Über den Mut zur Ehrlichkeit

23. Juni 2014

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, am vergangenen Freitag hat der Blogowski-Stammtisch getagt. Blogowski = maximal illustrer Spaßverein für pottsche Ruhrpottbloggerinnen, den ich vor 2-3 Jahren (oder so) gegründet habe. Mal trifft man sich in großer, mal in kleiner Runde und manchmal fällt das Treffen aus...wie im echten Leben. Jedenfalls saßen wir am Freitag in kleiner Runde beisammen, haben gevöllert und gequasselt und weil sich in kleiner Runde oftmals besser quatschen lässt, als wenn man mit 20 Mann Frauen quer über den Tisch brüllen muss, kam ein Thema zur Sprache, das schon lange in meinem Kleinhirnchen rumort: Warum bloggt man in der Regel "nur" über Heititei-Themen?! "Guckt mal, ein Rezept, ein Sonnenuntergang, ein Picknick, eine Reise, ein neuer Wohnzimmerteppich oder gar ein (wuhuuu!) Wochenrückblick mit Eis, Schuhen und schöner Aussicht." All das verwebt mit guter Laune, Trallala und schönen Fotofiltern. 


An sich spricht da ja gar nix gegen und auch ich nutze meinen Blog gerne als eine Art "Auszeit" vom "echten Leben". Man taucht ab in eine Welt, in der alles n bisskn schöner ist als in Wirklichkeit. Man zeigt alles aus den anschaulichsten Perspektiven, bricht sich alle Zacken aus der Krone, um den Abendbrotteller möglichst schicki anzurichten und zeigt stets nur die guten Momente. Aber was ist mit dem Rest?

Was ist mit dem, was einen wirklich beschäftigt?

Ich sage immer gerne, dass ich meinen Blog als eine Art Haus betrachte. Gerne lade ich in mein Erdgeschoss ein, aber was in den anderen Stockwerken oder im Keller geschieht, behalte ich für mich, um nicht zu viel von mir preis zu geben. Aber was ist "zu viel"? Als Gradmesser dafür frage ich mich grundsätzlich: Möchte ich, dass mein Chef dieses oder jenes von mir weiß? Sollten meine Eltern dieses oder jenes lesen? Und wenn ich darauf nicht mit einem klaren "JA!" antworten kann, halte ich einfach die Klappe.

Aber.

Aber manchmal fehlt mir was. Manchmal fehlt mir ein richtiger Austausch mit Blick auf das, was im Leben mehr zählt als schöne Fotos und lecker Essen. Manchmal hocke ich mit doofen Gedanken oder einem Kloß im Hals zu Hause und würde gerne darüber schreiben. Klar, für sowas hat man Freunde. Aber macht man sich wirklich zu nackig oder "angreifbar", wenn man mal nicht nur über Heititei schreibt? Würden Chef oder Eltern die Hände überm Kopp zusammenschlagen, wenn sie lesen, dass man z.B. Angst vorm Altwerden (alt nicht älter!) hat? Oder wenn sie lesen, dass man traurig über die eigene Kinderlosigkeit ist? Würde da jemand "vorbeikommen" und sagen: "Das ist ja das Allerletzte! Du machst Dir SOLCHE Gedanken? Du bist auch manchmal TRAURIG?!"


Vor etwas mehr als einem Jahr hat Fee auf ihrem Blog darüber geschrieben, dass sie an Multipler Sklerose erkrankt ist und inwiefern diese Erkrankung ihr manchmal das Leben und auch das Bloggen schwer macht. Kein Mensch kam vorbei und hat "Wie kannst Du das nur preisgeben?!" gerufen. Ganz im Gegenteil. Viele haben mit Anerkennung reagiert, weil Fee den Mut zur Ehrlichkeit hatte. Viele haben per Kommentar oder per Mail von der eigenen Erkrankung berichtet und sich über die Möglichkeit zum Austausch gefreut.

Oder Indre, die ihren Blog MI MA "Lifestyleblog mit Tiefgang" nennt und sich dort oft mit Themen befasst, die zu einem richtigen Austausch und Diskussionen anregen. Indres Blog wird genau deshalb von so vielen Lesern geschätzt! Also was hält mich (und offensichtlich auch die meisten anderen *hust* Lifestyle-Blogger) zurück, ab und an mal Tacheles zu reden?

Lange Zeit habe ich gedacht, dass ich es einfach "brauche", mir mit meinem eigenen Blog eine "Auszeit vom echten Leben" zu gönnen. Aber das kann doch eigentlich gar nicht stimmen, wenn ich auf der anderen Seite manchmal einen Austausch mit mehr Tiefgang vermisse. Deshalb glaube ich mittlerweile, dass es mir manchmal nur an Mut fehlt. Und das möchte ich vielleicht gerne ändern.

Es geht nicht darum, dass ich hier ständig Tagebucheinträge verfassen und von Liebeskummer, Streitigkeiten oder Familien- oder Freundschaftsinterna erzählen möchte. Es geht mir einfach um Themen mit mehr Gewicht als ein Sonnenuntergang oder ein empfehlenswerter Restaurantbesuch mit sich bringen. Es geht mir um "Herzensthemen", die sicherlich nicht nur mich allein auf der Welt beschäftigen, und bezüglich derer ein Austausch vielleicht neuen Input oder eine andere Sichtweise ermöglichen kann. Und sowas hat schließlich noch keinem geschadet. Oder doch?!

Ich stelle heute diesen Post online, weil mich Eure Gedanken zu meinen Überlegungen interessieren. Was "erwartet" Ihr Euch von einem Blog? Muss ein Blog immer die gleiche Schiene bedienen? Muss man immer an der schicken Oberfläche rumkrebsen? Muss ein Blog immer eine "Auszeit" von allem sein, was man ohnehin schon im eigenen Rucksack mit sich herumschleppt? Was meint Ihr? Macht man sich angreifbar, wenn man mehr Tiefgang preisgibt und wer würde einen dann überhaupt angreifen und warum? Wie haltet Ihr das für Euch, falls Ihr selbst bloggt und habt Ihr Euch diese Gedanken auch schon mal gemacht?

So. Fragen über Fragen und ich würde mich freuen, wenn Ihr ein paar Antworten auf Lager habt.

In diesem Sinne: mutige Grüße und einen guten Start in die neue Woche!

Merke: Die Gewinner der Extraschicht-Tickets heißen:
1. Reviermädchen
2. hw1974
3. Tanja Hotopp
Herzlichen Glückwunsch! Ich melde mich per Mail!

Kommentare

  1. Liebe Juli,

    es ist wie im richtigen Leben. Nähe ermöglicht dem Schützen präzisere Schußmöglichkeit. Aber ohne Nähe keine Wärme. Einerseits andererseits.

    Es ist richtig, so viel zu geben, wie sich gut anfühlt. Braucht man die Nähe als schreibende Person, gibt man die Nähe der lesenden Person. Aber das Publikum ist bunt gemischt und liegt zu einer hohen Prozentzahl im Dunklen.

    Mir ganz persönlich, ohne Wertung, ist das unheimlich.
    Ich kann manchmal in so manchem Blog nicht nachvollziehen, wie man sich derart verletzbar machen kann.
    Aber das ist sicher ein misanthroper Charakterzug, würde ich nicht - auch im wahren Leben - gerne (wieder) mehr vertrauen? Oder ist es dumm, denn wer einmal die Hand auf die Herdplatte gelegt hat, sollte doch wissen, dass man sich verbrennt?

    Gedanken, viele möglich, keiner "der Richtige". Wenn Du fein bist mit dem, was Du gibst, wird es immer Menschen geben, die es Dir danken. Bestimmt ist es der optimistischere Ansatz, dorthin zu sehen. Und nicht in die Richtung, in die ich eher schaue.

    Sei geherzt von Nina

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    1. Ich weiß was Du meinst, Nina, aber die Frage ist doch: Womit genau macht man sich angreifbar? Wenn ich sage, dass es mich oft traurig stimmt, alte Menschen zu sehen, weil ihnen die Einsamkeit und Trostlosigkeit ins Gesicht geschrieben steht, wer sollte da dann mit "Du bist ja bescheuert! Wie kannst Du sowas schreiben?" reagieren? Und wenn jemand sagt "Juli machen alte Menschen manchmal traurig! Die ist ja doof!", dann kann ich da doch getrost drüber lachen, oder?

      Wie gesagt, es geht mir nicht um akute persönliche Traurigkeiten oder Verletzbarkeiten. Sowas gehört in der Tat nicht in die Öffentlichkeit.

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    2. Absolut. Die Grenze ist m.E. individuell da, wo man spürt, das wäre nicht leicht zu nehmen, wenn jemand es umdreht und nach einem wirft.

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    3. ich finde nicht, das man sich angreifbar macht, wenn man schreibt, daß einen etwas berührt, etwas stört, man über etwas nachdenkt und sich mit einem thema beschäftigt, das nicht ganz so schischi ist. dein blog ist kein ort, an dem du deine meinung einschränken solltest.

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  2. Liebe Juli,

    ich verfolge deinen Blog schon seit langem und freue mich über all die von dir angeschnittenen Themen von A wie Ausgehtipp bis Z wie Zechenfetisch und Zollverein.
    Dabei ist mir bei all den unterschiedlichen Themen vor allem eines wichtig: Deine schöne Art zu schreiben und die stets gute Portion Ruhrpottschnauze, Ehrlichkeit und Herzlichkeit.
    Das solltest du dir bewahren und wenn es deine Laune, dein Gefühl oder deine Stimmung verlangen, dann schreib auch gerne über ernste oder traurige Themen! Das Leben ist halt kein Ponyhof und wo die Sonne scheint, gibt es immer auch Schatten (Floskelmodus aus!).
    Ich denke, dass besonders wir Köppe aus dem Ruhrgebiet wissen, wie man mit Situationen umgeht, die nicht immer super sind und wie wichtig die Meinung eines Kumpels sein kann, ob nun virtuell oder real geäußert!
    Ich freue mich auch auf diese Themen, denn ich weiß, dass sie von Herzen kommen werden und ehrlich gemeint sind und solange du dies beherzigst, werde ich auch immer ein Freund deines Blogs bleiben.
    Ganz liebe Grüße!

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  3. Manche Menschen wollen nichts preisgeben,anderr wieder alles.wie du schon sagst : wenn du nicht 100%ja sagen kannst dann lasse es. Ich habe wieder angefangen zu bloggen,nach langer Pause und bin nun auch dabei den richtigen Weg,für mich, zu finden.
    Letztlich kann jeder alles schreiben was er will wenn man dazu steht egal wie die Diskussion aussieht.ist ja schließlich dein/ihr Blog und keiner ist gezwungen etwas zu lesen was man nicht lesen will

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  4. Liebe Juli, ich sach' ma': Ja! Mach ma'! Postings mit Tiefgang sind immer toll zu lesen und wecken bei vielen LeserInnen ganz bestimmt diese Gefühl von "Oh, mir geht es auch so!".

