Und ab jetzt wird es nur noch schlimmer. Und mittlerweile überlege ich sogar, ob das mit diesem Post wirklich so eine gute Idee war. Aber ich ziehe das jetzt eiiiiisern durch!


Okay, ich kann es erklären! Ich wollte für meinen adventPOTTential-Kalender eine Picknickdecke und einen Schirm und Saft und so verlosen. Und EIGENTLICH wollte ich schön draußen inne Natur ein Picknick und dann Fotos davon machen. Aber es war Dezember und so usselig und sooooo kalt. Also habe mir einen sehr hässlichen Schal umgebunden und...ach, Ihr seht das Elend ja selbst. Baum und Natur. In meinem Wohnzimmer. Und ich mitten drin. Unglaublich. UNGLAUBLICH! • Und warum ich Tannenbäumchentaxi mit einem Einkaufswagen gespielt habe weiß ich echt nicht mehr. • Aber die Sache mit den Schlittschuhen, die war so: Ich wollte Eintrittskarten für die Eislaufbahn auf Zollverein verlosen. Aber wie soll man denn auf den Fotos sehen, dass ich da in schönster Industriekulisse grazilst über das Eis gleite?! Entweder sieht man nämlich das Eis ODER die Kulisse. Also habe ich mich aufs Eis gelegt, ne Kerze gemacht und meine Schlittschuhe vor dem Sonnenrad fotografiert. Und offensichtlich fand ich diese Angelegenheit dringlich genug, um zu ignorieren, dass mich alle Anwesend für völlig bescheuert gehalten haben müssen.


Der Halterner Stausee hat mich ja mit einem Fluch belegt. Man darf da ja nicht schwimmen, aber ich falle da einfach immer wieder total aus Versehen rein. Und so ein Fluch rechtfertigt natürlich vieles. Eigentlich alles. Und zwar jedes Jahr! • Das gilt allerdings nicht für grundloses Rumsitzen mit Windrädern und Grubenlampen. Was soll das?! Das sieht doch doof aus! Sehr sogar. • Und der arme Doktor Stratmann! Wahrscheinlich zeigt er nur mit dem Finger auf mich, weil er denkt "Boah, kann mal einer die Verrückte hier wegtun, die beißt mir sonst gleich ein Ohr ab!" • Und über das Pferdegebissfoto hat Heidi gestern völlig entsetzt gesagt: "DAS HAST DU WIRKLICH GEPOSTET?!". Ja. Habe ich. Und es gibt keine Erklärung dafür. Nicht mal eine schlechte.


Partyhütchen, Leberwurstbrötchen, Marmorkuchen und Luftballons unterm Tertaeder?! Kann man durchaus mal machen. Sieht halt nur n bisskn komisch aus. • Komisch aussehen - das können auch meine Zwiegespräche mit Petrus. Er hat damals übrigens nicht geantwortet. Ich war sehr enttäuscht. • Ja, und dann das Ding mit der Elfe. Ich will ja immer so gerne leichtfüßig wie eine Elfe aussehen. Das hier ist das einzige Bild EVER, auf dem das einigermaßen geklappt hat. Fee hat dafür auch nur ungefähr 600x auf den Auslöser drücken müssen. • Und über das Foto mit dem grünen Schirm hat meine Mutter damals schallend gelacht. Ich fand das recht normal...also mich und das Outfit und die Pose und überhaupt. Tja. Und jetzt - ein paar Jahre später - hab ich mich doch ganz schön erschrocken. Deshalb könnte das Foto auch wunderbar in die "Worst of - Fashion"-Kategorie passen. Den Mantel fand ich damals übrigens eeeeeecht coooooool. Dabei sieht er aus wie ein schrulliger Hausmeisterkittel...wenn wa ma ehrlich sind.


Ich habe wirklich vor NICHTS zurückgeschreckt. Vor GAR NICHTS! Und das beweist diese Kategorie aufs Vortrefflichste! Schön is anders, aber es hat ja auch keiner behauptet, dass so ein Alltag immer schön wäre, ne?!


Ich habe über die Jahre nicht nur die schönsten Halden verbloggt, sondern auch die unschönsten Toiletten. Irgendjemand musste sich dieser Aufgabe ja annehmen. Wo das war?! Ich weiß es gar nicht mehr genau, aber ich glaube im Oberhausener Druckluft. • Der tote Specht! Bis heute eine der Lieblingsgeschichten meiner Mutter. Ich gehe raus auf meinen Balkon und trete auf einen toten Specht. Mit nackten Füßen. (An dem Tag ist übrigens auch Amy Winehouse gestorben.) • Das alles war sehr dramatisch und endete damit, dass die Katzen mir auf meine neue Ledertasche gepinkelt haben. • Und während andere Blogger die schönsten Eckchen ihrer Wohnungen zeigen, portraitiere ich mein Chaos. Mit "I love my Pony"-Pferdchen. 


