Essen in Essen: 3 neue Gastro-Schuppen im Test

23. Februar 2016

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, letztens war ich binnen einer Woche 3x auswärts essen. Das finde ich selbst n bisskn bekloppt...schließlich bin ich nicht Krösus, aber irgendwie hatte ich einen (Futter-)Lauf. Und weil alleine essen bekanntlich dick macht, erzähle ich Euch heute von meinen neusten lukullischen Erlebnissen und hoffe auf eine Kalorienumverteilung...naja...oder zumindest darauf, Euch ein paar tolle, neue Gastro-Schuppen ans Herz legen zu können. Es folgt also ein "neue Gastro-Schuppen-Empfehlungstriple"...


Das coa liegt direkt an der Rü auf Höhe des Giradet-Zenters und in den letzten Wochen war ich bereits 2x dort, um mir den Bauch vollzuschlagen. Wir sprechen hier also von einer Wiederholungstat...und das mit gutem Grund: Im coa isset nämlich VERDAMMT lecker! Es handelt sich um eine Gastronomiekette aus dem Asia-Food-Sektor und Ihr wisst ja mittlerweile, dass ich Ketten nur dann empfehle, wenn sie mich wiiiiiirklich aus den Latschen kloppen. Die beiden coa-Gründer stammen ursprünglich aus Hongkong und waren ob der asiatischen Futterlandschaft in Deutschland so sehr entsetzt, dass sie sich "besser machen!" zum Ziel gesetzt hatten. Meiner Meinung nach mit Erfolg, denn ich habe selten ein besseres Erdnusscurry gegessen als in der neuen Essener Filiale. Und die Erdnusssoße zum Hähnchensaté...alter Vatter...ist die toll! Und die Süßkartoffelpommes! Und hauseigene, sehr würzige Schweinebauchpaste, die wie die Kräuterbutter beim Italiener einfach so auf den Tisch gestellt wird! Alles toll, toll, toll! Echt jetzt!


Nun wurde wenige Tage nach der coa-Eröffnung allerorts gemunkelt, dass man dort vieeeel zu lange auf sein Essen warten müsse. Das coa reagierte mit "Jo, wir arbeiten dran und müssen hier noch n paar Arbeitsprozesse optimieren"...so oder so ähnlich hieß es zumindest auf Facebook. Nun habe ich im Zuge meines ersten Besuchs tatsächlich eine volle Stunde auf meinen Hauptgang warten müssen. Fand ich nicht gerade berauschend. Aber ich kam sehr nett mit unserer Kellnerin ins Gespräch. Sie ist für ein paar Wochen extra aus Berlin angereist, wo sie in einer anderen coa-Filiale arbeitet. Jetzt ist sie vor Ort, um dabei zu helfen, die Einarbeitungsphase zu wuppen. Finde ich toll, denn das zeigt reichlich Engagement hinter den Kulissen. Das coa ist ziemlich groß, alles neu, alles ungewohnt...ich finde, da darf es zu Beginn ruhig an der einen oder anderen Stelle hapern, wenn man das offen kommuniziert. 

Nun denn. Wenige Wochen später war ich dann erneut zu Gast und hatte reichlich Hunger, aber auch reichlich Zeit eingeplant. ABER DAS ESSEN WURDE BINNEN 10 MINUTEN SERVIERT! Da soll noch einer meckern!


Also lasst mich zusammenfassen: Köstliche Asia-Küche, toll angerichtete Teller, kreative Speisekarte, offene Küche, wirklich sehr freundlicher, angenehmer und dabei NICHT aufdringlicher Service sowie ein schönes Ambiente...stylisch, aber nicht zu stylisch. Das Preisleistungsverhältnis finde ich vollkommen in Ordnung und jetzt, wo das Essen FAST SCHON ZU SCHNELL aufm Tisch steht, bin ich wirklich einfach nur noch begeistert. Das einzige Aber, das ich aussprechen möchte, bezieht sich auf die Größe und somit auch auf die Lautstärke der Lokalität. Wer schön intim beisammen sitzen und Privatgespräche führen will, ohne dass irgendwelche Ohren am Nachbartisch mithören können, ist hier eher nicht so gut aufgehoben. Dafür eignet sich das coa wunderbar für größere Gruppen, da in den hinteren Räumlichkeiten Bereiche für eben diese vorgesehen sind. Sehr gut gelöst.


"PAN - heftig deftig"...was für ein Name! Und nein, hat nix middm Peter Pan zu tun, sondern mit dem Brot ( übersetzt = Pan), in welches sich ein wirklich besonders leckeres Hot Dog Würstchen kuschelt. Liebe Vegetarier und Veganer, jetzt bitte nicht direkt die Schotten dicht machen, denn das Tolle an diesen Hot Dogs ist, dass man sie auch in der veganen Variante ordern kann! In der non-veganen Ausführung handelt es um Biowurst von der Essener Biofleischerei Burchardt, von der mir schon KABÜ-Inhaber Igor Albanese vorgeschwärmt hatte. (Apropos KABÜ...die nette PAN-Mannschaft liefert ihre Hot Dogs per Fahrradkurier ruckizucki dorthin...wollte ich nur nomma erwähnt haben!).