    Wenn ich mir selbst die Frage stelle, dann meine ich, dass ich mit meinen Gedankenschnipsel-Postings schon recht oft Einblicke in mein Oberstübchen oder mein Herz gebe. Oft genug bin ich kurz vor dem Veröffentlichen leicht nervös und frage mich: wie kommt das wohl an?!

    Es ist eben eine sehr persönliche Entscheidung einer jeden Bloggerin, ob sie private Dinge, Gedanken, Wünsche, Sorgen, Nöte mit dem großen unbekannten Internet teilt und das respektiere ich. Mir ist schon bewusst, dass wir nicht alle den lieben langen Tag Heititei erleben und lachend über eine Blumenwiese springen... und ich glaube auch, dass unsere LeserInnen das wissen.

    Nichtsdestotrotz: ein persönliches Posting, dass mehr Einblicke in die Seele der Schreiberin gibt, ist immer etwas ganz Besonderes!

    Ich bin gespannt, wie Du für Dich diese Frage beantwortest.

    LG Bine

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  5. Liebe Juli,
    danke für Deinen Post! Ich denke auch immer wieder darüber nach, wie viel Ehrlichkeit mein Blog verträgt und kann mittlerweile für mich sagen - eine ganze Menge!
    Ich schreibe auch immer wieder über Themen, die mich beschäftigen, ab und an auch über sehr Persönliches - und es fühlt sich so richtig an.
    Für mich.
    Ich weiß auch, dass ich liebe Leser habe, die nur wegen dieser Posts bei mir vorbeischauen und sich nicht soo sehr für meine Rezepte begeistern können. Umgekehrt geht's natürlich auch, es gibt viele Leser, die meine Rezepte, Buchvorstellungen etc. lesen wollen und eben nicht die Posts mit ein bisschen mehr Tiefe. Und beides ist OK.
    Ich persönlich mag es sehr, wenn Blogger persönlicher werden, gerade diese sehr ehrlichen Posts sind authentisch und machen den Menschen hinter all den schönen Bildern und lustigen Texten greifbarer. Angreifbarer vermutlich auch, aber wen kümmert's?! Wenn ich eins gelernt hab, dann, dass sich Ehrlichkeit lohnt.
    Und Offenheit.
    Und Bilder von Sonnenuntergängen auch!

    Hab einen schönen Start in die neue Woche!
    liebst,
    Sabine

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  6. Beides ist legitim, weil wichtig ist, mit seiner eigenen Öffentlichkeitsfigur im Einklang zu sein. Wer sich lieber für sich hat, darf auch gerne "oberflächlich" bloggen, es gibt ja auch Leser dafür.
    Wer aber gerne in seine persönliche Tiefen geht und darüber reden möchte, sollte dies tun. Das kann dann zwar oft zu Kontroversen führen, auch über die dargebotenen Ansichten, aber manchmal teilt mensch sie ja genau deshalb: Um sie zu prüfen.

    Ich mag beide Arten von Blogs.

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  7. Ich kann aus Lesersicht sagen, dass ich die Beiträge mit Tiefgang immer gerne lese und lange im Gedächtnis behalte.

    Als Schreiberin geht´s mir allerdings genauso wie Dir. Hab mich auch schon oft gefragt, ob nicht mehr echtes Leben in den Blog gehört. Eine Antwort darauf habe ich noch nicht. Ich versuche es daher mit dem Weg dazwischen: Keine Heititei-Taumelei und Sonnenuntergänge, aber auch keinen Seelenstrip und Fotos vom Keller. Einfach das, was man Bekannten bei Wiedersehen auf der Straße auch zeigen und berichten würde. In echter Sprache, mit unbearbeiteten Bildern und dem guten Gefühl, dass niemand Böses um die Ecke kommen und das Geschriebene gegen mich verwenden kann.

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  8. Ich habe für mich aus meinem Post gelernt: Wenn es etwas ist, bei dem es mir hilft darüber zu sprechen, das ich unbedingt loswerden möchte, wofür ich vielleicht sogar Feedback möchte, aber auch bereit bin mit eventuell doofen Kommentaren klarzukommen, wenn es etwas ist, wofür sich niemand schämen braucht (wobei da die Ansichten ja auseinergehen, aber da muss man dann seine eigenen Maßstäbe ansetzen), dann kann es (und sollte es vielleicht auch) auf den Blog.

    Ich denke, man sollte sich grundsätzlich nicht davor scheuen, persönlicher zu werden, denn die große Mehrheit ist einem erst mal wohlgesonnen und freut sich sicher auch über solche Einblicke und gibt gerne Rat oder erzählt von eigenen Begebenheiten. Aber ich finde, es ist auch völlig ok, bei den "oberflächlichen" Lifestylethemen zu bleiben, wenn man sich wohler damit fühlt. Nicht jeder trägt sein Seelenleben eben gerne an eine "Masse ohne Gesicht" heran ;)!

    Es ist und bleibt eine sehr persönliche Entscheidung, genau wie die Themen, um die es geht. Das muss jeder selbst entscheiden und wenn es sich für dich gut anfühlt, dann solltest du darüber schreiben, Punkt.

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  9. Liebe Juli, für mich ist das gedanklich auch immer wieder Thema. Ich kann gut kochen und backen, das zeige ich auf meinem Blog. Ich erzähle mal hier und da eine Kleinigkeit, aber wenig im Detail. Diese Lala-guck-mal-mein-Kuchen-Posts schreiben sich ja nicht so gut, wenn der Tag einfach Mist war und oft denke ich, dass ich gerne ehrlicher wäre. Aber ich will gar nicht, dass das alle wissen, das ist mein Dilemma. Ich freue mich auf der anderen Seite sehr (so wie bei dir oder auch letztes Jahr bei Fee), wenn ein Thema so offen und ehrlich auf den Tisch kommt und dieses Gefühl, dass nur mir so geht, verschwindet. Ich persönlich kann das auf dem Blog nicht. Noch nicht, wer weiß? Ich lese gerne bei dir, gerade weil dein Blog so ist. Und Sonnenuntergänge zeigen vielleicht nicht das ganze Bild, aber ja auch kein komplett falsches. Ist es irgendwo zu glatt und zu sehr Hochglanz, ziehe ich weiter, langweilt mich. Hier langweile ich mich nicht....:) Ich glaube, dass jede Art und Weise zu bloggen ihre Berechtigung hat und so ist es doch sonst im Leben auch oder? Ich freu mich, wenn du hier so bloggst, wie es für dich gut und richtig ist und ich bin gespannt, was noch so kommt (hier und beim Stammtisch).

    Liebe Grüße, fühl dich gedrückt <3
    Christina

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  10. hm. ich kann für mich sagen, das ich mir anfang des jahres gesagt habe, das ich keine posts mehr raushaue, nur um des postens willens. wie meine woche war, kann man auf instagram verfolgen wenn man mag und nur um des zeigens willens posten - da muss ich schon überzeugt vom gezeigten sein, das ich mir dafür die mühe mache. ich muss einfach 100% hinter meinem post stehen und da auch bock haben drauf, dafür zeit aufzuwenden.
    und die blogs die ich selber gerne verfolge - die haben auf jeden fall etwas - eine thematik die mich interessiert, tolle visuelle anregung, einen menschen dahinter den ich gerne mag - und wenn man mich erst einmal in den bann gezogen hat, dann bleib ich. das kann ich gar nicht an was bestimmten festhalten. darunter fallen nämlich auch viele blogs, die gar überhaupt nicht so tiefgründig sind und ich mag sie aber trotzdem. es ist eine gesunde mischung die alles ausmacht.
    was aber so gar nicht geht - und da bin ich dann auch raus - sind blogs, die zur dauerwerbesendung mutieren und ansonsten von ideenklau leben oder SO seicht sind, das es sich anfühlt wie aufgeweichter kinderzwieback - und wenn sie noch so sehr gemocht werden von ganz vielen. wenn ich merke, das nur gebloggt wird, weils gerade populär ist und man nicht herauserkennt, das herzblut dahinter steckt, dann ist das blöd.
    ich glaub, ein patentrezept gibts da nicht. jeder blog hat mal interessante und weniger interessante posts. aber für beide arten gibts leser die genau das gut finden. nur weil ich einen post seicht finde, heißt das ja nicht, das jemand anderes damit auch nix anfangen kann.
    also ich schließe mich meiner nina oben an. steh hinter dem was du postest und sei selber fein damit. du hast hier hausrecht! <3

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  11. Liebe Juli,

    ich lese Deinen Blog wirklich gern - zugegebenermaßen eher unregelmäßig bzw. als stiller Leser. Aber er ist für mich ein guter Blog - denn Du kannst schreiben und Du hast was zu sagen.
    Deine Fotos sind auch toll, klar, ich mag auch Rezepte und mal einen Shoptipp oder irgendwas in der Art. Aber ganz ehrlich: um es mal mit einem doofen Wort zu sagen: ich brauche Content. Ich will etwas LESEN, über etwas NACHDENKEN, mich mit etwas AUSEINANDERSETZEN. Und Blogs, die das schaffen: die sind gut, richtig gut! Ich würde Deinen dazu zählen, umso mehr, wenn Du über Themen schreibst, die Dir am Herzen liegen. Ich mag dann immer noch schicke Fotos, leckere Rezepte und ein bisschen chichi Lifestyle. Aber noch mehr mag ich, dass ich sagen kann: ich habe einen Text gelesen, über Thema xy, der war gut, richtig gut! Und ich kann mich nur noch mal wiederholen: Du KANNST schreiben (ich bin bei so etwas sehr kritisch!) - und ob das Thema fröhlich, witzig, nachdenklich, traurig, schmerzhaft etc. ist - wenn es UM ETWAS GEHT, dann zählt der Inhalt, nicht die Stimmung. Wie persönlich das ist/werden soll: jemand mit Deiner Erfahrung, der weiß schon, wie viel er rauslassen soll/kann/darf. Was meinen eigenen Blog angeht: der dreht sich ja - bisher jedenfalls - hauptsächlich ums Nähen, DIY, Design. Aber das reicht mir auch nicht (mehr). Ich schreibe wirklich gern und auch am liebsten über Herzensthemen. Oft denke ich mir dann: ach, das passt doch nicht in mein "Konzept". Aber genau das ist es ja: es ist ein persönlicher Blog. Also kann man wohl immer noch schreiben, was man will, entscheidet selbst über den Inhalt, richtig? Richtig! Und das sollte man sich dann immer wieder vor Augen führen.

    So, jetzt habe ich Dich lange genug zugetextet ;-), ich bin gespannt, welchen Blog-Text-Weg Du einschlagen wirst und schicke Dir ganz liebe Grüße,
    Carolin

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  12. Hallo Juli,

    erstmal freue ich mich riesig über die Karten *hüpftanzimkreis*! <3

    Ich würde gern mal in Deinen Keller oder in die 1. Etage schauen... es muß ja nicht das Schlafzimmer sein ;o)

    Dickes Drückerle vom linken Niederrhein, Tanni

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  13. Du schreibst mir aus der Seele. Genau dieser Gedanke kreist mir auch im Kopf herum. Manchmal, wenn ich meine Posts schreibe, denke ich: Klar ist das vielleicht ein netter Tip. Aber wen bringt er weiter? Was kann ich bewirken? Kann ich mit meinem Blog vielleicht mehr bewirken als "nur" das was gerade auf danane passiert? Kann ich Menschen mehr zum denken anregen? Es geht doch auch tiefgründiger.
    Genau das ist es was ich die letzte Zeit vermisse. Mehr Tiefgang. Man sollte viel mehr hinterfragen. Viel mehr!!!