Ekelhafte Viecher habe ich auch SEHR gerne gepostet. Das hier war ein besonders ätzendes Teil. Das konnte nämlich SPRINGEN! Das war SO ekelig, dass ich natürlich davon berichten musste! Außerdem bin ich vor Schreck damals in die Badezimmertür gefallen. Auch sehr dramatisch. (Und am Ende hatte ich davon diesen gelb-blauen Fleck am Arm, den Ihr auf einem der oberen Fotos sehen konntet.) • Und das Toilettenfoto ist nicht minder ekelig! Da war mir die Bürste beim Schrubben abgebrochen und steckte unten fest. Wenn man das aber nur gesehen und nicht GELESEN hat, hätte es durchaus dazu kommen können, dass die Leute sagen: "Hast Du mal das Klo von der heimatPOTTential-Tante gesehen?! Das hat die doch SEIT JAHREN nicht mehr geputzt!" • Anstoßen mit Mettwürstchen. Auf nem Kürbishof. Und dazu gab es Apfelkuchen. Das weiß ich noch genau! • Und mit der Zahnbürste von meinem Exfreund hab ich die Fugen in meiner Dusche gereinigt. Und natürlich waren all diese Fotos in Geschichten mit Kontext eingebunden und ich hab nicht vollkommen grundlos davon erzählt, aber das macht die Bilder an sich natürlich keinen Deut schöner.


Das artet hier grad alles etwas aus, aber EINE Runde geht noch, oder?! Also: Verkleiden fand ich schon als Kind sehr super. Habe ich offensichtlich nie so richtig ausgeschwitzt. Und weil ich Karneval doof finde, verkleide ich mich heutzutage bei jeder erstbesten Gelegenheit einfach so.


Hier hatte ich Langweile und wollte meine Nachbarn erschrecken. Auf der Suche nach dem besten "Kostüm" habe ich mir natürlich einen Schal um den Kopf gewickelt. NATÜRLICH! • Schlussendlich habe ich mich dann aber doch für die Billy Idol Maske entschieden. • Tiermasken liebe ich ja ein bisschen. Und in 4 Jahren tauchen in 3 meiner fast 500 Posts diese und andere Tiermasken auf. Unter den zweiten Masken-Post schrieb mir damals ein anonymer Kommentator, dass ich ja auch immer nur den gleichen Mist machen und mir nie was Neues einfallen lassen würde (...also sinngemäß). Pffff. Hallo?! 3x in 4 Jahren?! Der Schnitt ist VOLL okay, wenn man bedenkt, dass ich diese Masken seit Jahren JEDEN TAG im Kofferraum spazieren fahre und somit IMMER dabei habe! • Und zu dem letzten Bild fehlen mir selbst alle Worte. Da sieht dann sogar der Hausmeisterkittel vergleichsweise gut aus.


Und weil das Zerhacken eines Kürbisses mit meinen mittelschlechten Messern einem Wrestlingkampf gleichkommt, habe ich mein Outfit natürlich thematisch angepasst. Hab ich mir bei Vera abgeguckt. Da ist auch immer alles so schön stimmig.


Das Maskenbandenbild ist auf einem Festival entstanden. Ich sag doch...ich hab sowas immer im Kofferraum dabei. Da kann das schon mal schnell eskalieren. • Und hier sind schon wieder die Partyhütchen! Den Rest hatten Fee und ich EXTRA für eine Hochofenparty im 1-Euro-Shop gekauft. Standard. (Wenn Ihr Euch übrigens mal so RICHTIG ärgern wollt, kauft da mal ne Klebefusselrolle und versucht, sie zu benutzen. Total toll!) • Und noch eine Ausgabe aus der Reihe "Was man im Kofferraum hat, muss man auch benutzen!" - sogar auf Tiger and Turtle! • Und wenn man mal nicht mit den Auto unterwegs ist, kann man sich auch einfach ne Papiertüte vorn Kopp halten. 

So. Ich vertraue darauf, dass die Meisten von Euch meinen Blog hoffentlich schon lange genug lesen, um zu wissen, dass ich nicht NUR bekloppt bin und/oder NUR Quatsch mache. Ha! Apropos Quatsch! Da fällt mir noch was ein...und zwar die Geschichte mit der Ente! Ich saß irgendwo am Kanal und dann kam ne Ente vorbei. Und die kam auf meinen Schoß und ich hab mich VOLL gefreut! Und NATÜRLICH hab ich mich auch mit der Ente unterhalten, weil...naja...die saß doch auf meinem Schoß! Sowas verbindet schließlich. (Naja, in Wahrheit rede ich einfach immer und überall mit ALLEN Tieren.) Jedenfalls habe ich hier dann von diesem Highlight berichtet und irgendjemand hat mir (wieder sinngemäß) unter den Post geschrieben, dass ich mir mal Gedanken machen sollte...eine erwachsene Frau...die mit Enten redet...wenn er/sie mich gesehen hätte, hätte er/sie seine Kinder ganz schnell vom Unglücksort entfernt, damit sie sich sowas nicht angucken müssen. Hallo?! HALLO?! Darf man heutzutage noch nicht mal mehr mit Enten reden?! Also echt...die armen Kinder, die haben bestimmt jetzt schon n Stock im Popo!


Und dieses Foto hat nun eigentlich wirklich NICHTS in einem Worst of zu suchen! Das ist sowas von Best of...aber SOWAS von!