Ehe PAN vor gut zwei Wochen in Essen-Rüttenscheid seine Eröffnung feierte, haben die drei jungen Herren, die hinter den Hot Dogs stecken, ihre köstlichen Schätzekens auf Street Food Märkten angeboten und damit so viele Herzen erobert, dass ein kleines Lokal her musste. Und klein ist es wirklich, das PAN-Lokal. Man könnte von einem bezaubernden Imbissstübchen sprechen, in dem vielleicht 5-6 Leutchen eng beieinander vor der Theke stehen können. Sitzgelegenheiten gibt es keine und somit bleibt die Crew ihrem Street Food Motto treu: Hier gibbet die Wurst quasi "nur" auffe Hand. Wer mag, kann sich damit allerdings in einen der lustigen Klappstühlen vor den Laden hocken. Hab ich ausprobiert. Funktioniert wunderbar und bei wärmeren Temperaturen bestimmt noch besser.


So. Hot Dogs. Das sind für gewöhnlich einfach nur diese labberigen Dinger, die man sich nach IKEA-Qualen mal kurz in den Hals wirft. Nix von Wert, nix gesund, nix lecker...wenn wa ma ehrlich sind. Die panschen Hot Dogs spielen allerdings in einer gaaaaanz anderen Liga! Hier wurden WIRKLICH besondere Rezepte ausgetüftelt, die nichts mehr mit Labber und 08/15 zu tun haben. Ich habe den Kappes Hot Dog probiert. Birnensauerkraut, Malzbierzwiebelsauce und Whiskeysenf?! Merkt Ihr selbst, ne?! Und es schmeckt - EHRENWORT - nooooch besser als es klingt! Auch das Brot hat was drauf...und zwar im wahrsten Sinne des Wortes...nämlich Sesam. Es wird angeröstet und somit warm serviert. Super!


Ich mache Euch jetzt einfach mal den Mund mit ein paar weiteren Hot Dog Variationen wässrig:

Der Heftige: Pulled Lamb in geräucherter Altbierpflaumensauce mit Lorbeerkarotten pickled und Röstzwiebeln.
Der Deftige: Biowurst inmitten von Fenchelrotkraut, Kartoffelpüree, Speckondaise und Speckgrieben.

So. Läuft der Sabber schon?! Dann nix wie hin da, denn das Hot Dog Angebot wechselt...zwar unregelmäßig nach Lust, Laune und Saison, aaaaaber es wechselt, und vielleicht gibbet bald schon kein Fenchelrotkraut mehr.

Zu dem Hot Dog Eurer Wahl MÜSST Ihr UNBEDINGT die hauchdünnen Pommes-Chips probieren. Die sind echt sagenhaft! Und dazu empfehle ich die hausgemachte Petersilienmayo...meine Güte, war die grandios!

Hier haben sich übrigens nicht einfach drei Heiopeis zusammengetan und krebsen jetzt ohne Sinn und Verstand einfach mal mit Lebensmitteln rum. Einer der Gründer - Dustin Neuwaldt - ist Koch und somit vom Fach. Er ist der Kopf hinter den innovativen Zutatenkombinationen. Hut ab, der Herr!


Vielleicht noch ein Wörtchen zu dein Preisen. Die sind nämlich auf den ersten Blick nicht gerade günstig. Aber wisst Ihr woran das liegt?! Daran, dass man einfach diesen doofen 1€-IKEA-Hot-Dog gewöhnt ist. Aber der ist ja auch Mist! Die PAN-Crew legt Wert auf regionalen Einkauf und Nachhaltigkeit. Sämtliche Verpackungen sind biologisch abbaubar, die Zutaten stammen nicht aus irgendwelchen Ramschkaschemmen und so isst hier das gute Gewissen mit. Das kann einem ruhig mal ein paar Euro mehr wert sein - finde ich. Außerdem sollte man Innovtion, Mut und Können ruhig auch gerne entsprechend bezahlen. Und wem all das egal ist...der ist halt nicht so schlau und geht zu IKEA. Feddich.

Ich war 2 Tage nach der Eröffnung bei PAN und Ihr hättet mal sehen sollen wie die Leute hinter der Theke gestrahlt haben...einfach weil sie sich so sehr über ihr Imbissstübchen freuen. Voll schön zu sehen! Also: Geht da mal hin, schnappt Euch nen Hot Dog und werft den Machern ein paar Euros inne Kasse...hamse sowas von verdient! Echt mal...junge Leute mit guten Ideen gehören einfach unterstützt!


In genau der gleichen Liga (junge Leute mit guten Ideen) spielen die Jungs vom HABIBIZ. Auch dort war ich wenige Tage nach der Eröffnung und auch hier: so viel Freude, gute Laune und riesige Strahlenaugen hinter der Theke. Hach!

Hier gibbet - wie der Untertitel schon sagt - orientalisches Futter aufn Teller. Und ganz ehrlich: Die arabische Küche verbinde ich für gewöhnlich einfach nur mit Dönerbuden. Ja, zu Unrecht...ich weiß. Aber trotzdem. Es gibt zwar die tollsten arabischen Restaurants, aber ich neige im Alltag eher zur italienischen oder thailändischen Küche und tue die arabische Front immer voll döselig mit "Nee, ich hab keinen Bock auf Döner!" ab. Nun gibt es bei HABIBIZ aber gar keinen Döner, sondern Spezialrezept-Falafel, Hummus, Halloumi, Couscoussalat und Tabuouleh. Und frischen Salat. Und geile Pommes! Auf der Speisekarte finden sich fast ausschließlich vegetarische Rezepte - die einzige Ausnahme: das Shawarma (Hähnchenstreifen). (Ich hoffe, man sagt wirklich DAS Shawarma?!)