    Fangen wir also an zu hinterfragen. Aufzurütteln. Offener zu sein.

    Liebste Grüße

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  14. Ich weiß nicht, wie ein guter Blog zu sein hat. Ich weiß nur, dass ich Blogs, bei denen nur an der Oberflächliche rumgekrebst wird, sehr unsympathisch finde. Fees Post zum Beispiel, fand ich großartig und mutig. Natürlich macht man sich angreifbar (wobei Tiefgang ja nicht gleich heißt, sein Innerstes komplett nach außen zu kehren). Über Tiefgang kommt man in Austausch, sieht sen Menschen dahinter.
    Und andererseits, Blogger, die nur Perfektion und Fassade zeigen, bekommen bestimmt auch viele negative Kommentare deswegen, oder nicht?
    Ich fände es schön, wenn du mehr Tiefgang wagst. Wobei ich deinen Blog so schon viel menschlicher und natürlicher finde, als andere Lifestyle-Blogs.

    Sei einfach so wie du bist und wenn du was raus lassen willst, lass es raus!

    Liebe Grüße,
    Jule

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  15. Liebe Juli,

    am vergangen Freitag hab ich irgendwie verpasst das zu erwähnen, aber im Nachinein betrachet ist das Posting von Deinem ehemaligen Arbeitskollegen bei mir hängen geblieben... auch das war ein sehr persönlicher Beitrag von Dir, an den ich mich relativ gut erinnern kann... Fees Beitrag zu Ihrer Krankheit ... im Gegensatz dazu kann ich mich ehrlich gesagt nicht an die Details irgendwelcher Rezepte bei Dir oder Fee erinnern ... ich weiss Du kombinierst manchmal eigenwillig ;-) und Fee trotzt dem Gemüsefeind.

    Also wenn Du Sachen hast die auf Deiner Seele brennen, ich würde sie gern lesen... ich werde mal in den nächsten Tagen in mich gehen und über meinen Mut nachdenken ...

    Sehr schönes Posting!
    lg
    michaela

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  16. liebe juli,
    kürzlich habe ich genau darüber nachgedacht und auch geschrieben. ich kam mir irgendwie unvollständig vor, mit der "shiny happy people" seite. den ausschlag gaben 3 äußerungen aus meinem nahen umfeld, die sinngemäß lauteten: "ach echt, es geht dir nicht gut...? also wenn man so sieht, was du alles erlebst... da sollte man doch glauben..." usw. ich habe den text über burnout dann dennoch heiterer verpackt, als mir zumute war... aber mit dem teil, der sich daran authentisch anfühlt und mit den netten reaktionen darauf fühle ich mich gut. irgendwie ehrlicher. und das dachgeschoss und den keller behalte ich dennoch auch weiter für mich :) . kurz und gut: ich mag deine idee! herzliche grüße aus hamburg! anja

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    1. ich hab noch was vergessen... da mein blog ja das gegengewicht zum schweren job sein soll.... und mich auch dazu anregen soll, meine zeit mit schönen und anregenden dingen zu verbringen, (20 jahre sozialarbeit, 11 davon in leitungsfunktion - you know?) funktoniert das besser, wenn die tiefschürfenden themen zwar vorkommen dürfen, aber eben in maßen. nochmal grüße, anja

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  17. Liebe Juli,

    ich denke, allein diese positive Resonanz zeigt Dir schon, dass das Interesse der Leser auf jeden Fall gegeben ist. Ich persönlich sehe es ähnlich, wie einige vor mir schon. Blogs, die nur von schönen Bildern, Rezepten, Reviews, etc. pp. leben sind zwar schön und gut, geraten jedoch relativ schnell wieder in Vergessenheit. Der Blogger, der Mensch dahinter macht meiner Meinung nach einen Blog erst aus. Auch, wenn man relativ wenig von sich und seinem Innersten preis gibt, macht man sich ein Bild von der Person hinter den Posts und kategorisiert ihn auf irgendeine Art und Weise. Ich mag es, wenn persönliche Dinge einfließen und zum Beispiel von Urlauben oder Erlebnissen, Lieblingsrezepten, etc. berichtet wird. Auch, wenn hier nicht das Innerste nach Außen gekehrt wird, ist dies persönlich und man hat auf irgendeine Art das Gefühl, den Blogger zu "kennen" und das mag ich sehr. Bine zum Beispiel ist "Schuld" an einem meiner Sommerurlaube, weil ihr Post mich so sehr angefixt hat, dass ich dort unbedingt hin wollte. Und das meine ich: Du bist Dein Blog, dein Blog ist auch so schon "in bzw. aus" Dir und macht es zu etwas persönlichem. Du selbst hast die Macht, darüber zu entscheiden, was und worüber zu schreiben möchtest. Und warum sollte der eigene Blog nicht auch dazu dienen können, die eigenen Gedanken zu sortieren oder auch darüber den Austausch mit anderen zu suchen.

    Ich freue mich auf noch mehr Persönliches und wünsche Dir alles Liebe!

    Nessy

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  18. Interessante Fragestellung, liebe Juli.
    Ich für meinen Teil hab sie mir so beantwortet: Mein Blog (der aber halt auch ein Foodblog und kein Lifestyleblog ist und damit thematisch bewusst eingeschränkter) zeigt einen Teil von mir. Einen Teil, der mir sehr am Herzen liegt und der auch immer hunderprozentig "ich" ist. Aber. Mein Blog ist nicht alles. Denn er ist öffentlich. Und damit nicht nur Freunden zugänglich. Meine Kollegen lesen ihn. Meine Vorgesetzten. Meine Kunden. Menschen, die ich schätze. Vor denen ich aber nicht mein Innerstes nach außen kehren würde. Es gibt einen Teil meines Privatlebens, der bleibt privat. Der gehört mir. Das hat imho nix mit "happy shiny people" vs. "real life shit" zu tun. Wenn es mir wichtig wäre, Dinge zu teilen, die mir auf der Seele brennen, dann würde ich es tun. Wenn es sich richtig anfühlte. Und ich glaube das ist es, worum es geht. Es muss sich für den Blogger richtig anfühlen. Wenn es das tut, dann ist es auch gut.
    Findet mit lieben Grüßen
    Conny

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  19. Juli, ich danke dir für diese Zeilen! Endlich kenne ich jemanden, der bei dem Anblick von älteren Menschen ebenfalls traurig/nachdenklich wird ;) Mir geht es da ähnlich und mir hast du mit diesem "Geständnis" ein Lächeln auf die Lippen gezaubert, weil mich was das Thema betrifft und keiner so richtig versteht. Ich bin dir aber ebenso dankbar für die Zeilen über den Mut zur Ehrlichkeit. Seit Monaten tu ich mich schwer, viele meiner sonstigen Lieblingsblogs zu verfolgen, weil im Endeffekt viele Blogs das Gleiche thematisieren, ablichten und niederschreiben. Sicherlich kann man nicht alles Neu erfinden, das ist mir auch klar, aber ich hatte ehrlich gesagt zwischendurch schon ein wenig die Lust an Blogs verloren. Wenn man dann noch auf Pinterest unterwegs ist, wird man kaum noch überrascht. Ich bin da selbst keine große Ausnahme, was wohl auch der Grund dafür ist, dass ich in den letzten Wochen und Monaten eher weniger gebloggt habe.

    Ich habe des öfteren schon mit nicht bloggenden Freunden über das Thema gesprochen und diese haben oft betont, dass sie es toll finden würden, mal die "unperfekte" Seite von mir kennen zu lernen, wenn sie die nicht im realen Leben schon kennen gelernt haben. Tolle Backrezepte findet man auch überall anders. Die Leser würden sich freuen, wenn sie sehen würden, dass auch bei den Bloggern mal Chaos in der Küche herrscht oder sich auch gern mal durch das gesamte Leben zieht. Da sind wir dann wieder bei deiner Frage angelangt, wie viel man von sich preisgeben sollte. Ich denke im Moment, dass man es einfach testen sollte und einfach schaut, wie wohl man sich beim schreiben fühlt. Beim Tippen habe ich immer im Hinterkopf, dass es dann doch der ein oder andere lesen wird und werde dann intuitiv nicht zu persönlich. Ich denke, das muss jeder selbst entscheiden, wie weit er sich traut und wie weit man sich damit wohl fühlt. Aber ich bin mir sicher, dass viele Leser positiv darauf reagieren werden und sich in deinen Posts wieder erkennen. Ich bin gespannt wie wir uns am Ende entscheiden werden ;) Herzliche Grüße!

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  20. hmhmhm... ich lese gern blogs, die die persönlichkeit der person dahinter einfangen und irgendwie "echt" sind. dass kaum einer person ständig die sonne... äh, ins gesicht lacht, ist mir klar. ob/wie sie das teilt, ist aber ihre sache. ich muss nicht immer tiefschürfende herzensangelegenheiten hören, um zu wissen, dass jmd. mehr als leckere cupcakes im kopf hat. wenn jmd. allerdings über ernstere themen sprechen möchte, warum nicht? ich kenne das gefühl gut (wie wohl die meisten blogger), dass man einfach mal alles "rausschreiben" will... auf meinem blog landet das aber selten. für ganz ernste dinge nehme ich mir auch einfach lieber ein echtes gegenüber... das reicht meistens. wenn du nun gern so etwas teilen würdest, bezweifle ich, dass irgendjemand dich deswegen veruteilt (wohl aber bewertet. doofes internet!). außerdem habe ich den eindruck, dass "ab und zu mal ne ansage machen" irgendwie zu dir gehört :) weil solche themen meistens zeitlos sind, kannst du die posts ja auch einen tag/eine woche liegen lassen, bevor du sie erneut anschaust und dann veröffentlichst oder nicht... hauptsache, du fühlst dich mit deinem blog wohl!

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  21. toller post liebe juli!