So. Ich hab eigentlich noch 3 weitere Kategorien, aber das muss an Beklopptheit für heute reichen. Und jaaaaa: Ich bin erwachsen und gerne bekloppt. Das macht das Leben deutlich lustiger.

In diesem Sinne...auf die gute, alte Zeit und auf alles, was noch kommt! Und darauf, dass es endlich mal Sommer wird, verdammte Hacke!

Merke: Die pinken Schläppchen suchen! Wieso sind die überhaupt weg?!

Neuland: Mein erstes eigenes Video! (Und ein Quaddel-Schwank)

17. Juni 2015

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, heute gibbet "Yeahyeahyeah" und "Böse Welt" in einer absoluten Premium-Edition. Ich erzähle also mal wieder einen kleinen Schwank...und der geht so:

Wenn man im vierten Jahr so vor sich hinbloggt, hat man irgendwann auch mal Bock auf was Neues. Und irgendwann ist in meinem Falle JETZT. Und deshalb hab ich mir überlegt, dass ich ab sofort einfach auch mal Videos drehe. Also habe ich mich relativ kurzfristig von meiner angetrauten Autositzheizung scheiden lassen und bin jetzt mit imovie verheiratet. Mit anderen Worten: Ich hab vooooll den Video-Jeeper (Yeahyeahyeah!) und nehme Euch künftig einfach mal öfter mit auf Trallafitti. Wisster Bescheid.


So. Nun müsst Ihr Euch das so vorstellen: Ich so: Jeeperjeeper, seit Tagen nix Anderes mehr inne Birne und voll den Spaß anne Freud. Und dann ist mein doofer Dornen-Entzündungsfuß vorgestern plötzlich wieder angeschwollen. Ich natürlich so: Maaaaaaaah!

Also ab zum Arzt. Arzt verschreibt wieder ein Antibiotikum und ne Cortisonsalbe. Ab zur Apotheke, Tablette eingeworfen und back to Ehemann imovie. Und irgendwann sagt Herr imovie zu mir: "Hömma, wie siehst Du eigentlich aus?! Du hast ja überall Flatschen!". Und ich so: "Joa, jetzt wo Du's sagst...juckt auch ganz schön."

Nachts um 4 hab ich dann beschlossen, dass es nicht ganz schön, sondern sehr böse juckt. Und zwar überall. Flatschen am Hintern, im Gesicht und oberhalb und unterhalb und rechts und links. Mückenstiche konnten das nicht sein, denn so viele Mücken kann es im ganzen Ruhrgebiet gar nicht geben. Also hab ich mal ne Runde nachgedacht und irgendwann beschlossen, dass mir diese Flatscherei echt nicht geheuer ist. Irgendwo im Hinterkopf trampelte dann "Allergischer Schock" rum - dicht gefolgt von der möglichen Notwendigkeit einer sehr zeitnahen Behandlung. Also hab ich Heidi ausm Bett geklingelt und "Krankenhaus?!" gestottert. Heidi geht nachts um 4 natürlich total gerne ins Krankenhaus und hat sofort "Yeah, bin dabei!" geantwortet. Naja. So ähnlich zumindest.

Jedenfalls hab ich ihr dann ein Foto von meinen Flatschen geschickt, um die Dringlichkeit des Handelns zu untermauen. Heidi diagonstizierte fachmännisch: "Quaddeln!"

Ekelhaftes Wort!

Also mit den Quaddeln ab in die Hautambulanz der Uniklinik. Doc sacht auch: Quaddeln! Und Nesselsucht! Und beginnende Wundrose im Fuß! Und dass Nesselsucht und Wundrose wie Flöhe und Läuse und schwer parallel zu behandeln wären.

Joa. Toll.

Andreas meinte übrigens, dass er das Wort "Nesselsucht" nur aus Märchen kennen würde. In Wahrheit kann man sowas aber bekommen, wenn man ein Antibiotikum nicht verträgt. Tja.


Jedenfalls wollten die mich da behalten. Da = im Krankenhaus, denn ich hab die (ihhhh!) Quaddeln auch anne Augen. Und das bedeutet, dass die Schleimhäute und somit auch die Atemwege zuschwellen könnten. Und das sollte man beobachten. Aber ich finde, dass ich das auch zu Hause beobachten kann. Also bin ich erfolgreich geflohen (mit einem schriftlichen Hinweis darauf, dass ich unter Anderem meinen Tod riskiere), mache mir eine schöne Quaddel-Zeit (der Arzt sprach von Wochen bis Monaten....hahahahahaha [hysterisches Lachen] hahahahaha...) und lasse mir meine Video-Jeeper-Laune einfach mal nicht verderben. So!

Ihr seht: Ich habe echt ne Premium-Mitgliedschaft im Alles-Kacke-Club, aber immerhin noch Spaß inne Backen. Und das ist doch irgendwie die Hauptsache. Deshalb lange Rede, kurzer Sinn: Am Wochenende war ich auf Trallafitti...und zwar beim Bochumer Rundlauf...und das war so:

ACHTUNG! GUCKT EUCH DAS VIDEO BITTE IN DER 1080-HD-AUFLÖSUNG AN!
KANN MAN AN DEM KLEINEN RÄDCHEN IM VIDEO UNTEN RECHTS EINSTELLEN.