Die Soßen sind allesamt hausgemacht und sogar der orientalische Gewürzklassiker Harissa erfährt hier eine Eigenproduktion. Das Preisleistungsverhältnis ist übrigens der HAMMER! Für kleines Geld bekommt man RIESIGE Futterplatten, die man entweder direkt vor Ort oder per Take-away wegspachteln kann. Ich habe direkt im HABIBIZ gegessen und bin wirklich angetan von der Atmosphäre im Allgemeinen und der Einrichtung im Besonderen, denn ganz ehrlich: Schön sitzen kann man in Imbissstuben für gewöhnlich ja nun wirklich nicht, ne?! Hier aber schon! Weiß gekalktes Mauerwerk trifft auf viel Holz, schlichtes Design, ein bisskn Grün und schöne Wandfliesenverzierungen im Oriental-Look. Alles wirkt jung und modern, aber trotzdem warm und behaglich. Eine tolle, zeitgemäße Imbissvariante! Man kommt schnell ins Gespräch und die gute Laune der Inhaber steckt einfach an. Eine Freundin von mir war direkt an zwei aufeinander folgenden Abenden dort und wurde am zweiten Abend sofort wiedererkannt und mit ner herzlichen Ghettofaust bedacht. Ich will bei meinem nächsten Besuch auch so ne Ghettofaust! Und wenn ich mir "Ich war schomma hier!" aufs T-Shirt drucken lassen muss!


Hinter der Theke stehen die Brüder Ayari, die zwar in Deutschland aufgewachsen sind, aber tunesische Wurzeln haben. Und dass hier wirklich mit Liebe gekocht wird, beweist Fethi Ayaris Geschichte: Nach seiner Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann und einem "Internationales Marketing"-Studium hat er auf seinen gut bezahlten Job gepfiffen und sich lieber hinter seinen Traum eines eigenen Restaurants geklemmt. Weil Glück wichtiger ist als Kohle. Und dieses Glück kann man im HABIBIZ fühlen...und essen. Also auch hier der Appell: Schaut mal vorbei, bestellt Euch was Feines und beobachtet die Jungs einfach mal ein Weilchen...weil es ein bisskn glücklich macht, ihnen die Freude am Gesicht ablesen zu können. Und richtig, richtig lecker isset auch! Echt! Und das sage ICH...als jemand, der die arbabische Küche sonst eher verprellt.

Merke: Ich habe mein Futter in allen drei Läden selbst bezahlt und schreibe hier
wie immer aus Überzeugung und der Freude am Teilen!


KABÜ - Kaffee und Büro und so viel mehr

16. Februar 2016

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, heute mache ich etwas, was ich noch nie gemacht habe. Ich sitze nämlich während ich hier rumtippsel NICHT in meiner Wohnung. Normalerweise schreibe ich immer an meinem Esstisch...schön im Schneidersitz...bei totaler Stille. Auch wenn ich ansonsten ein kleiner Hibbelflummi bin, brauche ich, wenn ich mich RICHTIG konzentrieren möchte, vor allem eins: RUHE! Da popel ich auch durchaus mal die Batterien aus meiner Wanduhr, stelle das Handy auf Flugmodus und schimpfe mit den Katzen, wenn sie zu laut rumschnurren. Mit anderen Worten: Das, was ich hier jetzt gerade mache, ist für mich eine echte Herausforderung.

So. Ich hör Euch schon sagen "Mah, quassel nicht rum! Sach einfach wo Du bist!"...also gut: Ich sitze im KABÜ.


Das KABÜ hat vor einigen Tagen in Essen-Rüttenscheid im ehemaligen Ladenlokal 3-ZimmerKücheBad eröffnet...still und leise. Die Fährte hatte ich schon vor 1-2-3 Monaten auf Facebook aufgenommen und seitdem immer mal wieder auf der KABÜ-Fanpage nach dem konkreten Eröffnungstermin gespinkst, aber immer wieder hieß es nur "bald, bald...". So, jetzt ist endlich bald, auch wenn die große, offizielle Eröffnung mit Tamtam und so erst in den kommenden Wochen stattfinden soll. Ach so, ich könnte auch mal sagen was das KABÜ eigentlich ist, ne?! Nomen est hier mal wieder Omen, aber in Form einer knackigen Abkürzung, denn KABÜ = Kaffee & Büro! Und ganz ehrlich: Genau SOWAS hat hier in Essen bislang wirklich gefehlt.


Hinter dieser grandiosen Idee stecken der Musikpoduzent Igor Albanese und Banda Senderos Schlagzeuger Julian Kühn. Die Beiden waren auf der Suche nach Büroräumen und haben sich dann nicht einfach nur zusammengetan, sondern aus der Notwendigkeit heraus ein wirklich schönes Konzept entwickelt, das Kreative zusammenbringen soll.


Nun mag man im ersten Moment "Jaja, Coworking-Space...kennt man ja!" denken, aber: neneneeee! In klassischen Coworking-Spaces bucht man sich ja wochen- oder monatsweise einen Schreibtisch und kann dann sein Arbeitspensum in Gesellschaft anderer Selbständiger ableisten. Manchmal ergibt sich die Gelegenheit, gemeinsame Sache zu machen, vielleicht "schachert" man sich den einen oder anderen Auftrag zu, aber im Wesentlichen geht es darum, dass man fernab der eigenen Wohnung einen festen Arbeitsplatz und eine anständige Büroadresse hat und bei aller Selbständigkeit nicht irgendwann am heimischen Schreibtisch gänzlich vereinsamt.