    Ich muss ja gestehen bei mir gibts auch nicht zu viel persönliches.. klar urlaube, oder mal schöne treffen mit freunden (sofern sie im internet erscheinen wollen).
    bei den Blogthemen Food & Rezepten gibts nicht viel wo man ehrlich sein muss (alles was nicht schmeckt landet nicht auf dem blog)...
    Privates versuche ich auch überwiegend auszuklammern.. ich lese blogs mit viel privatem unheimlich gerne, und bin jedesmal begeistert, wenn jemand "sein herz ausschüttet", da man pft das selbste oder ähnliches erlebt hat - bin aber selbst kein mensch der (zu) viel preisgibt.. Vorallem war mein blog zeitweise auch wirklich eine possitive ablenkung in zeiten wo es mir garnicht gut ging.. hätte ich dann auch noch von den lesern immer gehört "oje oje", hätte ich es nicht ertragen glaube ich...
    Negative Lebensdinge "verarbeite" ich dann lieber mit freunden direkt, face to face ohne internet und sammle die schönen aspekte zusätzlich noch auf dem blog!
    Ich kenne diesen kloß im hals, dass man am liebsten mal über ein thema schreiben würde, was einem gedanken macht.. aber irgendwie ist es schwer, da die richtigen worte zu finden (ohnme dass sich gleich wieder welche angegriffen fühlen - geht ja leider echt schnell im internet)..
    Daher bespreche ich diese "kloßthemen" doch lieber mit meinem freund, oder lieben blogmädels, die ich schon besser kenne, und auf deren meinung ich auch wirklich wert lege...

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  22. Hallo Juli.

    Als ich mit dem Bloggen angefangen habe, machte ich mir zunächst auch die Gedanken, in welche Erfahrungen und Gefühle ich meine Leser einblicken lasse. Ich lese gerne Blogs, die auch mal sagen, wie es ist und finde Ehrlichkeit gut. Ich habe mich aber gegen das Darstellen der negativen Seiten entschieden. Das hat zum Einen den Grund, dass mich einige belastende Themen ständig im Alltag begleiten und ich den Blog als positiven Tagesrückblick nutzen möchte. Mir gibt das ein gutes Gefühl und lässt mich nicht ins Depressive abrutschen. Zum Anderen habe ich mich gegen einen anonymen Blog entschieden und ich mag nicht "nackig" der ganzen Welt, seien es Eltern, Arbeitskollegen, Freunde, Bekannte, mein Gefühlsleben und meine ganzen Probleme darlegen. Da bin ich doch recht selektiv. Wenn bei verwundbaren Themen auch noch negative Kritiken und Beleidigungen kämen, das wäre mir echt zu viel. Gerade in der virtuellen Welt sehen die Leute von einem ja auch nur, was sie sehen wollen und machen sich ein Bild.
    Ich denke, jeder sollte über alles schreiben, was ihn bewegt. Allerdings darf man die Konsequenzen nicht außer Acht lassen.
    Liebe Grüße
    Sabrina

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  23. Applaus Applaus Applaus!

    Da, liebe Juli, sprichst Du ein großes Thema an. Und gleichzeitig ein Riesendilemma. Ich erwische mich dabei, dass ich all die "Rezept-Kinderkleid-Sonnenuntergang-Das Leben ist so schön-Blogs" inzwischen nicht mehr lese, weil sie so völlig austauschbar sind und sich ständig wiederholen. Womit ich absolut nicht für mich in Anspruch nehme, dass Garten und Gestricktes auf meinem Blog sich da irgendwie unterscheiden.
    Und da ist auch schon das Dilemma: Anderes lesen, ja gerne. Aber anderes auch ins weltweite Netz hinausschicken, über mich und unwiderruflich? Nee, dann doch lieber nicht. Aber wenn ich so darüber nachdenke: So bin ich ja "in echt" auch, dass ich ganz sparsam mit Mitteilungen über das bin, was mich so bewegt, anrührt oder nachdenklich macht.
    In meinen Augen ist die große Kunst, authentisch zu bleiben und die Waage zu halten, zwischen "schön/grün/bunt/lecker/sonstwas" und tiefen Themen, Meinungsäußerungen, Emotionen - die einen unterscheidbar machen und dafür sorgen, dass der eigene Blog in Erinnerung bleibt.
    Was Dir im übrigen hervoragend gelingt, denn hier hatte ich noch nie den Eindruck, dass nur sonnig-verklärtes dran kommt. Aber das ist ein anderes Thema.
    Ich geh jetzt was über meinen Garten posten. Garten geht immer, ist so schön grün da. ;)
    Herzliche Grüße aus HansensGasse
    Alexandra

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  24. Liebe Juli,
    Ich glaube, das wichtigste ist, über die Dinge zu schreiben, die einem selbst wichtig sind - für mich ist es da erstmal zweitrangig, ob der Blog den ich da lese nun ein Koch-/DYI-/Reise-/Lifestyle-oder-was-auch-immer-Blog ist. Ich würde mich über tiefgründigere Posts freuen - auch wenn ich wahrscheinlich selbst noch nicht den Mut aufbringen würde sie zu schreiben. Andererseits finde ich es auch schön, gerade an einem nicht so tollen Tag in die "fröhlich-heile" Blogwelt abtauchen zu können. Aber das eine schliesst das andere ja nicht aus: dann liest man den Post mit Tiefgang halt am nächsten Tag!
    Ich habe seit Freitag auch viel über dieses Thema nachgedacht: Ich habe für mich das Gefühl man macht sich nicht angreifbar in dem Sinne, das andere blöd finden was man schreibt, sondern eher darin, das Menschen meine Ängste kennen und ich somit verletzlicher bin für diese - wie Nina schon geschrieben hat: Man gibt Ihnen eventuell Munition einen an einer sehr empfindlichen Stelle zu treffen.
    Viele Menschen in meinem Umfeld kennen mich nur als immer gut gelaunten, fröhlichen offenen Menschen, der alles schon irgendwie gemanaged bekommt. Nur Personen die mich wirklich gut kennen, wissen dass es auch eine andere Seite von mir gibt und mich viele Dinge beschäftigen und durchaus auch belasten. Die Frage ist: will ich dieses Bild von mir ändern oder ist es nicht einfacher, wenn mich die Leute die mich zwar täglich in der Uni treffen aber mit denen ich sonst weiter nichts zu tun habe, nur gut gelaunt kennen. Für mich ist es weniger die Sorge, das wildfremde Menschen, die ich nicht kenne, tiefgründigere Posts von mir lesen, gerade weil man vielleicht noch einen ganz anderen Input bekommt - es sind die, denen man im Alltag täglich begegnet ohne eine echte Beziehung zu Ihnen zu haben und die im Zweifel Gossip streuen und (bei mir) in der Uni sich eventuell das Maul darüber zerreissen, was man so geschrieben hat.
    Ich finde andererseits das gerade Facetten die Persönlichkeit eines Menschen ausmachen und ich mich zu Menschen verbundener fühle von denen ich diese Facetten kenne.
    Für mich bleibt es ein Thema, was jeder mit sich selbst ausmachen muss: Ich kann nur sagen, dass ich gern Dinge mit Tiefgang lese und mir dein Blog dadurch wahrscheinlich noch sympatischer werden würde, als er eh schon ist.

    so - ich hoffe es ist einigermaßen verständlich und nachvollziehbar was ich hier zusammen geschrieben habe!
    liebe Grüße!

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  25. Liebe Juli, genau über diese Grenze was zu persönlich ist, und wozu man eine Meinung hat, denke ich auch oft nach. Ich denke, das wichtigste ist, dass es Dinge sind, über die man wirklich schreiben will. Mit deiner Sprache kannst du diese Themen dann auch im passenden Licht scheinen lassen. Ich lese gerne über das heitere im Leben und habe auch herzlich gelacht bei deinen Hasskappen, gerade weils auch mal was anderes war. Mehr Tiefgang ist für die einen Leser toll. Andere wollen nur schöne Bilder und einen coolen Spruch. Aber es muss ja auch nicht jeder Post für jeden gemacht. sein. Ich für meinen Teil würde gerne mehr Kolumnen-mässiges schreiben. Nichts zu persönliches, aber meine Meinung und Gedanken zu aktuellen Themen preisgeben. Dafür müsste man dann aber warscheinlich viel recherchieren, damit man keinen Mist erzählt und jaja die liebe Zeit....ich freue mich auf tiegängige Posts in deiner unverwechselbaren schreibe und grüble mal wieder einmal mehr über meine eigene Kolumne. lg*thea

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  26. Dein Eintrag hat mich auch zum Nachdenken angeregt... Allerdings war es schon für mich ein großer Schritt etwas persönliches aus meinem Leben zu erzählen (Stress auf der Arbeit, Unlust wegen einer Krankheit etc.) Ich weiß ehrlich gesagt nicht ob ich über so etwas hinaus gehen will. Klar gibt es immer wieder ernste Themen mit denen ich mich befasse und mit denen ich mich gerne austauschen will. Aber muss das auf dem Blog sein? Natürlich verfolgen viele liebe Menschen meinen Blog und das Feedback ist mir immer wichtig, aber wer liest den Blog noch, der mir vielleicht nicht ganz so wohl gesonnen ist? Möchte ich ernste Themen im Internet vor der ganzen Bevölkerung breittreten? (Ja, auch ich bin z.B. bald 33 Jährchen alt und noch immer kinderlos). Eine bestimmte Art von Persönlichkeit finde ich gut, damit sich auch jeder Leser ein kleines Bild von mir machen kann. Aber müssen die Leser auch von meinen tiefsten Problemen wissen? Allerdings finde ich es wiederum gut allgemeine Themen anzusprechen und seine eigene Meinung darzustellen. Dagegen spricht ja nichts. Aber private Problemchen sollten meiner Meinung nach im eigenen Rucksäckchen verstaut bleiben (bei mir zumindest...)

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    1. Ich denke, es kommt stark darauf an WIE man private Problemchen verpackt. Akute Themen würde ich nie anpacken, aber es gibt Themen grundsätzlicherer Natur, die sich meiner Meinung nach auch für einen offeneren bzw. öffentlicheren Austausch eignen, wenn man sie richtig anpackt. Ich würde mich niemals online ausheulen wollen :)

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    2. Ja, das wiederum finde ich gut. Auch wenn Leute das dann gut verpacken können (& das kannst Du ja!) Nur ich selbst habe oft beim Schreiben eine Blockade und würde mich deswegen auf dem Blog viel zu oft als Angriffsfläche darstellen (ich nehme einfach vieles auch oft zu persönlich). Da der Blog mein persönlicher Freizeitspaß ist, möchte ich so gut wie möglich vermeiden mich zu rechtfertigen oder mich angreifen zu lassen.

