Über den Mut, das Glück und das Freisein...in Kroatien

3. Oktober 2016

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, in den letzten zwei Wochen hatte ich die schönste Zeit meines Lebens. Dieser Satz ist so groß, dass ich mich fast nicht traue, ihm noch irgendetwas hinzuzufügen. Damit ist nämlich irgendwie alles gesagt. Jeder Anlauf, den Satz noch weiter auszuführen, fühlt sich ganz gefährlich nach "zerreden" an. Und ich möchte das Gefühl nicht zerreden. Ich möchte das Glück grad noch ein bisschen in mir behalten, ohne es aufzudröseln in ganz viele kleine Wies und Warums. Deshalb werde ich hier heute auch einfach nur ein paar Bilder posten, die Euch das zeigen, was mich in den letzten Wochen so unheimlich glücklich gemacht hat.


Vielleicht sollte ich aber wenigstens noch dazu sagen, warum diese Reise so besonders für mich war? Also...die Sache ist die: Ich war 16 Jahre lang nicht im Urlaub gewesen. Habe höchstens mal einen kleinen Wochenendtrip gemacht oder ein paar Tage bei meinen Eltern in Bayern verbracht. Aber mal so richtig raus...aus allem...für mehr als nur 2-3 Tage?! Fehlanzeige. So viele Gründe hatte ich mir zurecht gelegt, die mich so lange warten ließen. Gute Gründe...so meinte ich. Aber in Wahrheit hatte ich mir nur eine riesige Mauer aus ganz dicken Angstbrocken um mich herum gebaut. Und irgendwann glaubte ich es sogar: "Urlaub?! Das machen die Anderen. Ich bin viel lieber zu Hause!".

Was für ein Bullshit!


Vorgestern bin ich aus Kroatien zurückgekehrt und 13 Tage Roadtrip von Istrien runter nach Dalmatien liegen hinter mir. Ich bin einfach nur dankbar, dass ich mich getraut habe, meine Mauer einzureissen. Weil ich in diesen Tagen so viel gefühlt, gelernt und erlebt habe. Weil ich mir selbst die schönste Zeit meines Lebens geschenkt habe. Einmal raus. Einmal allen Ballast loslassen, einmal einfach nur durchatmen, ohne schon am nächsten Tag direkt wieder die Schultern straffen und dem Alltag in seine Fratze blicken zu müssen. Einmal einfach nur frei sein. Von allem.


Ich wusste gar nicht wer ich bin, wenn ich mal nicht mein Alltagspäckchen brav geschnürt mit mir herumtrage. Ich wusste nicht wie viel Freude ich empfinden kann, wie leicht und frei ich mich fühlen kann. Ich wusste nicht wer ich sein kann, wenn ich mir erlaube, einfach mal loszulassen. Deshalb waren die letzten Tage für mich so viel mehr als "einfach nur Urlaub". Mein Roadtrip durch Kroatien wurde zu einem Trip zu mir selbst...auch wenn das ganz schrecklich nach schrulliger Eso-Tante klingt.


Noch kann ich das Meer hören, wenn ich die Augen schließe, kann die Pinienwälder riechen, die Sonne im Nacken und den Kies unter meinen Füßen spüren. Und klar, ich komme mir auch bekloppt vor...da fahre ich einfach nur mal in den Urlaub...mache etwas, was fast jeder 1-2 mal im Jahr macht...und komme mir vor, als ob ich die Welt erobert hätte. Vielleicht habe ich nicht die Welt erobert, aber meine eigene Freiheit, das Bewusstsein, meine blöde Mauer aus ängstlichen Pseudoargumenten gar nicht zu brauchen, und die Sicherheit, mir selbst on the Road genügen zu können...all das habe ich tatsächlich erobert...und das bedeutet mir grad die Welt.

Huch. Jetzt habe ich doch viel mehr geschrieben als geplant. Und jetzt laufen mir schon wieder die Tränen runter. So viel habe ich geheult in Kroatien...aber immer nur vor Freude, vor Glück, vor Dankbarkeit.


Berit hat vor ein paar Monaten mal zu mir gesagt: "Voll komisch, Du bist doch eigentlich gar nicht der Typ, der nie in Urlaub fährt!"...und Recht hat sie! Ich bin jemand, der unglaublich gerne neue Dinge entdeckt, der sich über 1000 Kleinigkeiten unterwegs freuen kann, sogar über die Beschaffenheit von Altstadtböden, über die kleinsten Fische und über bunte Glassteinchen auf Stromkästen. Ich bin jemand, der auf allen paar Metern vor Freude blöd hüpfen und tanzen will, der auf der Autobahn in jeder zweiten Parkbucht anhält, um auszusteigen, weil jeder Meter zu schön und wertvoll erscheint, um einfach dran vorbei zu fahren. Nur all das wusste ich nicht. Ich wusste nicht wie ich im Urlaub bin und was das alles mit mir macht.

Und ich habe ständig das Bedürfnis, danke zu sagen. Für diese Erfahrung. Aber wisst Ihr, was das Verrückteste ist?! Ich darf mir selber danke sagen. Weil ich es einfach gemacht habe. Nach so vielen Jahren.


In der nächsten Zeit wird es hier noch 2-3 weitere Kroatienposts geben. Zum Beispiel werde ich meine Unterkünfte vorstellen, meine Reiseroute beschreiben und noch einige der vielen, vielen Fotos zeigen, die ich gemacht habe. Aber so oder so...es wird auf einige Liebeserklärungen hinauslaufen...an Kroatien, an die Lebensfreude und an den Mut, die Dinge zu tun, die einen glücklich machen.

Auf Snapchat und Instagram haben mich sehr, sehr viele liebe Menschen auf meiner Reise begleitet. Haben sich mit mir gefreut, haben mit mir gefiebert, gelacht, gestaunt und sogar ein paar Freudentränchen vergossen. Auch diese Teilhabe, dieses Begleiten hat meine Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht. In den letzten Wochen habe ich Social Media auf eine so herzliche Weise erlebt wie noch nie zuvor. Das hat meine Freude noch mal so sehr potenziert und während meines Roadtrips und auch jetzt noch habe ich das Gefühl, dass ich mich dafür gar nicht genug bedanken kann. Geteilte Freude ist potenzierte Freude...das war eine wunderschöne Erfahrung.


Also falls diese Zeilen Einige von Euch lesen, die virtuell so sehr mit dabei waren: DANKE! Damit habt Ihr meine Reise und mich sagenhaft bereichert. Ihr habt mir so viele warmherzige "Sachen" geschrieben, dass ich es kaum glauben konnte. Danke für dieses tolle Gefühl. Danke, dass Ihr "dieses Internet" für mich während meiner Reise zu einem so schönen "Ort" gemacht habt. Danke für Eure Herzlichkeit! (Heulheulheul...also ich schon wieder. Aber Ihr kennt das ja.)

Merke I: Alte Wege öffnen keine neuen Türen.

Merke II: Welt, ich komme!



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