Das KABÜ hingegen funktioniert nicht als reiner Arbeitsplatz, sondern vielmehr als Netzwerkplattform, die Menschen zusammenbringt.


Laberrhabarber? Ganz im Gegenteil! Häufig hört man von konzeptionellen Absichten dieser Art, aber meist lässt sich der Gedanke nicht wirklich in die Tat umsetzen, weil es jemanden braucht, der nicht einfach nur Räumlichkeiten bereitstellt, sondern den Netzwerkgedanken offensiv lebt, Menschen miteinander ins Gespräch bringt und somit unter Umständen wertvolle Kontakte herstellt. Es braucht also eine menschelnde Kontaktmaschine, der das Netzwerken wirklich im Blut liegt. Und genau diese "Maschine" sitzt gerade schräg hinter mir: Igor Albanese.


Ihr müsst Euch das so vorstellen: Ich bin einfach im KABÜ einmarschiert, ohne mich vorher anzukündigen. Das mache ich in den meisten Fällen so, wenn ich über einen "Laden" schreiben möchte. Vorhin fiel mir die Decke auf den Kopf, die Schreibtischvereinsamung drohte akut zu werden, und so hab ich mich einfach ins Auto gesetzt, um ganz spontan das KABÜ anzusteuern. Also rein da, "Tach!" gesagt und "Watt macht Ihr denn hier so?" gefragt. Und - ZACK - war ich im Gespräch.


Erst mal nicht weiter spektakulär, aber das war ja auch erst der Anfang. Ehe ich mich versah, stellte mich Igor der Bulgart-Atelierinhaberin Ingrid Bulga vor und plötzlich trank ich mit dieser Ingrid mein Teechen. Dann brachte Igor Alfons Pinders - ein hohes Karate-Tier - zu uns an den Tisch, der unter Anderem diverse Seminare mit Blick auf Selbstverteidigung und Selbstbehauptung anbietet. Keine 15 Minuten später saß ich dann mit Christiane Mihoci vom Offguide-Magazin am Tisch und jetzt gerade kam Brigitte rein, die Inhaberin von Baustelle Schaustelle.

SO ist das im KABÜ. Und das haut mich echt n bisskn um! (Falls es Euch vor Ort ähnlich gehen sollte, könnt Ihr Euch ja grazil auf den muckeligen Schafsfellen lang machen...)


Julian, der zweite Inhaber, ist aktuell Reisen, deshalb lerne ich heute nur Igor kennen, aber Igor begeistert mich locker für zwei. Früher betrieb er das Essener Restaurant Leonardo, aber irgendwann war Schluss mit Gastro-Lust, deshalb betont er auch, dass es sich beim KABÜ auf keinen Fall um eine Gastronomie handele, sondern um ein Büro...mit Café. Die Öffnungszeiten orientieren sich an klassischen Büroöffnungszeiten, denn ab 19 Uhr wird der Laden dicht gemacht. Und in einer Ecke der Räumlichkeiten hat sich Igor außerdem sein eigenes Büroabteil eingerichtet - dort lebt er also quasi genau das, was er mit dem KABÜ anbietet.

An der Wand hinter der Theke prangt eine große Tafel, auf der viele Getränke und ein paar Speisen angeboten werden. Aha...Speisen...also ich sofort so: "Ach, Ihr habt auch ne Küche?". Nein, haben sie NICHT. Stattdessen wird mit befreundeten Gastronomien kooperiert.


Mein Essener Herzenslokal, die Viertelliebe, liefert Kuchen und leckere Quiches, und der noch ganz junge Gastroschuppen "Pan - heftig deftig" bringt bei Bedarf binnen 20 Minuten köstliche Hot Dogs per Fahrradkurier vorbei. In den Regalen stehen riesige Teepötte von Amélies Tee-Ecke, die im Essener Südviertel ansässig ist, und manchmal gibbet Frikadellen von der Essener Bio-Fleischerei Burchardt. Über Letztere sagt Igor übrigens: "Wenn Du dem Burchardt mal zuhörst wie der seine Tiere schlachtet, dann willste echt ein Tier sein." Naja...vielleicht lieber nicht, aber die Aussage spricht wohl in jedem Fall für die Fleischerei.


Die Kooperationen mit anderen Gastronomen zeigt einmal mehr, dass sich das KABÜ nicht nur konzeptionell als Netzwerkplattform anbietet, sondern diesen Gedanken in den Grundzügen selbst aufs Feinste beherzigt. Die Idee steht hier nicht nur als Angebot im Raum, sondern erfährt in der Realisierung eine konkrete Umsetzung. Ein tolles Zeichen für: "Hier wird nicht nur geredet, hier wird gemacht!"


So. Jetzt mache ich n Cut und hau hier ab. Inzwischen hab ich nämlich auch noch Gerd kennen gelernt, der Filme und Fotos macht. Und nun sitzt mir Sebastian von POTTSPOT gegenüber. Ihr seht also: Hier kommt man ECHT ins Gespräch, aber dafür komme ich nicht mehr so recht zum Schreiben. Außerdem habe ich mittlerweile zwei Prosecco intus und nüchtern schreibt es sich bekanntlich besser. Also: CUT!