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  27. Ich schreibe jetzt einfach mal los. Was mir am Herzen liegt, sind Kinder. Dafür setzen wir, d.h. der Deutsche Kinderverein in Essen sich ein: www.deutscher-kinderverein.de. Es geht um das schreckliche Thema Kindesmisshandlung - auch hier in unserer Region. Mehr kann man darüber auf unserer Webseite erfahren. Wer sich vielleicht engagieren will, der kann sich gerne unter post@deutscher-kinderverein.de melden. Hilfe, in welcher Form auch immer, können wir gebrauchen. Denn das Thema darf nicht tabuisiert werden. Schweigen hilft niemandem, schon gar nicht den Kindern.
    So, nun hoffe ich nichts falsch gemacht zu haben. Aber auch über solche Themen, so meine ich, muss man schreiben und vor allem auch reden.
    DANKE!
    Rainer Rettinger

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  28. Ach, Juli, hätt´ ich dich nicht schon eh sooooo gern, hätt´ ich dich jetzt noch ein bisschen gerner ;-)
    Ich würde mir mehr Blog(post)s, in denen auch mal steht, was nicht so toll ist, wünschen und bin mir ganz sicher, dass du für dich und deine Leser die Grenzen zwischen wichtigen Themen und "zu persönlich werden" sehr genau kennst und ziehen wirst. Viele liebe Grüße, Sonja

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  29. Liebe Juli,
    ich kann mich nur Lou oben und dir anschließen! Ich merke momentan, dass ich (in der wenigen Zeit, die ich neben dem Terrorzwerg überhaupt noch online bin) gar keinen Bock mehr habe, die happy shiny people blogs zu lesen! Da komm ich mir (manchmal nachmittags noch im Schlafanzug) gleich noch viel schlechter vor... Dann frage ich mich: Warum zeigt diese versdammt perfekte Blogger-Tante nicht mal, wie es neben den preisverdächtigen Katalogbildern ihres Abendessens/Musterkindern/Mega-Torten/Desigern-Wohnzimmer aussieht???
    Neben den ganzen "perfekt durchgestylten Blogs" wünsche ich mir sogar manchmal ein paar Making-Of Bilder auf denen mal die Realität gezeigt wird ;)

    Also her mit deinen Tiefgang.Posts! Ich würde mich riesig drüber freuen!!!

    Allerliebste Grüße
    Jules

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    1. Hallo Jules,
      ich muß nur eben gerade richtig grinsen ... "manchmal nachmittags noch im Schlafanzug" - Jaaaa - so ist das! Ist bei mir schon richtig lange her, aber ich weiß noch, wie entsetzt ich die damals die Hebamme angestarrt hab', als sie meinte, das würde durchaus passieren ... und so war's dann auch! ... Ich wünsch Dir viel Spaß - ob im Pyjama oder nicht, ist doch total schnurz!
      herzlichst soulsister (oder heute mal: Katrin)

      PS. Bei mir gibt's ab und an mal ein "behind the scenes" - eben deswegen...

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    2. Hahaaaaa! Ich freu mich! Ich überlege schon seit längerem, ob ich mal die vielen chaotischen Gruselecken in meiner Wohnung fotografiere - quasi als Anti-Bewegung zu diesen hochgestylten, tiptop-cleanen Wohnungs-Design-Überfliegern. Mehr Chaos! Mehr Dreck! Mehr Geschirr, das nicht zusammen passt. :-D Mehr Wahrheit!

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  30. Hallo Juli,
    da hast Du aber echt den Nagel auf den Kopf getroffen ... oder die Bloggerwelt beim rosaroten Schlafittchen gepackt, ganz wie man es ausdrücken will. Mir geht es ähnlich wie @Alexandra von 'Hansensgasse': beim 11. rosa Becherchen mit Schirmchen & Serviettchen geb' ich auch auf ... (wenn ich ehrlich bin, ist mir das drittte von dieser Sorte schon zuviel ...)

    Auf meinem Blog kommen die Dinge von Herzen und so, wie sie gerade 'reinpassen (weswegen das mit dem monatlichen Blogplaner auch nie so richtig funktioniert ...) - und ich mag's gern einfach! Aber: auch ich versuche, nicht zu persönlich zu werden. Weil ich das nicht möchte. Wer mit offenen Ohren oder auch mal zwischen den Zeilen liest, bekommt einiges von mir mit, aber meine ganz private Welt soll auch privat bleiben. O-Ton meiner Tochter: "Versteh' ich nicht: Du fotografierst unser Essen, aber der Garten ist dir zu privat?!" Soviel dazu ... *grins* ... ist auch nicht wirklich logisch, oder?

    Um dem ewig perfekten Blogger-Style mal was entgegen zu setzen, gibt's dann aber schon mal einen 'behind the scenes' Post, der zeigt, wie die oberleckeren Cookie-Fotos entstehen: in meinem Wohnzimmer, auf'm Eßtisch mit Packpapier an die Wand getackert ... so gar nicht stylisch & perfekt ... wenn nix läuft, heißt es bei mir auch mal "Wo steckt heute nur der Flow?" ... und zum Vatertag gibt's keine rosa Herzchen, sondern Spiegelei und eine Dose baked beans ... Das ist mein persönlicher 'Widerstand' gegen die oft so perfektionierte Bloggerwelt.

    Ich lese persönliche Blogs sehr gern. Der Post von Fee war ein die Blogwelt erschütterndes Ding ... endlich mal nicht perfekt, weiß in weiß und mit einem Hauch von Zuckerwatte dabei. Das war sensationell! Vielleicht könnten wir uns einfach mal mehr trauen ... jeder in seinem persönlichen Maß.

    herzlichst soulsister (oder eben: Katrin)

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  31. Du willst mehr Ehrlichkeit? Da hastes!

    http://imbackwahn.com/2014/06/23/von-juli-inspiriert-fur-mehr-ehrlichkeit-auf-dem-blog-und-deswegen-heute-meine-angst-vor-lebensmitteln/

    Danke dir für den Anstoß! Liebste Grüße aus dem Schwabenländle!

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  32. Hello hello,
    ich habe deinen Post heute Mittag bereits gelesen und erstmal ein wenig weiter drüber nachgedacht. Wir haben ja bereits am Freitag über diesen Tiefgang gesprochen und ich bin voll deiner Meinung. Ich möchte dazu noch etwas loswerde:
    Natürlich muss jeder für sich entscheiden, was er preisgibt. Klar, es ist total ok einfach immer nur Schönes zu zeigen. ABER es ist irgendwie auch traurig, dass es viel mehr Hochglanz als echt gibt. Es gab keinen Post als meine Katze starb (ich habe lange überlegt), ich schreibe nicht über Streit mit meinem Freund auch mein manchmal allzu großer Weltschmerz soll nicht auf den Blog. Aber wenn ich über solch allgemeingültige Themen, wie alte Menschen, Angst, Freundschaft usw schreibe, dann nutze ich doch irgendwie auch meine Stimme.

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  33. Bor, das kack Telefon nervt beim kommemtieren:) Ich wollte nich sagen: Schrei es raus! ♥♥♥ Ich bin bald dabei.

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  34. Liebe Juli,
    ein sehr legitimer Gedanke. Ich finde, selbst bei Themen mit Tiefgang kann man noch den Grad entscheiden, bis zu dem man etwas über sich preisgibt. Nicht jede Träne muss verarbeitet werden...aber es gibt doch so viele Themen, die alle beschäftigen. Manchmal trauen sich andere diese nicht anzusprechen und freuen sich, wenn es doch jemand tut.
    Ich habe mit einem Reiseblog gestartet und habe mir einen zweiten Blog aufgebaut. Der soll genau immer wieder diesen Tiefgang haben, gerade WEIL er ja auch von mir handelt. Ich bin auch noch dabei mich zu finden, da es mir mitunter schwer fällt die Grenze zwischen Tiefgang und Privatsphäre zu ziehen. Ich habe aber kürzlich einen Artikel über das Mama-sein veröffentlicht, der über das "ich bin müde bla bla" mal hinausgeht. Da habe ich sehr viel von mir preisgegeben und hatte echt Angst. Aber die Reaktionen waren überwältigend. Im Gegensatz zu sonstigen zwei-Sätze-Kommentare, haben Leute ihre gesamte eigene Geschichte niedergeschrieben und es als befreiend empfunden. Das hat mich sehr motiviert, genau so weiterzumachen. Zwischen den schönen Dingen des Lebens auch mal die nachdenklichen einzustreuen, wenn sie mich beschäftigen. Wünsche Dir auf jeden Fall alles Liebe für den möglicherweise neuen Weg :-)
    LG Nina

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  35. Beim Lesen der anderen Blogs denke ich oft was für ein positiv erfülltes und ausgefülltes Leben die Verfasser haben müssen. Oft frage ich mich wie sie es schaffen tagtäglich Highlights zu schaffen und einfach nur Tolles zu machen. Ich hab da in meinem Blog auch die heiklen Themen aus meinem Leben angesprochen, weil zumindest bei mir nicht immer alles nur "Friede, Freude, Eierkuchen" ist. Bin da nicht so ein Typ der sich selbst die Sonnenscheinstunden retourschreibt, weil auch die Regenstunden zum Alltag gehören. Umso mehr freue ich mich, wenn ich auch bei anderen Mal von Gedankenkarussell, Kopfkino und Regenschauer lese. Nicht, weil ich anderen etwas böses wünsche, es tut nur gut zu wissen, dass es auch bei anderen einfach Reallife gibt. Tu das wonach dir ist, schreib über das was dich bewegt. Ich glaube niemand denkt, dass Gute-Laune-Juli ein rosarotes Leben für ihre Leser leben muss und alles andere tabu sein sollte.

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  36. Liebe Juli,

    Ich finde auch: es gibt so und so.
    Es gibt mit Sicherheit viele Blogleser, die nachmittags in Jogginghose Scripted Reality TV gucken und dabei Cornflakes aus der letzten Kaffeetasse essen, weil sich das Geschirr in der Spüle stapelt. Die wollen in die heile Welt entführt werden, perfekt arrangierte Käsekuchen auf Goldrandtellerchen betrachten und hübsche Frauen in den must have Schühchen und Blüschen der Saison. Die perfekten Kinder im perfekten Haus mit den perfekt aufgeräumten Kinderzimmern. Denn mal ehrlich: ich unterstelle mal, dass es bei niemandem wirklich immer so aussieht. Aber dank solcher Blogs kann man einfach mal dem Alltag mit seinen Geschirr- und Wäschebergen, der schlechten Laune nach einem Streit oder dem miesen Regenwetter vor der eigenen Tür entfliehen. Ich mag das auch manchmal, mich von der perfekten Shiny Happy Bloggerwelt entführen zu lassen und finde auch, dass diese Blogs durchaus ihre Daseinsberechtigung haben.
    Aber, und jetzt kommt das ganz große ABER: das bist nicht du! Juli ist nicht oberflächliche Showeinlage. Juli hat Herz und Charme und Schnauze. Und auch mal Sorgen und Nöte. Zum Beispiel mit der Mieze. Solche Sachen, oder eben die Geschichte mit den alten Kollegen, die Relevanz des Bloggens - sowas bleibt mir in Erinnerung. Ich mag Authentizität und Ehrlichkeit - hübsche Möbel und tolle Törtchen sind austauschbar und irgendwann langweilig. Juli ist aber viel nachhaltiger und tiefgründiger und das bleibt.
    Wie auch immer du dich entscheidest - ich freu mich drauf und bleib eine treue Leserin, weil ich Juli und heimatPOTTential einfach mag.
    Liebste Grüße,
    Maja

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    1. Liebe Maja, als ich Deine Zeilen gestern gelesen habe, hatte ich Pipi inne Augen! Auch jetzt schon wieder :D Hab vielen, vielen Dank für Deine lieben Worte <3 <3 <3

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  37. Hallo liebe Juli. Ein sehr toller Post! Ich schreib jetzt mal als Leserin. Als Schreiberin fällt es mir gerade nämlich arg schwer, weil ich mein derzeit doofes Leben nicht abschalten kann. Also nicht juhuuu schreiben kann, wenns mir ojemine geht.
    Wobei das bei mir echt was anderes ist, als kleiner Blog hat man natürlich nicht soviel Öffentlichkeit. Da würde das ojemine nicht so groß getreten.
    Ich persönlich lese Posts mit der "Wahrheit" sehr gerne, man fühlt sich den Schreibern irgendwie so nah, klar, weil man am richtigen Leben teilnimmt. Aber es ist eine Gratwanderung. Gerade, wenn es von sehr vielen gelesen wird. Ich würde mal sagen: Kellertreppe runter ist okay, aber in den Kramraum, den man nur mit Sicherheitsausrüstung wegen Einsturzgefahr betreten sollte, da würde ich niemanden reinlassen ;).
    Ansonsten kann ich schon mal sagen: Kinder und Alter. Sehr schwierig. Das eine kann ich wahrscheinlich nicht haben, und deshalb hab ich noch mehr Angst vor dem anderen. Was macht man dann alleine? Wer schleppt den Wasserkasten hoch? Wer kümmert sich um Katz' und Blumen, wenn man mal ins KH muss? Und noch wichtiger: wer quatscht mit mir über Gott und die Welt?
    Kann diese Ängste sehr gut nachvollziehen. Und würde auch immer gerne drüber lesen :).