Natürlich ist das Filmchen nicht perfekt, aber das muss es auch gar nicht sein. Wir sind ja hier schließlich nicht inne ARD. Ich lerne das alles gerade erst und hoffe auf die Übung, die mich dann gefälligst iiiirgendwann zum Meister machen wird! Aber davon ab würd ich mich freuen, wenn Euch das Video gefällt und Ihr mir mitteilt, ob Ihr überhaupt Bock habt, mich künftig öfter mal in DEM Format quasseln zu sehen...und zu hören?! Da kann ich ja in meinem Neuland-Video-Jeeper-Kosmos nicht so einfach von ausgehen, ne?!

Mehr Infos über den Bochumer Rundlauf und eine ausschweifende Liebeserklärung meinerseits aus dem Jahre 2013 findet Ihr jedenfalls HIER. Und meine Liebe ist auch zwei Jahre später noch ungebrochen! Es ist einfach so toll wie sehr das Rundlauf-Team hinter seiner Idee steht und einen kleinen Stadtteil für ein paar Stunden mit so viel Schönem füllt. Da war übrigens noch soooo viel mehr los als in meinem Videochen zu sehen ist, aber leider hat mein Akku sehr früh schlapp gemacht. Ich alter Profi.

So. Ich quaddel jetzt noch n bissken vor mich hin und wünsche Euch nen schönen Tach! Gehabt Euch wohl...oder zumindest wohler als ich zur Zeit.

Merke I: Neuland macht echt Spaß!

Merke II: Pro mehr rockende Ömmakes!

Diese Welt ist mal wieder ein grausamer Ort

5. Juni 2015

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, mein "Böse-Welt-Lauf" ist ungebrochen und weil einem ab einem bestimmten Punkt nix anderes übrig bleibt, als drüber zu lachen, fasse ich heute mein Elend mal wieder zusammen. Dann isset nämlich wenigstens für was gut. Nämlich zur allgemeinen Belustigung. Immerhin!

Also. Die Charlotte. Die rennt immer mit knallrotem Lippenstift rum. Und ich finde, dass das gut aussieht. Gar nicht nach Tussi oder Lady, sondern cool.


Ich will auch cool aussehen. Mit knallrotem Lippenstift, zerfledderter Jeans und Turnschuhen. Also kaufe ich mir im dm so ein Hält-100pro-24-Stunden-Monster, weil ich mir denke, dass Charlotte bestimmt auch so einen hat. Schließlich hält der bei ihr immer voll perfekt und schmiert nicht rum.

So. Am Abend bin ich dann verabredet. Also stelle ich mich ins Bad und trage das Monsterzeug auf meine Lippen auf. Sieht aber kacke aus. Wenn ich den Mund nicht bewege, geht es einigermaßen. Aber wenn ich lächle, machen meine Lippenkonturen komische Sachen und dann verzieht sich alles zu einer knallroten Fratze. Das ist definitiv NICHT cool. Ich habe einfach den falschen Mund für diese Coolness. Also muss das Zeug wieder ab.

Das Zeug geht aber nicht ab. So gaaaar nicht. Nicht mit Klopapier und Wasser, nicht mit Wattepads und Wasser und auch nicht mit nem Handtuch und Wasser. Dann denke ich "Naja, Wasser halt, ne?!" und greife zum Augen-Make-up-Entferner und wende erneut die Klopapier-Wattepad-Handtuch-Kombination an. Bringt aber nix. Das Zeug hält, als ob es tätowiert wäre. Dann nehme ich Creme. Bringt auch nix. Dann habe ich kurz den Nagellackentferner in der Hand, besinne mich aber noch rechtzeitig. Tja. Und dann stehe ich da rum und weiß nicht was ich machen soll. Also frage ich den Google-Gott, denn der ist ja schlau. (Er ist sogar SO schlau, dass er mir mal "Gehirn-Herpes" diagnostiziert hat! Ja, das gibt es und ja, das ist mein Ernst! Seitdem google ich keine Krankheitssymptome mehr, denn im Zweifelsfall addiert sich dann im Handumdrehen noch eine Panikattacke zu dem, was man eh schon hat.)

Jedenfalls sagt der Google-Gott, dass ich Fett nehmen soll. Tja. Ich habe weder fettige Cremes, noch Butter. Also nehme ich Olivenöl. Das gieße ich in meine Hand und tunke meinen Mund rein. (Das Öl tropft von meinem Mund auf mein Oberteil. Toll. Muss ich also gleich auch noch was Anderes zum Anziehen finden. Als ob ich nicht schon genug Probleme hätte.) Dann rubble ich mit Wattepads an meiner Ölschnute rum und komme mir doof vor. Nicht doof genug, um nicht ernsthaft darüber nachzudenken, ob das mit Akkupads vielleicht schneller gehen würde. Aber zum Glück habe ich gar keine Akkuspads. Ich rubble gefühlte Stunden und schreibe währenddessen meiner Verabredung, dass ich später komme, weil ich ein Problem mit meinem Gesicht habe. Antwort: "Was zählt ist der Charakter!". Also schicke ich ein Foto von meiner aktuellen Charakter-Schnute hinterher. Antwort: "Oh. Na gut. Manchmal zählt nicht nur der Charakter."