Später. Viel später, aber immer noch genauso KABÜ-begeistert sitze ich jetzt wieder im heimischen Wohnzimmer in gewohnter Schreibpositur und überlege, was ich meinem bisherigen Geschreibsel noch hinzuzufügen hätte. Vielleicht ein paar harte Fakten:
  • Das KABÜ kann man an Wochenenden für Workshops und Co. mieten.
  • Die Schreibtische bzw. Arbeitsplätze im KABÜ sind für kleines Geld zu haben. Zitat Igor: "Hab ich mir noch gar keine genauen Gedanken zu gemacht. Vielleicht für nen 5er oder 10er? Ich will damit gar nicht groß verdienen, es geht mir eher um die Idee und ums Netzwerken."
  • Die Möbel, auf denen man im KABÜ sitzt, kann man sich selbst unterm Hintern wegkaufen. Es handelt sich entweder um tolle Einzelstücke (Lampen, Tische etc.) von jungen Designern aus Essen oder um sehr hochwertig aufgearbeitete Vintagestücke wie Sofas, Sessel und Stühle.
  • Über den Tresen gehen auch feine Öle, besondere Kaffeesorten, Weine und andere Kleinigkeiten, die man nicht im 08/15-Handel bekommt.
  • Das WLAN fluppt wie ne 1, für Präsentationen steht ein Beamer zur Verfügung und an den Wänden findet sich Platz für Ausstellungen.


So. Iiiich dackel da die Tage ganz bestimmt wieder hin, trinke wieder 1-3 frische Minztees und freue mich darauf, den zweiten Inhaber - Julian - und sicherlich viele weitere spannende Leute kennen zu lernen. Euch kann ich einen Besuch im KABÜ wirklich nur ans Herz legen...geht einfach mal hin und lasst Euch überraschen. Wenn Ihr offen und nicht auf den Mund gefallen seid, kommt Ihr bestimmt schnell ins Gespräch und kriegt ein Gefühl dafür, warum ich vom KABÜ so begeistert bin. Ich freue mich nämlich wirklich wie Bolle, dass Essen jetzt um einen so schönen und besonderen Ort reicher ist!


Hach...eins muss ich noch sagen, weil mich ein Gedanke nachhaltig beschäftigt: Meiner Erfahrung nach ist es häufig schwierig, verschiedene Alters- und "Gesellschaftsklassen" miteinander ins Gespräch zu bringen. Meist bleiben die jeweiligen Szenen doch sehr für sich. Jeder kocht sein eigenes Kreativsüppchen, obwohl man theoretisch wunderbar voneinander profitieren könnte. Junge Leute bringen neue Ideen und frischen Wind mit, während ältere und "betuchtere" Herrschaften über viel Erfahrung, tolle Kontakte und den richtigen Packan verfügen. Ich wünsche mir so oft, dass Jung und Alt im Bereich der Kreativschaffenden besser Hand in Hand gehen könnten, aber meist bekommt man die jeweiligen Hände gar nicht erst zu packen. Im KABÜ sehe ich hierfür eine echte Chance, da die beiden Inhaber aufgrund ihres Alters unterschiedliche "Szenen" ansprechen und zusammenbringen können. Und dass dies dort tatsächlich geschieht, habe ich während meines Besuchs schon selbst erleben können. Ein richtig, richtig schönes Gefühl und ein riesiges Potential für spannende, kreative Synergien in tollem Ambiente!

Merke: Wart Ihr mittlerweile schon auf dem Skyliner in Essen?
Los! Macht mal!



Empfehlungssause #4: Tolle TV-Serien, die noch nicht unbedingt jeder kennt

3. Februar 2016

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, jeder hat ja so seine Einschlafrituale, ne?! Manch einer liest, ein anderer trinkt nen Tee und wieder jemand anders zählt Schäfchen oder so. Ich gucke junke zum Einschlafen Serien. Da kann ich einfach wunderbar aus meinem eigenen Leben aus- und in ein anderes einsteigen. So kriege ich den Kopf frei...oder zumindest freier.

Vor gut anderthalb Jahren habe ich hier mal drei Posts (1, 2 und 3) unter dem Titel "Tolle TV-Serien, die noch nicht unbedingt jeder kennt" rausgehauen...mit meinen liebsten Empfehlungen zum damaligen Zeitpunkt. Nun liegt dieser Zeitpunkt ja schon ein ganzes Weilchen zurück und ich habe natürlich ordentlich weitergejunkt. Und deshalb gebe ich heute ne neue Empfehlungsrunde aus. Also uffjepasst!

1. Broadchurch


Ein totes Kind in einem englischen Küstendorf und natürlich will keiner der Mörder gewesen sein. Was nach einer klassischen Krimikiste klingt, ist ein teilweise malerisches Stimmungsportrait einer Gemeinde, in der das praktiziert wird, was in Zeiten von Unsicherheit am einfachsten scheint: Schön middm Finger auf Andere zeigen. Ich habe bis zur letzten Folge nicht erahnen können wer der Täter war und fand die Auslösung trotzdem nicht an den Haaren herbeigezogen. Besonders gefallen haben mir die Darsteller, die nicht dem üblichen "schön anzusehen"-Klischee entsprechen, das einem mit Serien oder Filmen sonst gerne vor den Latz geknallt wird. Hier sehen die Menschen nicht perfekt, sondern wie echte Menschen aus. Aber am allertollsten: Die Darsteller wussten selbst bis zum Dreh der letzten Folge nicht, wer von ihnen das Kind auf dem Gewissen hat. Und DIE Vorstellung hat mich beim Gucken echt ununterbrochen angefixt.