    Liebe Grüße Feli

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  38. Ohhh danke Juli.
    Wie oft denke ich mir "Wieso schreiben all die bekannten Blogger nie über ernste Themen - die könnten doch soviele andre Leute erreichen"
    und ja - auch ich kann mehr über ernste Dinge schreiben, auch wenn ich damit nicht soviele erreiche.
    Aber es geht ja nicht nur um ernstes, sondern um das, was uns auch bewegt.
    Und sooft würde ich wirklich gern einfach alles einfach niederschreiben was ich denke, fühle... aber klar, man macht sich ein bissl nackt und verletzlich. Aber da kann man drüber stehen, denn hey - es ist meine Meinung und die muss ja nicht jeder akzeptieren !
    Oder annehmen oder sonst was.
    Ich fände es schön wenn mehr Ehrlichkeit in einigen Posts wäre, denn sooft macht es den Anschein als wäre alles gut. Als würde es jeden Tag super frisches, leckeres, selbstgekochtes Essen geben und zum Nachtisch die weltbeste Torte ever ! Und die Wohnung ist auch immer sauber und alles ist einfach super. Aber dass man mal Zoff mit dem Ehemann hat, dass die Kinder anstrengend sind usw. darüber schreibt doch kaum einer... dass ist doch schade.
    Denn wenn Eiersalat und Torte dass einzig persönliche auf nem Blog sind, dann ist dass doch echt traurig oder !!!
    Also ich bin voll dafür - für mehr Ehrlichkeit !!!
    kussi
    deine Dani

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  39. Liebe Juli,

    womit man sich angreifbar macht weiss man leider oftmals nur selbst. Es ist die Frage wie wichtig es dir was gewisse Menschen über dich denken, ob du auch bei Kritik hintee deiner Meinung bzw. deinem Posting stehst und wie wohl du dich am Ende mit der Situation fühlst. Zu mehr Tiefgabg gehört Mut und ich finde es ok wenn man nicht so mutig sein will persönliches von sich preis zu geben. Aber es kann, wie du selbst erkannt hast, auch eine Chance darin liegen. Nämlich die, dass du Zuspruch bekommst und neue tolle Menschen kennen lernst. Versuch es doch einfach mal mit einem nich nicht ganz so gewagten Thema und schau was passiert und wie du dich fühlst. Ich bleibe dir als Fan sicher treu! :)

    Viele Grüße aus Karlsruhe
    Gianna

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  40. Liebe Juli,

    womit man sich angreifbar macht weiss man leider oftmals nur selbst. Es ist die Frage wie wichtig es dir was gewisse Menschen über dich denken, ob du auch bei Kritik hintee deiner Meinung bzw. deinem Posting stehst und wie wohl du dich am Ende mit der Situation fühlst. Zu mehr Tiefgabg gehört Mut und ich finde es ok wenn man nicht so mutig sein will persönliches von sich preis zu geben. Aber es kann, wie du selbst erkannt hast, auch eine Chance darin liegen. Nämlich die, dass du Zuspruch bekommst und neue tolle Menschen kennen lernst. Versuch es doch einfach mal mit einem nich nicht ganz so gewagten Thema und schau was passiert und wie du dich fühlst. Ich bleibe dir als Fan sicher treu! :)

    Viele Grüße aus Karlsruhe
    Gianna

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  41. Ich kenne das Gefühl total. Seit ich meinen Blog anfang des Jahres wieder angefangen habe, hab ich einfach darüber geschrieben, was mich gerade bewegt und was mir Kopfschmerzen bereitet. Ich hatte anfangs auch immer Angst, weil bei mir definitiv Freunde mitlesen, aber wozu das ganze?! Es hat mir enorm geholfen und ich selber lese viel lieber Blogs, in denen es um die Menschen hinter dem Blog get, deren Gefühle egal ob positiv oder negativ. Es its nun mal nicht immer alles friede freude eierkuchen!

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  42. Hallo Juli,
    hmmm, spannendes Thema - dieses Tiefgang-Dingens. Ich bin mir da auch noch unschlüssig, was ich preisgeben will und was nicht. Vor einigen Wochen hatte mein Schwager einen schweren Motorradunfall und ich habe meine Gedanken in den auf den Unfall folgenden Tagen in einem Post zusammengefasst - und dann war ich mir super unsicher, ob ich das auch veröffentlichen soll. Oder ob diese Gedanken - MEINE Gedanken, nicht mein Rezept vom grünem Spargel - Murks sind. Und dann hat meine Mutter gesagt: "Erzähl nicht so viel im Internet". Und jetzt habe ich einen Post, der nicht veröffentlicht ist, den keiner gelesen hat.Nicht mal meine Mutter. Und ich weiß immer noch nicht, ob meine Gedanken Murks sind oder ob vielleicht doch die eine oder der andere gedacht hätte: "Mensch, das geht/ging mir genauso!". Mal sehen, vielleicht habe ich auch noch den Mut, Gedanken zu veröffentlichen und nicht nur das, was ich jeden Tag so esse. Mit Nahrungsmitteln ist man halt doch nicht so angreifbar wie mit Gedanken!
    Liebe Grüße, Lizzy

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  43. Ach ja, das leidige Thema... wie viel ist zu viel und wie wenig ist zu wenig? Ich frage mich das ständig (!) und bin noch zu keiner zufriedenstellenden Antwort gekommen. Aber eins weiß ich: Blogs, die auch mal persönlichere Themen aufgreifen sind mir 100x lieber als Blogs, die nur die geschönte Version ihres Lebens präsentieren.
    Wie Tanja Hotopp weiter oben so schön gesagt hat: Ich würde gerne mal in deinen Keller oder die 1. Etage gucken... muss ja nicht das Schlafzimmer sein ;)

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  44. Liebe Juli,

    ein schön-schwieriges Thema. Jedes Mal, wenn ich mir die Frage stelle, ob ich zu viel im Blog von mir preisgebe, lautet die Antwort: "Ja, schon." So selbstreflektiert bin ich, um das zu erkennen und das war in den letzten vier Jahren oft ein Grund, mit dem zu hadern, was ich schreibe oder geschrieben habe. Stichwort: Self-consciousness. Das ist wohl das selbstgewählte Schicksal einer "Tagebuchbloggerin" oder welches Label man dem Ganzen auch immer aufdrücken mag oder meint, ihm aufdrücken zu müssen.

    Ich finde das Persönliche an einem Blog aber nicht schlimm, denn dazu ist ein Blog ja irgendwie da oder dafür kann ein Blog da sein: Um Gedanken herauszulassen und Leute hinein. Und zwar genau so weit, wie man selber (!) das für richtig hält.

    Das Gefühl, es könnten die "falschen" Leute mitlesen, war aber dennoch eine zeitlang ganz konkret Grund dafür, dass der Blog etwas länger offline war. Wenn dir ein Kollege schreibt “Ich habe deinen Blog entdeckt – ganz schön strippy, aber irgendwie gut” – dann fängst du tatsächlich noch mal mehr an darüber nachzudenken, was du schreibst / geschrieben hast.

    Ich habe keine Ahnung, wie es ist, wenn man mich aus dem “richtigen Leben” kennt und dann über meinen Blog stolpert. Ich weiß nicht, ob sich das deckt mit dem Eindruck, den man von mir hatte oder ob da plötzlich eine Lücke klafft. Ich weiß nicht, wie das ist, weil ich mich nicht nur als Online- oder nur als Offline-Person sehe, sondern als Ganzes. Was im Blog steht, trage ich jeden Tag auch so mit mir rum – ich lasse es bloß nicht (immer / jedem gegenüber) so raushängen.

    Aber was ich weiß, ist: Es wird immer Leute geben, die blöd finden, was man macht oder wie. Und was ich weiß ist außerdem: Ich kann darauf keine Rücksicht nehmen. Muss ich auch nicht. Weder im Blog (vor allem nicht im Blog), noch da draußen.

    Andere Leute bevorzugen es, in Situationen, in denen sie zu viel im mit sich rumschleppen, Gespräche zu führen, Bilder zu malen, Musik zu machen oder Laufen zu gehen – und ich schreibe das dann eben runter und schaffe es mir so aus dem Kopf und rücke es auf Distanz. Der Blog ist eben meins. Mein Stück Internet. Im Zweifel trage ich dafür dann auch gerne die Konsequenzen.

    Die wunderbare Lisa Rank hatte auf ihrem Blog einen sehr schönen Text (http://mevme.com/lizblog/ich-sage-ja-immer-es-macht-mir-nichts-doch-es-macht-mir-was/), der das Thema ansatzweise aufgegriffen hat, und ich zitiere das jetzt einfach mal:

    "Ich sage ja immer, es macht mir nichts, doch es macht mir was, all das, was passiert. Es macht mir etwas aus in verschiedenen Gegenden des Herzens und des Kopfes und als vorgestern jemand neben mir saß, der meinte, er könne es nicht, sich so angreifbar machen, solche Texte schreiben, die etwas mit dem eigenen Puls zu tun haben, und sie dann online stellen, da verstand ich ihn und nickte und gleichzeitig wusste ich, es darf etwas tun, man darf sich auch angreifbar machen, ich wäre dafür, das täten viel mehr Menschen, sich angreifbar machen und brüllen und flüstern, auch wenn es so oft nervt, aber mir sind Äußerungen immer lieber als Wandfarbe, Löcher lieber als Glattputz."

    WORD. PREACH. AMEN.

    Und dennoch: Am Ende zählt nur, womit du dich selber am wohlsten fühlst.