Eben!

Irgendwann ist das Monsterzeug jedenfalls ab. Aber dafür sehe ich aus, als hätte ich 1 Stunde mit Schleifpapier geknutscht. Ich verlasse trotzdem das Haus. In einem Shirt, auf dem "Wat?" steht. Nur für den Fall, dass jemand komisch gucken sollte.

Zwei Tage später sitze ich im Wohnzimmer am PC und mache was. Was ist grad egal. Jedenfalls kann ich "was" nur machen, wenn ich Cola light habe. Cola light ist nämlich (leider) mein Kaffee. Und den brauche ich zum Denken. Ist aber allealle. Also fahre ich zur Tanke. Auf dem Weg dorthin fällt mir auf, dass mein Tank so gut wie leer ist. Laut Anzeige kann ich noch 10 Reservetank-Kilometer fahren. Also nehme ich mir vor, zu tanken…wenn ich schomma da bin. An der Tankstelle habe ich das aber schon wieder vergessen. Ich habe nämlich Maik eine ellenlange Sprachnachricht geschickt und kann die nicht verschicken. Weil Whatsapp hängt. So richtig mit rotem Warnbalken und so. Was soll das denn?! Hab ich ja noch nie gesehen.


Jedenfalls muss ich Whatsapp schließen, um mein eingefrorenes Display wieder aufzutauen. Das bedeutet den Verlust dieser ellenlangen Sprachnachricht, die aber eh bei 0:45min hängen geblieben ist, ohne dass ich es während 7-minütiger Laberei gemerkt hätte. Das ärgert mich. Und deshalb spreche ich eine neue Nachricht drauf, in der ich meinen Ärger kund tue und sage, dass ich keinen Bock habe, das jetzt alles noch mal zu erzählen. Dann gehe ich in die Tankstelle, kaufe eine Cola light und begebe mich auf den Heimweg. Aber da leuchtet die Tanklampe wieder. Maaaaah! Is ja gut. Also fahre ich zu einer anderen Tanke umme Ecke, weil es mir zu doof ist, an der ersten Tanke zuzugeben, dass ich vergessen hatte, zu tanken. Das ist ja so, als ob man im Schwimmbad stünde und plötzlich vergessen würde, zu schwimmen. Auf dem Weg zu der anderen Tanke komme ich jedenfalls an Mäcces vorbei. Und weil ich den Papp schon wieder auf hab, denke ich: "Boah, jetzt so'n Cheesie mit Pommesmayo (ja, ein Wort)!". Ich parke mit 5 verbleibenden Reservetank-Kilometern auf der Anzeige. Dann komme ich an einem gelben Pfeil vorbei und muss den unbedingt in Kombination mit meinen Schnäppchen fotografieren. (Fragt einfach nicht.)


Als das erledigt ist, betrete ich Mäcces und rutsche mit meinen Schnäppchen erst mal ungalant in einer der Eingangsbereich-Regenwetter-Pfützen aus. Und ich könnte noch nicht mal behaupten, dass das keiner gesehen hätte.

Also Cheesie und Pommesmayo eingesackt und zurück ins Auto. Als ich losfahre, zeigt die Tankanzeige plötzlich eine NULL an. NULL Reservekilometer.


Was ist DAS denn für eine Unverschämtheit? Als ich zu Hause losgefahren bin, stand da noch eine ZEHN. Und die beiden Tankstellen liegen in einem Maximalradius von EINEM Kilometer von meiner Wohnung entfernt. Das kann folglich also gar nicht sein. Diese Anzeige lügt. Aber was will man in so einem Moment schon machen…außer weiterfahren?! Also fahre ich weiter zur Tanke und bleibe exakt geschätzte DREI Meter VOR der Zapfsäule liegen. Ich entdecke sofort Parallelen zu meinem Gesamtleben und muss ein bisschen lachen. Aber nur ganz kurz, denn dann muss ich ja in die Tanke reingehen und fragen, ob die mal kurz einen Kanister für mich haben, damit ich da Benzin reinfüllen kann, um mein Auto zu betanken, das DREI Meter neben der Zapfsäule steht. Ich trage also mein Anliegen vor und der Tankonkel sacht: "Also Sie können auch einfach näher an die Zapfsäule ranfahren, junge Frau!"

Ich bin nachhaltig schockiert über das Ausmaß an Dummheit, das mir der Tankonkel mit dieser Aussage andichten will. Als wäre ich einfach nur zu DOOF, um anständig vor der Zapfsäule zu halten. Also sage ich genau das. Ich sage: "Haltense mich für doof?!". Daraus resultiert, dass der Tankonkel angefressen und nicht bereit ist, mir für 2 Minuten so einen doofen Kanister zu leihen.

"Netten Leuten hilft man hier gerne, aber wennse mir SO kommen, könnense nen Kanister kaufen, Frollein!"

PAH! Ich bin NETT! VOLL NETT! Glaubt der Tankonkel aber nicht und deshalb muss ich diesen bescheuerten Kanister kaufen. Für 9,90€!

Naja. Jetzt hab ich wenigstens einen Benzinkanister. Schadet ja nu auch nicht.