2. The Affair


Meine Güte, ging mir diese Serie zwischendurch unter die Haut. Manchmal wollte ich gar nicht weiter schauen, weil mich das, was hinter dem Plot steckt, wirklich angreift. Rein oberflächlich betrachtet geht es bei The Affair um eben genau das: eine Affäre. Ein Mann betrügt seine Frau mit einer Kellnerin und diese Kellnerin betrügt wiederum ihren Mann...und alles zerbricht. Und genau diese Zerbrechlichkeit menschlichen Miteinanders und die Fehlbarkeit eines jeden Einzelnen sind für mich einfach starker Tobak. Das, was diese Serie aber so besonders macht, ist ihre Erzählstruktur: Jede Folge wird in zwei Hälften geteilt und mit jeder Hätte bekommt man die Sichtweise von jeweils einem der Protagonisten vorgeführt. So entstehen Zweifel. Wie war es wirklich? Und letztlich erkennt man, das alles, was geschieht, abhängig vom jeweiligen Blickwinkel ist. Gibt es die wahrste Wahrheit oder gibt es einfach nur ganz viele Wahrheiten? Wenn man das einmal wirklich hinterfragt, kann man echt ein bisschen bekloppt werden. Geschehnisse stellen sich plötzlich ganz anders dar und man führt sich sich selbst vor, weil man sich dabei ertappt, dass man das, was man in der ersten Hälfte gesehen hat, einfach als gegeben hinnehmen wollte. Plötzlich trägt die Protagonistin in ihrer Erinnerung ein anderes Kleidungsstück als sich der Protagonist zu erinnern meinte, plötzlich klingen Sätze anders, Tonlagen, Vorwürfe, Entschuldigungen...und der Zuschauer ist gefordert, sich sein eigenes Bild zu machen. Das finde ich unglaublich spannend. Man denkt mit und lässt sich nicht einfach nur berieseln. Aber mal davon ab: In einer der Hauptrollen ist Joshua Jackson zu sehen. Vielleicht erinnert sich der Eine oder Andere von Euch? Das ist der beste Freund von Dawson aus der Jugendserie Dawson's Creek. Und ich fand damals schon, dass die Serie Pacey's Creek hätte heißen müssen, weil Pacey zig mal cooler war als der lahme Schönling Dawson.

3. How to get away with murder


Aus der Feder der Macherin von Scandal und Grey's Anatomy galt diese Serie für mich als Pflichtjunk. Auch wenn ich binnen der ersten Staffel immer mal wieder zwischen "Jo, voll gut!" und "Hm, geht so!" hin und her gerissen war, hat mich die zweite Staffel dann letztlich doch so gepackt, dass ich Euch die Serie gerne empfehlen möchte. Auch hier wird der Zuschauer mit einer besonderen Erzählweise konfrontiert: Die einzelnen Staffeln erzählen die Geschehnisse rückwärts. Man steigt ein mit dem Mord und dann hüpft die Serie an ihren Anfang zurück und führt den Zuschauer Stück für Stück zum Verbrechen zurück. Auch wenn man immer mehr erfährt, fragt man sich trotzdem von Folge zu Folge immer irritierter "Wie zur Hölle soll DAS denn bitte passiert sein?!". Im Mittelpunkt steht eine erfolgreiche Anwältin, die ebenfalls als Dozentin tätig ist. Sie pickt sich aus ihren Studenten ein paar "Schlaumeier" heraus, die in ihrem Anwaltsbüro die Helfertätigkeiten für sie erledigen dürfen. Dabei bleibt stets offen: "Wer hilft hier eigentlich wem?!". (Der Trailer ist leider n bisskn doof...)

4. American Horror Story (5) - Hotel


Ich muss gerade echt mit mir ringen, um die vierte Empfehlungsserie aus meiner Liste rauszupicken. Da stehen nämlich noch ganze 13 Serien drauf. Die Entscheidung fällt auf die fünfte Staffel von American Horror Story. Ja, auf die fünfte Staffel, denn diese Serie kann man wunderbar staffelunabhängig gucken. Staffel 1 fand ich albern, Staffel 2 absurd, Staffel 3 doof. Dann bin ich in Staffel 5 wieder eingestiegen und war ob der sensationellen Besetzung (Kathy Bates, Chloe Sevigny, Angela Bassett,...) extreeeem geflasht. Klar, diese Serie ist definitiv nur etwas für all diejenigen, die dem Horror-Psycho-Genre nicht gänzlich abgeneigt sind, denn Ekelkram, Schockmomente und übertriebene Effekthascherei sind hier Standard. Aber diese ganzen "Sachen" sind hier so kunstvoll in Szene gesetzt, dass man mit Liebe zum Detail und zu schauerhaften Absurditäten einfach nicht umhin kann, anerkennend schmunzeln zu müssen. Aber worum gehts?! Ein Ehepaar verliert seinen Sohn und dieser Sohn taucht nach Jahren in einem alten Prunkhotel wieder auf, ohne auch nur einen Tag gealtert zu sein. Ebenfalls in diesem Hotel leben viele skurrile Persönlichkeiten zwischen Mord und Totschlag und ganz oben unterm Dach thront Lady Gaga. Ich finde Lady Gaga eigentlich total beknackt, aber in dieser Rolle...hach...ich könnte einen Kniefall machen! Ich weiß, dass es von vielen Leuten kritisch gesehen wird, wenn Gewalt zur Kunstform stilisiert wird, aber genau deshalb sage ich: American Horror Story ist nur etwas für diejenigen, die für sowas eben ein kleines Faible haben.