    Und das ist ja auch das Tolle an diesem Internet: Alles kann, nichts muss. Hasser können's hassen (und das werden sie oft genug auch), aber - sie müssen es nicht lesen, wenn sie nicht wollen. Denn wenn es überhaupt eine Sache gibt, die man im Internet genauso gut machen kann, wie Texte zu publizieren, dann ist das: Texte zu ignorieren.

    Ich jedenfalls würde gerne mehr von dir lesen und von dem, was dich bewegt.
    So. Punkt. Ende des Romans. :)

    Liebe Grüße
    Jenni

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    1. Liebe Jenny, vielen Dank für Deinen langen, tollen Kommentar und das grandiose Rank-Zitat, das mir ne Gänsehaut verschafft hat, einfach weil es so wahr und so schön auf den Punkt gebracht ist! Ich weiß nicht, ob ich mich trauen werde, online zu "brüllen" ;) aber flüstern kriege ich vielleicht hin, denn Glattputz ist echt fürn Arsch :)

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    2. So ist das nämlich.
      Und Flüstern ist vollkommen okay - da kommen oft eh die besseren Sachen bei raus. :)

      Und den Blog von Lisa kann ich übrigens generell sehr empfehlen. Ta-del-los!

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  45. Liebe Juli,

    ich verstehe und kenne diese Überlegungen. Ich persönlich freue mich über ehrliche Worte und einen echten Menschen, deraus einem Blog herausguckt.

    Ich verfolge, weil ich eben auch eine Mama aus Berlin bin sporadisch http://www.stadtlandmama.de/ - obwohl es mich inhaltlich ganz oft nicht umwirft. Was mich aber wirklich beschäftigt und zum denken bringt, ist wie massiv Leserinnen dieses Blogs auf den einen oder anderen Post reagieren. Ich müsste mir bei solchen Kommentaren echt erst mal eine viel dickere Haut wachsen lassen - oder zwei! Und keine der beiden Frauen schreibt davon, ihre Kinder zu verhauen.
    Mich macht es ziemlich fassungslos, was anonym oder aus der weiten Ferne des Internets da so von Menschen geschrieben wird.
    Mitgefühl mit alten Menschen zum Ausdruck zu bringen, wird sicherlich nicht solchen Gegenwind hervor rufen. Und Mütter sind ein spezielle Leserschaft.
    Aber ich kann Deinen Respekt vor ernsten Themen und vor dem Preisgeben der eigenen Verletzlichkeit gut verstehen.

    Ich freue mich jedenfalls auf was auch immer da von Dir kommen mag.

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Liebe Anna! Ich bin bisher soooo froh, dass mir bislang harte Reaktionen auf meine Posts erspart geblieben sind. Ich glaube, in all den Jahren habe ich einen einzigen fiesen Kommentar einstecken müssen und da war offensichtlich, dass es sich einfach nur um einen Dämlack handelte :D Aber Du hast natürlich Recht…die Doofen sind überall und zwei dicke Häute können nicht schaden, denn man weiß nie, worauf die Leute im Negativen plötzlich anspringen und abgehen.

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  46. Liebe Juli,
    wenn man sieht, wie ausfühlich die Kommentare sind, sieht man schon, dass mehr Tiefgang durchaus wünschenswert ist. Aber wer hier kommentiert gehört doch (meist) zur Blogger-Community und macht sich auch Gedanken darüber. ... Aber wer weiß schon was die Anonymus machen? ...

    Vielleicht sind Gedankenschnipsel, Anregungen zum selber Hirn einschalten der goldene Mittelweg. Und Du mit Deinem herrlichen und unvergleichlichen Stil bekommst das sicherlich hin, ohne dass Du gleich verletzbar bist.

    Ich freu mich jedenfalls auf Deine Posts.

    Herzlichst aus dem Allgäu, Ulli

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    1. Hallo Uli, ich bin selbst total hin und weg über die vielen tollen, langen und herzlichen Kommentare. Ich hatte echt etwas Schiss vor den Reaktionen :) Trotzdem schreiben die meisten, dass sie zwar gerne mehr Tiefgang lesen, aber selbst nichts in der Richtung schreiben wollen. Das gibt mir zu denken und vielleicht poste ich in den nächsten Tagen noch mal meine Gedanken dazu…

      Ich würde mir wünschen, dass ich es schaffe, manche Themen in einem "lockeren" Ton anzusprechen…ohne Mimimimi :) Vielleicht kann man so Dinge thematisieren, ohne sich allzu verletzbar zu machen. Aber ich weiß jetzt schon: Ich werd ganz schön aufgeregt sein, wennes soweit ist :D

      Liebe Grüße ins Allgäu!

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  47. au backe! jetzt hast du hier aber ordentlich zu lesen!
    das ist ja unglaublich, was schon an kommentaren zusammen gekommen ist. das thema scheint irgendwie jeden zu beschäftigen. :)
    ich denke, wieviel ernsthaftigkeit der wirklich ernsthaften art jeder in seinen blog packt, muss der schreiber mit sich ausmachen. ich persönlich finde es sehr angenehm, dass auch hinter hochglanzblogs menschen mit macken und unaufgeräumten ecken stecken. ab und zu mal einen blick hinter die kulissen zu erhaschen, beruhigt mich und nimmt mir den selbst generierten druck, zu hause und bei mir alles perfekt habe zu wollen.
    zu den meisten blogs, die ich lese, passen so ganz furchtbar ernste themen aber nicht. die blog-szene ist ja wie ein zeitschriftenregal und ich stehe vor den wohn- und näh-heften. aber es gibt schliesslich auch die reiseabteilung. die politische ecke. die musikalischen. die sozialkritischen. die rezepte-ecke und... und... und.... ich kann die abteilung wechseln, wenn ich anderen input brauche. das ist meine freiheit als leser.
    als blog-schreiber hänge ich in der kategorie, die sich nicht so richtig zuordnen lässt - es nennt sich daily life. und da passt ja irgendwie alles. gefühlsmäßig werde ich mich da sicherlich nicht nackig machen, denn das bin nicht ich. aber ab und zu mal einen post mit mehr inhalt und weniger hochglanzbild, ist auch nicht verkehrt. seit letzter woche gibt's deshalb bei mir den mäkel-mittwoch. denn, genau wie du, finde ich, dass man auch mal über nicht so tolle dinger schreiben kann. gehört halt zum leben dazu.
    ich mag deine schreibe und schließe mich diesbezüglich smutje rosa an - du wirst auch ernste posts schreiben können, ohne einen seelenstriptease hinzulegen. deine zahnstory war ja auch schon ganz schön ernst und auch sehr persönlich.
    in diesem sinne, hau's raus, wenn's dir auf der seele liegt!
    herzliche grüße
    die frau s.

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  48. Ha, da muss ich Maja mal vollkommen Recht geben. Eben, dass du keine oberflächliche Showeinlage bist - das finde ich großartig! Und dazu gehört für mich dann auch, dass diese großartige Juli, darüber schreiben kann, dass sie manchmal vielleicht etwas traurig findet...und, dass es eben Dinge gibt, die einen irgendwie aufregen.(Ist finde ich auch voll die Realität, niemand ist immer nur super drauf...und, wenn es einem selber mal nicht gut geht, isses macnhmal gar nich schlecht, wenn man sieht, dass man mit dem Porblem nich alleine is...)
    Und ich finde, dass ist bei Blogs fast so wie bei Printmedien: Manchmal isses toll, sich ne Zeitschrift zu kaufen, in der wunderbare Bildchen sind von Gärten, Essen und Wohnungen. Wenn ich aber mal nzum Nachdenken gebracht werden möchte und vor allem nich nur gucken sondern auch was lesen möchte, kaufe ich mir dann ja auch ein Buch. Und so isses im Leben ja auch....manchmal is einem mehr nach oberflächlichem Blabla...manchmal mehr nach Tiefgang.
    Bleib einfach weiter so authentisch, dann machst du eh alles richtig;)

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  49. Ich finde es großartig, dass du das ansprichst. Es gibt viele Blogs, die eben "so" oder "so" sind. Entweder Heititeiti-schöne Lifestyle-Blogs oder Tagebuch-ähnliche Blogs mit emotionalem Tiefgang. Aber wenige, die sich in der Mitte treffen.
    Ich habe mich das auch schon öfter gefragt, und finde es grundsätzlich eine gute Sache, sich auch mit weniger schönen Themen auf dem Blog zu befassen. Zu zeigen, dass man ein ganz normaler Mensch mit Ängsten und Sorgen ist, und keine fiktive Bloggestalt. Aber vor allem, weil man es selbst vielleicht einfach braucht, das Auskotzen, auch mal digital und nicht analog.
    Für mich selbst habe ich schlichtweg noch nicht das "Wie" gefunden.
    Wenn du das "Wie" gefunden hast, und das "Was" dir auf der Seele brennt: Tu es!

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  50. Einfach mal ein Kommentar an alle, weil ich Euren Zeilen entnehmen kann, dass viele von Euch auch die Kommentare unter diesem Post sehr aufmerksam lesen:

    Ich bin einfach richtig überwältigt angesichts der vielen Reaktionen! Da postet man ein Rezept, für das man ewig und drei Tage in der Küche steht, und es trudeln 7-8 Kommentare à la "Sieht lecker aus!" ein. Aber wenn man den Mumm hat, mal etwas mehr als "nur" schöne Fotos auszupacken, kommt so viel Tolles, Herzliches, Gedanken- und Wertvolles zurück! Das bewegt mich sehr (…ich alte Gefühlsduseltante!). DANKE DAFÜR!

    Ich denke, dass ich in den nächsten Tagen noch mal in einem Post auf dieses Thema und Eure Anregungen und lieben Worte eingehen werde, denn vieles von dem, was hier in den Kommentaren steht, hat mir sehr gute Denkanstöße gegeben <3 Fühlt Euch alle einfach mal gedrückt (gefühlsduseldusel!), denn so ein enormes Feedback ist alles, aber nicht selbstverständlich!