Am nächsten Tag habe ich einen Dentalschlachtertermin. Das ist in meiner Welt nie erfreulich, aber in meinem aktuellen "Böse-Welt-Spektakel" irgendwie noch das Netteste, was mir in dieser Woche so widerfahren ist. Sehr eigenartig.


Jedenfalls tut mir im Nachgang nix weh und ich hab gute Laune. Und weil ich gute Laune habe, möchte ich zu Hause mein neues Shirt anziehen, das ich am Wochenende gekauft habe. Die genaue Korrelation zwischen guter Laune und neuem Shirt schnalle ich selbst nicht so richtig, aber so war es nun mal. Also ziehe ich das Teil an und freue mich, weil es halt schön ist. Nicht so schön ist allerdings, dass da doch tatsächlich noch so ein Anti-Klau-Krallen-Dings drin steckt. Zum Einen sieht das doof aus und zum Anderen kann ich doch so nicht vor die Tür gehen! Da denkt ja jeder…ach, könnt Ihr Euch ja selber denken, was da dann jeder denkt.

Also frage ich Berit, ob man das Ding irgendwie abkriegen könnte. Berit sagt: Nö!


Mit "Nö!" bin ich aber nicht einverstanden. Also denke ich "Pffff, mir doch egal. Ziehe ich halt ne lange Strickjacke drüber. Dann sieht datt keiner." Und so fahre ich dann zur Post.

Post. Lange Schlange und so. Kennt man ja. Und während ich da so rumstehe, merke ich nicht, dass sich meine Strickjacke hinter meiner Tasche verfangen hat. Und zwar so, dass das Anti-Klau-Krallen-Ding rausguckt. Das merkt aber offensichtlich der Typ vor mir in der Schlange und fragt "Na, erfolgreich gewesen?!" und deutet dabei auf das Ding.

Mir fällt fast alles ausm Gesicht und so stammle ich mit maximaler Überzeugungsinbrunst in meiner Stimme: "Das hab ich NICHT geklaut. ECHT NICHT!"

Er so: "Ja, klaaaar!"
Ich so: "EHRENWORT nicht!"
Er so: "Datt kannse Deiner Omma erzählen…"
Ich so: "Die sind beide tot."
Er so: "Oh, tut mir leid."
Ich so: "Schon okay, aber ich hab das ECHT nicht geklaut!"
Er so: "Aha. Also trägt man das jetzt so?"
Ich so: "Maaaah. JA!"
Er so: "Na dann."

Dann stehe ich da und schäm mich n bisskn. Und richte die Strickjacke.

Und plötzlich er wieder so: "Bist Du bei Facebook?"
Ich so: "Ja."
Er so: "Ich auch."
Ich so: "Joa. Schön."
Er so: "Sach ma Deinen Namen."
Ich so: "Nö."
Er so: "Wieso nich?"
Ich so: "Weil Du mein Sohn sein könntest. Oder mein Zivi."
Er so: "Ach, f*** Dich doch!"
Ich so: "…"

Lustiger Weise ist mir vor ein paar Wochen schon etwas Ähnliches passiert. Da war ich im Bottroper Stadtgarten zwecks Fotosause unterwegs.


Aber wenigstens hat DAS Kerlchen NICHT "F*** Dich doch!" gesagt.

Nun ja. Nachdem ich bei der Post war, will ich noch zur Bank. Vor der Bank steht jemand, den ich zum Verrecken nicht treffen möchte. Aber die Nummer mit der Bank muss sein, also quetsche ich mich total albern hinter diesem Jemand entlang (Zwischenraum zwischen ihm und der Bank ca. 1 Meter) und stelle mich an den Kontoservice-Automaten, um Überweisungen zu tätigen. (Nein, ich habe kein Online-Banking. Ja, ich weiß, dass das das Leben erheblich erleichtern könnte.) Nur bin ich SO durcheinander, dass ich ständig alles falsch eintippe und über die Fehlermeldungen schimpfe, weil ich mir schließlich einbilde, alles sehr wohl richtig eingegeben zu haben. Tja. Aber so ein Kontoservice-Automat lügt halt nicht. Also quäle ich mich mal wieder durch meine eigene Dusseligkeit und gehe dann zu Saturn. Auf dem Weg zu Saturn will ich Heidi eine Sprachnachricht schicken, um mich über mich selbst zu beschweren. Aber ich finde mein Handy nicht. Klassiker: "Uaaaaaah! Mein Handy ist WEEEEEEG!"…und am Ende isset ja doch NIE weg. Also gehe ich einfach weiter und denke mir: "Guckste halt gleich mal in Ruhe."

Ruhe habe ich bei Saturn, als ich in einer Schlange auf Beratung warten muss. Also wühle ich in meiner Tasche. Nix Handy. Ich kippe den gesamten Tascheninhalt auf den Boden. Nix Handy. Ich überprüfe sehr sinnesgegenwärtig, ob ich es nicht vielleicht am Ohr habe. Ja, Ihr lacht! Die gleiche Nummer hab ich aber vor einem Jahr schon mal abgezogen. Totale Hysterie, Handy weg!