Ach kommt, das waren nun 4 fette Tipps, abba ich stell jetzt noch n Eintopf mit ganz vielen Häppchen aufn Empfehlungsherd:

5. Mr. Robot
Thriller-Kurzserie rund um ein Programmierer-Superbrain mit Persönlichkeitsstörung. Cyber, Hacker, IT-Gedöns und Christian Slater sind am Start und man fragt sich ständig: Was ist Realität und was wird halluziniert? Toll fand ich hier vor allem die Bildsprache: Viele Szenen wirken wie sehr cleane, abstrakte Instagrambilder.

6. Luther
Krimi-Serie aus Großbritannien mit der Kellnerin aus "The Affair" in einer der Hauptrollen. Selten habe ich eine Krimiserie gesehen, die ich soooo gut fand, obwohl mit jeder Folge "einfach nur" ein neuer Fall aufgerollt wird. Das liegt daran, dass es hier wirklich gute Grundstories gibt, die den Staffeln zu Grunde liegen. Außerdem habe ich selten in einer Serie die Bösewichte so "gut" gefunden. Je weiter die Serie voranschreitet, desto fieseliger werden die nämlich. Nur dass Luther seine Fälle löst, in dem er manchmal einfach Dinge erahnt, die man UNMÖGLICH erahnen kann, hat mich stellenweise ein bisschen genervt.

7. Flesh and Bone
Eine noch sehr junge Miniserie aus dem Drama-Sektor, die sicher nicht jedem zusagt. Die Story ist nämlich im Ballettgenre angesiedelt. Wer nun an Hupfdohlen-Tanzfilmchen denkt, liegt völlig falsch! Die Geschichte ist sehr, sehr düster inszeniert und erinnert eher ein wenig an Black Swan. Hab ich jedenfalls in zwei Nächten weggezogen.

8. Aquarius
Thriller-Serie mit David Duchovny mit Mecki-Haarschnitt in der Hauptrolle. Die Story ist in den 60er Jahren angesiedelt und lehnt sich sehr (!) leicht an den wahren Begebenheiten rund um den Sektenführer und Serienmörder Charles Manson an. Der Zeitgeist wird meiner Meinung nach gut wiedergegeben, aber mich hat vor allem das Manson-Thema getriggert, so dass ich mehrfach auf Pause geklickt habe, um zu recherchieren welche Inhalte der Serie wohl wahr und welche frei erfunden sind.

9. River
Britische Kurzserie rund um den Mord an einer Polizistin. Der ermittelnde Polizist John River schwankt zwischen Genie und Wahnsinn, aber genau diese Tatsache führt ihn auf wertvolle Fährten. Eigentlich ist diese Serie eher als Persönlichkeitsstudie des Polizisten als als typische Krimiserie zu begreifen.

10. Jessica Jones
Angelehnt an die Marvel-Superhelden-Figur "Jessica Jones" dreht sich der Plot um die alkoholkranke Privatdetektivin Jessica Jones, die mit Krysten Ritter meiner Meinung nach grandios besetzt ist! Eine so kaputte, verschrobene und untussihafte Figur...finde ich super! Ihr größter Feind: Herr Kilgrave, der einfach einen wirklich amüsanten und intelligenten Antihelden abgibt. Wer jetzt denkt: Bah, Superheldenschmuh, dem sei gesagt: Nönö, voll nicht!

Ich hätte noch n paar...sense8, Hand of God, The Man in the high Castle, The 100, Heroes Reborn, Bates Motel, The Following (wie super ist da bitte die dritte Staffel?!), American Crime...abba jetzt is ma gut, ne?!

Aktuell gucke ich übrigens Person of Interest. 20 Folgen hab ich schon intus, noch 70 to go. Und da ich nur nachts Serien junke, werde ich davon noch ein ganzes Weilchen was haben. Was guckt Ihr denn grad so? Könnt Ihr mir vielleicht mal wieder etwas empfehlen...also fernab der üblichen Klassiker, die man eh kennt? Und könnt Ihr meine Tipps, falls Ihr die entsprechenden Serien gesehen haben solltet, nachvollziehen, oder denkt Ihr "Wie kann die denn DEN Kappes empfehlen?!". Sacht domma ma watt!

Merke: Krankenlager nervt.

Das Ruhrgebiet im 360-Grad-Panorama

1. Februar 2016

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich liege flach. So richtig flach. Mit Höllenhusten, Kiefer-, Stirn- und Nasennebenhöhlenparty plus Schleifpapiernase. Toll. Richtig toll. Und morgen habe ich Geburtstag. Ich finde Geburtstag haben ja ungefähr genauso doof wie Silvester, aber Geburtstag im Schnottenmeer aufm Krankenlager-Sofa finde ich geradezu unverschämt! Eigentlich wollte ich schön anne Nordsee fahren und dort meine Geburtstagsflucht zelebrieren, aber: Grippeonkel sagt NEIN. Blöder Sausack!