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  51. Liebe Juli, ich schaue hier schon länger immer wieder mal rein, weil ich es hier "Echt" finde.
    Ich mag Schnodderschnauzen ich mag Humor und das Leben, all das gittet hier für lau :) Danke.
    Ich selbst blogge seit einigen Monaten so vor mich hin und her. Anfangs dachte ich, wie denn und warum überhaupt. Ich bin zu dem Entschluß gekommenes so zu machen wie ich am besten kann. Ich mag Schönes, mag aber vor allem Tacheles. Ich hab es einfach verbunden, weil ich kenn mich doch, ich bleib nie bei heititei und chichi. :-) Kann ich gar nicht. Ich habe letzte Woche nicht an mich halten können und ein ordentliches Tacheles veröffentlicht und gedacht, was werden sie denken meine 7 lesemädels :-) werden sie mich verstehen? Ich war baff über soviel Feedback, Verständnis und nackisch machen und bin zu der Erkenntnis gekommen, tu was du kannst und willst, wenn es "echt Echt"ist ist es gut so- Ich glaube nicht das du für deine Leser eine Oerflächliche bist die NUR türkise Cupcakes schön fotografieren kann: Ich würde das übrigens sehr gerne können.:-) Wenn ich die Wahrheit über mich erzählen, können es andere übrigens nicht mehr mit ihrer Wahrheit tun. So jetzt aber. l. g Alex

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  52. Wenn man über das schreibt, wofür das Herz schlägt oder was einem unter den Nägeln brennt, wird es ein guter Post!
    Gedankenanstöße bringen oft genug etwas im Kopf ins Rollen!
    Ich persönlich lese gerne Blogs, die in mir etwas ins Rollen bringen, das kann Inspiration sein, etwas was meinen Speichel zum fließen bringt, oder eine Sichtweise, die ich vorher noch nocht so auf dem Schirm hatte.
    Du hast eh schon genug zu lesen, deswegen belasse ich es dabei!
    Gros bisou aus Gelbien
    Sandra

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  53. Nachtrag: Ich hab's jetzt einfach getan. Den Post mit den Gedanken einfach veröffentlicht. So.
    Danke für diesen Schlag mit der Zaunlatte!
    LG, Lizzy

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  54. Liebe Juli! Ich bin (glaube ich) die erste, die anonym schreibt. Ich habe Dir schon einmal in einer Mail geschrieben, wie toll ich Deinen Blog finde. So authentisch und einfach nur toll.... Ich habe anfangs viele Blogs gelesen. Da gab und gibt es haufenweise die, mit einer schönen heilen Welt. Das war eine Zeit lang nett. Es hat einen entführt und manchmal auch zu Dingen inspiriert. Es dauerte nicht lange und es ging mir auf den Keks. ALLES ist toll und PERFEKT. ALLES. Es nervte. Weil ich mich selbst irgendwann klein und doof fühlte. Also hab ich aufgehört, diese Blogs zu lesen und lese nur noch wenige, gut ausgesuchte Blogs. Und ich persönlich lese gerne aus dem wahren Leben. Und dafür muss man ja nicht alles preis geben. Denke ich. Ich bin nun auch kein Blogger und insgesamt auch ein recht offener und toleranter Mensch. Das ist nicht jeder und ich verstehe auch, dass man ja damit an die Öffentlichkeit geht. Das ist was anderes, als Freunden was zu erzählen. Trotzdem denke ich, dass das Leben nicht immer schön und gerecht ist. Und gerade in solchen Zeiten findet man die Posts mit Tiefgang beruhigend und wenn soweit alles gut ist, regen sie zum Nachdenken an.. Ich sag zum Beispiel auch gerade: das Leben ist manchmal ein Arschloch.. Ich musste alle meine 3 Tiere innerhalb eines Jahres einschläfern lassen. Ja, sie waren alt. Der Kater letztes Jahr 14, die Katze vor genau zwei Wochen 15 und mein Pferd genau vor einer Woche mit 27 :o( Sie haben mich alle lange begleitet. Die Katzen hatte ich seit sie 6 Wochen alt waren und das Pferd war 23 Jahre mein Weggefährte. Bei zweien war es eine Vernunftsentscheidung. Bevor sich irgendeiner quälen muss... Und ganz ehrlich? Da mag ich keine perfekte Welt im Netz sehen... Und wie gesagt: ich habe mich ja schon lange davon abgewendet... So, Du hast wirklich genug zu lesen. Aber das wollte ich los werden! VlG, Birgit aus Berlin

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  55. Liebe Juli,
    etwas verspätet möchte ich jetzt auch noch meinen Senf dazugeben. Wobei die Kommentarflut, voll von positiven Kommentaren, ja schon so einiges aussagt. Ich muss mich outen: Ich klicke sehr gern in Kommentaren auf die Bloglinks von sympathisch klingenden Autorinnen (das ist noch nicht das Outing). Und in diesem Post habe ich eigentlich nur auf Links geklickt von Damen, die schrieben: Jau, find ich super, und mach ich auch schon so. Weil ich sowas wirklich viel viel lieber lese als das 20. Cupcake-Rezept. Deswegen lese ich auch keine reinen Themenblogs, bzw. wenn ich doch mal eins toll finde, ertappe ich mich superoft dabei, dass ich die Beiträge nur aus Pflichtgefühl eben noch überfliege. Nääh.

    Ich selbst habe übrigens als super-persönliche Bloggerin angefangen, dann hat es sich stark eingeschränkt und mittlerweile wird es häufig wieder ernst oder persönlich. Die Eltern-/Chef-Strategie fahre ich auch. Meine Eltern lesen auch tatsächlich mit (mein Chef hoffentlich nicht, aber das weiß man eben nie online). Wenn diese beiden ok sind, schreibe ich es auch. Angreifbar? Vielleicht. Aber ich will schreiben! Und bislang habe ich auf alle meine persönlichen Beiträge nur positives Feedback bekommen, häufig Trost, häufig "Hier bei mir genauso" und gelegentlich ein "Genau wegen dieser Beiträge lese ich deinen Blog". Das ist einfach großartig!

    Bei deinem Blog muss ich mich einigen Vor-Kommentiererinnen anschließen: Ich empfinde deinen Blog nicht als "Shiny Happy People" Blog (ein großartiger Begriff!). Du schreibst doch über sehr viele verschiedene Themen, auch ernsteres und dann wieder lustiges, eine gesunde, bunte Mischung! (Das Thema Kinder würde mich interessieren - ich denke, damit schlagen sich einige von uns rum, auf die eine oder andere Weise. Selbst bei mir eines der Themen, die ich konsequent ausklammere. Hach. Dabei hätte ich durchaus zu berichten.)

    Mein Fazit: Ich finde Heititei-Blogs schön anzusehen, aber schnell langweilig. Also: Weitermachen! :-)

    Viele liebe Grüße
    Nele

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  56. Nein, das alles muss ein Blog nicht sein. Ein Blog muss für mich vor allem persönlich und menschlich sein. Mich interessieren eigene Sichtweisen (auch konträre), Berührungspunkte, Brüche, die ganz eigene Note. Wenn ich das Gefühl habe, dass da ein wirklicher Mensch mit Herzblut über Interessantes schreibt - keine austauschbare Redaktion - dann kann mich ein Blog fesseln.
    Trotzdem erwarte ich nicht, dass ein Mensch sich in seinem Blog seelisch komplett nackig macht und wirklich alles zeigt - das würde ja bedeuten, dass er keine Intimsphäre mehr hat und deren Schutz finde ich wichtig. Auch weil ich selbst weiß, wer in meinem Blog mitliest und da gibt es doch so einiges, was jene bestimmten Personen nichts angeht. ;-)

    Herzlich, Katja

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    1. Ich finde auch, dass das nackig machen im Internet, das nicht Unterscheiden können von privat und öffentlich, nicht gesund ist. Genau wie die Menschen, die auf Twitter von jedem kleinen Schritt berichten müssen.

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  57. Liebe Juli,
    letztlich ist es eine ziemliche Gradwanderung, was man preisgeben will und was nicht. Wichtig ist, dass es authentisch ist, die Mischung stimmt und in das Gesamtkonzept passt. Das Denken ist uns allen ja erlaubt und wer sagt, dass man über die Ergebnisse die Klappe halten soll, der lebt am Leben vorbei. Ich finde es schön hier und ich lande gerne auf deinem Blog...
    Viele Grüße
    Anja

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  58. Liebe Juli,
    die vielen lieben Kommentare zeigen ja, dass auch ein Gedankenaustausch gerne gelesen wird.
    Ich mag die Mischung auf Deinem Blog und Deinen Stil, viele Dinge interessant und unterhaltsam zu vermitteln. Ich freue mich immer über einen neuen Post und Dein Auge für Bilder - für diese besonderen Details in einer Situation - das finde ich einfach klasse.
    Was die Überlegungen zu den persönlichen Offenbarungen bzw. dem Unterlassen dieser angeht: Ich denke häufig, dass es ja keinen unterhält, wenn man etwas "Tiefes" preisgibt - und doch zeigen Kommentare und Reaktionen auf anderen Blogs, dass die Menschen auch teilnehmen, dass sie sich in den Geschichten wiederfinden und auch einfach schätzen, dass man nicht eine "positive Kunstfigur" darstellt, sondern real - mit echten Problemen und echten Glücksmomenten ist.
    Wie viel jemand preis geben möchte/sollte?
    Das sollte jede Person für sich entscheiden.
    Mir fällt häufiger auf, dass ich manches einfach mal rauslassen muss - und da mein Blog relativ unentdeckt ist ... ;-)

    Mach einfach das, was Dich glücklich macht - und alles andere ergibt sich von selbst...

    Eine Bitte habe ich: Das Bild zu diesem Post - dieser Baumweg an dem Wasser. Stellst Du mir das bitte im Original zur Verfügung? Ich suche schon seit längerem ein Motiv, dass ich für den Wohnbereich vergrößern lassen möchte - und mir gefällt dieses Bild sehr gut.
    Was meinst Du?

    Viele liebe Grüße
    Annika

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  59. Boah, das sind jetzt schon so viele wunderbare und ausführliche Kommentare! Und ich muss Maja zustimmen, bin aber beides in einer Person. An manchen Tagen freue ich mich über leckere Rezepte, schöne Bilder, kreative Bastelideen, Inspirationen zum Wohnungeinrichten, flache Texte. Genauso wie ich gerne Wohnzeitschriften kaufe. In der Qualität stehen viele Blogs verrückterweise den Magazinen in nichts mehr nach. Und Pinterest ist wie Bilderbuch anschauen. Und dann gibt es die Tage, an denen geht es mir wie Jules. Selber unzufrieden mit den eigenen Fotos oder Ideenlosigkeit, stresst und nervt einen das scheinbar perfekte Hochglanzleben der anderen. Deshalb nur her mit den ehrlichen, nachdenklich machenden Gedanken. Ich lasse mich gerne zum Nachdenken anstiften. Aber eben auch nur in begrenzter Zahl. Ich kann nicht abends todmüde auf dem Sofa noch über fünf verschiedene Themen nachdenken. Da will ich den Kopf ganz ehrlich lieber ausschalten. Und zum Beispiel über deine lustigen Texte lachen. Oder schöne Wohnungen anschauen. Oder Bastelideen sammeln, die ich realistischerweise aber eh nie alle nachbasteln werde. Oder all die tollen Rezepte Nachbacken. Aber zumindest den Plan schmieden macht mir Spaß.
    Verstehst du das Hin- und Hergerissene? Ich mag auf jeden Fall ehrliche Blogs. Auch wenn man vielleicht die tiefgehenden Sachen weglässt, spürt man trotzdem recht viel vom Absender. Wenn auch vielleicht nur die happy-Seite des Lebens. Denn die ist ja auch ehrlich. Zumindest hoffe ich das.
    Liebste Grüße, hab ein ganz fantastisches Wochenende, Eva

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    1. Vielleicht noch eine Frage hinterher. Welche Arten von Blogs hast du denn in deinem Reader? Eine Mischung oder magst du lieber Blogs mit Tiefgang?
      Liebste Grüße!

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