Ich so: "Heidiiiii, mein Handy ist weg! Echt jetzt! EEEECHT JETZT! Ich hab schon die Tasche ausgekippt!"
Heidi so: "Echt? Oh neiiin! ECHT?! Guck nomma ganz in Ruhe!"
Ich so: "Boah, ich hab jetzt schon 10x ganz in Ruhe geguckt. Das ist weg!"

Und dann fiel mir irgendwann auf, dass ich das Heidi ja nur mitteilen konnte, weil wir telefonierten. Über mein Handy.

Aber nein, diesmal telefonierte ich NICHT. Also bin ich zur Bank zurückgerannt. Dort lag mein Handy am Bankautomaten. Ich will es mir schnappen, aber dann sagt einer der Leute, die da so rumstehen: "Halt, Sie können doch nicht einfach das Handy da nehmen!"

Ich so: "Doch! Das ist meins!"
Er so: "Jaja, könnte ja jeder sagen…"
Ich so: "Boah, aber nicht jeder kennt auch die Geheimzahl, ne?!"
Er so: "Ja? Dann zeigense mal…"

Also demonstriere ich brav, dass das ECHT MEIN Handy ist. Dann darf ich gehen. Beim Verlassen der Bank nuschle ich: "Mahhh…wasn das fürn Kacktach?!"

Und dann der Handybewacher: "Eigentlich sollten Sie sich freuen. Schließlich haben Sie Glück, dass hier keiner von uns Ihr Handy geklaut hat, ne?!"

Muaaaaah. Jaja, is ja schon gut. Hab ich also voll den super Tach. Und weil mein Tach so super ist, streite ich mich 15min später auch noch mit ner Supermarktkassiererin.

Sie so: "27,59€"
Ich so: "Bitte schön."
Sie so: "Da fehlt aber noch was."
Ich so: "Hä? Wieso? Stimmt doch!"
Sie so: "Nein."
Ich so: "Sie haben doch 27,59€ gesagt."
Sie so: "Ja."
Ich so: "Dann stimmt es doch!?"
Sie so: "Nein, da fehlen 10€."
Ich so: "Hä? Gar nicht!"
Sie so: "Doch. Das hier ist ein 10er und kein 20er."
Ich so: "Oh. Tut mir leid, ich hab heut voll den super Tach."
Sie so: "Schön. Ich auch."

Auf dem Weg nach Hause habe ich Angst, dass ich das Gaspedal mit der Bremse verwechseln könnte. Oder umgekehrt. Und ich habe Angst, dass ich ein Kind umfahren könnte und dass daraus ein Gespräch dieser Art entstehen könnte:

Irgendwer so: "Sie haben grad ein Kind umgefahren!"
Ich so: "Hä? Stimmt doch gar nicht."
Irgendwer so: "Doch. Hat jetzt keine Beine mehr."
Ich so: "Doch, wohl."
Irgendwer so: "Aber die sind jetzt kaputt."
Ich so: "Oh, tut mir leid, ich hab heut voll den super Tach."

Also fahre ich so langsam wie nie, vergrabe mich danach in meiner Wohnung und lasse die Finger von Messer, Gabel, Schere und Licht.

Der Rest des Abends war dann okay. Ich bin nur noch in Katzenkotze ausgerutscht. Dafür bin ich am nächsten Abend auf Zollverein in Dornen gelatscht, die mich am Fußknöchel erwischt haben. "Egal, Karl!" und "heiter weiter!" hab ich gedacht, aber der Knöchel ist doof und sagt 24 Stunden später plötzlich: "NÖ!". Und jetzt sitze ich hier am hoch gelobten 30-Grad-Tag, kann nicht mehr (also GAR NICHT MEHR!) auftreten und bin beleidigt.


Jaja…"Geh zum Arzt, Juli!", aber ich kann nicht GEHEN und außerdem habe ich keinen Bock. Und Facebook erinnert mich gerade daran, dass ich heute 5 Veranstaltungen "habe". Da gehe ich wohl auch nicht hin. Seit wann hat sich Facebook eigentlich zum Freizeitmanager erhoben?! Und noch viel wichtiger: Wie komme ich jetzt an Katzenfutter, wenn ich nicht laufen kann?! Diese Welt ist mal wieder ein grausamer Ort.

Merke: Dornendickichte auf Zollverein meiden!

Lecker Kartoffel POTT!

1. Juni 2015

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich habe ja eine Krankheit. Die "Es steht POTT drauf? Ich muss es essen, haben oder da hinfahren"-Krankheit. Aber mit dieser Konditionierung lebe ich ganz gut. Funktioniert übrigens auch mit dem Wörtchen "Heimat". Könnte an meinem Blogtitel liegen. Aber nur ganz vielleicht.


Als ich vor ein paar Monaten auf Facebook die Kartoffel Pott Fährte aufgenommen habe, wollte ich eigentlich unbedingt und direkt zur Eröffnung hin, aber dann dachte ich mir "Warte domma lieber den ersten Hype ab!". Und das war schlau, denn in den allerersten Tagen dieses gesunden Dortmunder Fast Food Schuppens standen die Leute wohl zwecks Verzehr die ganze Straße runter in einer Kartoffel- und Pottliebe-Schlange an. Und es handelt sich hier um eine echt lange Straße wohlgemerkt!