Nun denn. Da ich langsam vor lauter Krankenlagerei schon rammdösig werde und bereits alle Serien und Filme der Welt gesehen uuuund das gesamte Internet leer gelesen habe, erzähle ich Euch jetzt von meiner letzten Amtshandlung an der Trallafitti-Front ehe es mich niederstreckte.


Ich habe nämlich eine Runde Independence Day gespielt und bin mit dem City Skyliner in der Essener Innenstadt gefahren.

Der City Skyliner ist der höchste mobile Aussichtsturm der gaaaanzen weiten Welt und gastiert noch bis zum 6. März am Kopstadtplatz. Was das mit Rolands Emmerich Science Fiction Filmchen zu tun hat?! Na guckt Euch das Ding domma an! Große, runde Scheiben, die über Innenstädten kreisen...wer denkt da nicht an die Independence Day Raumschiffe, ne?! Und bei schlechtem Wetter hat das Ganze echt n bisskn watt Gruseliges. Na gut...vielleicht nur, wenn man sich reinsteigert. (Im Reinsteigern bin ich super.)

Nun hatte ich heute eigentlich ein paar Tickets für das Aussichtsraumschiff verlosen wollen und zu diesem Zwecke schon vor ein paar Wochen die zuständige Agentur angeschrieben. Joa. Und die haben einfach mal nicht geantwortet. Dann war ich ein paar Tage beleidigt - schließlich hätten die ja wenigstens "Nö, lass ma!" antworten können. Aber dann hab ich mir gedacht: "Ach, watt soll's?! Wer weiß wann noch mal so ein Raumschiff vorbeikommt?! Fährste halt trotzdem damit und verlost halt nix." - denn neugierig genug war ich allemal.

Also hab ich auf gutes Wetter gewartet, um einen möglichst phänomenalen Weitblick einsacken zu können. Dann bin ich schön mit meiner Kamera im Schlepptau losgetrabt und durfte vor Ort feststellen, dass meine Kamera aus mir unerfindlichen Gründen plötzlich meine Speicherkarte ablehnt. Pffff! Also gibbet jetzt nur Handybilder, was mich echt noch mehr ärgert als die Tatsache, dass mir die Agentur nicht geantwortet hat. Tja.


So. Man kauft sich am Fuße des Skyliners ein Ticket an einem klassischen Kirmesbüdchen. Das kostet für Erwachsene 7 und für Kinder 4€. Also das Ticket, nicht das Büdchen. Reservieren muss man nix. Jedenfalls kann man mit dem Ticket zur integrierten Skyliner Bar gehen und sich ein Getränk genehmigen, auf das man dann 50 Cent Ermäßigung bekommt. Ich habe mich für einen Kakao entschieden und war ob seiner Leckerheit echt überrascht, denn eigentlich hatte ich mit schnöder Wasserplünsche gerechnet. Also middm Kakao schön ab in die komplett verglaste Flugkabine und schon ging es hoch in die Lüfte.


Hoch bedeutet hier 72 Meter, denn damit erreicht das Raumschiff seine finale Aussichtshöhe. Das Gefährt gleitet seeeehr gemächlich nach oben (und wieder runter). Soll heißen: Man fühlt sich nicht wie aufm Freefall Tower im Phantasialand.


Für den beworbenen 360-Grad-Panoramablick dreht sich die Aussichtsplattform dann 7 Minuten lang um die eigene Achse...ebenfalls in äußerst gemächlichem Tempo. Mit mir war eine kleine Seniorenschar an Board und da wurde niemand kreidebleich oder so. Also alles ganz entspannt...na gut...es sei denn man leidet unter Höhenangst. 72 Meter sind halt...joa...hoch.


Nun mag man vielleicht "7€ ist aber ganz schön happig" denken, aber mir war es der Spaß echt wert. Der Ausblick ist wirklich ein Knaller. Ich habe so viele Halden gesehen, dass ich sie kaum zählen konnte. Eigentlich gibbet hier insgesamt echt nix zu meckern. Mich persönlich hat der automatisierte Audioguide ein wenig genervt, der mit blecherner Frauenstimme die ganze Kabine beschallt hat, um über die Stadt Essen und ein paar Sehenswürdigkeiten zu informieren, aber ich könnte mir vorstellen, dass der Eine oder Andere das sogar ganz interessant findet. Ich kannte die ganzen Infos halt schon...aber das verbuche ich einfach mal unter persönlichem Pech.


Joa. 7 Minuten Panorama, eine kleine Science Fiction Dröhnung und wieder ab nach Hause. Ein paar Stunden später formierte sich dann der schönste Sonnenuntergang seit langem über dem Essener Horizont und ich hab mich fuchsteufelswild geärgert, dass ich mit meiner Skyliner-Tour nicht bis zur Dämmerung gewartet hatte. Deshalb: Wenn ich Ihr wäre, würde ich auf einen sonnigen Tag warten und dann schön pünktlich zum Sonnenuntergang ein Raumschiffründchen drehen. Dann ist der Ausblick bestimmt noch zig mal toller! (Naja, wie ich mich kenne, dackel ich da eh nomma hin, um mit meiner richtigen Kamera ein paar Abendrotfotos einzusacken. Ruhrpottliebe verpflichtet schließlich. Aber erst mal wieder anständig auffe Beine kommen...

Merke: Hauptsache, der Grippeonkel sagt nicht auch noch dem Herpesgott Bescheid!
Die beiden verbünden sich viel zu gerne gegen mich. PHÖ!

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