So. Nun mal ganz ehrlich: Ich finde Kartoffeln strunzlangweilig und dröge. In meinem ganzen Leben habe ich vielleicht 2x normale Kartoffeln gekocht. Ansonsten verirren sich die Dinger höchstens mal zwecks Rosmarin-Ofen-Kartoffeln in meine Küche, denn ich lebe sehr ausschweifend und zufrieden an der Pasta- und Reisfront. Und würde der Kartoffel Pott Kartoffelbox oder so heißen, wäre ich da im Leben nicht hingefahren. Und das wäre echt schade gewesen, denn der Laden hat mir eine richtig schöne Lektion erteilt: Kartoffeln sind nämlich gar nicht immer strunzlangweilig und dröge. Zumindest nicht die Kartoffelpottkartoffeln.


Die sind nämlich was Besonderes. Das hat mir der Inhaber Marcel Gronen erklärt. Die Kartoffeln sind nämlich SO besonders, dass er ihre Herkunft streng geheim hält und sich hat zusichern lassen, dass sonst niemand in ganz Dortmund damit beliefert wird. Ganz schön schlau. Und lecker.

Aber ich bin auch schlau. Deshalb bin ich da nicht einfach hingegangen, sondern hab vorher per Mail nachgefragt, ob man mich nicht gleich auf mehrere Probierpötte einladen könnte. Denn angesichts der vielen deliziösen Kombi-Gerichte hätte ich doch sonst wie doof da rumgestanden, ohne mich für EINEN Pott entscheiden zu können. Und deshalb hab ich 4 Kartoffel-Kombis probiert: drei Kleine und eine Große. HA!


Mit Curry kriegt man mich ja immer, an Ttzaziki ist auch nie was verkehrt, an Bratensoße erst recht nix und da ich in diesem Frühjahr noch kein einziges Spargelfitzelchen gegessen hatte, habe ich natürlich auch beim Chefins-Pott zugeschlagen und darin auch meinen Favoriten gefunden. Obwohl…vielleicht doch Ommas Bratensoße mit Erbsen und Möhrchen? Oder nicht? Oder doch? Egal. Ich hab ALLES aufgegessen - und das, obwohl ich kurz zuvor noch ein Spaghettieis vertilgt hatte. Wenn ich was kann, dann essen.

So. Nun kennt Ihr das: Man kriegt den Hals nicht voll und haut sich wer weiß was alles hinter die Kiemen. Und am Ende ist man leidig, weil man ein schlechtes Gewissen hat. Dies gilt vor allem dann, wenn es sich um Fast Food handelt. Wer haut sich schon ne Pizza oder nen Döner rein und sagt hinterher: "Boah, endlich mal wieder watt Anständiges gegessen"?! Eben! Und genau aus diesem Grund finde ich den Kartoffel Pott richtig gut: Man ist pappensatt...aber wie bei Muttern oder Omma am Küchentisch. Und dieses Satt ist ja wohl immer ein gutes Satt, oder?!


Genau darum ging es Marcel auch, als ihm die Idee für den Laden kam. Er wollte wertigeres Fast Food anbieten. Für mal eben inne Mittagspause zum Beispiel - und zwar ohne schlechtes Fressgewissen als Nachhut.

Ist meiner Meinung nach gelungen. Vor dem Kartoffel Pott beherbergten die kleinen Räumlichkeiten übrigens einen Frozen Yoghurt Laden und Marcel konnte die Ladeneinrichtung übernehmen. Sehr praktisch, denn so bietet er nun in dem Buffet, in dem früher die Yoghurt-Toppings beherbergt wurden, ganz viele wöchentlich wechselnde Beilagen an.


So kann sich nämlich jeder seinen persönlichen Lieblingspott zusammenstellen, wenn man nicht wie ich einem oder gleich mehreren Kombi-Pötten verfällt. Und diese Kombi-Angebote wechseln ebenfalls wöchentlich. Sowas finde ich ja immer gut. Da hab ich schon allein online immer Spaß, mir die Speisekarten anzugucken, einfach weil ich neugierig bin, was man sich wieder so hat einfallen lassen. Und einen wechselnden Pott des Tages gibbet auch. Also ganz viel Abwechslung...kann man nur gut finden. Und den Veganern sei gesagt, dass auch an sie gedacht wird: So gibbet ganz neu zum Beispiel sogar extra ein veganes Curry. Sehr gut.


Hätte ich gewusst, dass direkt umme Ecke vom Kartoffel Pott die Kuhbar ist, hätte ich mir das mit dem Eis übrigens als Nachtisch aufgehoben. Damit will ich sagen: Lässt sich super kombinieren, falls Ihr mal einen kleinen Ausflug machen wollt oder eh in der Gegend unterwegs seid. In der Kuhbar gibbet nämlich wie im Kartoffel Pott immer wechselnde, spannende Sorten…aber Eis und keine Kartoffeln natürlich.

So. Fast Food wie aufm Mittagstisch bei Omma und Muttern. Wisst Ihr Bescheid. Guten Hunger!

Merke: Manchmal kann man sich auch den eigenen Namen auf die To-Go-Box drucken lassen. Schöne Idee!

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
heimatPOTTential . All rights reserved. © Maira Gall.